Zierpflanzen

Kübelpflanzen und Stauden überwintern: 6 Tipps und Tricks

  • Ein ideales Winterquartier für viele Kübelpflanzen ist ein kühler, trockener Ort. Der Keller eignet sich nur, wenn die Pflanzen dort noch mit ausreichend Licht versorgt sind.
  • Einen gezielten Frostschutz benötigen Stauden erst bei Dauerfrost ohne Schneefall. Eine Decke aus Herbstlaub kann hier schon genügen, um die Stauden vor dem Austrocknen zu bewahren.
  • Um die Pflanzen vor Bodenfrost zu schützen kann ein einfaches Holzbrett helfen. Jute oder ein sogennantes Gartenvlies schützen dagegen Blätter und Zweige.

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Bevor es zum ersten Mal richtig friert, sollten die meisten Kübelpflanzen ins Winterquartier gebracht werden. Einige Sorten von Kübelpflanzen dürfen allerdings auch direkt im Garten überwintern. Dazu gehören beispielsweise Koniferen, Buchsbaum, Bambus und der Kirschlorbeer.

Während diese Pflanzen draußen überwintern können, erfordern andere Kübelpflanzen etwas aufwändigere Maßnahmen, um sie effektiv vor Frost und Schnee zu schützen.

Die folgenden Tipps auf Heimwerker.de zeigen, wie Hobbygärtner Kübel und Pflanzen winterfest machen und was bei der Unterbringung im Winterquartier zu beachten ist.

1. Kübelpflanzen in das Winterquartier bringen

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Auch ein windgeschützter Ort wie dieser kann Pflanzen bei der Überwinterung helfen.

Die meisten Kübelpflanzen überwintern idealerweise in einem hellen und kühlen, möglichst unbeheizten Raum, zum Beispiel der Wintergarten, das Treppenhaus oder der Keller. Dabei ist zu beachten, dass einige Pflanzen weiterhin mit Licht versorgt werden müssen. Zu ihnen gehören mediterrane oder immergrüne Pflanzen, wie Oleander, Lorbeer oder Zitrusarten.

Grundsätzlich ist es besser, die Kübelpflanzen möglichst spät in das Winterquartier zu bringen, damit die Triebe besser ausreifen können. Damit sie die kalte Jahreszeit gut überstehen, sollten im Winterquartier Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad herrschen.

Dagegen überwintern laubabwerfende Kübelpflanzen auch bei niedrigen Temperaturen über dem Gefrierpunkt in einem dunklen Winterquartier. Deshalb ist es wichtig, die Anforderungen der jeweiligen Pflanzen zu kennen, damit sie zur richtigen Zeit ihre Winterruhe beginnt.

Jedoch sollte die Winterruhe so kurz wie möglich gehalten werden, da auf Terrasse oder Balkon bessere Bedingungen herrschen.

Tipp: Wem der Platz fehlt, der hat auch die Möglichkeit, seine Stauden und Kübelpflanzen in einer Gärtnerei zu überwintern.

1.1. Auch winterharte Stauden benötigen Frostschutz

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Die Schneeschicht auf Ihren Stauden sollte nicht entfernt werden, sie dient als Isolationsschicht.

Die meisten Staudenarten zählen zu den winterharten Gewächsen und können ohne Probleme die kalte Jahreszeit im Freien verbringen. Dennoch sind die Wurzeln der Pflanzen sehr empfindlich und sollten vor anhaltender Kälte und Eis geschützt werden, um keine Frostschäden zu erleiden.

Besonders problematisch sind lange Kälteperioden ohne Schneefall. Die Schneedecke dient als natürliche Isolationsschicht, fehlt diese, kommt es zu Kältefrösten und übermäßiger Sonneneinstrahlung, die durchaus negativ sein kann, weil der Boden noch gefroren ist.

Kleinere Pflanzen lassen sich einfach in einem Kübel umtopfen und in das geschützt Winterquartier bringen. Hier eignet sich der Keller oder die Garage besonders gut, da die klimatischen Bedingungen ideal sind.

Größere Stauden im freien Beet erfordern jedoch einen gezielten Frostschutz, wie er auch bei schweren Kübelpflanzen zum Einsatz kommt. Auch bei Jungpflanzen oder nach einer erfolgten Neupflanzung wird gezielt vor Kälte geschützt.

Hinweis: Vereinzelte Nachfröste schaden den winterfesten Gewächsen nicht, so werden Stauden erst bei Dauerfrösten ohne Schneefall winterfest gemacht, denn selbst im November können noch zweistellige Temperaturen erreicht werden, die Schutzschicht wäre hier kontraproduktiv und könnte eine Pilzinfektion oder Schädlingsbefall begünstigen.

2. Welche Behandlung für welche Kübelpflanze?

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Der Efeu kann den Winter problemlos draußen verbringen.

Während manche Pflanzen, wie Lorbeer, Rosmarin, Oleander oder Feige über einen kurzen Zeitraum auch niedrige Temperaturen bis zu minus fünf Grad Celsius überstehen, sollten alle Zitrusarten bereits bei Temperaturen unter zehn Grad in das Winterquartier verlegt werden.

Letzteres gilt ebenfalls für Fuchsien, Geranien, Knollenbegonien und Schönmalven. Auch die Zierbanane, Gardenie, der Trompetenbaum oder der Roseneibisch gehören zu der Gruppe, die früh überwintern.

Anders sieht es beim Buchsbaum und Bambus aus, diese Pflanzen können gut auf dem Balkon und der Terrasse überwintern und dort den gesamten Winter verweilen.

Schließlich werden bei allen Kübelpflanzen vertrocknete Blätter und Unkraut aus dem Topf entfernt. Da das Wachstum durch die niedrige Raumtemperatur gehemmt ist, benötigen sie in dieser Zeit keinen Dünger.

2.1. Welche Kübelpflanzen sind winterhart?

Aus Heimwerker.de zeigen wir Ihnen eine kleine Auswahl an winterharten und nicht winterharten Kübelpflanzen:

Nicht winterharte Kübelpflanze Winterharte Kübelpflanze
  • Engelstrompete
  • Fuchsien
  • Geranien
  • Hibiskus
  • Palmen
  • Kräuter
  • Oleander
  • Schmucklilien
  • Bambus
  • Buchsbaum
  • Efeu
  • Ginkgo
  • Hortensie
  • Lavendel
  • Rosen
  • Rhododendron
  • Winterheide

2.2. Stauden im Winter zurückschneiden?

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Stauden werden vor dem Wintereinbruch nicht geschnitten.

Generell gilt: Stauden werden im Herbst nicht geschnitten. Die oberirdischen Pflanzenteile der meisten Staudenarten sterben im Winter ab, einzig die unterirdische Basis samt der Wurzeln überwintert im Boden und treibt im Frühjahr wieder aus. Daher sind Hobbygärtner daran interessiert, die Wurzeln durch den Erhalt des Herbstlaubes gezielt zu schützen.

Eine Ausnahme bilden besonders hochwachsende Stauden, die im Spätherbst in sich zusammenfallen und vor dem Winter bodennah abgeschnitten werden. Auch die Pfingstrose wird bereits nach der Herbstfärbung im Dezember in Bodennähe abgeschnitten, da Pilzerreger das Laub der Staudenart gerne zum Überwintern nutzen.

Schneiden Sie früh austreibende Staudenarten, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Einige Sorten können dann im Spätsommer ein zweites Mal blühen. So lassen sich mindestens drei Gründe nennen, warum Sie Ihre Stauden im Herbst nicht schneiden sollten:

  1. Das alte Laub dient der Pflanzenbasis und den empfindlichen Wurzeln als zusätzlicher Winterschutz.
  2. Insekten und kleinere Nützlinge finden in den Stängeln der Stauden einen Unterschlupf für den Winter.
  3. Verdorrte Samenstände werden durch ihre außergewöhnlichen Formen im winterlichen Garten zum Blickfang.

3. Topf und Pflanzen mit Jute schützen

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Um Ihre Stauden winterfest zu machen, kann auch ein Garten- oder Wintervlies helfen.

Vor allem große Kübel sind zu schwer, um sie nach drinnen zu verlegen, und verbringen den Winter im Garten oder auf der Terrasse. Damit Pflanzen und Kübel den Frost und die Witterung überstehen, müssen beide geschützt werden.

Dabei ist es wichtig, auf das Material der Töpfe zu achten. So können Terracotta-Kübel platzen, wenn sich das gefrorene Wasser in der Erde ausdehnt. Deshalb sollten nur solche Kübelpflanzen im Freien überwintern, deren Topf frostbeständig ist.

Um den Kübel vor der Kälte zu schützen, wird er mit Jute-Stoff, Luftpolsterfolie oder Weidenmatten eingewickelt. Zusätzlich erhalten die Pflanzen einen Überzug aus Jute-Stoff, der am unteren Ende zugebunden wird. Dabei sollte die Erde nicht vollständig bedeckt sein, sodass die Luft weiterhin zirkulieren kann.

Als Schutz vor Bodenfrost wird der Topf auf spezielle Untersetzer für Kübelpflanzen gestellt, sog. Pflanz-Roller. Alternativ erfüllt auch ein Holzbrett diesen Zweck. Auf diese Weise dringt die Kälte nicht in die Erde und lässt die Wurzeln erfrieren.

Schließlich bedecken Hobbygärtner die Erde mit Rindenmulch, gesammeltem Laub aus dem Garten oder verwenden Tannenreisig.

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4. Kübelpflanzen im Winter gießen

Waldstauden im Winter schützen

Hier fällt die winterliche Gartenpflege entsprechend leicht aus: Lassen Sie die Blätter einfach liegen und Ihren Stauden wird es im Winter an nichts mangeln. Zudem schützt die Laubschicht die frühblühenden Jungpflanzen im Frühjahr vor nächtlichen Frösten.

Auch während der Überwinterung müssen die Pflanzen regelmäßig gegossen werden. Allerdings benötigen sie wesentlich weniger Wasser als im Sommer.

Da sie weniger Wasser aufnehmen, muss es nach dem Gießen wieder abfließen können, sonst entsteht Staunässe und die Wurzeln faulen. Beim Gießen dürfen die Blätter nicht nass werden, da die Feuchtigkeit im Winterquartier schlecht trocknet. Grundsätzlich sollte man sie erst erneut gießen, wenn die Erde trocken ist.

Verbleiben die Kübelpflanzen draußen im Garten, werden sie an frostfreien Tagen gegossen, sonst gefriert das Wasser sofort in der Erde. Vor allem an sonnigen Tagen verdunstet beispielsweise bei immergrünen Pflanzen mehr Flüssigkeit über die Blätter, weshalb sie an diesen Tagen einen höheren Wasserbedarf haben.

Zu ihnen gehören zum Beispiel der Bambus, die Kirschlorbeere, der Buchsbaum, die Stechpalme oder der Rhododendron sowie Nadelgehölze.

Wie hoch der Wasserbedarf ist, hängt von der jeweiligen Pflanzenart und der Größe des Kübels ab. Weist eine Kübelpflanze im Winter welke Blätter auf, ist dies meistens ein Anzeichen für Wassermangel.

Hinweis: Andere Pflanzen, wie Fuchsien oder Strauchmargeriten werfen in der Ruhezeit fast alle Blätter aufgrund von Lichtmangel ab. Gegen Ende der Überwinterung erholen sie sich aber wieder und bilden neue Triebe und Blätter.

5. Ziergräser winterfest machen

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Ziergräser bieten kleinen Tieren im Winter Schutz vor Fressfeinden und der Kälte.

Auch Ziergräser zählen zu den Stauden. Wenn die Hauptblütezeit der Gräser im Winter allmählich vorbei ist, neigen viele Hobbygärtner dazu, die Ziergräser bereits im November oder Dezember bodennah abzuschneiden.

Generell gilt bei Ziergräsern jedoch der Grundsatz, dass sie erst im folgenden Frühjahr, idealerweise im April geschnitten werden, da die Blätter und Blütenstände die Pflanze zusätzlich vor Frost schützen.

Binden Sie lange Halme, wie etwa beim Pampasgras, oder ausladende Pflanzenteile mit breiten Bändern zusammen. So kann das Regenwasser außen an der Pflanze entlanglaufen und im Boden versickern.

Zudem werden Gräser im Winter nicht geschnitten, weil sie eine Nahrungsquelle für kleine Nagetiere darstellen und einen Schutzraum für Vögel und kleine Nutztiere bilden, die auf der Suche nach Futter und Wärme den winterlichen Garten besuchen kommen.

6. Nach der Überwinterung: Dünger und Licht

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Im Halbschatten können sich die Pflanzen wieder an hellere Lichtverhältnisse gewöhnen.

Sind die frostigen Tage vorbei, beginnen die Vorbereitungen, um die Pflanzen wieder nach draußen zu stellen.

Damit sie wieder üppig blühen, werden sie in frische Erde gepflanzt und gedüngt. Trotzdem bleiben sie im Winterquartier. Außerdem benötigen die Pflanzen wieder mehr Wasser als in den Wintermonaten.

Einige Exemplare werden nach der Winterruhe zurückgeschnitten, da sie aus Lichtmangel dünne, dürre Triebe gebildet haben, wie Fuchsien, Geranien oder Strauchmargeriten. Besonders diese Triebe werden häufig von Weißen Fliesen, Schild- oder Blattläusen befallen. Deshalb sollte man sie gründlich auf Schädlinge kontrollieren und entsprechend behandeln, bevor sie ihr Winterquartier verlassen.

Wer den erforderlichen Platz hat, verlegt die Pflanzen aus dem Keller in hellere Räume, wie den Wintergarten oder das Treppenhaus. Auf diese Weise wird das Wachstum langsam angeregt und der Stochwechsel beschleunigt.

Schließlich ist es im Frühjahr soweit, die Kübelpflanzen auf die Terrasse oder den Balkon zu stellen. Zu Orientierung dienen die Eisheiligen, nach denen jene Exemplare nach draußen gebracht werden, deren Winterruhe zuerst begonnen hat.

Tipp: Pflanzen, die niedrigere Temperaturen gut vertragen, können bereits früher ihren Platz draußen einnehmen. Da die jungen Triebe sehr empfindlich gegenüber Sonne und Wind sind, stehen die Kübelpflanzen die ersten Tage an einem sonnen- sowie windgeschützten Ort, zum Beispiel an der Hauswand im Halbschatten. Auf diese Weise gewöhnen sie sich an die Helligkeit und die Witterung.