Nutzpflanzen

Pilze züchten – So gelingt die Pilzzucht im eigenen Garten

  • Eine geeignete Grundlage für die eigene Pilzzucht bildet ein Strohballen. Für die Anzucht auf einem Strohballen eignen sich Fertigkulturen.
  • Die Vermehrung von Pilzen durch Sporen ist meist nicht zu empfehlen, da dieses Vorgang sehr lange dauern kann.
  • Eine Pilzzucht ist grundsätzlich ganzjährig möglich. Einige Pilze wie beispielsweise der Wiesenchampignon können sogar eine Schneedecke durchbrechen.

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Nährwerte von Pilzen

Pilze sind besonders gesund für uns Menschen, da sie besonders kalorien- und fettarm sind und kaum Salz enthalten. Dafür enthalten Sie besonders viel Eiweiß, Minerale und Vitamine wie Vitamin B2. Somit sind sie eine gute Alternative für Menschen, die Ihren Flischkonsum reduzieren wollen.

Im Garten Pilze selber züchten, ist für Hobbyköche eine gute und sichere Alternative zu den Exemplaren im Wald. Denn wenn man sich nicht hundertprozentig auskennt, kann es passieren, dass man zu ungenießbaren oder sogar giftigen Pilzen greift.

Daher empfehlen wir allen Feinschmeckern, die in den Herbstmonaten leckere Gerichte mit Austernpilzen, Pfifferlingen oder Champignons bevorzugen, eine Pilzzucht im heimischen Garten.

Pilze lassen sich ohne großen Aufwand auf Strohballen, verschiedenen Laubholzstämmen und im Gartenboden züchten. Selbst in hellen Kellerräumen sowie auf Balkon und Terrasse gelingt die erfolgreiche Anzucht. Beliebte Speisepilze wie Braunkappen und Austernpilze finden ideale Wachstumsbedingungen im Stroh. Das verwendete Material muss jedoch frisch sein und darf nicht mit Spritzmitteln behandelt oder bereits von Pilzen befallen sein.

Für die Anzucht von Champignons haben sich Fertigkulturen bewährt. Es gibt sie in Kisten mit Fertigsubstrat, das bereits mit der entsprechenden Pilzbrut durchwachsen ist. Grundsätzlich ist eine Pilzkultur ganzjährig möglich: Entweder bis Mitte September, dann kann von Mai bis Juni geerntet werden, oder von Mai bis Juni, hier erreichen die Pilze ihre Erntereife von August bis Oktober.

1. Pilze auf Strohballen züchten

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Pilze brauchen zum Wachsen einen besonders feuchten Untergrund.

Für die Anlage einer Strohballen-Kultur sollte das Material gut durchfeuchtet werden. Ein optimales Ergebnis erreicht man, wenn der Ballen mindestens 48 Stunden komplett in Wasser untergetaucht wird. Danach findet der Strohballen sehr gute Standortbedingungen im Schatten oder Halbschatten, z. B. direkt auf der Erde unter Bäumen und Sträuchern.

Die kleine Pilzfarm darf auch weiterhin nicht austrocknen. Daher heißt es, regelmäßig kontrollieren und ggf. gießen. Empfohlen werden ca. 2 – 3 Liter Wasser pro Ballen. Doch Vorsicht: Zu viel Feuchtigkeit kann den Schützlingen ebenfalls schaden.

Das zur Beimpfung notwendige Pilzsubstrat ist als Mycelbrocken oder in Form von Holzstäbchen erhältlich, der so genannten Stöckchenbrut. Diese werden ca. 15 Zentimeter tief in den gut durchfeuchteten Strohballen gedrückt. Anschließend müssen die Öffnungen gut verschlossen werden. Wichtig ist vor allem ein guter Kontakt zwischen Mycel und Stroh. Das Mycel selbst wächst ab plus 5 bis 30 Grad Celsius. Je nach Temperatur ist der Strohballen nach 2 bis 4 Monaten durchwachsen.

Hinweis: Nach der Ernte fällt der Strohballen stark in sich zusammen und kann zum Mulchen verwendet werden. Da die Pilze der Erde Nährstoffe entzogen haben, sollte bei einer neuen Kultur ein Abstand von mindestens 50 Zentimeter zur Vorjahreszucht eingehalten werden.

2. Beliebte Speisepilze und ihre Eigenschaften

Auf Heimwerker.de möchten wir Ihnen die beliebtesten Speisepilze noch einmal genauer vorstellen. Bevor Sie Pilze in der freien Natur sammeln, sollten Sie sich sicher sein, dass Sie diese auch erkennen können. Einige Speisepilz haben gifte Verwandte, die ihnen verblüffend ähnlich sehen.

Speisepilz Eigenschaften
Pfifferling
  • leuchtend gelb, halbkugelig und kurzstielig
  • Vorkommen in Nadelwäldern
  • Sammelzeit von Juni bis Oktober
  • würziger Geschmack
Steinpilz
  • blassbraun, dicker Stiel, rundliche Wachsform
  • Vorkommen in Nadel- und Laubwäldern
  • Sammelzeit von Juni bis Oktober
  • nussiger Geschmack
Wiesenchampignon
  • heller, dünnfleischiger Hut
  • Vorkommen nahe lebender oder toten Bäumen
  • Sammelzeit September bis April
  • wohlschmeckend
Riesenschirmling
  • schuppiger Hut, hohe Wuchsform mit schlankem Stiel
  • Vorkommen nahe Laubwäldern und in Parks
  • Sammelzeit Juni bis November
  • roh giftig

3. Champignons züchten

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Champignons brauchen zum Wachsen kein Licht. Tatsächlich wachsen sie besser im Dunkeln.

Champignons werden auf einem bestimmten Substrat gezüchtet. Die Grundstoffe hierfür sind in Europa eigentlich immer Pferdemist, Hühnermist, Stroh und Gips aus der Kunstdüngerproduktion. Neben- bzw. Restprodukte, die in den Niederlanden – bis auf das Stroh – reichlich vorhanden sind.

Zuerst werden die Grundstoffe im richtigen Verhältnis gemischt und befeuchtet. Diese Mischung kommt in einen belüfteten Raum, um einen Kompost daraus zu produzieren. Dabei wird viel Wärme freigesetzt. Die Temperatur kann nach sechs Tagen bis zu 80 °C betragen. Dann wird die Mischung zur weiteren Kompostierung in einen Tunnel mit idealem Klima gebracht.

Die Temperatur wird zwischen 45 °C und 50 °C gehalten und Sauerstoff wird zugeführt; das sind die optimalen Bedingungen, um Champignons züchten zu können.

Nach fünf bis sechs Tagen ist das Substrat fertig und wird auf etwa 25 °C abgekühlt und mit dem Pilz beimpft, aus dem später die Champignons wachsen werden: dem Champignon-Myzelium. Nach sechs Wochen Wachstum können dann vier Wochen lang Champignons geerntet werden.

Pilze wachsen in Schüben, je nach Witterung können jedoch schon einmal Pausen von mehreren Wochen entstehen.

4. Pilze selber mit Sporen züchten und vermehren

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Pilze vermehren sich über Sporen. Zur Züchtung ist diese Methode allerdings sehr langwierig.

Champignon-Züchter nutzen den Weg über die Vermehrung durch Sporen nur selten. Es dauert lange, bis aus Sporen ein erwachsener Pilz entstanden ist, der Fruchtkörper reifen lassen kann. Nur bei der Suche nach neuen, ertragreichen Sorten wird dieser Weg begangen.

Sonst ist Vermehrung durch Myzelstückchen, also Teile der Champignonwurzeln, der schnellere und bessere Weg. Die Stückchen wachsen, auf ein steriles Nährmedium gesetzt, schnell weiter und bilden rasch so viel Masse, wie zur Beimpfung größerer Substratmengen nötig ist.

Eingeweichte, stärkehaltige Getreidekörner sind ihre erste “feste Nahrung”. Sobald sie die Körner mit ihren Wurzeln durchzogen und umhüllt haben, werden sie als Pilzbrut bezeichnet. Mit ihr wird das in dicker Lage ausgebrachte Substrat beimpft.

Geschützt unter einer Deckschicht, bei gleichmäßige Temperatur und Feuchtigkeit erobert das Myzel bald das nährstoffreiche Substrat. Rund drei Wochen nach der Impfung schieben sich bereits die ersten weißen oder brauen Köpfe empor und können geerntet werden.

Nur in einem Punkt weicht das Anbauen von Champignons ab: Sie kultivieren nicht mehr im hellen Licht. Champignons brauchen keine Helligkeit, sie wachsen besser im Dunkeln.