Nutzpflanzen

Salbei anpflanzen, pflegen und ernten: Tipps und Tricks

  • Salbei-Pflanzen kommen in drei größeren Artengruppen daher: Halbstrauch, Staude und einjährige Pflanze. Halbsträucher und Stauden blühen meist im Sommer, während die einjährigen Pflanzen im Herbst zur Geltung kommen.
  • Da es sich beim Salbei um eine mediterrane Pflanze handelt, benötigen Salbei-Pflanzen einen sonnigen Standort mit trockener Erde und einem möglichst hohem Kalkanteil.
  • Topfpflanzen können Sie in den Wintermonaten mit ins Haus nehmen, doch auch hier sollte ein möglichst heller Standort gewährleistet werden.

salbei-pflanzen-anleitung

1. Würziges Heilkraut pflanzen und pflegen

Salbei ist eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen der Welt und bildet eine eigene Pflanzengattung in der Familie der Lippenblütengewächse. Die Gattung umfasst bis zu 900 unterschiedliche Arten, die sich in ihrer Würze und Heilwirkung unterscheiden.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter der aromatisch duftenden Pflanze sind leicht behaart und samtig weich. Zur Weiterverarbeitung eignen sich sowohl die Blätter als auch die Stängel und Blüten, die sich in unterschiedlichen Farben und Formen präsentieren.

Die Heilpflanze kann bei vielen leichten Beschwerden präventiv und zur akuten Behandlung eingenommen werden, während einer Schwangerschaft wird jedoch von einem Verzehr abgeraten.

Auf Heimwerker.de finden Sie im Folgenden Sie eine Anleitung zum richtigen Anbau und zur gezielten Pflege des Salbeis im Garten.

2. Sortenvielfalt beim Salbei

Gartenfreunde differenzieren generell zwischen zwei unterschiedlichen Salbeiarten, die sich in ihrem Anteil an ätherischen Ölen unterscheiden. So dienen weniger aromatische Salbeisorten nicht als ausgeschriebene Gewürz- und Heilpflanze, sondern vorwiegend als farbenfroher Zierstrauch im Hausgarten. Besonders auffällige Blüten entwickelt beispielsweise der blaue Wiesensalbei (Salvia pratensis) oder der rotblühende Feuersalbei (Salvia splendens).

Botaniker differenzieren jedoch nicht nur hinsichtlich der möglichen Würzkraft, sondern vor allem bezogen auf Wuchseigenschaften und weitere Merkmale der Pflanzen. Hier kennt man drei grundlegende Salbeiarten.

2.1. Salbei als Halbstrauch

Nahaufnahme violetter Lavendel

Lavendelsorten blühen zu unterschiedlichen Jahreszeiten in unterschiedlichen Farben und Formen.

Als erste Gruppe sind halbstrauchig wachsende Exemplare zu nennen. Diese Arten prägen das Bild mediterraner Landschaften gemeinsam mit Lavendel, Rosmarin und Co. Bekannter Vertreter der Halbsträucher ist der Gartensalbei (Salvia officinalis), der in etwa 20 verschiedenen Sorten erhältlich ist, die sich hauptsächlich durch ihre individuelle Laubfärbung unterscheiden.

Besonders beliebte Vertreter sind buntlaubige Sorten wie Tricolor oder Icterina, sowie die die weißen Salbei-Pflanzen. Bekannt ist ebenso der Lavendelblättrige Salbei (Salvia lavandulifolia) mit seinen aufrechtwachsenden lavendelblauen Blütenständen. Er wird besonders gerne im Garten angebaut.

2.2. Salbei als Staude

Für Ungeduldige

Ein Geheimtipp ist die Sorte Mainacht, die schon im Mai blüht und somit bereits vor allen anderen Salbeiarten zu bewundern ist.

Die staudig wachsenden Sorten findet man vermehrt auf Wiesen und in der Steppe, daher bevorzugen diese Salbeipflanzen kalkhaltigen, lockeren Boden. Zudem blüht Staudensalbei zweimal und ist somit eine besondere Zierde im Sommergarten. Bekanntester Vertreter des Staudensalbeis ist der Sommersalbei (Salvia nemorosa), der sich in vielen unterschiedlichen Formen zeigt.

Die Sorte Marcus ist eher kleinwüchsig, während die Sorte Cardonna mit ihren dunkelvioletten Stängeln bis zu 70 Zentimeter hoch werden kann.

2.3. Salbei als einjährige Pflanze

Biene auf Salbeiblüte

Salbeiblüten im sommerlichen Garten helfen auch Bienen und anderen Insekten.

Im Gegensatz zu den Stauden und Halbsträuchern stehen die einjährigen Salbeiarten, die häufig nur im Herbst Blüten tragen. Daher spricht man auch von sogenannten Kurztagspflanzen, weil sie erst Knospen ausbilden, sobald die Tage kürzer werden. In einem warmen Gewächshaus zeigen sich die meist roten oder blauen Blüten bis in den Winter hinein.

Besonders beliebt sind der rote Feuersalbei und der blaublühende Mehlsalbei (Salvia farinacea). Als Küchengewürz eignen sich besonders gut der rotblühende Honigmelonen-Salbei oder der exotische Ananas-Salbei (Salvia elegans).

3. Standortansprüche und Pflanzung

Salbei ist eine mediterrane Pflanze und stellt entsprechende Ansprüche an ihren Standort. Dieser sollte vollsonnig sein und über warme und trockene Erde mit einem hohen Kalkanteil verfügen. Hier können Salbeisamen ab April ausgesät werden.

Da es sich bei Salbei, wie bei vielen südländischen Kräutergewächsen, um einen Lichtkeimer handelt, werden die Samen auf die feuchte Erde gelegt, angedrückt und mit sehr wenig Erde bedeckt. Alternativ kann eine bedeckende Erdschicht auch komplett entfallen.

Halten Sie in der anfänglichen Wachstumsphase das Substrat immer ausreichend feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe. Nach 7-21 Tagen keimt der Salbei und kann schließlich ab Mitte Mai mit einem Pflanzabstand von mindestens 30 Zentimetern vereinzelt werden. Möchten Sie Salbei auf dem Balkon pflanzen, um Ihren Kräutergarten zu berreichern, sollten Sie also vorher Ihren verfügbaren Platz überprüfen.

Tipp: Leichter und schneller gelingt eine Pflanzung von vorgezogenen Jungpflanzen oder Stecklingen, die sofort in die Erde im Freiland gesetzt werden können.

4. Salbei pflegen und überwintern

Salbei Pflanze im Winter

Salbei-Pflanzen sind winterhart, benötigen jedoch einen zusätzlichen Winterschutz. Die Blätter bleiben im Winter bestehen.

Salbei draußen zu pflanzen ist durchaus möglich, doch schon bei der Pflanzung gilt es auf ein optimales Substrat zu setzen, hier kann der Salbei schließlich ohne viel Aufwand gut gedeihen. Organischer Dünger bekommt dem Salbei deutlich besser als ein synthetisches Produkt.

Setzen Sie hier vermehrt auf gut verrotteten Kompost und nicht auf frischen Mist, da Salbei schnell zur Überdüngung neigt und dann nur schwache, blasse Stiele ausbildet und die Blüte einstellt.

Nach einigen Jahren beginnt Salbei allmählich zu verholzen. Um diese Entwicklung hinauszuzögern, muss die Pflanze regelmäßig geerntet werden. Schneiden Sie zusätzlich im Herbst alle Triebe um die Hälfte zurück, wobei stets grüne Triebstücke das Ende bilden sollten – schneiden Sie also nicht zu tief in verholzte Pflanzenteile.

Auch winterharte Sorten sollten vor starken Frösten durch Reisig oder spezielle Vliesstoffe geschützt werden. Topfpflanzen können den Winter im Innenraum verbringen, achten Sie hier jedoch auf ausreichend viel Licht: Setzen Sie die Topfpflanzen an milden Tagen gerne in die pralle Sonne im Außenbereich.

Hinweis: Im zweiten Standjahr kann ab März mit einer monatlichen, geringen Gabe von Volldünger ein gesundes Pflanzenwachstum unterstützt werden.

5. Salbei ernten und trocknen

Salbeistrauß in Korb

Salbei trocknen Sie am besten kopfüber in einem Strauß.

Wie bei allen Gewürzkräutern ist auch beim Salbei der Anteil an ätherischen Ölen vor der Blüte am höchsten, daher gilt bei allen blühenden Salbeiarten der Grundsatz, dass die Blätter mit Beginn der Blüte zu ernten sind.

Nach der Blüte fällt die Pflanze in eine Ruhephase, in der sie ihr Wachstum einstellt. Um dies zu verhindern, können die Blüten vorzeitig entfernt werden. Jetzt bildet der Salbei jedoch auch keine Samen, aus denen neue Pflanzen gezogen werden können. Dafür wächst der Strauch länger und kann somit über mehrerer Wochen geerntet werden.

Generell sollten nicht einzelne Blätter, sondern der gesamte Zweig mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. So beugen Sie einem Verholzen vor und die Pflanze treibt schneller erneut aus. Nun können die gewaschenen Blätter frisch verwertet oder getrocknet werden.

Zum Trocknen werden mehrere Stängel zu einem Salbeistrauß zusammengebunden und kopfüber an einem trockenen Ort aufgehangen. Nach gut zwei Wochen sind die Kräuter vollständig durchgetrocknet und können als Gewürz in der Küche Verwendung finden.

Ernte-Tipp: Wenn Sie in den Morgenstunden ihren Salbeistrauch sanft mit einer Gießkanne duschen, können die sauberen Blätter bis zur Mittagszeit trocknen. Vormittags, vor der einsetzenden Mittagshitze, werden die Blätter dann trocken samt Stiel geerntet.