Zierpflanzen

Stauden als Kübelpflanzen: Schöne Topfpflanzen für den Balkon

  • Nicht jede Pflanze eignet sich für eine Pflanzung in Topf oder Kübel, da sie im Topf zu stark eingeengt werden. Die Funkie fühlt sich in einem Kübel jedoch sehr wohl.
  • Ein regelmäßiger Wechsel des Substrates ist für Topfpflanzen wichtig. Jüngere Pflanzen sollten etwa alle 2 Jahre, ältere Pflanzen alle 3-4 Jahre umgetopft werden.
  • Achten Sie im Winter darauf Ihre Topfpflanzen angemessen zu schützen. Ein Wintervlies kann besonders vor Frost und Wind schützen.

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Topfgärten und Kübelpflanzen haben eine besondere Ausstrahlung und eine lange Tradition. Vor vielen tausend Jahren setzten die Ägypter Topfpflanzen bereits zu dekorativen und kultischen Zwecken ein. In der Antike begrünten wohlhabende Menschen schließlich ihre Innenhöfe und Dachterrassen mit Pflanzen in Töpfen und Kübeln.

Dekorative Gefäße mit attraktiven Bepflanzungen erhöhen die Lebensqualität auf kleinstem Raum. Mit ihnen lassen sich der Eingangsbereich, Garten oder die Terrasse individuell und flexibel gestalten. Drohen starke Fröste, können die Kübel problemlos im Innenraum überwintern.

Stauden eignen sich besonders gut, um dauerhafte Farb- und Formkombinationen im Topf zu kreieren. Im Folgenden finden Sie auf Heimwerker.de daher ansprechende Pflanzideen und erfahren Wissenswertes zur optimalen Pflege und Überwinterung von Stauden als Topf- und Kübelpflanzen.

1. Topfpflanzen zur Gartengestaltung und Balkonbegrünung

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Robuste Stauden wie Lavendel eignen sich besonders gut für den Balkon.

Viele Hobbygärtner träumen vom immergrünen und dauerhaft blühenden Garten oder Balkon. Mit vielen Staudenarten können Sie sogar im Winter farbige Akzente in schattigen Bereichen setzen oder bereits im zeitigen Frühjahr formschöne Blüten im Staudenbeet bestaunen.

Doch nicht nur aufgrund ihrer farbenprächtigen und langen Blüte werden Stauden zunehmend beliebter: Auch ihr auffälliges und häufig ansprechend gemustertes Blattwerk verleiht dem Garten Struktur, sodass viele Gartenfreunde bewusst robuste Blattschmuckstauden anpflanzen.

Hochwachsende Gräser bilden schließlich schöne Kontraste zu kleinwüchsigen Pflanzen oder Bodendeckern.

Hinweis: Doch nicht alle Stauden gedeihen gut in Kübeln, da sie tiefe Ausläufer bilden und im Topf zu stark eingeengt werden. Daher ist es wichtig, sich vorab über geeignete Staudenarten zu informieren. Im Folgenden finden Sie inspirierende Gestaltungsideen, die das Pflanzenwachstum der Stauden fördern oder ihre außergewöhnliche Schönheit besonders hervorheben.

2. Hosta und Gräser – Schönheiten für den Topfgarten

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Die Funkien (Hosta) gedeihen sehr gut in ausreichend großen Kübeln.

Die Funkie (Hosta), die Staude des Jahres 2009, ist für die Topfkultur prädestiniert. Gerade Terrassen oder Balkone in schattigen Lagen können mit Hilfe der attraktiven Blattstaude mobil begrünt werden.

Imposante blaubereifte Blatthorste von ca. 60-70 cm Höhe bildet die Blaublattfunkie (Hosta sieboldiana “Elegans”).

Die Sorte “June” bleibt mit 30 cm hohen, cremegelben Blättern mit grünem Rand deutlich kleiner und eignet sich wie die 40 cm hochwachsende Weißrandfunkie (Hosta undulata “Albomarginata”) auch für kleinere Gefäße.

Neben Funkien lassen sich viele Gräser sehr gut in Töpfe pflanzen. Immergrüne Gräser wie Segge (Carex) oder Waldmarbel (Luzula) sehen auch im Winter attraktiv aus und bringen Struktur in den kahlen Garten.

Imposante Größen von 100-300 cm erreicht das Chinaschilf (Miscanthus sinensis). Die zahlreichen Sorten beeindrucken mit panaschiertem, teilweise feinem Blattwerk und unterschiedlichen Höhen, sodass die Pflanzen gleichzeitig als natürlicher Sichtschutz verwendet werden können und einzelne Gartenbereiche definieren. Für ein leuchtend rotes Blattfeuerwerk sorgt die Rutenhirse (Panicum virgatum “Shenandoah”) vor allem im Herbst.

Hosta oder Gräser als Einzelpflanzen in schönen Gefäßen unterstreichen formale Gartensituationen, begrüßen am Eingang oder können die Wegeführung natürlich betonen.

3. Düfte und langanhaltende Farbwirkung für den Topfgarten

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Kräuter eignen sich für einen sonnigen Südbalkon.

Wer möchte nicht gerne beim Betreten der Terrasse oder des Hauseingangs mit einer angenehmen Duftwolke begrüßt werden. In Töpfen sorgen Federnelken (Dianthus plumarius-Hybriden in Sorten), Waldphlox (Phlox divaricata in Sorten) und viele Kräuter wie Thymian (Thymus), Salbei (Salvia) oder Lavendel (Lavandula) für ein intensives Dufterlebnis in unmittelbarer Hausnähe.

Langanhaltende Blütenpracht bringen Stauden wie Mädchenauge (Coreopsis), das sich vor allem in gelben und roten Farbtönen zeigt. Blau und weiß blühen Salbei (Salvia nemorosa in Sorten) oder die Polsterglockenblume (Campanula poscharskyana in Sorten).

Einen besonders langen Blütenschmuck trägt die violett blühende Duftnessel (Agastache Hybride “Blue Fortune”) oder die Katzenminze (Nepeta faassenii), die ihre blauen oder weißen Blüten mehrmals im Jahr zeigt. Steinquendel (Calamintha) und Dost (Origanum laevigatum-Hybride “Herrenhausen”) sind Dauerblüher mit rosaroter und violetter Blüte, die zudem fantastische Bienenweiden sind.

Um ganzjährig attraktive Topfgärten zu erhalten, ist es wichtig, Gerüstpflanzen oder immergrüne Stauden wie Elfenblume (Epimedium), Schlangenbart (Ophiopogon), Bergenie (Bergenia) oder immergrüne Gräser wie Segge (Carex) oder Waldmarbel (Luzula) einzusetzen.

Tipp: Die Attraktivität einer Topfpflanzung kann mit Hilfe von frühblühenden Blumenzwiebeln wie Krokus (Crocus), Traubenhyazinthe (Muscari), Blausternchen (Scilla) oder Tulpen (Tulipa) noch gesteigert werden.

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4. Pflege des Topfgartens

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Topfpflanzen geben Struktur. Mit ihnen lassen sich gezielte Akzente im Garten und auf der Terrasse setzen.

Damit man lange Freude an einer dauerhaften Pflanzung im Topf hat, gilt es einige Punkte zu beachten. Das Gefäß sollte groß genug gewählt werden, damit die Pflanze es nicht irgendwann sprengt oder aufgrund einer nicht möglichen Wurzelentfaltung verkümmert.

Alle anderen Pflegetipps finden Sie in der nachfolgenden Übersicht auf Heimwerker.de:

Pflege Pflege-Anleitung
Düngung
  • regelmäßiges Düngen Voraussetzung für gesundes Wachstum
  • Langzeitdünger oder Flüssigdünger
  • zwischen März und Juli höheren Nährstoffbedarf
  • danach Düngen über den Winter einstellen
Substrat
  • sollte strukturstabil sein, gut drainieren und dabei eine ausreichende Wasser- und Nährstoffkapazität haben
  • regelmäßiges Umtopfen wichtig
  • jüngere Kübelpflanzen alle zwei Jahre, ältere alle 3-4 Jahre
Bewässerung
  • in der Regel per Hand
  • unterstützend lässt sich elektronische Bewässerung einrichten, die zeit- oder feuchtegesteuert ist
  • als weitere Möglichkeit gibt es Töpfe mit Wasserspeicher
Gefäß
  • es eignen sich Ton, Terracotta, Stein-, Metall oder Plastiktöpfe
  • Ton- und Terracottatöpfe sollten winterhart sein
  • alternativ können Gefäße bei starken Frösten in der Garage oder dem Keller überwintern

5. Kübelpflanzen im Winter schützen

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Ein Wintervlies schützt Kübelpflanzen vor Frost und Wind.

Pflanzen im Topf sind im Winter gefährdeter als ihre ausgepflanzten Artgenossen. Viele Pflanzen, vorwiegend immergrüne, erfrieren jedoch nicht, sondern vertrocknen eher, weil der Topf durchgefroren ist und somit kein Wasser zur Verfügung steht.

Es ist daher empfehlenswert, die Gefäße in frostfreien Perioden gelegentlich zu bewässern und mit Jute, Noppenfolie, Stroh oder anderen isolierenden Materialien wie Styropor einzubinden und vor Frost zu schützen.

Ein weiteres Problem ist die anhaltende Feuchtigkeit. Wenn die Pflanzen im Winter zu nass stehen, weil das Wasser nicht richtig abfließen kann, können sie Schaden nehmen.

Tipp: Eine mindestens 5-10 cm hohe Drainageschicht aus Blähton, Steinen oder kleinen Tonscherben sowie ein gutes, strukturstabiles Substrat und kleine Topffüßchen können Staunässe effektiv verhindern.

6. Gestaltungsideen mit Stauden und weiteren Pflanzen

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Pflanzen Sie die Stauden einfach an den Rand des Topfes und setzen Sie so auf bewusste Kontraste.

Topfgarten mal anders: Ein Topfgarten lässt sich auch mal anders und origineller gestalten. Dazu können nicht alltägliche Gefäße wie zum Beispiel bunt bemalte Dosen, alte Autoreifen oder Metallwannen und weitere originelle Behältnisse mit Stauden bepflanzt und so zum nicht alltäglichen Hingucker werden.

Besonders beliebt ist auch die Kombination mit Pflanzen, die sich in Farbe und Struktur von den Blattschmuckstauden oder Gräsern abheben. Experten empfehlen hier eine Pflanzkombination mit robusten Sukkulenten.

Ihre fleischigen Blätter bilden einen schönen Kontrast zu den filigranen Blüten der gepflanzten Stauden.

Tipp: Pflanzen Sie feines Moskitogras als hochwachsende Pflanze in den Hintergrund für einen natürlichen Rahmen und ein harmonisches Gesamtkonzept Ihrers individuellen Staudenarrangements im Blumentopf.

Bildnachweise: adobe.stock/serawood, adobe.stock/Anna-Mari West, adobe.stock/Ruckszio, adobe.stock/Tanouchka, adobe.stock/Halfpoint, amazon.com/amazy (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)