Gartenmöbel

Adirondack Chair-Bauanleitung – Bear Chair selber bauen

chair-0Der aus den USA stammende Adirondack Chair ist ein gemütlicher Stuhl für den Garten und erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Denn dieser Gartensessel, der auch Bear Chair genannt wird, ist nicht nur wetterfest, sondern lässt sich aus einfachen Materialien leicht selber bauen.

Das Modell, das wir Ihnen in dieser Bauanleitung vorstellen, setzen Heimwerker einfach mit wenigen Elektrowerkzeugen, gegebenenfalls sogar nur mit Stichsäge und Akkuschrauber selber um. Der Adirondack Chair besteht vollkommen aus Douglasie-Brettern sowie Schrauben aus Edelstahl. Alles, was Sie sonst noch benötigen, sind ein wenig Geschicklichkeit, Geduld und Zeit.

Benötigtes Werkzeug

  • Tauchsäge
  • Stichsäge
  • Kantenfräse
  • Akkuschrauber
  • Exzenterschleifer
  • Bohrer, 3,5 mm
  • Handschleifklotz
  • Bleistift
  • Schnur
  • Zwingen

Materialliste für einen Adirondack-Gartensessel

Alle Teile bestehen Douglasie-Bretter, die eine Dicke von 20 mm haben. Die Beschreibung nennt Anzahl, Bezeichnung des jeweiligen Teils sowie die Angaben Länge x Breite. Die Maße sind in Millimeter angegeben.

Bezeichnungx Stückzahl Material Maße in mm
Wangen 2 Douglasie 940 x 150
Beine vorne 2 Douglasie 510 x 150
Beine hinten 2 Douglasie 650 x 90
Querzange hinten 1 Douglasie 470 x 90
Querzange vorne 1 Douglasie 510 x 90
Querstück Lehne unten 1 Douglasie 510 x 90
Querstück Lehne oben 1 Douglasie 560 x 115
Leisten für die Lehne 7 Douglasie 840 x 72/ 35
Sitzleisten 12 Douglasie 510 x 38
Armlehnen 2 Douglasie 800 x 185
Stützen 2 Douglasie 150 x 90
Schrauben 70 Edelstahl 35 x 3,5

Grundrisse, Schnittmuster und Schablonen

Hier finden Sie die PDF mit Anleitung und Schablonen zum Adirondack Chair: Anleitung als PDF

Vorsicht: Die Zeichnungen wurden von DIN A1 auf DIN A4 verkleinert! Wenn Sie also keinen Mini-Stuhl erhalten wollen, müssen Sie die Zeichnung vorab wieder auf ein DIN A1 vergrößern lassen.

Adirondack und Bear Chair-Bauanleitung

Im ersten Schritt  müssen die einzelnen Bretter auf das angegebene Maß zurechtgeschnitten werden. Für die gebogenen Teile können Sie die vorigen Grundrisse & Zeichnungen sowie Schnittmuster und Schablonen verwenden. Achten Sie immer darauf, dass Sie mit der Holzfaser schneiden und keinesfalls dagegen. Ansonsten drohen starke Ausrisse am Holz.

Nutzen Sie einfach das erste geschnittene Brett als weitere Vorlage für die anderen Teile des Adirondack Chairs. Auf diese Weise gehen Sie sicher, dass Sie identische Teile erhalten. Nach dem Sägen sollten die Kanten abgeschliffen werden. Hierzu spannen Sie identische Teile zusammen, um weiterhin für die Gleichheit der Stuhlelemente auch nach dem Schleifen zu sorgen (Bild Nr. 1-3).

Danach runden Sie die Kanten ab, um die Einzelteile anschließend zu verschrauben (Bild Nr. 4).

Nr. 1: Die Schrägen werden mithilfe einer Führungsschiene geschnitten
Nr. 1: Die Schrägen werden mithilfe einer Führungsschiene geschnitten
Nr. 2: Mit einer Stichsäge schneiden Sie die runden Konturen
Nr. 2: Mit einer Stichsäge schneiden Sie die runden Konturen
Nr. 3: Identische Holzteile werden zusammengespannt geschliffen
Nr. 3: Identische Holzteile werden zusammen geschliffen
Nr. 4: Mit einer Kantenfräse runden Sie alle Kanten ab
Nr. 4: Mit einer Kantenfräse runden Sie alle Kanten ab

Nun legen Sie eine Wange auf den Tisch und positionieren das vordere Bein darunter. Dabei müssen Sie darauf achten, dass Sie ein rechtes und ein linkes Seitenteil zusammenbauen (Bild Nr. 5). Im nächsten Schritt positionieren Sie das hintere Bein rechtwinklig zur Schräge auf der Wange und verschrauben die Bretter miteinander.

Sind die beiden Seiten des Adirdondack Chairs verschraubt, verbinden Sie diese mit dem unteren Querstück. Stecken Sie dazu die beiden Querzargen zwischen die Seiten und verschrauben alle Teile miteinander (Bild Nr. 6). Das obere Querstück legen Sie auf die hinteren Beine auf und schrauben es fest (Bild Nr. 7).

Anschließend wird die Leiste für die Rückenlehne an das obere sowie untere Querstück angelegt und die Schräge aufgezeichnet, in der Sie die Ecken oben an den Beinen abschneiden müssen. Dann schneiden Sie die Bereiche am vorher aufgezeichneten Strich entlang ab (Bild Nr. 8).

Nr. 6: Danach befestigen Sie diese am Stuhlbein
Nr. 6: Danach befestigen Sie diese am Stuhlbein
Nr. 5: Die beiden Außenteile der Sitzfläche werden verschraubt
Nr. 5: Die Außenteile der Sitzfläche werden verschraubt
Nr. 7: Das obere Querstück wird auf den hinteren Beinen befestigt
Nr. 7: Das obere Querstück wird auf den hinteren Beinen befestigt
Nr. 8: Mit einer Handsäge schneiden Sie die oberen Ecken der Stuhlbeine ab
Nr. 8: Mit einer Handsäge schneiden Sie die oberen Ecken der Stuhlbeine ab

Das obere und untere Querstück versehen Sie mit einem Mittelstrich und markieren ebenfalls die Mitte auf der mittleren Leiste für die Rückenlehne auf der Höhe der Querstücke. Im nächsten Schritt wird die mittlere Leiste angelegt und mit einer Zwinge fixiert. Jetzt bohren das untere Loch vor. Ist die Leiste unten befestigt, bohren Sie das obere Loch und drehen dann die Schraube ein. Der Abstand der Leisten beträgt oben 15 mm und unten 10 mm. Der Reihe nach schrauben Sie die Leisten fest (Bild Nr. 9).

Im nächsten Schritt sind die Sitzleisten an der Reihe. Beginnen Sie mit der ersten Leiste bündig mit der Unterkante der Wangen. Richten Sie die Leiste aus und zeichnen die Bohrlöcher ein, z. B. mit einem Streichmaß (Bild Nr. 10). Danach schrauben Sie diese fest. Mit einem jeweiligen Abstand von 8 mm befestigen Sie auch alle anderen Leisten (Bild Nr. 11). Verwenden Sie als Abstandshalter einfach eine Leiste, die nicht durch die Sitzfläche fallen kann.

Nr. 9: Die Rückenleisten verschrauben Sie mit den Querleisten
Nr. 9: Rückenleisten mit den Querleisten verschrauben.
Nr. 10: Ein Streichmaß hilft beim Bohren der Löcher
Nr. 10: Ein Streichmaß hilft beim Bohren der Löcher

Danach zeichnen Sie die Position der kleinen Stützen für die Armlehnen an und befestigen diese an den Vorderbeinen.

Als Nächstes erhalten die ungleichen Rückenleisten an der Oberseite eine Rundung. Hierzu binden Sie einen Bleistift an eine Schnur und befestigen wiederum die Schnur mittels eines Nagels an der Unterseite der Lehne auf der Sitzfläche (Bild Nr. 12). Der Abstand zwischen Nagel und Stift ist der Radius.

Nr. 11: Die Sitzfläche wird befestigt
Nr. 11: Die Sitzfläche wird befestigt
Nr. 12: Mit einem Faden zeichnen Sie die Rundung entlang der Rückenlehne auf
Nr. 12: Mit einem Faden zeichnen Sie die an.

Je nachdem, wie stark der Bogen ausfallen soll, müssen Sie den Nagel anders platzieren. In unserem Fall wählen wir einen flachen Bogen, sodass wir einen großen Radius benötigen. Dazu muss der Einschlagpunkt des Nagels an einer tiefen Stelle gewählt werden. Je höher sich der Nagel befindet, desto geringer der Radius und stärker der Bogen.

Entlang des angezeichneten Striches schneiden Sie mit der Stichsäge die überstehenden Holzreste ab und schleifen anschließend die Kanten glatt (Bild Nr. 13 und 14).

Nr. 13: Die Rundung wird gesägt
Nr. 13: Die Rundung wird gesägt
Nr. 14: Die Kanten werden glatt geschliffen
Nr. 14: Die Kanten werden glatt geschliffen

Damit die Oberfläche möglichst natürlich aussieht und lange erhalten bleibt, sollten Sie den Adirondack Chair mit einem wasserfesten Öl behandeln. Als zusätzlichen Holzschutz ist es sinnvoll, eine Lasur mindestens zweilagig auf den Gartenstuhl aufzutragen.

So einfach kann man den Adirondack Chair selber bauen.

Aridondack Chair Bauanleitung

Zum Download anklicken

Aridondack Chair Bauanleitung

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Materialtipp: Geeignete Holzarten für Adirondack Stühle

Wenn Sie andere Holzarten als Douglasie verwenden möchten, achten Sie darauf, dass Sie am besten das Holz eines Laubbaums benutzen. Geeignet sind vor allem Robinie, Eiche und Edelkastanie. Tendieren Sie doch mehr zu Nadelbäumen, verwenden Sie am ehesten Lärche oder Kiefer.

Das Problem bei Nadelbäumen ist, dass sie harzen. Zwar sorgt das Harz dafür, dass das Holz besonders beständig ist, doch kann es bei sehr hohen Temperaturen auch austreten. Daher ist das Holz von Nadelbäumen nur bedingt zu empfehlen.

Die hier gewählte Douglasie ist sehr harzarm, zudem vergleichsweise preiswert und nahezu überall erhältlich. Bevorzugen Sie also Nadelbaumholz, sollte es ebenfalls harzarm sein, damit bei höheren Temperaturen keine Verklebungen auf dem Adirondack Chair entstehen.

festool logoMit freundlicher Genehmigung von Festool