Motorrad

Austausch von Zündkerzen

zuendkerzen-1Die Zündkerzen des Motors sind für die Entzündung des Luft-Kraftstoff Gemisches verantwortlich. Sind sie in ihrer Funktionsweise beeinträchtigt, hat das große Auswirkungen auf den Verbrennungszyklus im Motor. Die Folge sind Zündaussetzer, sowie ein erhöhter Kraftstoffverbrauch. Heimwerker.de zeigt ihnen wie sie die Zündkerzen selbst wechseln und sich den Werkstattbesuch sparen können.

Grundlegendes zur Zündkerze

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Zündkerze

Die Zündkerze an sich ist ein kleines, aber sehr wichtiges Bauteil und befindet sich an jedem Zylinder eines Kraftfahrzeugs. Die Zündspule generiert mit dem Zündunterbrecher einen Zündimpuls im Bereich von ca. 15.000 bis 30.000 V, der über das Zündkabel an die Kerze weitergeleitet wird. An der Zündkerze wir dann ein Zündfunken erzeugt, welcher von der keramisch isolierten Mittenelektrode auf die Massenelektrode springt und über das Gewinde abgeleitet wird. Auf diese Weise wird der Verbrennungsvorgang gestartet.

Zündkerzen sind selbstreinigende Elemente, jedoch funktioniert das nur bei einer Selbstreinigungstemperatur zwischen 360 und 850 °C. Bei diesen Temperaturen werden Verunreinigungen verbrannt, welche sonst zu Kurzschlussgefahr oder verkürztem Funkenweg an den Elektroden führen könnten.

Man unterscheidet zwischen kalten und warmen Zündkerzen, wobei die Kalten an der Mittenelektrode über einen kurzen Isolatorfuß verfügen und somit Wärme schneller an den Zylinderkopf abgeben können. Warme Zündkerzen haben im Gegensatz dazu einen längeren Isolatorfuß, der schlechter wärmeleitend wirkt, dafür aber die Selbstreinigungstemperatur sicherstellt.

Bei dem Material aus dem Zündkerzen gefertigt sind, handelt es sich beim Isolator meist um Aluminiumoxid, eine sehr spröde Keramik und bei den Elektroden handelt es sich um Eisen-Nickel-Chrom Legierungen mit Kupferkern. Darüber hinaus werden auch Platin, Silber und Iridium für die Elektroden genutzt, um eine höhere Lebensdauer (bis zu 100.000km) zu erreichen.

Welche Zündkerze?

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Zündkerze von NGK

Die Größen der Zündkerzen sind in Deutschland genormt und unterscheiden sich in ihrer Länge, dem Durchmesser, sowie der Steigung des Zündkerzengewindes.

Zudem ist darauf zu achten, welcher Wärmewert zu ihrem Motor passt, um den optimalen Betrieb zu gewährleisten.

Mit Hilfe ihrer Fahrzeugpapiere lässt sich anhand von Fahrgestell- und Typennummer die richtige Zündkerze herausfinden. Oft hängen im Fachhandel auch kleine Heftchen aus, in denen sie die passenden Zündkerzen nachschlagen können.

Des weiteren sollte man beim Kauf nicht auf das günstigste Produkt setzen, sondern möglichst eine Platin oder Iridiumkerze von Markenherstellern wie Bosch, NGK oder Beru wählen. Diese Zündkerzen überzeugen durch gute Qualität und hohe Laufleistungen.

Wo befinden sich die Zündkerzen?

Zum Kontrollieren oder Austauschen der Zündkerzen sollten sie wissen, wo sich diese im Motorraum befinden. Je nach Hersteller und Bauart des Motors kann die Position der Zündkerzen variieren und durch andere Teile wie z.b. den Luftfilterkasten verdeckt sein.

Orientieren sie sich an den Zündkabeln, welche von der Zündspule zu den einzelnen Zylindern führen und ihnen die Positionen der einzelnen Kerzen verraten.

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Motorraum mit Zündkabeln

Prüfung und Austausch der Zündkerzen

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Zündkerzenschlüssel

Zur Prüfung der Zündkerzen müssen diese zunächst ausgebaut werden. Dazu sollten sie störenden Anbauteile, welche die Arbeit erschweren, wenn möglich demontieren. Anschließend ziehen sie den Zündkerzenstecker ab und sollten schon die Zündkerze sehen können. Um diese herauszuschrauben wird eine Ratsche mit Verlängerung und einer langen Nuss (meist 16mm oder 21mm)  oder ein spezieller Zündkerzenschlüssel mit Gelenk benötigt. Drehen sie die Zündkerze entgegen dem Uhrzeigersinn heraus und nehmen sie sie aus der Fassung.

Bei der Überprüfung der Kerze sollten folgende Dinge beachtet werden:

  • Überprüfung des Gewindes und des oberen Kontakts auf Korrosion
  • Isoliermaterial auf Risse und Brandspuren kontrollieren
  • Prüfung der Mittenelektrode auf Verschleiß
  • Zündkerzenbild der Elektroden überprüfen

Das Zündkerzenbild ist bei der Überprüfung meist das aussagekräftigste Indiz für den Zustand der Zündkerze. Bei einem gut funktionierenden Motor sollte der Bereich um die Elektroden "rehbraun" sein.

Weitere Zündkerzenbilder finden sie unter www.tunsty.net

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Zündkerzenschlüssel-Einsatz/Nuss

Falls die Kerzen gewechselt werden müssen, weil sie ein schlechtes Zündkerzenbild aufweisen, gehen sie folgendermaßen vor:

Die neuen Kerzen im Uhrzeigersinn in die Fassungen einschrauben, dabei jedoch unbedingt auf das zulässige Drehmoment achten, welches sie beim Hersteller erfragen können. Idealerweise werden die Zündkerzen mit einem Drehmomentschlüssel festgedreht, falls jedoch keiner zur Verfügung steht gilt als Faustregel eine 1/4 Umdrehung bzw. 90° Drehung der Zündkerze im Uhrzeigersinn.

Anschließend werden die Kerzenstecker wieder aufgesetzt und die Zündkabel überprüft. Nach der Montage der restlichen Anbauteile den Motor starten und auf Rundlauf prüfen.

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