Unkraut & Schädlinge

Blattläuse bekämpfen: 3 Tipps für Hausmittel und eine natürliche Schädlingsbekämpfung

Blattläuse bekämpfen - Bild als Nahaufnahme

Blattläuse im Garten bekämpfen

Neben den Blattläusen gibt es viele weitere Schädlinge im Garten. In den meisten Fällen ist bei einem naturnahen Garten immer auch gleichzeitig ein passender Nützling unterwegs. So erhält sich das natürliche Gleichgewicht.

Jeder Gartenliebhaber kennt das alljährlich wiederkehrende Problem: Blattläuse. Nicht selten sitzen die Schädlinge zu hunderten an jungen Trieben und Blättern.

Dabei können sich die kleinen Tiere explosionsartig vermehren und schnell den gesamten Garten befallen. Viele Hobbygärtner greifen dann zur chemischen Keule, um den lästigen Schädlingsbefall wieder los zu werden.

Allerdings gibt es auch eine Vielzahl natürlicher Mittel, um Blattläuse zu bekämpfen und auf die Gartenfreunde eher zurückgreifen sollten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen in dieser Heimwerker.de-Anleitung verschiedene günstige Methoden vor, um Blattläuse mit natürlichen Mitteln zu bekämpfen. Außerdem erfahren Sie, welche natürlichen Fressfeinde ebenfalls gegen die lästigen Schädlinge helfen.

1. Über Blattläuse: Das müssen Sie wissen

hier eine schwarze Blattlausart

Die Schwarze Blattlaus gehört zur Familie der Blattläuse.

Blattläuse gehören zum Stamm der Gliederfüßer, der sogenannten Arthropoda. Sie besiedelten den Planeten bereits vor über 200 Millionen Jahren und von den bisher 5000 bekannten Arten kommen etwas mehr als 800 im mitteleuropäischen Raum vor.

Die Tiere sind zwischen 1 und 7 Millimeter groß und zeichnen sich durch einen meist flachen und ovalen Körper aus. Allen Arten von Blattläusen gleich sind ihr stechend-saugendes Mundwerkzeug sowie 6 Beine und ein Fühlerpaar.

Die Vermehrung von Blattläusen kann sowohl durch Eiablage als auch durch Lebendgeburten erfolgen.

In der Regel sind die Tiere bereits nach 14 Tagen voll entwickelt. Einige Blattläuse können darüber hinaus Flügel entwickeln, um bei Nahrungsmangel in andere Lebensräume vorzudringen. Es gibt sie in verschieden Farben – grün, gelb, rot-braun oder schwarz.

1.1. Warum sind Blattläuse schädlich?

eine grüne Blattlaus

Neben grünen Blattläusen gibt es auch Pflanzenläuse mit anderen Färbungen.

Diese Art der Pflanzenläuse ernährt sich von Pflanzensäften. Hierfür verwenden sie ihren Stechrüssel, der sich an ihrem Mundwerkzeug befindet.

Zuerst stechen sie die Pflanze an und beißen sich anschließend mit ihrem Mundwerkzeug fest. Dann saugen sie nach und nach den Saft aus der Pflanze ab.

Handelt es sich um einen besonders starken Befall einer Pflanze mit Blattläusen, kann diese ihre Blätter nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. In der Folge sterben befallene Teile oft ab.

Im schlimmsten Fall kann eine befallene Pflanze so großen Schaden erleiden, dass sie eingeht. Darüber hinaus können sie Viren übertragen. Die Übertragung erfolgt, wenn die Tiere zuvor an viruserkrankten Pflanzen gesaugt haben.

Einige dieser Viren können dauerhaft übertragen werden und vermehren sich sowohl in der Pflanze als auch in der Blattlaus selbst. Handelt es sich bereits um eine geschwächte Pflanze, kann der Virusbefall ihr zusätzlich zusetzen.

Zu den häufigsten Pflanzenviren gehören die Kräuselkrankheit bei Erdbeerpflanzen, der Blattrollvirus bei Kartoffeln sowie der Rübenvergilbungsvirus.

1.2. Wie erkenne ich einen Blattlausbefall?

Der Befall zeigt sich meist durch verformte und verfärbte Blätter. Auch Blütenknospen können den Schädlingen zum Opfer fallen.

Ein weiteres Zeichen von Blattlausbefall können Sie an der Unterseite der Blätter einer Pflanze erkennen. Befindet sich dort ein klebriger Belag, der sogenannte Honigtau, handelt es sich in den meisten Fällen um einen Blattlausbefall.

Der Honigtau gehört zu den Ausscheidungen der Blattlaus und begünstigt die Ansiedlung von schwarzen Rußtaupilzen. Dieser wiederum schädigt die befallene Pflanze.

Ist ihre Pflanze dagegen von Schildläusen befallen, zeigen sich – neben dem Honigtau – schildförmige, braune Verfärbungen.

2. Warum Sie auf chemische Bekämpfungsmittel verzichten sollten

Chemie schadet den Nützlingen wie hier dem Marienkäfer

Chemische Mitteln schaden anderen nützlichen Insekten im Garten, wie den Marienkäfern, die Blattläuse fressen.

Blattläuse sind nicht schwer zu bekämpfen und richten bei moderatem Befall und gesunden Pflanzen keinen großen Schaden an.

Häufig verschwinden sie so schnell, wie sie gekommen sind. Aus diesem Grund lautet die Devise, erst einmal Ruhe zu bewahren.

Nur bei länger ausbleibendem Erfolg und sichtbar großen Schäden kann man nach und nach zu härteren Maßnahmen greifen.

Der Einsatz von chemischen Mitteln ist jedoch nicht zu empfehlen. Entscheiden Sie sich dennoch für die Verwendung von Giften, wenden Sie diese bitte nur im Freien an. Besonders synthetische Gifte können die Schleimhäute beim Menschen reizen.

Blattlausmittel mit Naturpyrethrum sind sogar nervengiftig, auch wenn sie das Gift schnell unter der Einwirkung von Sonnenlicht wieder abbauen.

Mittel mit Piperonylbutoxid sind bienenschädlich und sollten deshalb nicht auf blühende Pflanzen aufgetragen werden.

3. Blattläuse biologisch bekämpfen: Hausmittel gegen leichten, mäßigen und starken Befall

starker Blattlausbefall

Sind Pflanzen stark befallen, müssen Sie die Blattläuse biologisch bekämpfen.

Es gibt verscheiden Wege und Mittel, mit denen die Sie Blattläuse ohne Chemie bekämpfen können.

Im Gegensatz zu den Chemiekeulen benötigen Hausmittel zum Bekämpfen von Blattläusen jedoch etwas mehr Zeit. Das heißt, der Erfolg ist nicht sofort sichtbar.

Wichtig ist dabei, die Mittel regelmäßig einzusetzen, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Je nach Stärke des Befalls können Sie leichte, bis schwere Hausmittel einsetzen, um Blattläuse zu bekämpfen. Chemische Mittel sollten jedoch als letztes angewendet werden.

Stärke des Befalls Hausmittel
Leichter Blattlausbefall
  • Befinden sich nur wenige Blattläuse an den betroffenen Stellen, reicht oftmals der Griff zum Wasserschlauch und anderem Gartenwerkzeug aus einem Gartenversand
  • Bei Zimmerpflanzen können Sie dies ohne weiteres unter der Dusche durchführen
  • Halten Sie den Wasserstrahl dabei solange auf die betroffenen Stellen, bis keine Laus mehr zu erkennen ist
  • Dosieren sie den Wasserstrahl von schwach bis stark, um die Pflanze nicht unnötig zu beschädigen
Mäßiger Blattlausbefall
  • Bei einem stärkeren Befall verwenden Sie am besten Brennnesselsud
  • Mittels einer Sprühflasche tragen Sie diesen solange auf die betroffenen Stellen auf, bis keine Blattlaus mehr vorhanden ist
  • Ein anderes Hausmittel ist die sogenannte Seifenlauge: Hierbei verwendet man ebenfalls eine Sprühflasche, die mit Wasser und einem kleinen Stück Kernseife oder etwas Geschirrspülmittel gefüllt wird
  • Achten Sie darauf, vor dem Auftrag die Blumenerde abzudecken und nur die Blattunterseite zu besprühen
  • Auch Sud aus Tabak mit oder ohne Seife hat sich beim Kampf gegen die Schädlinge als hilfreich erwiesen. Die einzelnen Sude überziehen die Blattläuse mit einem Film. So werden die Atmungsorgane der weichhäutigen Tiere verklebt und sie ersticken
Starker Blattlausbefall
  • Sind ihre Pflanzen stark befallen und drohen diese große Schäden anzurichten, können Sie auf biologische Bekämpfungsmittel zurückgreifen
  • Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Neem oder auch Niem sind besonders hilfreich: Hierbei handelt es sich um ein Konzentrat aus den Samen des Neembaums
  • Zusätzlich können Sie stark befallene Pflanzenteile abschneiden und entsorgen; das verschafft der Pflanze die Möglichkeit, die Kraft auf andere nicht befallene Triebe zu lenken

Achtung: Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmittel sollten die Packungsbeilagen genau und strengstens befolgt werden, denn für den Einsatz der Pflanzenschutzmittel gelten entsprechende gesetzliche Bestimmungen. Bevor Sie Pflanzenschutzmittel kaufen, wenden Sie sich für eine umfangreiche Kaufberatung an einen Experten.

4. Nützlinge als natürliche Abwehrmaßnahme gegen Blattläuse

Um einem Blattlausbefall vorzubeugen, ist es wichtig, Nützlinge zu kennen. Zu den bekanntesten und effektivsten Nützlingen gehören der Marienkäfer, die Florfliegenlarve sowie der Ohrwurm.

Vielleicht ist auch unser Unkraut & Schädlinge Test & Vergleich für Ihr spezielles Schädlingsproblem interessant.

4.1. Marienkäfer können den Blattlausbefall erheblich reduzieren

Marienkäferlarve zur Bekämpfung von Blattläusen

Mit Marienkäferlarven bekämpfen Sie die Blattläuse natürlich, ohne der Pflanze zu schaden.

Marienkäfer sind ausgezeichnete Nützlinge, wenn es um die Bekämpfung von Blattläusen geht. Ein ausgewachsenes Tier frisst am Tag bis zu 100 Läuse. Die Larve eines Marienkäfers schafft es sogar auf bis zu 150 bis 400 täglich.

Mit dem Einsatz der Marienkäfer kann ein Blattlausbefall erheblich reduziert und erfolgreich eine Plage abgewendet werden.

Es ist möglich, Eier des Marienkäfers über einen Gartenversand zu erwerben. Andernfalls können die Larven auch eingesammelt werden. Meist verstecken sich diese an der Unterseite von Blättern.

4.2. Selbst bei niedrigen Temperaturen aktiv: Forfliegenlarve und Hainschwebfliege

Auch Florfliegenlarven gehören zu den besten Abwehrmaßnahmen. Die Larven der Fliege vertilgen bis zu 50 Blattläuse am Tag. Die Larven der Hainschwebfliege schaffen sogar bis zu 80 täglich.

Der Vorteil der Fliegen: Sie sind selbst bei niedrigen Temperaturen bis mindestens 8 Grad sehr aktiv.

4.3. Ohrwürmer benötigen einen speziellen Unterschlupf

Ohrenkneifern einen Unterschlupf bieten

Auch Ohrwürmer eigen sich gut, um Blattläuse natürlich zu bekämpfen.

Ohrwürmer benötigen einen Unterschlupf aus einem mit Stroh und Moos gefüllten Tontopf. Angelockt durch den mit Stroh oder Wolle gefüllten Blumentopf, vertilgen die kleinen Tiere unzählige der Schädlinge.

Den Topf dafür einfach umgekehrt in die befallene Pflanze hängen. Darin können sich die Ohrwürmer tagsüber verstecken.

Sind allerdings keine Blattläuse mehr vorhanden, sollte der Blumentopf wieder entfernt werden. Denn ohne ausreichende Nahrungsquelle machen sich die Ohrwürmer gern an Blättern zu schaffen.

Dieser Beitrag wurde von Joey Lühmann von Gartenversand Gartenchef.de erstellt.

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5. FAQ: Welche Hausmittel gegen Blattläuse helfen wirklich?

5.1. Blattläuse mit Spülmittel bekämpfen?

Ein beliebtes Hausmittel zur Bekämpfung von Blattläusen ist die sogenannte Seifenlauge. Füllen Sie eine Sprühflasche mit etwas Wasser und Spülmittel, und schon können Sie loslegen.

5.2. Blattläuse bekämpfen mit Milch?

Auch diese Methode gilt als erprobt. Stellen Sie ein Gemisch von Milch und Wasser im Verhältnis 1:8 her und sprühen Sie die befallenen Pflanzen damit ein. Durch den in Milch enthaltenen Stoff Lecithin werden die Blattläuse nachhaltig abgetötet.

5.3. Mit Essig Blattläuse bekämpfen?

Sie wollen den Schädlingen mit Essig zuleibe rücken? Kein Problem! Gemischt mit Wasser, ergibt Essig ein ebenso gutes Hausmittel gegen Blattläuse. Auch in diesem Fall werden die Blätter der betroffenen Pflanzen mit diesem Mittel besprüht.

Bildnachweise: Shutterstock/nechaevkon, 'Blattläuse bekämpfen': von Franco Patrizia(francok35@Pixabay.com), 'Grüne Blattlaus': von Andy Murray(andybadger@Flickr.com), 'Marienkäfer frisst Blattläuse': von John(JKehoe_Photos@Flickr.com), 'Starker Befall mit grünen Blattläusen': von NATT-at-NKM(NATT-at-NKM@Flickr.com), 'Marienkäferlarve als natürlicher Fressfeind der Blattläuse': von Helga Strazzanti(ariesa66@Pixabay.com), 'Ohrwurm für eine natürliche Bekämpfung der Blattläuse': von Andi(aranha@Pixabay.com), 'Blattläuse bekämpfen': von Franco Patrizia(francok35@Pixabay.com), 'Grüne Blattlaus': von Andy Murray(andybadger@Flickr.com), 'Marienkäfer frisst Blattläuse': von John(JKehoe_Photos@Flickr.com), 'Starker Befall mit grünen Blattläusen': von NATT-at-NKM(NATT-at-NKM@Flickr.com), 'Marienkäferlarve als natürlicher Fressfeind der Blattläuse': von Helga Strazzanti(ariesa66@Pixabay.com), 'Ohrwurm für eine natürliche Bekämpfung der Blattläuse': von Andi(aranha@Pixabay.com) (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)