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Garage selber bauen: Das müssen Sie beachten

  • Möchten Sie Ihre Garage selber bauen, können Sie auf verschiedene Materialien wie Metall, Holz, Beton oder Mauern zurückgreifen.
  • Eine Garage selber zu bauen, erfordert beträchtliche handwerkliche Fähigkeiten – Fehler lassen sich später schwer beheben.
  • Die Kosten für den Garagenbau können stark variieren und hängen insbesondere von Garagentyp und -größe ab.

große, moderne Garage am Haus

Wer eine Garage selber bauen möchte, sollte sorgfältig planen: Es gilt nicht nur im Vorfeld diverse Dinge zu beachten, auch der Bau selbst ist eine Herausforderung. Wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie hier.

1. Diese Materialien eignen sich für den Garagenbau

Rohbau einer gemauerten Garage

Wenn Sie Ihre Garage selber bauen möchten, ist die gemauerte Variante am aufwendigsten, aber auch am langlebigsten.

Es gibt Garagen, die in vorgefertigten Teilen als Selbstbausatz angeliefert werden und die Sie vor Ort zusammensetzen müssen. Diese Fertiggaragen können aus Blech, Stahl, Beton oder Holz bestehen. Die Hersteller liefern für diejenigen, die sie selbst aufstellen möchten, genaue Anleitungen mit.

Alternativ können Sie die Garage selbst mauern. Das erfordert Erfahrung und Geschick, allerdings handelt es sich bei diesen Garagen um die sichersten und langlebigsten. Hinzu kommt, dass Sie sie individuell an ihr Haus anpassen können.

2. Je nach Garagentyp fallen die Kosten unterschiedlich hoch aus

Eine freistehende Garage mit Maßen von sechs mal drei mal zweieinhalb Metern kann zwischen 1.000 und rund 10.000 Euro kosten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Preise für die Materialien stark unterscheiden:

Garagentyp geschätzte Kosten
Blechgaragen ca. 1.000 Euro
Holzgaragen ca. 1.500 – 3.000 Euro
Fertiggaragen aus Stahl ca. 3.000 – 5.000 Euro
Fertiggaragen aus Beton ca. 5.500 – 7.000 Euro
gemauerte Garagen ca. 9.000 – 12.000 Euro

In diesen Angaben sind allerdings die Kosten für das unbedingt notwendige Fundament noch nicht enthalten. Wie teuer dies wird, hängt von der geplanten Größe der Garage und von der notwendigen Stärke der Bodenplatte ab.

Ein weiterer Kostenpunkt der bereits bei der Planung beachtet werden sollte, sind die Maße des Garagentors. Tore in Standardmaßen sind günstiger als Sonderanfertigungen. Sofern es zu Ihrem geplanten Nutzungszweck passt, sind Garagentore in Standardmaßen also die bessere Wahl.

Tipp: Günstiger wird es, wenn Sie sich für einen Carport entscheiden – der aber gegenüber Garagen weniger sicher vor Diebstahl, Vandalismus, Wetter und Mardern ist.

3. Der Garagenbau erfordert eine umfangreiche Planung

Männer in Architekturbüro mit Plänen

Lassen Sie einen Architekten den Plan Ihrer Garage zeichnen – Sie werden ihn für die Baubehörde brauchen.

Zunächst sollten Sie überlegen, welche Größe Ihre Garage haben soll. Dazu sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Reicht eine normale Fertiggarage aus, brauchen Sie eine Doppelgarage oder möchten Sie eine große Garage bauen, in der Sie zum Beispiel auch Ihre Heimwerkstatt unterbringen können?
  • Möchten Sie die Garage ans Haus anbauen oder soll sie frei stehen?
  • Soll sie einen Dachboden aufweisen bzw. mit dem Haus durch eine Tür verbunden sein?
  • Möchten Sie außer dem Auto weitere Fahrzeuge wie Motorräder darin unterbringen?

Nehmen Sie den vorhandenen Platz in Augenschein und werfen Sie einen Blick in den Bebauungsplan des Grundstücks. Erfragen Sie außerdem bei der zuständigen Baubehörde, welchen Abstand Sie zur Grundstücksgrenze einhalten müssen, welche Maß die Garage haben darf und wie lang die Zufahrt mindestens sein muss. Ein Architekt sollte Ihre Pläne zeichnen, ein Statiker die Tragwerksberechnung vornehmen und die Vorgaben für das Fundament schreiben.

Je nachdem, in welchem Bundesland Sie leben, müssen Sie eine Baugenehmigung einholen. Erfragen Sie die Notwendigkeit beim jeweiligen Bauamt. Zu dem Termin bringen Sie außer den Bauplänen und der Tragwerksberechnung alle Dokumente mit, die das Amt einfordert. Nur so erhalten Sie die Genehmigung.

4. Nur erfahrene Handwerker sollten das Fundament selbst gießen

Der richtige Beton

Egal ob Transport- oder selbst angemischter Beton: Der Beton muss über eine ausreichende Druckfestigkeit verfügen. Für eine Garage benötigt man Beton der Betonfestigkeitsklasse C20/25 (nach Eurocode 2).

Anhand der Vorgaben für das Fundament können Sie sehen, wie dick die Bodenplatte sein muss. Grundsätzlich sollten Sie den Boden für das Fundament mindestens 80 Zentimeter tief ausschachten, da es nur so frostsicher gegründet ist.

In den meisten Fällen muss der Boden dann mit einer Rüttelplatte verdichtet werden, ehe Sie eine rund 15 Zentimeter dicke Kies- und Sandschicht auftragen und diese ebenfalls verdichten. Legen Sie eine Baufolie aus, um zu verhindern, dass die Feuchtigkeit das Fundament von unten erreicht, und bringen eine Verschalung an.

Mittels Abstandhaltern setzen Sie die Bewehrung aus Stahl an den vom Statiker gekennzeichneten Stellen ein. Dann erst wird der Beton eingefüllt – in den meisten Fällen eignet sich Transportbeton. Andernfalls brauchen Sie eine Betonmischmaschine. Nach dem Verdichten und Abziehen muss der Beton rund 28 Tage lang trocknen. Niemand sollte ihn in den ersten Tagen betreten.

Achtung: Übernehmen Sie diesen Arbeitsschritt nur, wenn Sie sich Ihrer Fähigkeiten ganz sicher sind!

5. So können Sie Ihre Garage selber bauen

Wenn Sie sich eine Fertiggarage als Set anliefern lassen, gehen Sie streng nach dem Plan der Hersteller vor, um sie aufzubauen. In den meisten Fällen ist das innerhalb eines Tages erledigt. Komplizierter wird es, wenn Sie eine massive Garage mauern möchten.

5.1. Garage Mauern – Eine Anleitung

frische Mauer mit Wasserwaage

Wenn Sie Ihre Garage selbst bauen möchten, müssen Sie sorgfältig darauf achten, dass die Wände gerade werden.

Wenn Sie eine Garage selber mauern möchten, sollten Sie als Erstes die Flucht der Wände unter Zuhilfenahme eines Nivelliergeräts und einer Richtlatte ermitteln. Gehen Sie dabei sehr sorgfältig vor! Als Mauersteine bieten sich Plansteine aus Kalksandstein an, die gleichermaßen günstig sind und einen recht guten Wärmeschutz bieten.

Tragen Sie eine Schicht Dichtungsschlämme oder Bitumen dort auf dem Fundament auf, wo die Mauern stehen sollen. Auf diese Weise verhindern Sie das Eindringen von Feuchtigkeit unter den Wänden. Dann folgt eine dicke Schicht Dickbettmörtel. Diese erleichtert es Ihnen, die erste Reihe Steine exakt gerade zu setzen.

Achtung: Berücksichtigen Sie, dass Sie für Garagentor und Türen exakt abgemessene Lücken lassen und mit Provisorien füllen müssen!

Zwischen die Steine einer Reihe geben Sie keinen Mörtel, da sie durch Feder und Nut von selbst sehr gut halten. Lediglich an den Reihenenden bringen Sie etwas davon auf, wenn Sie Steine zerteilen müssen, sodass Nut und Feder nicht mehr vorhanden sind.

Zwischen den einzelnen Reihen ist jeweils nur eine schlanke Schicht Dünnbrettmörtel nötig. So bilden sich später weniger Wärmebrücken. Setzen Sie an den gewünschten Stellen exakt ausgemessene provisorische Fensterausschnitte ein, um sie später durch tatsächliche Fenster ersetzen zu können.

Für die letzte Steinreihe verwenden Sie U-Schalen, damit Sie einen Ringanker einbauen können. Sie geben eine Schicht Beton hinein, ehe Sie nach Angaben des Architekten die Bewehrung aus Stahl anbringen und sie mit einer weiteren Schicht Beton bedecken.

Haben Sie diese Arbeit noch nie gemacht, sollten Sie sich hier von einem Fachmann helfen lassen: Der Ringanker verhindert, dass das Garagendach später die Wände auseinander drückt.

5.2. Die letzten Schritte: Einbau von Garagentor und -dach

zwei Männer bauen ein Garagentor ein

Den Einbau des Garagentors bietet im Normalfall der Hersteller an, denn so kann er eine Garantie darauf geben.

Für das Dach selbst eignen sich Fertigdachteile, wenn Sie nicht einen eigenen Holzdachstuhl konstruieren möchten. Diese werden mithilfe eines Krans auf das Dach gehoben und hier mit Ortbeton vergossen. Damit der Beton in Ruhe trocknen kann und das Garagendach hält, stützen Sie es mit Kanthölzern und mit Stahlstützen ab.

Nehmen Sie jetzt die Provisorien aus den Öffnungen und setzen Sie die passenden Fenster und die Türen in Ihren Rohbau ein. Lassen Sie außerdem das Garagentor anliefern, dass Sie im Vorfeld ausgewählt haben. Den Einbau sollten Sie auf jeden Fall den Fachleuten überlassen, da sie andernfalls keine Gewährleistung übernehmen.

Achtung: Bauen Sie das Garagentor selbst ein und ist es innerhalb der nächsten Jahre defekt, müssen Sie es auf eigene Kosten ersetzen.

Nun folgt das Verputzen der Garage von innen und außen: Bringen Sie nacheinander den Unterputz und den Oberputz auf. Mit Letzterem können Sie den Außenwänden Ihrer Garage eine gefällige Struktur verleihen.

Ist schließlich das Dach Ihrer Garage trocken und fest, müssen Sie es abdichten. Bringen Sie dafür Bitumenschweißbahnen darauf an. Diese sind relativ günstig, halten lange und schützen das Dach und das Innere der Garage zuverlässig vor Feuchtigkeit.