Vorhänge & Gardinen

Gardinen waschen

Gardinen waschen – Anleitung

Gardinen waschen – Anleitung

Wenn das Grau des Winters von der Frühlingssonne vertrieben wird, sehen die Gardinen plötzlich schmutzig aus. Damit sie wieder frisch und am besten leuchtend weiß werden, können Sie Gardinenwaschmittel und verschiedene Spezialprodukte verwenden oder bewährte Hausmittel nutzen.

Sie fragen sich zum Thema Gardinen waschen, wie oft das fällig ist? Ein bis zweimal pro Jahr sollte es mindestens sein, schon damit weniger Staub in der Wohnung ist. Dort wo Küchendämpfe, viel Staub, Nikotin oder der unvermeidliche Ruß eines Kaminofens für starke Verschmutzung sorgen, natürlich häufiger.

Wenn Sie farbige Stores, Gardinen oder Übergardinen waschen möchten, gilt ebenfalls: mindestens ein bis zwei Wäschen pro Jahr, denn Staub setzt sich auf jeden Fall auf dem Gewebe ab. Sie werden natürlich nicht mit Bleichmitteln gewaschen.

Inhaltsübersicht: Gardinen waschen

 

Schritt 1: Gardinen abnehmen

Die Gardinen direkt vor dem Waschen abnehmen. Dazu sollten Sie auf jeden Fall eine gute Haushaltsleiter benutzen und keinesfalls mit Stühlen und ähnlichen Provisorien hantieren oder auf Fensterbänke klettern

Tatsächlich ereignen sich viele Stürze beim Auf- oder Abhängen der Gardinen – überhaupt die meisten Unfälle im Haushalt.

Bitte die Gardinen auch möglichst beim Abhängen nicht knittern und knautschen, damit sich keine unnötigen Falten ergeben.

Schritt 2: Metallteile abnehmen

Sollten Metallteile (z. B. die Röllchen oder Klammern) angebracht sein, so müssen die vor der Wäsche auf jeden Fall entfernt werden. Sie könnten zu leicht Schaden nehmen, rosten und dann auch Rostflecken verursachen. Falls das doch mal passiert, finden Sie die passenden Ratschläge, um Rostflecken zu entfernen hier bei heimwerker.de.

Metallringe oder -röllchen führen leicht einmal zu ärgerlichen Rostflecken auf den Gardinen.
Metallringe oder -röllchen führen leicht einmal zu ärgerlichen Rostflecken auf den Gardinen.
Die gleichen Teile aus Kunststoff  können meist an den Gardinen bleiben, je nach Gewebe.
Die gleichen Teile aus Kunststoff können meist an den Gardinen bleiben, je nach Gewebe.

Schritt 3: Pflegehinweise auf Etikett lesen

Vorhänge haben Etiketten auf den die üblichen Symbole für Textilpflege zu finden sind. Diese sollten selbstverständlich beherzigt werden. Bei den allermeisten Gardinen wird eine Schonwäsche bei niedrigen Temperaturen empfohlen sein.

Ist jedoch kein Etikett vorhanden, weil es entfernt wurde, die Gardinen von Raumausstatter kommen oder es sich um selbstgenähte Gardinen handelt, dann haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder gehen Sie mit Ihren Gardinen zu einem Raumausstatter bzw. einer Reinigung, oder Sie versuchen es mit dem sanftesten Waschprogramm, das Ihre Maschine bietet und gehen das Risiko ein.

Ob sich das lohnt hängt nicht zuletzt von der Wertigkeit der Gardinen ab. Eine Art Kompromiss wäre: Vorhang waschen in der Badewanne. Bei einer solchen Handwäsche vorher auch besser Ringe oder Röllchen abnehmen.

Diese Symbole finden sich auf den Etiketten von Textilen – bitte entsprechend behandeln.
Diese Symbole finden sich auf den Etiketten von Textilen – bitte entsprechend behandeln.
Solche einfachen Stores sind meist aus Kunstfaser, nicht sehr teuer und durchaus waschbar.
Solche einfachen Stores sind meist aus Kunstfaser, nicht sehr teuer und durchaus waschbar.

Schritt 4: Wäschenetz benutzen

 

Die Gardine ist beim Waschen am besten in einem ausreichend großen Wäschenetz aufgehoben.

Sollten Sie keines zur Hand haben und die Gardine ohne waschen, dann ist es bei netzartigem Gewebe angeraten, auch alle Kunststoffteile zu entfernen, da sie sich sonst im Gewebe verfangen können, Fäden ziehen oder sogar Löcher reißen.

Bei sehr zartem Gewebe ist dies auf jeden Fall angeraten, wobei diese seltener selbst gewaschen werden können.

Glatte Baumwollvorhänge dagegen, wie beispielsweise die meisten Ikea Gardinen, waschen Sie getrost mit den Kunststoffröllchen oder -ringen, da sie diesen Stoffen nicht schaden können.

Schritt 5: Gardinenwaschmittel und/oder Hausmittel

Ein Gardinenwaschmittel enthält fast immer Bleichmittel, um Vergilbungen und Grauschleier zu entfernen. Von daher sind sie generell durchaus empfehlenswert, wenn es um weiße Vorhänge geht. Im Handel finden Sie entsprechende Produkte beispielsweise unter GardinenwaschmittelGardinen Weiß oder auch Gardinensalz. Verwendet werden sie immer genau nach der Gebrauchsanleitung des Herstellers.

Übrigens enthalten normale Vollwaschmittel ebenfalls Bleichmittel. Haben Sie also kein Gardinenwaschmittel zur Hand, wäre dieses einem Woll-, Fein- oder Buntwaschmittel vorzuziehen.

Hausmittel sind bewährt und oft auch noch umweltschonend, wobei ein Waschmittel beim Waschgang dennoch erforderlich ist. Hier eine kleine, kommentierte Liste:

 
Gardinenweiß bleicht und soll die Gardinen besonders weiß erstrahlen lassen.
  • Gardinen waschen mit Soda – Soda hat eine bleichende und reinigende Wirkung. Es handelt sich dabei um ein Salz mit vielen Einsatzmöglichkeiten und langer Anwendungsgeschichte. Kann Augen, Atemwege und Haut reizen. Wird hauptsächlich im Bereich Putzen und Waschen angewandt.
  • Gardinen waschen mit Natron – dem Soda sehr ähnlich, etwas weniger stark in der Reaktion und weniger basisch (auch in der Wirkung etwas schwächer); auch als Bullrichsalz im Handel. Wird eher zum Kochen, Backen, bei Sodbrennen usw. eingesetzt.
  • Gardinen waschen mit Backpulver – Backpulver ist im Prinzip Natron mit Zitronensäure. Zwei bis drei Päckchen Backpulver zur Gardinenwäsche (zusätzlich zum Waschmittel) sollen ebenfalls zu weißen Gardinen verhelfen.
  • Gardinen waschen mit Salz und Zucker – dabei weichen Sie die Gardinen mit einem Päckchen Salz über Nach in Wasser ein, waschen Sie sie dann im Schonwaschgang mit Waschmittel und geben beim letzten Spülgang 30 – 40 Gramm Zucker hinzu, was eine Art Appretur ergibt.
  • Gardinen waschen mit Zitronensäure – gemeint ist das Einweichen der Gardinen in einer Lösung aus Zitronensäure und Wasser (ca. 10 ml auf 1 Liter), am besten auch über Nacht. Gerade bei fettigen Verschmutzungen, wie Sie bei Küchendämpfen entstehen, ist die fettlösende Wirkung der Zitronensäure sehr vorteilhaft.
  • Gardinen waschen mit Tinte – lösen Sie die Tinte einer Füllerpatrone in einem Liter kaltem Wasser auf und geben Sie dies beim Einlaufen des Wassers über den Waschmittelschacht in die Maschine. Der Effekt beruht auf einer kleinen optischen Täuschung. Bei vielen „reinweiß“ Farben (z. B. Wandfarben) wird die Strahlkraft des Weiß durch eine geringe Zugabe von blauen Pigmenten verstärkt.
  • Gardinen in der Sonne bleichen – UV-Licht hat eine stark bleichende Wirkung. Deshalb wurde Wäsche schon früher in der Sonne zum Bleichen ausgebreitet. Vorhänge aber vielleicht lieber auf der Leine in die Sonne hängen, als sie, wie früher, auf der Wiese auszubreiten.
  • Farbige Gardinen waschen mit Essig – das bringt die Farben zum Leuchten und verhindert graue Kalkablagerungen im Gewebe, so der Tipp einer Hauswirtschafterin. Der Essig kommt direkt in die Trommel, schon vor der Gardine, oder in das Waschmittelfach vor dem Waschmittel selbst.

Tipp: Beim Gardinen waschen Weichspüler benutzen. Selbst dann, wenn Sie sonst keinen nutzen. Das lässt die Gadine glatter aus der Maschine kommen und trocknen. Falten kommen bei Synthetik im nassen Zustand in die Wäsche. Wenn Sie also Gardinen aus beispielsweise Polyester waschen, extra vorsichtig mit den nassen Vorhängen umgehen und Weichspüler einsetzen.

Schritt 6: Waschgang – Gardinen in der Waschmaschine waschen

Sie fragen sich, wenn Sie Ihre Gardinen waschen, welches Programm Sie wählen sollen. Die Antwort ist ganz klar: Gibt es bei Ihrer Maschine keinen speziellen Gardinen-Waschgang, dann kommen „Feinwäsche“ bei 30 Grad oder andere Schonwaschgänge wie „Handwäsche“ oder der „Wollwaschgang“ in Betracht.

Sind Ihre Gardinen aus robustem Material und Gewebe, wie etwa viele Baumwollstoffe, kommen für das Gardinen waschen bis 60 Grad Waschtemperatur in Frage – Aufschluss gibt immer das Pflegeetikett. Schleudern bitte bei geringen Umdrehungen und so kurz wie möglich.

Die Waschmaschine nur zu einem Drittel bis maximal der Hälfte füllen. Lieber eine Maschine mehr waschen, als Gardinen bügeln müssen. Lassen Sie die Gardinen nach Ende des Waschgangs aus dem gleichen Grund nicht in der Maschine liegen – besser sofort herausnehmen.

Diese Maschine hat zwei Programme, die für die meisten Gardinen geeignet sind.
Diese Maschine hat zwei Programme, die für die meisten Gardinen geeignet sind.
Wenn alles richtig lief, dann sind die Gardinen wieder weiß und für einige Zeit sauber.
Wenn alles richtig lief, dann sind die Gardinen wieder weiß und für einige Zeit sauber.

Schritt 7: Vorhänge aufhängen bzw. trocknen

Die Gardinen werden am besten direkt wieder an die Schiene oder auf die Stange gehängt. Dort trocknen Sie am besten und hängen sich gut aus. Viele Gardinen werden nach der richtigen Behandlung beim Waschen vollkommen glatt. Im optimalen Fall ein überschaubarer Aufwand.

Tipp: Bitte an verstärktes Lüften denken, damit die dadurch hohe Luftfeuchtigkeit nicht an den Wänden kondensiert (Schimmelrisiko). Dabei keinesfalls die Fenster lange kippen, dann setzt sich der Staub gleich wieder auf den noch feuchten Gardinen ab. Stattdessen mehrfach Stoßlüften.

Schritt 8: Gardinen bügeln (falls nötig)

Bei weniger pflegeleichten Stoffen kann es auch schon mal nötig sein, die Gardine zu bügeln. Dabei ist auf jeden Fall wieder das Etikett zu Rate zu ziehen. Meist wird nur bügeln auf niedrigster Stufe (1 Punkt auf dem Bügeleisen) empfohlen.

Leider werden gerade Synthetik, die die Falten im nassen Zustand bekamen, dadurch nicht so einfach wieder glatt. In dem Fall hilft es, ein ganz dünnes Baumwolltuch (z. B. altes Laken) glatt über die ebenso ausgebreitete Gardine zu legen und dieses mit dem Dampfbügeleisen auf der niedrigsten Dampfstufe zu bügeln. Der Dampf dringt durch und die Kombination aus Feuchtigkeit und Wärme ist deutlich wirksamer, als das bloße Bügeleisen auf niedrigster Stufe.

Tipps: Wie bleiben Gardinen länger sauber?

  • Wenn Sie an einer befahrenden Straße wohnen, sollten Sie die Fenster grundsätzlich nicht kippen (ist zum Lüften ohnehin nicht sinnvoll), sondern immer bei zurückgezogenen Gardinen Stoßlüften. Die Gardinen wirken sonst wie Filter und der Feinstaub setzt sich schnell in ihnen fest.
  • Wenn Sie kochen, die Küchentüre schließen, die Dunstabzugshaube nutzen und bei starker Dampfentwicklung das Fenster bei zurückgezogener Gardine öffnen.
  • Wenn Sie einen Kaminofen haben immer für tadellosen Zug sorgen, damit kein Rauch und Russ ins Zimmer dringt und vor allem kein feuchtes Holz benutzen.
  • Vorhänge mit einer Textildüse gelegentlich bei niedriger Saugleistung absaugen.
  • Raucher bitten draußen zu rauchen.
  • Bei Kerzen den Docht immer relativ kurz halten, damit Sie nicht so viel Ruß entwickeln.
 

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