Dünger & Kompost

Kompost richtig anlegen: 7 Tipps für Ihren Komposter

  • Als unterste Schicht für den Kompost eignen sich zerkleinerte Äste, Zweige und Strauchabfälle. Darauf werden biologische Abfälle gelegt. Der Kompostiervorgang wird begünstig, wenn Sie zwischen trockenen und feuchten Schichten wechseln.
  • Doch Vorsicht, nicht alles gehört auf den Kompost. Besonders Abfälle, die Pestizide beinhalten könnten wie beispielsweise Citrusfrüchte oder Schnittblumen, sollten nicht kompostiert werden.
  • Die Länge des Rotteprozesses im Komposter lässt sich nicht genau bestimmen, geht bei wärmeren Temperaturen aber schneller voran. Rechnen Sie mit etwa 9-12 Monaten.

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Wer einen Garten sein Eigen nennt, kennt wahrscheinlich bereits die Lösung des folgenden Problems: Wohin mit dem Rasenschnitt, den Pflanzenteilen und organischen Abfällen, die im Haus anfallen? Natürlich auf den Kompost im Garten!

Denn diese Abfälle müssen nicht weggeschmissen werden: Komposter entlasten die Umwelt und produzieren nährstoffreichen Humus. Ein natürlicher Kreislauf, der mit einem Komposter auch ganz leicht im heimischen Garten funktioniert.

Entgegen der landläufigen Meinung stinkt Kompost nicht. Wenn das Mischverhältnis und die weiteren Faktoren wie Feuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr stimmen, kommt es beim Komposter nur zu einer geringen Geruchsbildung, die an frische Gartenerde erinnert.

Ob Sie sich für einen kleinen Komposthaufen in der hinteren Ecke des Gartens entscheiden, oder auf einen Komposter aus Holz oder Kunststoff zurückgreifen, ist reine Geschmackssache – das Funktionsprinzip ist das selbe.

Erfahren Sie im folgenden Artikel auf Heimwerker.de wissenswerte Tipps zum Kompostieren im eigenen Garten.

1. Komposthaufen richtig anlegen: Anleitung zum richtigen Kompostieren

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Der Komposthaufen kann ansehnlicher in speziellen Kompostern realisiert werden.

Ein Kompost ist mehr als ein großer Haufen mit verrotteten Pflanzenbestandteilen, denn bei einer falschen Kompostierung entstehen schnell Schimmel und unangnehme Gerüche. So sollten sowohl Staunässe als auch ein Austrocknen des Komposthaufens verhindert werden.

Um optimale Bedingungen für die Verrottung zu schaffen, legt man zerkleinerte Äste, Zweige und Strauchabfälle als unterste Schicht. Darauf folgt als Zweites eine Schicht der zu kompostierenden Abfälle, zum Beispiel Laub oder biologische Küchenabfälle, wie Kartoffelschalen, die mit trockenen Materialien gemischt werden. Für die Mischung eignen sich zum Beispiel Stroh oder kleine Äste.

Wichtig ist, keine große Menge nasser Pflanzenrückstände auf den Kompost zu geben, sondern sie immer mit trockenen Materialien zu vermengen. Dadurch verbessert man die Lüftung und beugt Fäule vor. Anschließend werden die weiteren Pflanzenreste immer wieder mit trockenem Material vermischt, bis der Behälter fast gefüllt ist. Zum Schluss gibt man Erde über den Kompost, um Fliegenbefall vorzubeugen.

Tipp: Wer einen Komposthaufen neu anlegt, beschleunigt die Verrottung, indem er alten Kompost zwischen die neuen Schichten gibt und so mehr Mikroorganismen miteinbringt.

Für einen besonders guten Kompost sollte der Haufen in den ersten vier Monaten mehrmals umgesetzt werden. Der entstandende Rohkompost eignet sich beispielsweise Dünger für Ihre Pflanzen. Zur Verbesserung der Qualität des Komposts kann er in den Folgemonaten erneut umgesetzt werden.

Beim Umsetzen des Komposts werden die oberen Schichten nach unten und das untere verrottete Material in die oberen Schichten des Komposters verlegt. Nach ca. einem Jahr ist der Kompost vollständig verrottet.

2. Die idealen Bedingungen für den Komposter

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Ein Komposter mit Deckel ist sinnvoll. So schützen Sie Ihren Kompost vor starkem Regen und Staunässe.

Die Organismen, die die Verrottung des Komposts fördern, brauchen ausreichend Luft und Feuchtigkeit. Ist das pflanzliche Material zu trocken, arbeiten sie langsamer, weshalb Gartenbesitzer es im Sommer regelmäßig befeuchten sollten.

Um Fäule durch Staunässe zu vermeiden, sollte man den Kompost bei starkem Regen abdecken. Außerdem benötigen die Organismen Luft. Eine Komposter aus Beton ist daher ungeeignet. Ebenso sollte bei einem geschlossenen Behältnis auf eine regelmäßige Frischluftzufuhr geachtet werden, da sich sonst unangenehme Gerüche entwickeln.

Optimale Bedingungen erkennen Hobby-Gärtner an der Erwärmung des Komposthaufens, der durch den beschleunigten Abbau des pflanzlichen Materials entsteht. Die ideale Temperatur liegt bei ca. 40 bis 60 Grad. Darunter bleiben Krankheitserreger erhalten.

3. Komposter: Was darf rein? Was eignet sich nicht zum Kompostieren?

Auch wenn es verlockend erscheint: Der Kompost ersetzt nicht die Bio-Tonne. Auf Heimwerker.de listen wir auf, welche Abfälle Sie problemlos kompostieren können und welche Dinge Sie anderweitig entsorgen sollten:

In den Kompost: Nicht in den Kompost:
  • Laub
  • Verwelkte Blumen und Kräuter
  • Abgestorbene Pflanzenreste
  • Gras-, Hecken- und Baumschnitt
  • Rohe Gemüse- und Obstreste
  • Brotreste
  • Eierschalen
  • Blumenerde
  • Tee- und Kaffeesatz
  • Essensreste
  • Zitrusfrüchte oder Bananenschalen (oft gespritzt)
  • Knochen und Fleisch (ziehen Ratten/Mäuse an)
  • Papier und Pappe
  • Tierstreu und -kot
  • Inhalt von Staubsaugerbeuteln
  • Behandeltes Holz
  • Große Mengen von Asche
  • Farbiges Papier oder Pappe

Achtung: Blätter, Zweige, Äste oder sonstige Bestandteile von erkrankten Pflanzen und Bäumen sowie mit Pilz- oder Schädlingsbefall gehören nicht auf den Kompost, sondern in die Bio-Tonne oder den Hausmüll.

4. Wie kann man den Kompostiervorgang beschleunigen?

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Die Mischung macht’s: Schichten Sie trockene Gartenabfälle auf feuchte Reste aus der Küche.

Der Komposter ist ein Behältnis zum gezielten Kompostieren. Die Mischung des Materials im Komposter ist wichtig. Das Verhältnis von Stickstoff zu Kohlenstoff im Ausgangsmaterial muss ausgewogen sein, um den Mikroorganismen geeignete Nahrung zu bieten.

Generell ist eine bunte Mischung aus grünem (feuchten) und trockenem Pflanzenmaterial z. B. Rasenschnitt, Heu, Stroh oder stark zerkleinerte Äste geeignet.

Auch organische, d.h. unbehandelte Küchenabfälle wie Gemüse- und Obstschalen oder Kaffe- und Teesatz sowie Eierschalen gehören in den Komposter.

Immer im Wechsel sollten solche Schichten nacheinander aufgebracht werden. Die Schichten können während des gesamten Rotteprozess durch Auflockerung besser belüftet werden. Auch das Umsetzen des Komposters kann für mehr Sauerstoff sorgen. Je dünner die einzelnen Schichten sind, desto schneller geht die Rotte vor sich.

Hinweis: Man kann – muss aber nicht – Kompostierbeschleuniger aus dem Fachhandel hinzugeben. Dieser enthält Bakterien oder Gesteinspulver, der die Umwandlung des Kompostguts beschleunigt.

5. Komposter aus Holz, Kunststoff und Metall

Der Trommelkomposter

Eine interessante Alternative zum herkömmlichen, feststehenden Kompostbehältern bietet ein sogenannter Trommelkomposter. Dank einer Fahrvorrichtung Komposttrommel flexibel transportierbar und kann Ihnen dort zur Verfügung stehen, wo Sie sie gerade benötigen. Durch die Möglichkeit, den Inhalt durch Rotieren der Trommel zu vermischen und mit Sauerstoff zu versetzen, entsteht nach kurzer Zeit aus Ihren Bioabfällen wertvoller Kompost.

Den Organismen innerhalb eines Komposthaufens ist es eigentlich egal, wo sie ihre Arbeit tun. Die im Handel erhältlichen Komposter aus Holz, Kunststoff und Metall erfüllen meistens in gleicher Weise ihre Arbeit.

Der Komposter als geschlossenes System, oft als Thermokomposter oder Schnellkomposter bezeichnet, arbeitet im Gegensatz zum Komposthaufen nur geringfügig schneller.

Wichtigere Kaufkriterien sollten daher eine ausreichende Größe und Stabilität, ein Ungezieferschutz, der Preis und die Optik sein. Immerhin soll sich der Komposter ansehnlich in den Garten integrieren.

Ist der eigene Garten entsprechend groß, sollte auch über die Anschaffung mehrerer Komposter nachgedacht werden.

6. Wie lange dauert der Rotteprozess im Komposter?

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Bis aus Gartenabfällen frischer Kompost wird dauert es etwa 9-12 Monate.

Die Reifezeit des Komposts, der sogenannte Rotteprozess ist temperaturabhängig. Im Sommer arbeiten die Mikroorganismen schneller, im Winter langsamer. Aber spätestens nach neun bis zwölf Monaten ist der Rotteprozess überwiegend abgeschlossen. Aus den bunt gemischten Garten- und Bioabfällen ist dann wieder dunkle Erde geworden.

Wer besonders feinkrümeligen Kompost braucht, muss das Material aus dem Komposter sieben: Grobe Siebreste wie Aststücke nicht wegwerfen, sondern einfach wieder in den Komposter legen und eine weitere Saison lang kompostieren.

Der Kompost selbst sollte übrigens nicht untergegraben, sondern nur gut verteilt und allenfalls etwas eingeharkt werden, denn seine wertvollen Wirkung entfaltet Kompost nur im Zusammenspiel mit Sauerstoff.

7. Wurmfarm als Kompostalternative

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Kompostwürmer können den Rotteprozess beschleunigen.

In Wurmkisten oder einer sogenannten Wurmfarm können Sie auf kleinstem Raum kompostieren, da Sie eine hohe Dichte an Kompostwürmern einsetzen, die Küchenabfälle schnell und umweltfreundlich vernichten.

Für die Wurmkompostierung werden gezielt Kompostwürmer (Eisenia foetida) eingesetzt. Diese können im Handel erworben werden.

In einer Wurmkiste aus möglichst rohem und unbehandeltem Holz, das die Feuchtigekeit gut aufsaugt, werden ca. 500 Würmer eingesetzt. Alternativ können auch Modelle aus frostresistentem Plastik erworben werden.

Tipp: Eine kleine Wurmfarm kann sogar problemlos in der Küche stehen, sodass Abfälle hier sofort entsorgt werden – es kommt zu keiner unangenehmen Geruchsbildung. Auch auf dem Balkon macht sich die Wurmkiste in einer geschützten Ecke gut.

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