Rasen & Boden

Rasenpflege im Frühjahr: Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ende des Winters

  • Wann sollte man mit der Rasenpflege im Frühjahr beginnen? Wenn der Frost vorüber ist, können Sie den Rasen wieder aus dem Winterschlaf holen.
  • Sollte man den Rasen düngen? Je nach Witterung können Sie den Rasen im April das erste Mal düngen, um ihn mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Wie pflegt man den Rasen langfristig? Sorgen Sie für eine regelmäßige Bewässerung und halten Sie die ideale Schnitthöhe ein, um Unkraut und Moos keine Chance zu bieten.

Das Frühjahr ist eine besondere Zeit für Gartenliebhaber. Der kalte Winter ist passé und die Natur erwacht langsam aus ihrem Winterschlaf. Jetzt ist die Zeit, mit der Gartenarbeit anzufangen, neuen Rasen anzulegen und die Weichen für einen Sommer voller bunter Blüten und grüner Pflanzen zu stellen.

Eine professionelle Rasenpflege ist mit der richtigen Anleitung kein Problem. Welche Pflege der Rasen im Speziellen nach dem Winterschlaf benötigt, welche Reihenfolge Sie beim Säen, Mähen und Lüften einhalten sollten und wie gedüngt werden muss, verraten wir Ihnen in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung auf Heimwerker.de.

1. Reihenfolge der richtigen Rasenpflege im Frühjahr

Der Winter hat dem Rasen meist sehr zugesetzt. Nässe und Kälte haben dem Rasen die Luft zum Atmen geraubt und einen Nährboden für Moose und Unkraut gebildet. In der Folge wirkt der Rasen ausgezehrt, hat eine gelbliche Farbe und es sind deutliche Lücken in der Rasenfläche zu erkennen.

Wenn der Frost vorüber ist und die Temperaturen wieder dauerhaft auf über 10 Grad Celsius steigen, können Sie mit der Rasenpflege im Frühjahr beginnen. Wir zeigen Ihnen in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, was zu tun ist. Die richtige Reihenfolge sieht folgendermaßen aus:

  1. Fremdkörper aufsammeln und harken
  2. Mähen
  3. Düngen und kalken
  4. Vertikutieren und ggf. neuen Rasen säen
  5. Unkraut fernhalten und richtig gießen

1.1. Vorbereitende Arbeiten

Entfernen Sie im ersten Schritt der Rasenpflege im Frühjahr sämtliche Fremdkörper von der Rasenfläche. Das sind z.B. Laub und herabgefallene Äste von den umliegenden Bäumen, oder auch von Tieren zurückgelassene Nüsse. Sie können zudem eine Eisenharke verwenden, um Teile des Mooses sowie abgestorbene Grashalme zu entfernen. Lockern Sie gegebenenfalls Flächen mit gestautem Wasser auf und ebnen Sie Maulwurfshügel ein.

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1.2. Mähen, vertikutieren und nachsäen

werkzeuge fuer rasenpflege

Eisenharke, Rasenmäher und Dünger sind für die Rasenpflege unverzichtbar.

Mit dem ersten Mähen nach dem Winter regen Sie das Wachstum der Rasengräser wieder an. Entfernen Sie danach erneut Moos sowie abgestorbene Halme, um dem Rasen zu einer besseren Belüftung zu verhelfen. Vertikutieren sollten Sie den Rasen zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, da die Gräser nach dem Winter noch zu sehr geschwächt sind.

Sollte Ihr Rasen stark vermoost oder verfilzt sein, können Sie diesen etwa drei bis vier Wochen nach der Frühjahrspflege – also dem Düngen – vertikutieren. So hat der Rasen die Möglichkeit, sich zu erholen und schnell nachzuwachsen. Wässern Sie den Rasen im Anschluss an das Lüften großzügig bzw. vertikutieren Sie vor Regentagen, um eine ausreichende Bodenfeuchte zu gewährleisten. Nach dem Lüften sollten Sie auf kahlen Flächen nachsäen, um ein nachhaltig dichtes Rasenbild aufrecht zu erhalten.

Tipp: Verwenden Sie für das Nachsäen möglichst dieselbe Saatmischung wie für den ursprünglichen Rasen, um ein einheitliches Wuchsbild zu erhalten.

1.3. Die Versorgung mit Nährstoffen

Das erste Mal düngen

Je nach Witterung können Sie im April zum ersten Mal düngen und so Nährstoffdefizite ausgleichen.

Beachten Sie, dass beim Düngen die Witterung eine entscheidende Rolle spielt, um die beste Rasenpflege im Frühjahr zu garantieren. Das Wetter sollte sich bedeckt, aber trocken zeigen. Auch zu starke Hitze sollten Sie beim Düngen vermeiden.

Je nach Witterung können Sie Ihren Rasen etwa im April zum ersten Mal düngen, um Nährstoffdefizite, die sich durch den Winter und regelmäßiges Mähen ergeben, auszugleichen. Greifen Sie bei der Wahl des geeigneten Rasendüngers auf einen organischen oder mineralischen Langzeitdünger zurück, um Ihren Rasen sofort mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Die wichtigsten Unterschiede beider Düngerarten finden Sie in folgender Tabelle:

Organische Dünger Mineralische Dünger
  • Basis: Pflanzliche oder tierische Produkte
  • natürliche Langzeitwirkung
  • einfache Anwendung
  • umweltfreundlich
  • Basis: Chemische Stoffe
  • wirkt sofort
  • einfache Anwendung
  • auf Dauer belastend für die Gesundheit des Bodens
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Dadurch, dass Langzeitdünger über bis zu drei Monate kontinuierlich an den Boden abgegeben werden, wächst der Rasen in gesundem Maß in die Breite statt nur in die Höhe. Das Resultat ist eine schöne, grüne Färbung der Grashalme.

Welche Nährstoffe der Rasen braucht, hängt von der Jahreszeit ab – im Frühjahr ist es primär Stickstoff, im Herbst Kalium und im Sommer kann ein strapazierter Rasen beides gebrauchen. Um einen dichten Rasen über das gesamte Jahr zu gewährleisten, sollten Sie diesen deshalb in der Regel viermal im laufenden Jahr düngen und die Düngersorte anpassen.

2. Tipps für die weitere Rasenpflege im Frühjahr

Wenn Sie Ihren Rasen richtig pflegen wollen, gilt vor allem eins: Halten Sie ihn frei von Unkraut. Dieses siedelt sich zwischen den Rasengräsern an und ist meist robuster in Bezug auf klimatische Bedingungen und Nährstoffbedarf. Wenn Sie auf Chemie bei der Bekämpfung von Unkraut verzichten möchten, ist nun Handarbeit angesagt, um insbesondere Pflanzen mit tiefgreifenden Wurzeln, wie z.B. Löwenzahn, effektiv zu entfernen.

Hinweis: Das Düngen des Bodens stärkt den Rasen und kann ihn vor Unkraut schützen.

Auch mittels Rasenmähen können Sie den Befall durch Unkraut eindämmen. Eine Schnitthöhe von 4 bis 5 cm ist ideal, da Unkraut auf diese Weise wenig Licht erhält und daher in seinem Wachstum gebremst wird. Sorgen Sie in den nachfolgenden Monaten regelmäßig für eine ausreichende Bewässerung, um den Rasen vor Hitze und Trockenheit zu schützen.

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Eine ausreichende Bewässerung darf nicht fehlen.

Achten Sie dabei auf eine gute „Durchdringung“ des Bodens mit Wasser, damit auch die Wurzeln des Rasens erreicht werden. Da Regenwasser das bekömmlichste Gießwasser für Pflanzen darstellt, sollten Sie über Möglichkeiten nachdenken, Regenwasser in Ihrem Garten zu sammeln – etwa mit einer Zisterne, einer Regentonne oder ähnlichen Behältnissen.

3. Fragen und Antworten rund um das Thema Rasenpflege im Frühjahr

Abschließend beantworten wir Ihnen weitere Fragen zum Thema.

3.1. Warum ist Unkraut so widerstandsfähig?

Durch das Vertikutieren bei der richtigen Rasenpflege im Frühjahr werden nicht nur Gräser, sondern auch das Unkraut belüftet. Es erhält Licht und ist somit bestens vorbereitet für den Sommer. Weil Unkraut deutlich weniger Nährstoffe braucht, um zu gedeihen, wächst es auch unter suboptimalen Bedingungen schnell.

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3.2. Warum sollte man Rasen kalken?

Sie sollten Ihren Rasen kalken, um für einen optimalen pH-Wert und somit eine verbesserte Nährstoffzirkulation zu sorgen.

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Bildnachweise: Adobe Stock/Alex Sipetyy, Adobe Stock/ ronstik, Adobe Stock/rh2010, Adobe Stock/ Fahkamram (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)