Kaufberatung zum Regentonne Test bzw. Vergleich 2019

  • Eine Regentonne bietet viele Vorteile: Die Speicherung und Verwendung von Regenwasser für den Garten entlastet nicht nur die Kanalisation, sondern bietet auch einen ökologischen Effekt. Es wird weniger Trinkwasser verwendet, was wiederum zu Ersparnissen bei Energie- und Abwasserkosten führen kann.
  • Prinzipiell lassen sich Regentonnen in zwei unterschiedliche Kategorien unterteilen: oberirdische Wasserspeicher, die besonders in Design und Fassungsvermögen Unterschiede aufweisen, und unterirdische Erdtanks (Zisternen), die sich dank des meist deutlich größeren Speichervolumens auch für landwirtschaftliche Betriebe eignen.
  • Welches Volumen eine Regentonne mitbringen sollte, hängt von den Faktoren Niederschlagsmenge, projizierte Dachfläche und Abflussbeiwert ab. Was es damit auf sich hat und wie Sie die optimale Größe Ihrer Regentonne berechnen können, erfahren Sie im dritten Kapitel unseres Ratgebers.

regentonne-test

Einer Statistik des Deutschen Wetterdienstes zufolge, fielen im Jahr 2016 in Deutschland durchschnittlich 736 Liter Regen pro Quadratmeter. Das meiste davon versickerte jedoch ungenutzt im Boden. Wer bei Trockenperioden dann seine Blumen und Pflanzen im Garten bewässern muss, ist auf Leitungswasser angewiesen, was zusätzliche Kosten verursacht.

Eine gute Möglichkeit hier zu sparen, stellt die Anschaffung einer Regentonne für den Garten dar. Damit können Sie einen Teil des Regenwassers auffangen und es dann einsetzen, wenn Sie es zur Bewässerung am dringendsten benötigen. Damit Sie sich auf der Suche nach Ihrem persönlichen Regentonnen-Testsieger unter all den Marken und Herstellern für die beste Regentonne entscheiden, haben wir unseren Regentonnen-Vergleich 2019 durchgeführt, in dem wir Ihnen wertvolle Tipps rund um das Thema Regenwassertonne geben.

1. Trinkwasser sparen – Regenwasser nutzbar machen

Eine Regentonne hat viele Namen

Regentonnen werden mitunter auch als Wassertank, Regentank, Wassertonne, Regenwassertank, Wasserspeicher, Regenfass, Regenspeicher, Regenwasserbehälter, Regensammler, Regenwasserfass oder Regenwassersammler bezeichnet.

Trinkwasser ist ein kostbares Gut, das weltweit zunehmend knapper wird. Verantwortlich hierfür ist nach Ansicht der Vereinten Nationen vor allem das hohe Ausmaß an Verschwendung. Obwohl es weltweit genügend Trinkwasser gibt, um die Weltbevölkerung damit zu versorgen, wäre eine adäquate Versorgung nur durch wesentliche Änderungen im Nutzungsverhalten, bei der Aufteilung und Verwaltung von Trinkwasser zu erreichen.

In Deutschland sieht die Situation etwas anders aus. Trinkwasser ist reichlich vorhanden. Nach Angaben des Deutschen Wasser Serviceportals nutzen wir nur ein Viertel der uns zur Verfügung stehenden Wassermenge. Dennoch ist es allein aus ökologischer Sicht sinnvoll, Wasser zu sparen, da die Entnahme von trinkbarem Leitungswasser viel Energie benötigt. Schließlich muss es gepumpt, gereinigt, gefiltert und gegebenenfalls erwärmt werden.

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Regentonnen-Weinfass: Eine klassische Regentonne aus Holz, wie sie häufig in den 1960er-Jahren verwendet wurde.

Eine einfache Methode, um einen Teil des Trinkwassers zu ersetzen, stellt die Speicherung von Regenwasser in Regenauffangbehältern dar. Die Anschaffung einer solchen Wassertonne garantiert bspw. die Regenwassernutzung für den Garten in Trockenperioden, wodurch die Entnahme von Leitungswasser für die Bewässerung reduziert oder sogar komplett entfallen kann.

Die Speicherung erfolgt ausschließlich über die Dachflächen von Häusern. Mithilfe von Regenrinnen und Fallrohren wird der Niederschlag aufgefangen und zum Regenfass weitergeleitet. Entnommen wird das Wasser in der Regel mit einem Eimer oder einer Gießkanne.

2. Was für ein dickes Ding – Regenfass-Typen im Überblick

Wer sich mit einem Regentonnen-Test oder -Vergleich beschäftigt, dem wird auffallen, dass Regenwasserfässer häufig in unterschiedliche Kategorien unterteilt werden. Diese möchten wir Ihnen in unserer Kaufberatung näher vorstellen.

regentonne-frostsicher
Damit Ihre Kunststoff-Tonne durch die Kälte im Winter nicht zerstört wird, sind die meisten Regentonnen frostsicher.

Typisch ist vor allem eine Einteilung nach verwendeten Materialien:

  • klassische Regentonne aus Holz
  • moderner Wassertank aus Kunststoff

Hier die Vor- und Nachteile moderner Kunststofftonnen gegenüber klassischen Regentonnen aus Holz:

  • witterungsbeständiger
  • geringeres Gewicht
  • meist günstiger
  • nicht sonderlich nachhaltig
  • häufig weniger ansprechende Optik

Darüber hinaus gibt es Unterschiede bei der Verwendungsweise, die wir Ihnen in nachfolgender Tabelle präsentieren möchten:

Regentonnen-Typ Eigenschaften und Besonderheiten
Regentonne

 

wasserspeicher

  • Ein zu den klassischen Regentonnen zählender Regenwassertank wird ausnahmslos oberirdisch installiert.
  • Versorgt werden sie mit Wasser, das von der Dachfläche über Regenrinne und Fallrohr entsprechend umgeleitet wird.
  • Mittlerweile gibt es Regentonnen mit vollkommen unterschiedlichen Formen: Doch unabhängig davon, ob eine Regentonne eckig, rund, als Wandtank, Amphore oder Säulentank konzipiert ist, wird das Wasser meist entweder per Hand direkt aus der Tonne geschöpft oder durch einen Auslaufhahn in ein entsprechendes Gefäß gezapft (auch eine Entnahme per Regenfasspumpe ist möglich).
  • Ein Wasserfass für den Garten gibt es in der Regel mit einem Volumen zwischen 100 und 1.000 Litern zu kaufen.
 Erdtank (Zisterne)

 

erdtank

 

  • Bei einem Erdtank oder einer Zisterne handelt es sich um einen unterirdischen Wasserspeicher für Nutz- und Trinkwasser.
  • Die Tradition, mithilfe von Zisternen Wasser zu speichern, ist besonders im mediterranen Raum seit über 7.000 Jahren verbreitet.
  • Zisternen speichern das Wasser, das ihnen bspw. über Dachrinne und Fallrohr zugeleitet wird.
  • Es gibt sie in sehr unterschiedlichen Formen und Materialien (meist Beton oder Kunststoff): Das Wasser wird in der Regel über eine entsprechende Pumpe entnommen, die das Wasser hochpumpt und bspw. den Gartenschlauch oder die Sprinkleranlage entsprechend mit Wasser versorgt.
  • Das Volumen von Zisternen ist in der Regel um ein Vielfaches höher als das von Regentonnen. Je nach Verwendungszweck kann die mögliche Füllmenge weit mehr als 10.000 Liter betragen.

3. Auf die Größe kommt es an: Kaufkriterien für Regentonnen

Wer sich eine Regentonne zulegen möchte, sollte auf bestimmte Kriterien achten, die bei einem Kauf besonders relevant sind.

3.1. Größe und Fassungsvermögen

regentonne-holz
Das Volumen vieler Regentonnen bewegt sich in einer Bandbreite zwischen 100 und 1.000 Litern.

In jedem Regentonnen-Test oder -Vergleich spielen Größe und Fassungsvermögen des Wassertanks die mit Abstand wichtigste Rolle. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass  das zu wählende Volumen der Wassertonne von der zu bewirtschaftenden Gartenfläche abhängt, sind es vor allem die Niederschlagsmenge, der Abflussbeiwert und die Maße der projizierten Dachfläche, die ausschlaggebend bei der Wahl eines Regenauffangbehälters sein sollten:

  • Niederschlagswert: Mit dem Niederschlagswert ist die reine Niederschlagsmenge in Litern je Quadratmeter oder Millimetern je Quadratmeter gemeint (ein Liter/m² ist gleichzusetzen mit einer Wassersäule bzw. -höhe von einem Millimeter/m²). Dieser wird für die Gartensaison (April bis September) ermittelt, indem die gesamte Regenmenge pro Quadratmeter in diesem Zeitraum durch jene Tage, an denen Niederschlag gefallen ist, geteilt wird.
  • regensammler
    Wenn die Dachläche mit den Hauswänden abschließt, ist die projizierte Dachfläche exakt so groß, wie die Grundfläche (Länge x Breite) des Hauses. Reicht die Dachfläche über die Hauswände hinaus, muss der Dachüberstand zur Grundfläche hinzugerechnet werden.

    Projizierte Dachfläche: Sie gibt an, auf wie viele Quadratmeter der Regen fällt. Sie entspricht der Grundfläche des Hauses, wenn das Dach mit der Hauswand abschließt, ansonsten muss der Dachüberstand hinzugerechnet werden.

  • Abflussbeiwert: Er gibt an, wie viel des Niederschlag, der auf das Dach fällt, letztlich in die Regenrinne und somit in die Regentonne gelangt. Der Wert liegt zwischen null und eins, wobei null (hypothetischer Wert) bedeuten würde , dass kein Regen (0 Prozent) im Abfluss landet, eins hingegen aussagt, dass sämtliches Wasser in die Regentonne fließt (100 Prozent).
Dachabdeckung Abflussbeiwert
glasierte Tonziegel 0,9
nicht glasierte Tonziegel 0,8
Schiefer 0,8
bekieste Flachdächer 0,6

Natürlich macht es Sinn, sich auch an der zu bewirtschaftenden Grünfläche zu orientieren, allerdings kann eine Regentonne natürlich nur so viel Wasser auffangen, wie ihr durch die Faktoren Niederschlag, Abflussbeiwert und Dachfläche zur Verfügung gestellt werden. Berechnen lässt sich das optimale Volumen einer Regentonne mittels einer einfachen Formel:

Berechnungsformel für Regentonnenvolumen: Die optimale Größe wird berechnet durch die projizierte Dachfläche (in Quadratmetern) mal Abflussbeiwert mal Niederschlagswert. Bei einer Dachfläche von 60 m², einem Abflussbeiwert von 0,8 und einem Niederschlagswert von 6 Liter pro Quadratmeter rechnet sich die optimale Regentonnengröße wie folgt: 60 m² x 0,8 x 6 l/m² = 288 Liter. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall die Anschaffung einer Regentonne mit einem Fassungsvermögen von ca. 300 Liter empfehlenswert wäre.

3.2. Auslaufhahn und Abdeckung

regentonne-ablaufhahn
Regentonne mit praktischem Ablaufhahn.

Eine Regentonne mit Hahn ist praktisch, da es recht schwierig sein kann, Wasser aus der Tonne mit einer Gießkanne oder einem Eimer zu entnehmen, wenn der Wasserstand niedrig ist. Um die Pflanzen im Garten problemlos auch bei eines kaum gefüllten Regenfasses gießen zu können, empfiehlt sich die Anschaffung einer Tonne mit entsprechendem Auslaufhahn.

Auch ein Deckel kann bei einer Regentonne Sinn machen: Zum einen kann er verhindern, dass lästige Stechmücken sich in Ihrem Garten vermehren können, zum anderen bietet er Schutz für Haus- und Wildtiere, die in nicht abgedeckten Regentonnen ertrinken könnten.

3.3. Form und Design

In den meisten Fällen haben Form und Design keine direkten Auswirkungen auf die Funktionalität von Regenwasserbehältern. Bei den beiden Faktoren handelt es sich vor allem um Stilmittel, die möglicherweise bei der Anpassung an den eigenen Garten eine Rolle spielen. Experte André Oppel verriet dazu im Gespräch mit heimwerker.de:

“In erster Linie handelt es sich bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Tonne zunächst einmal um eine Preisfrage. Generell gilt nämlich, dass die klassischen grünen Tonnen aus Kunststoff Designer-Regentonnen im Stile von Amphoren oder Holzfässern bei Funktionalität und Lebensdauer in nichts nachstehen, dafür im Preis aber deutlich günstiger sind. Spezielles Design ist teuer und in der Regel mit einem Preisaufschlag von mindestens 30 Prozent verbunden. Allerdings können wir feststellen, dass es einen Trend in diese Richtung gibt. Viele Kunden sind zunehmend bereit, höhere Preise zu zahlen, wenn Sie dafür ein Produkt erhalten, das sich optisch nahtlos in ihre Garten- oder Hofgestaltung einfügen lässt.”

André Oppel, Kreher Technik GmbH

regentonnen-vergleich

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Regenfässer

 4.1. Wie groß sollte eine Regentonne sein?

Die Größe einer Regentonne, bezogen auf ihr Volumen, sollte in Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge pro Quadratmeter, der projizierten Dachfläche und dem Abflussbeiwert gewählt werden. Wie genau Sie die benötigte Größe berechnen, können Sie im dritten Kapitel unseren Regentonnen-Vergleiches nachlesen.

4.2. Was kosten Regentonnen?

regentonne-bepflanzbar
Regentonnen, die bepflanzbar sind, verfügen meist über ein extravagantes Design.

Wenn Sie eine günstige Regentonne kaufen möchten, dann können Sie bei Exemplaren bis 500 Liter mit Kosten zwischen 20 und 100 Euro rechnen. Unter anderem gibt es folgende Sonderfälle:

  • größere Wasserspeicher mit 1.000 Liter Speicherkapazität
  • bepflanzbare Regentonnenmit außergewöhnlichen Designs
  • klassische Regentonnen aus Holz mit Weinfass-Optik

Diese können auch deutlich teurer sein und bis zu mehrere hundert Euro kosten.

Zisternen aus Kunststoff mit einem Speichervolumen von einigen tausend Litern liegen hingegen häufig im Bereich zwischen 200 und 700 Euro, wobei die Grenze nach oben hier prinzipiell offen ist.

4.3. Wie kann man Regentonnen verbinden?

regentonne-mit-hahn
Für die Ansaugmethode benötigen Sie lediglich ein Stück Gartenschlauch.

Um bspw. zwei kleine Regentonnen zu verbinden, gibt es prinzipiell zwei unterschiedliche Möglichkeiten: die Ansaugmethode oder den professionellen Regentonnen-Verbinder.

Ansaugmethode mit Gartenschlauch:

  • ein Stück Gartenschlauch auf eine Länge von maximal zwei Metern zuschneiden
  • das eine Ende in die gefüllte Tonne legen und kraftvoll am anderen Ende saugen
  • sobald Wasser aus dem Schlauch läuft, das andere Ende in die leere Tonne legen
  • Ergebnis: automatische Anpassung des Wasserstands beider Tonnen
  • Schlauch mit Klebeband an Tonnen befestigen, um Verdrehen und Verknoten zu verhindern

Wundern Sie sich nicht: Es ist durchaus möglich, dass Sie beim Ansaugen mehrere Versuche benötigen, bis Wasser von der einen in die andere Tonne fließt.

Regentonnen-Verbinder

  • regentonnen-verbinder
    Mit einem Regentonnen-Verbinder können Sie zwei Wassertonnen zusammenfügen.

    Regentonnen-Verbinder in einem Baumarkt erwerben

  • in jede der beiden Wassertonnen auf gleicher Höhe ein Loch bohren
  • die beiden Enden des Verbinders in die Löcher stecken und von den Innenseiten die Kontermuttern festschrauben
  • tritt Wasser an den Verbindungsstellen aus, diese einfach mit Dichtband abdichten

4.4. Was sagt die Stiftung Warentest zum Thema Regentonnen?

Obwohl die Stiftung Warentest noch keinen Regentonnen-Test durchgeführt hat, äußert sie sich in einer Meldung vom 08.05.2014 zum Thema Regenwassernutzung. Ihre Empfehlung: Regenwasser sammeln, z. B. mithilfe einer einfachen Regentonne im Garten. Sollte es stark regnen, werden dadurch der Kanalisation große Mengen Wasser erspart, was gut für die Reinigungsleistung der Kläranlagen ist. Außerdem hat das Sammeln und Verwenden von Regenwasser für die Bewässerung des Gartens einen ökologischen Effekt, da weniger Leitungs- und somit Trinkwasser verbraucht wird. Auch die Energiekosten und die Kosten für Abwasser können dadurch gesenkt werden.