Nutzpflanzen

Thymian pflanzen und pflegen

Thymian pflanzen und pflegen

thymian-0Der Thymian (Thymus) bildet eine eigenen Pflanzengattung innerhalb der Famile der Lippenblütler und umfasst über 200 verschiedene Arten, die sowohl als Heil- und Gewürzpflanzen Verwendung finden. Für den Anbau im Kräutergarten eignet sich besonders der Echte Thymian (Thymus vulgaris), doch auch viele andere Sorten überzeugen durch außergewöhnliche und aromatische Geschmacksnuancen.

Thymiane wachsen als Halbstrauch, der an der Basis zum Verholzen neigt, und bilden filigrane Blüten in unterschiedlichen Ausprägungen und Farben. So wird der Thymian nicht nur als Duftpflanze, sondern häufig auch als natürlicher Blickfang in den Garten gesetzt.

Mit der richtigen Pflege kann der Thymian über den gesamten Sommer hinweg geerntet werden. Hier erfahren Sie die besten Tipps zum Anbau und zur gezielten Pflege des mediterranen Thymians.

Sortenvielfalt der Thymiane

Thymian begeistert Gartenliebhaber, da er nicht nur aufgrund seiner zahlreichen ätherischen Öle angenehme Aromen entwickelt, sondern mit seinen feinen Blütenständen auch zur Zierde im Garten wird. Zudem können Hobbygärtner in ausgewählten Gartencentern zahlreiche Hybriden und Kreuzungen erwerben, die sich in ihren Würzeigenschaften und Heilzwecken unterscheiden.

Der Echte Thymian (Thymian vulgaris) wird auch Deutscher Thymian genannt, obwohl auch er natürlich ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Seine aromatischen Pflanzenteile geben deutscher Wurstware den typischen Geschmack, daher spricht man auch vom Wurstkraut. Neben seiner Nutzung als Gewürzpflanze dient der Echte Thymian auch als Bienenweide und lockt zahlreiche Insekten in den sommerlichen Garten.

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Thymiane wachsen als Halbstrauch und dienen als Gewürz- und Heilpflanze.

Der Grüne Zitronen-Thymian (Thymus citriodorus) entwickelt auffallend dunkle Blätter und rosafarbene Blüten. Im Gegensatz zu vielen anderen Thymiansorten verträgt er schattige Plätze besonders gut.

Der Kugelthymian (Thymus vulgaris var.) hingegen eignet sich besonders gut als Heckenpflanze, da er selbstständig in eine ansprechende Form wächst und nicht zum Verkahlen neigt.

Wenn Sie gerne mit neuen Geschmacksrichtungen experimentieren, sollten Sie Lavendelthymian (Thymus thracicus) im Garten anpflenzen. Im Geschmack erinnert das pikante Aroma an Rosmarin, Kiefernnadeln und Lavendel und bringt so ungewöhnliche und aufregend neue geschmackliche Dimensionen auf den Teller.

Tipp: Experten raten vom Kauf von Massenware ab, da viele Pflanzen nicht länger sortenrein, sondern als Wildkreuzung im Handel ankommen. Wenden Sie sich daher lieber an einen Fachhändler für Kräuterpflanzen. So können Sie sicher sein, dass Ihre Pflanze am idealen Standort auch ein optimales Aroma entwickelt.

Ansprüche und Standort der Thymiane

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Thymian gedeiht auch in einem Kübel sehr gut. Eine Steinwand im Hintergrund dient als idealer Wärmespeicher.

Thymiane stammen aus dem Mittelmeerraum und gedeihen dort in warmer, nährstoffarmer Erde besonders gut. Für einen Anbau im eigenen Kräutergarten sollte daher ein sonniger Standort mit magerem und trockenem Substrat gewählt werden.

Idealerweise befindet sich hinter der Pflanze eine Steinwand, die über den Tag viel Wärme speichern und diese abends noch an die mediterrane Gewürzpflanze abstrahlen kann. Auch in einem Steingarten oder auf einer Trockenmauer gedeiht eine flachwachsende Thymiansorte gut.

Alternativ fühlt sich der Thymian auch in der obersten Klimazone einer Kräuterspirale sehr wohl. Hier befindet sich nährstoffarmes und gelockertes Substrat, das sich ideal für den Anbau südländischer Gewürzpflanzen eignet. Es gibt jedoch auch Thymiansorten, die eine Pflanzung in der Normalzone der Spirale bevorzugen, achten Sie hier auf die ausgeschriebenen Ansprüche der Pflanze.

Zudem lassen sich Thymiane problemlos in einem ausreichend großen Kübel auf dem Balkon halten. Wird der Kübel in Terrassennähe aufgestellt, können Sie den angenehmen Duft der Gewürzpflanze den ganzen Tag über genießen.

Tipp: Bedenken Sie bei Ihrer Standortwahl, dass Thymian und Majoran als starkzehrende Pflanzen nicht nebeneinander angepflanzt werden dürfen.

Thymian pflegen

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Jungpflanzen können ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden.

Vorgezogene Thymianjungpflanzen sind kälteempfindlich und werden daher erst nach den Eisheiligen ins freie Beet gepflanzt, denn ab Mitte Mai drohen in Deutschland keine Nachtfröste mehr. Für eine optimale Wurzelbildung in der anfänglichen Wachstumsphase ist es wichtig, dass das Substrat nie komplett austrocknet.

Ist der Thymian gut eingewurzelt, verträgt er auch eine längere Trockenperiode problemlos. Jetzt wird eher anhaltende Feuchtigkeit zum Problem: Geben Sie bereits zur Pflanzung eine Drainageschicht aus Blähton oder kleinen Tonscherben in das Pflanzloch bzw. den Kübel, um einen natürlichen Wasserabtransport zu gewährleisten. Staunässe führt unweigerlich zu Wurzelfäule, die der Pflanze nachhaltig schadet.

Auch eine zusätzliche Düngung verträgt Thymian nur schlecht, denn er neigt zu einer schnellen Überdüngung, woraufhin sich nur noch wenige aromatische Triebspitzen bilden. Eine jährliche Gabe von organischem Dünger wie Kompost und Kalk genügt der pflegeleichten Gewürzpflanze und versorgt sie mit allen wichtigen Nährstoffen.

Schnittmaßnahmen beim Thymian

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Der Thymian muss regelmäßig in Form geschnitten werden, um ein Verholzen unterer Triebe hinauszuzögern.

Für einen fromschönen, runden Wuchs erhält der junge Thymian nach seiner Pflanzung bereits einen ersten Formschnitt, falls er nicht schon geschnitten als Containerware geliefert wurde. Kürzen Sie die Triebe gegebenenfalls rundum ein, sodass immer noch etwas Pflanzengrün bestehen bleibt.

Auf diese Weise sollten Sie auch bei der Ernte vorgehen: Schneiden Sie die gesamten Triebe immer nur so weit ab, dass noch mindestens zwei Finger breit grüne Triebenden stehen bleiben. Alte Triebe werden allmählich von unten nach oben verholzen, bis die Gewürzpflanze schließlich keinen grünen Neuaustrieb mehr bildet. So wirken Sie einem vorzeitigen Verholzen der unteren Strauchhälfte durch ein regelmäßiges Ernten effektiv entgegen und verjüngen Ihren Thymianstrauch.

Ebenfalls hilfreich bei nachlassender Würzkraft kann das Umsetzen an einen neuen Standort sein. Da der Thymian, wie auch der Majoran, zu den starkzehrenden Pflanzen im Kräutergarten zählt, raten Experten zu einem regelmäßigen Umpflanzen, sodass sich der Boden wieder erholen kann. Auch dem Halbstrauch bekommt ein neuer Standort sehr gut, da er hier wieder ausreichend Nährstoffe vorfindet, die für ein gesundes Pflanzenwachstum nötig sind.

Thymian ernten und trocknen

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Thymian kann frisch verzehrt oder getrocknet weiterverarbeitet werden.

Thymian kann als immergrüne Pflanze das gesamte Jahr hindurch geerntet werden. Idealerweise erfolgt die Ernte am Vormittag, da jetzt das Aroma der Pflanzenteile am stärksten ist.

Besprühen Sie beispielsweise in den Morgenstunden Ihren Thymianstrauch mit einem feinen Wasserstrahl, um die Triebe ausreichend zu reinigen. Am frühen Nachmittag, vor der einsetzenden Mittagshitze, sind alle Pflanzentriebe getrocknet und können mit einem scharfen Messer abgeschnitten und sofort weiterverarbeitet werden.

Alternativ können Sie sich bereits im Sommer für den anstehenden Herbst und Winter einen Vorrat aus getrockneten Thymianzweigen anlegen. Zu diesem Zweck ernten Sie viele Zweige nach Beginn der Blüte und binden Sie zu einem schmalen Kräuterbündel zusammen. Dieses kann nun in einem dunklen, luftigen Raum kopfüber zum Trocknen aufgehängt werden. Getrockneter Thymian ist jedoch deutlich weniger aromatisch als frisch geerntet.

Thymian als Nutz- und Heilpflanze

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Thymian wird gerne als Zier- und Heilpflanze angewandt.

Thymian ist ein vielseitiges Kraut. In der Naturheilkunde wird Thymian bei Bronchitis oder auch bei Magenbeschwerden, Darmkrankheiten und Gallenleiden als Tee eingesetzt. Als Heißgetränk hilft Thymian dabei, die Schleimhäute bakterienarm zu halten und wirkt in Kombination mit frischem Salbei besonders entzündungehemmend und schmerzlindernd.

Bei fettiger Haut verhelfen Kompressen und Gesichtsdampfbäder mit Thymianextrakten zu einer reineren Hautbeschaffenheit. Thymiansud als Badezusatz kann zudem leichtere Hautleiden schonend lindern.

Der angenehme Thymianduft wirkt auf viele Schädlinge abschreckend. Pflanzen Sie daher Thymian in unmittelbare Terrassennähe oder entlang eines schmalen Gartenweges, um beispielsweise Ameisen auf natürliche Weise zu vertreiben.

 

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