Heißuft, Kleben &Verbinden

Heißklebepistole Test und Preisvergleich

HeißklebepistoleHeißklebepistolen sind für viele Bastel- und Heimwerkeranwendungen unschlagbar praktisch: Der Heißkleber hält fast überall, bindet zuverlässig und ist schnell verfügbar. Beim Arbeiten mit Heißkleber hängt allerdings fast alles von der Güte und der Handhabbarkeit der Klebepistole ab: Wenn es tropft, Fäden zieht und unkontrolliert in der Gegend herumquillt hat man nur wenig Spaß und eine kräftige Sauerei. Wir haben einige Heißklebepistolen auf Herz und Nieren geprüft und geben Ihnen eine klare Empfehlung – für sicheres und exaktes Heißkleben.

Er kann beinahe alles und wird gerade von Hobbyhandwerkern mit Liebe bedacht. Heißkleber gelten als überaus zuverlässig und eignen sich längst nicht nur dazu, zwei Komponenten miteinander zu verbinden. Stattdessen können sie zu Reparaturzwecken eingesetzt werden und bieten sich für viele Tätigkeiten im Haushalt an.

Der Kleber aus der Pistole

Um den Heißkleber benutzen zu können, wird zuerst einmal eine Heißklebepistole benötigt. In diese wird der stabförmige Heißkleber eingesetzt und in der Pistole erhitzt. Einmal auf Temperatur gebracht, lässt sich der Kleber so leicht auf Werkstoffe auftragen, wie ein simpler Klebestift. Gerade im Bereich des Modellbaus kommt der Heißkleber häufig zum Einsatz. Der Kleber besitzt eine schnelle Trocknungszeit und ist sogar dazu geeignet, Fugen abzudichten.

Reparaturen mit dem Heißkleber

Da der heiße Klebstoff besonders vielseitig ist, lässt er sich für Reparaturen einsetzen. Eine Möglichkeit wäre, von Schränken abgebrochene Zierleisten mit dem Heißkleber neu aufzubringen. Prangt an den Seitenflächen einer Couch ein Riss, ist es unter Umständen möglich, den Riss mit Heißkleber zu verschließen. Besonders häufig wird er jedoch angewandt, wenn mit Stoff bezogene Sitzbänke Schäden aufweisen. Der Heißkleber klebt Beine, Rückenlehnen und sogar den Stoffbezug fest an. Ebenso kann der Kleber im Außenbereich Anwendung finden. Mit Kunststoffdächern abgedeckte Gartenpavillons leiden oftmals unter Sturmschäden oder kleinen Rissen im Dach. Um den Riss zu verschließen, braucht einzig ein Stück einer farbgleichen Plane direkt auf den Riss geklebt werden.

Vorbereitung ist wichtig

Mit der Heißklebepistole arbeitenDamit der Heißkleber hält, was er verspricht, müssen die zu klebenden Flächen vorbereitet werden. Mit Terpentin oder einem anderen Reinigungsmittel werden Fett- und Ölreste vom Werkstoff entfernt. Das zusätzliche Aufrauen der Oberfläche verstärkt die Kleberhaftung noch zusätzlich. Vorsicht ist bei temperaturempfindlichen Werkstoffen geboten. Kunststoff lässt sich nur bedingt mit Heißkleber bearbeiten. Da der Kleber ungefähr mit 180 Grad Celsius aus der Pistole kommt, kann sich der Kunststoff durch die Hitze verziehen. Wird der Kleber zum Verschluss einer Fuge oder eines Loches benutzt, muss er schließlich geglättet werden. Dies gelingt mit einem kleinen Holzspachtel hervorragend. Wer keinen Spachtel zur Hand hat, kann ebenso den Holzstiel eines Stieleises nutzen und sich die Arbeit mit einer vorgezogenen Belohnung versüßen.

Heißkleber: Was man wissen sollte

Heißkleber ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts – er ist einer der ältesten Klebstoffe der Menschheit. Schon in der Steinzeit wurde in Trockendestillation gewonnenes Birkenpech, ein zäher, harzartiger Stoff, zur Herstellung von Werkzeugen verwendet. Auch “Ötzi” hatte mit Birkenpech verklebte Pfeilspitzen im Gepäck.

Heute werden Heißkleber in verschiedensten Spezifikationen für Industrie, Handwerk und Heimwerkeranwendungen hergestellt. Die Verarbeitung erfolgt in der Industrie in der Regel in speziellen Maschinen, für den Handwerks- und Heimwerkerbereich hat sich eine große Zahl verschiedener Klebepistolen den Markt erobert. Das Prinzip ist in der Regel immer gleich: Der Klebstoff wird in festem, nicht klebenden Zustand meist in Form sogenannter “Klebekerzen” oder “Klebesticks” verkauft. Nach dem Einschieben in die Pistole wird er elektrisch erhitzt und tritt an der Vorderseite mehr oder minder kontrolliert und flüssig aus einer Metalldüse aus.

Diese Düse ist oft das entscheidende Problem: Allein sie entscheidet über die Dosierfähigkeit und Anwendungsfreundlichkeit des Klebstoffs und der Klebepistole. Auch sollte sie, falls nötig, wechselbar oder zumindest demontierbar sein. Andere Kriterien sind eine schnelle Aufheizphase, eine konstante Temperatur und ein hochwertiges, thermisch isoliertes Gehäuse: Heißklebepistolen erreichen Temperaturen jenseits der 200 °C und sollten dem Anwender keine Brandblasen zufügen!

Test-Tabelle

  Bosch PKP 3,6 LI DEMA HK 500 Mannesmann HKP Steinel Gluematic 5000 Pattex Supermatic 200+ UHU LT 110 XL
Preis 48,50 € 14,95 € 11,99 € 45,98 € 72,23 € 40,39 €
Betrieb Akku Akku Netz Akku Akku Netz

Heißklebepistole Bosch PKP-18 EHeißklebepistole Bosch PKP 3,6 LI

Die Bosch PKP 3,6 LI ist sicherlich kein Schnäppchen, aber ihr Geld in jedem Fall wert: Schon beim Auspacken fällt die gute Verarbeitung auf – ein Transportköfferchen als Beigabe sucht man jedoch vergebens. Im Klebebetrieb gibt das schwäbische Gerät sich keine Blößen: Der Klebstoffvorschub ist mit einer der besten im Test, die Pistole ist gut wärmeisoliert und tropft fast nicht nach.

Die Aufheizzeit ist sehr gut, die Akkuleistung auch. 

Mit der Bosch PKP 3,6 LI können Klebesticks bis zu einer Länge von 20 mm verwendet werden, der Vorschub funktioniert reibungslos und die Austrittsgeschwindigkeit überzeugt – klare Empfehlung.

  • sehr guter Klebstoffvorschub
  • gute Verarbeitung
  • gut isoliert
  • Akku-Lade-LED
  • tropft leicht nach

Klebepistole DEMA HK 500Klebepistole DEMA HK 500

Billig ist nicht immer Schrott – wie die DEMA HK 500 bestätigt. Wenn man bereit ist, in punkto Verarbeitungsqualität und Aufheizzeit Abstriche zu machen, erhält man mit der DEMA HK 500 ein durchaus brauchbares Heißklebegerät.

Die Förderleistung ist ordentlich, die Austrittsdüse tropft nicht besonders stark nach. Kabelloser Betrieb ist für kurze Zeit möglich, die Pistole kühlt jedoch vergleichsweise schnell aus. Die Haltestation ist recht stabil, die Aufheizzeit mit 5 Minuten dauert ebenfalls keine Ewigkeiten. Andere Pistolen können vieles besser – diese hier macht jedoch einen ehrlichen und anständigen Job zu einem sehr guten Preis.

  • Preis
  • simple Handhabung
  • passabel verarbeitet
  • längere Aufheizzeit
  • nicht besonders exakt

Mannesmann HeißklebepistoleMannesmann Heißklebepistole

Ohne Modellbezeichnung, ohne Akku, dafür mit Koffer – und leider ohne jeglichen Qualitätsanspruch: Die Heißklebepistole der Gebrüder Mannesmann zeigt, dass “Billig” natürliche Grenzen hat. Unter zehn Euro lässt sich keine vernünftige Heißklebepistole produzieren.

Buchstäblich brandgefährlich ist die Handhabung des Billgheimers: Bei etwas festerem Druck auf die Patrone tritt der Klebstoff nicht an der Düse, sondern am Düsenflansch aus – wohl dem, der seine Finger in Sicherheit gebracht hat. Der Ständer der Pistole funktioniert nicht richtig, der Klebstoff tropft munter nach, der Koffer ist weder schön noch brauchbar. Damit nicht genug: Die Mannesmann-Pistole neigt mitunter zu abenteuerlicher “Selbstverklebung”; danach braucht man entweder viel Geduld oder man investiert ein paar Euro mehr in ein funktionierendes Modell.

  • Heizzeit
  • Gehäuseisolierung
  • Verarbeitung
  • Verbrennungsgefahr
  • unsauberes Arbeiten
  • Nachtropfen
  • Kein Akku
  • Schlechter Vorschub

Steinel Heißklebepistole Gluematic 5000Steinel Heißklebepistole Gluematic 5000

Ein rundes Gerät: Die Steinel Gluematic 5000 ist mit ihren rund 46 Euro zwar kein Schnäppchen, aber durchaus ihr Geld wert. Insbesondere im professionellen Dauerbetrieb zeigt sie ihre Stärken: Die Verarbeitung ist hervorragend, der Vorschub sehr gut und die kabellose Arbeitszzeit von 15 bis 20 Minuten absolut in Ordnung.

Die Pistole verklebt sich nicht selbst; auch lässt sich die Düse im betriebswarmem Zustand leicht wechseln. Die Klebemenge wird exakt abgegeben und ist gut dosierbar, ein Nachtropfen findet kaum statt. Wer länger und womöglich auch gewerbsmäßig heißklebt, kommt an der Steinel Gluematic 5000 nicht vorbei.

  • sehr gute Verarbeitung
  • dauerhaft
  • exakt
  • gute Akkuleistung
  • gute Handhabung
  • etwas längere Aufheizzeit

Pattex Pistole Supermatic 200PlusPattex Pistole Supermatic 200Plus

Die Pattex Pistole Supermatic 200Plus ist das teuerste Gerät im Test – dafür ohne Schwächen und mit 36 Monaten Garantie eine Anschaffung fürs Leben. Kleben, Heizen, Arbeiten – alles geht optimal und präzise von der Hand, der erhöhte Anschaffungspreis macht sich bezahlt.

Düsenwechsel und Klebstoffvorschub funktionieren perfekt, die Pistole tropft kaum nach, ist gut verarbeitet und sehr gut isoliert. Mitgeliefert wird darüber hinaus ein hochwertiger Koffer, Wechseldüsen und ein Sortiment an 200-Gramm-Klebesticks. Wer das Geld hat – klare Kaufempfehlung!

  • hervorragend verarbeitet
  • praktischer Koffer
  • kurze Aufheizzeit
  • sehr exakt
  • 36 Monate Garantie
  • teuerste Heißklebepistole im Test

heißklebepistole Uhu LT 110 XLUhu LT 110 XL

Auch vom zweiten großen deutschen Klebstoffhersteller gibt es eine Heißklebepistole: Diese ist zwar deutlich günstiger, aber nur mäßig innovativ. So ist die Uhu LT 110 XL auf ein Netzkabel angewiesen, auch wirkt das Design ein wenig altbacken und lässt gewisse Rückschlüsse auf die längere Bauzeit der Pistole zu.

Ein riesiger Nachteil ist die mangelnde Kompatibilität für andere Klebepatronen: Lediglich ovale (!) Uhu-Patronen lassen sich mit der LT 110 XL verwenden – nicht unbedingt eine Kundenbindung auf die feine englische Art.

Das etwas älter und markengebunden keineswegs schlecht kleben muss zeigt sich im Arbeitsprozess: Der heiße Uhu klebt alles wie er soll, gut dosierbar und ohne störendes Nachtropfen. Die Verarbeitung ist anständig, die Isolation gut. Auch die Aufheizzeit geht in Ordnung. Wer ein Herz für Uhu hat – von der technischen Seite spricht nichts dagegen. Die Markenbindung bei den Patronen ist allerdings ein Ärgernis.

  • gut verarbeitet
  • gute Leistung
  • exakt und kompakt
  • kein Akku
  • Markenbindung an Uhu-Patronen
  • etwas altbackenes Design

Heißklebepistolen-Test: Vergleichssieger

Als Vergleichssieger hat sich die Steinel Gluematic 5000 durchgesetzt. Sie macht nichts falsch, liegt von den Kosten her im Mittelfeld und ist eine langfristige Anschaffung. Auch im Profi-Einsatz gibt das Gerät sich keine Blöße. Es liegt gut in der Hand, lässt sich auch kabellos recht lange betreiben und ist präzise und effizient im Umgang mit dem teuren Klebstoff. Klare Kaufempfehlung.

Ebenfalls erwähnenswert gut ist die Pattex Pistole Supermatic 200Plus: Sie leistet sich keine Schwächen – außer beim Preis. Der Mercedes unter den Heißklebepistolen glänzt allerdings mit der längsten Garantie im Test und einem hervorragenden Kundendienst.

Klebepistolen: Preis-Leistungs-Sieger

Wer gelegentlich mal heißklebt, kein Gewerbe betreibt und vielleicht einmal im Jahr einen Adventskranz zusammenkleben möchte braucht keine Hightech, sondern ein einfaches Gerät. Für diese Ansprüche ist die DEMA HK-500 völlig ausreichend und funktioniert zuverlässig. Große Erwartungen an Haltbarkeit und Verarbeitung sollte man freilich nicht stellen. Dennoch: Universell einsetzbare Patronen, der extrem günstige Preis und die in dieser Preisklasse nicht selbstverständliche Akkubetriebsmöglichkeit runden das Preis/Leistungs-Paket ab.

Preis-Leistungs-Sieger: DEMA HK 500
Preis-Leistungs-Sieger: DEMA HK 500
Vergleichssieger Steinel Gluematic 5000
Vergleichssieger Steinel Gluematic 5000