Basteln mit Holz

Holzwurmbekämpfung bei Holzwurmbefall durch Holzschädlinge

Holzwurm bekämpfen leicht gemacht

Holzwurmbekämpfung

Holzwurmbekämpfung
  • Trockenheit
  • große Hitze
  • Kälte
  • Eicheln
  • Essigessenz
  • Borsalz
  • Salmiakgeist

Der auch als gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum) bekannte Holzwurm hat zumeist großen Hunger und richtet großen Schaden bei hölzernen Möbeln und Bauteilen an.

Wenn der Holzwurm bzw. seine Larven erst einmal begonnen haben, sich durch das Holz zu fressen und auf der Holzoberfläche die typischen kleinen Holzwurmlöcher zu sehen sind, wird es höchste Zeit für die Holzwurmbekämpfung. Sonst droht ein geliebtes Möbelstück oder ein wichtiges architektonisches Tragwerk vollkommen zerstört zu werden.

Holzwurm bzw. auch Hausbock und Splintholzkäfer, die ebenso zu den holzvernichtenden Insekten gehören, müssen so schnell es nur geht beseitigt werden. Bei uns erfahren Sie, wie Sie einen Holzwurmbefall erkennen und wie Sie die Holzwürmer beseitigen.

Aussehen und Entwicklung von Holzwürmern

Holzwurmbekämpfung Larve
Hungrig sind vor allem die Larven der Holzwürmer, die sich ihre Gänge durch das Holz fressen.

Bevor man den Nagekäfer bekämpfen kann, muss man zunächst wissen, wie dieser überhaupt aussieht. Denn ein Holzwurm ist dem Brotkäfer sehr ähnlich. Zumeist wird der Nagekäfer 3 bis 5 mm lang, hat eine dunkelbraune Farbe und einen ovalen Umriß. Sein Kopf wird von einem Halsschild geschützt. Drei leicht vergrößerte Endglieder stellen die Antennen dar. Die Larven des Holzwurms sind stark gekrümmt, besitzen jedoch starke Kieferzangen, mit denen sie das Holz auffressen.

Jedes Weibchen legt ca. 20 bis 30 Eier in einen Holzriss ab. Deren Larven schlüpfen nach 3 Wochen, bohren sich in das Holz ein und entwickeln sich darin bis zu 4 Jahre. Sobald die Larve ausgewachsen ist, verpuppt sie sich und der ausgewachsene Käfer und verlässt das Holz.

Auffälligkeiten bei Holzwurmbefall

Holzwurmbekämpfung befallenes Möbelstück
Deutlicher Holzwurmbefall: Sind die Fraßlöcher und das Holzmehl zu sehen, wird es höchste Zeit zu handeln.

Zunächst fallen die bereits erwähnten Löcher mit 1 bis 2 mm Durchmesser auf, die bei Holzwurmbefall vermehrt auftreten. Von der Anzahl dieser Löcher kann man zumeist auch auf die innere Zerstörung des Holzes schließen. Doch während die Larven des Holzwurms in ihren Löchern verweilen, kommen die Larven der anderen Parasiten öfter ans Tageslicht und fallen dadurch schneller auf. Zudem ist der Ausstoß von Bohrmehl besonders auffällig. Je mehr Bohrmehl Sie vorfinden, desto größer ist auch der Befall durch den Holzwurm.

Schnellübersicht zur Holzwurmbekämpfung

Bekämpfungsmittel Wirkungsweise
Trockenheit Trockenes Holz dient dem Holzwurm nicht als Futter und er verhungert.
Hitze Wärme über 55 °C tötet die Larven des Holzwurms.
Borsalz Dient vorbeugend und vertreibt Holzwürmer.
Salmiakgeist Die Dämpfe vertreiben und töten Holzwürmer sowie Larven
Essigessenz Unangenehme Gerüche vertreiben den Holzwurm.
Eicheln Eine Delikatesse für den Holzwurm, der freiwillig das Futterrevier wechselt.

Chemische Mittel zur Holzwurmbekämpfung

Zunächst hängt die Methode der Bekämpfung der Holzwürmer auch ein wenig von deren Auftreten ab. Sollten Sie es mit einer großen Anzahl von Holzwürmern zu tun haben, ist es zumeist besser, wenn Sie entweder mit chemischen Mitteln arbeiten – dabei bitte strikt alle Sicherheitshinweise des verwendeten Mittels beachten – oder Sie wenden sich an einen professionellen Kammerjäger.

Sollte hingegen nur ein kleiner Bereich des Holzes oder auch nur ein Möbelstück befallen sein, können Sie folgende biologische Mittel und Hausmittel ausprobieren. Denn das ist meistens besser für Umwelt und Gesundheit.

Biologische Mittel und Hausmittel zur Holzwurmbekämpfung

Holzwurmbekämpfung mit Eicheln
Eicheln sind eine Delikatesse für Holzwürmer und locken sie aus dem befallenen Möbelstück. Die Eicheln anschließend entsorgen.
  1. Holzwürmer können nur in Holz überleben, dass auch entsprechend feucht ist. Sollten Sie also zum Beispiel ein altes befallenes Möbelstück haben, welches Sie retten und von den Holzwürmern befreien möchten, stellen Sie das Möbel in einen zentralbeheizten Raum. Aufgrund der zunehmenden Austrocknung des Holzes werden die Larven absterben. Dabei brauchen Sie keine Angst zu haben, dass andere Holzteile im Raum befallen werden, weil diese bereits genügend ausgetrocknet sind.
  2. Weiterhin reagieren Holzwürmer sehr stark auf Hitze. Zumeist reichen 55 Grad Celsius aus, um die Holzwürmer vernichten zu können. Dies hat mit deren Eiweißkern zu tun. Dadurch, dass Holzwürmer zu einem großen Teil aus Eiweiß bestehen, können Sie dieses durch Hitze zersetzen und somit den Holzwurm beseitigen. Nehmen Sie deshalb das entsprechende Stück Holz und legen es beispielsweise in den Backofen oder die Sauna und lassen es dort bis zu einer Stunde bei genannter Temperatur ruhen.
  3. Handelt es sich um kein “mobiles” Stück Holz, sondern um einen festen Balken, können Sie folgenden Trick versuchen: Holzwürmer lieben Eicheln. Legen Sie deshalb ein paar Eicheln in die Nähe der befallenen Stelle. Die Holzwürmer werden von dem Geruch magisch angezogen. Sobald es die Würmer aus den Löchern gezogen hat, können Sie die Holzwürmer bekämpfen.
  4. Eine weitere Variante ist das Borsalz gegen Holzwürmer Es wirkt in ausreichender Dosierung ebenso vorbeugend wie bekämpfend gegen Holzwürmer. Da das Salz allerdings nicht weit in den Holzquerschnitt eindringt, wird es erst relativ spät, genauer erst beim Ausfliegen der Vollinsekten, aufgenommen. Bereits vorhandene Larven können eine Zeit lang weiterfressen, bevor sie als Vollinsekten erstmals in Berührung mit dem Salz kommen. Doch bei dauerhafter Behandlung mit Borsalz sollte der Holzwurm vollständig bekämpft werden können.
  5. Ein weiteres Hausmittel ist Salmiakgeist. Stellen Sie eine flache Schale mit Salmiakgeist auf dem betroffenen Möbelstück auf. Packen Sie das Möbelstück luftdicht mit Folie und Klebeband ein und lassen Sie es für einige Tage stehen. Die sich ausbreitenden Dämpfe sorgen dafür, dass die Larven absterben. Aber Vorsicht: Manche Hölzer wie Eiche oder Buche können sich farblich verändern. Bei Weichholz sollte diese Methode der Holzwurmbekämpfung allerdings kein Problem sein.
  6. Niemand mag den Geruch von Essig – auch der Holzwurm nicht. Geben Sie mit einer Spritze etwas Essigessenz in die sichtbaren Löcher und der Holzwurm sucht das Weite. Allerdings wird der Holzwurm nur vertrieben und sucht sich ein neues Zuhause.

Achtung: An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass es vor allem die Larven sind, die bei der Holzwurmbekämpfung beseitigt werden sollten. Während man ausgewachsene Holzwürmer relativ leicht vernichten kann, sind es die Larven, die auf Dauer Ärger bereiten. Kontrollieren Sie also genau, ob Sie rückstandslos die Holzwürmer bekämpft haben. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass Sie wenige Jahre später wieder vorne beginnen müssen, weil die verbliebenen Larven sich weiterentwickelt haben und neue Eier im Holz hinterlegen.

Holzwurmbefall vorbeugen und Holz langjährig schützen

Holzlasur zum Schutz gegen Holzwürmer
Lasuren bekämpfen den Holzwurm nicht. Sie halten das Holz jedoch trocken und machen es für den Holzwurm unattraktiv.

Weil es dem Holzwurm besonders auf die Feuchte des Holzes ankommt, sollten Sie dafür sorgen, dass gelagertes Holz gut trocknen kann bzw. trocken liegt. Holz sollte im Freien nie direkt auf dem Boden aufliegen, weil die Bodenfeuchte die Trocknung ansonsten verhindert und das Holz sogar weiter durchfeuchtet. Zudem legen Sie Holz am besten immer unter eine Plane, um es vor Regen zu schützen.

Bei Holz im Außenbereich können Sie mit wetterschützenden Mitteln arbeiten, die Sie wie eine Lasur auf das Holz auftragen. Diese enthalten zumeist zwar keine Wirkstoffe gegen die Insekten selbst, sind aber wasserabweisend und lichtschützend, wodurch das Holz nicht zu sehr anfeuchten kann. Eine Ausnahme bildet der Holzwurmtod. Dieser Holzwurmtod ist eine Holzlasur, die Sie auf das Holz streichen müssen. Es beinhaltet einen Wirkstoff gegen Holzwürmer, wodurch diese erst gar nicht auftreten können.

Im Innenbereich wiederum sollten Sie nur Mittel verwenden, die mit dem blauen Engel gekennzeichnet sind, weil Sie ansonsten Ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen. Da Sie in den warmen Wohnräumen in der Regel von Holzwürmern verschont sind, können sich Ihre Kontrollen auf den Dachstuhl und ähnliches konzentrieren. Überprüfen Sie dort gelegentlich, ob Feuchtigkeit in das Holz dringt.

Und sobald Sie erste Anzeichen für einen Holzwurmbefall feststellen, sollten Sie mit der Holzwurm-Bekämpfung beginnen.

Bevorzugte Holzarten von Holzwürmern

Besonders Splintholz ist beim Nagekäfer beliebt. Farbiges Kernholz von Kiefer, Lärche, Douglasie und Eiche wird dagegen nur bei nachhaltigem Befall angegriffen. Die Holzwürmer bearbeiten dabei über Jahre hinweg das gleiche Stück Holz, bis sie es geradezu aufgelöst haben.

Besonders Frühholz ist anfällig für Nagekäfer. Damit sind die hellen Bereiche in den Jahresringen gemeint, die sich zumeist im Frühjahr bilden. Das festere Spätholz hingegen wird verschont. Doch genau dadurch entsteht eine Lamellenstruktur im Holz und es verliert seine Festigkeit.

Weiterhin befallen Holzwürmer nur totes und verbautes Holz. Lebendes oder sehr frisches Holz meiden sie hingegen. Allerdings spielt das Alter des Holzes für den Befall keine Rolle. Ob ein Jahrhunderte alter Dachstuhl oder eine erst wenige Jahre alte Gartenbank, ist dem Holzwurm unwichtig. Hauptsache er kann sich in totem und feuchtem Holz niederlassen.

Bankirai mit Holzwurm?

Leute mit Bankirai- bzw. Bangkirai-Holzfußböden machen sich gelegentlich Sorgen, dass ihr Holz von Holzwürmern befallen sei. Dies hängt damit zusammen, dass Bankirai häufig sogenannte Pinholes aufweist. Das sind Wurmlöcher, die durch den Ambrosiakäfer entstehen, der am lebenden oder frisch gefällten Baum aktiv ist. Doch im Schnittholz stellt er keine Gefahr mehr dar. Deshalb werden im Handel die kleinen Löcher als üblich angesehen und sind kein Holzfehler.

Holzwürmer bekämpfen kann Jahre dauern

Holzbalken von Holzwurm befallen
Wird nichts unternommen, leisten Holzwürmer ganze arbeiten und zerstören das Holz vollständig.

Meistens fällt der Holzwurm durch Löcher mit 1 bis 2 mm Durchmesser auf, aus denen das Bohrmehl quillt. Dies ist vor allem ein Zeichen dafür, dass die Larven noch im Holz tätig sind und sich durch das Frühholz fressen.

Zumeist findet man den Nagekäfer bevorzugt in Kellern, Dachböden, Kirchen, Brennholzlagern und leerstehenden Gebäuden, denn diese sind im Gegensatz zu Wohnräumen selten beheizt. In Wohnräumen ist dem Holzwurm das Holz schlichtweg zu trocken, weil die Holzfeuchte zumeist nur zwischen 8 – 10 Prozent liegt. Sollte der Holzwurm dennoch in Wohnräumen auftauchen, wurde das Holz zu oft angefeuchtet, z. B. durch Wischen.

Dabei verweilen Holzwürmer gerne dort, wo sie aufgewachsen sind und legen dort auch ihre Eier ab, aus denen die Larven schlüpfen. Sollten Sie also einmal mit Holzwurmbefall zu tun haben, achten Sie darauf, dass Sie gründlich den Holzwurm bekämpfen. Sonst haben Sie nach ein bis vier Jahren erneut dasselbe Problem. Solange benötigen die Larven in der Regel, um sich zu entwickeln. Bei ungünstigen Bedingungen kann die Entwicklungszeit der Larven sogar acht Jahre andauern, bevor sie zum Käfer werden und neue Eier ablegen. Wer also einen Holzwurmbefall beseitigen will, der muss vor allem dessen Larven loswerden.