Material- & Werkkunde

Holzwerken: Grundwissen und Antworten auf die 11 wichtigsten Fragen

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Kreativ mit Holz

Schönes selber machen mit dem Naturmaterial Holz: Ob Holzpferd oder Holzspielzeug, auf Heimwerker.de finden Sie viele kreative Ideen zum Holzwerken und kostenlose Anleitungen zum Thema Basteln mit Holz.

Der Werkstoff Holz lässt sich fast überall einsetzen und schafft ein freundliches und angenehmes Wohnambiente. Egal, ob Anfänger oder erfahrener Heimwerker mit eigener Werkstatt: Jeder kann Holzwerken lernen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Man braucht nur ein wenig handwerkliches Geschick und die passenden Materialien, Hilfsmittel und Werkzeuge, dann klappt das Holzwerken mit ein bisschen Übung.

Ob Regal, Schrank oder Tisch – mit Holz lassen sich Möbel unkompliziert selbst machen und Raumprobleme in kleinen Wohnungen oder unter Dachschrägen elegant lösen.

Wer mit Holz arbeitet, sollte sich ein paar wichtige Grundkenntnisse über Holz und seine Einsatz- und Verarbeitungsmöglichkeiten aneignen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Holzverbindungen möglich sind, welche Geräte bei Renovierungs-, Montage-, Reparaturarbeiten und Dekoration zum Einsatz kommen können und welche Zusatzmaterialien Sie beim Holzwerken benötigen.

1. Was ist Leimholz?

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Eine Anrichte aus Leimholz in der Küche oder im Essbereich rundet die wohnliche Atmosphäre stilvoll ab.

Leimholz, auch Brettschichtholz (BSH) genannt, besteht aus mehreren Schichten Holz, die übereinander verklebt sind.

Für die Herstellung werden hauptsächlich Nadelhölzer, wie Fichte und Kiefer, aber auch massives Buchenholz verwendet, das sich besonders für den Möbelbau eignet.

Durch die verschiedenen Holzschichten ist diese Holzart weniger anfällig für Risse und weist – aufgrund der industriellen Herstellung – weniger Fehlstellen als normales Holz auf, sodass es größere Lasten trägt und sich für stark beanspruchte Möbel, wie Tische, Stühle oder Regale, eignet.

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Stabile Arbeitsplatten aus Leimholz sind eine gute Alternative zu Küchenarbeitsplatten aus Eiche, Buche oder Nussbaum.

Darüber hinaus kommt Leimholz auch im Außenbereich, zum Beispiel beim Bau eines Gartenhauses oder einer Pergola zum Einsatz. Hier ist jedoch auf einen Anstrich mit einer Wetterschutzfarbe zu achten.

Dennoch handelt es sich bei Brettschichtholz um ein reines Naturprodukt, das sich in Farbe, Struktur und Zeichnung unterscheidet.

Wie Hölzer aus einer Holzart wird auch Leimholz durch Lichteinwirkung im Laufe der Zeit heller oder dunkler.

So erhält Kierfernholz einen rötlichen Schimmer, während bei Buchenholz kaum eine Veränderung zu erkennen ist. Daneben ist Leimholz in verschiedenen Klassen erhältlich, weshalb es ratsam ist, sich vor dem Kauf über die Holzart und die Menge beraten zu lassen.

1.1. Qualitätsunterschiede beim Leimholz erkennen

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Bei stabilem und hochwertigem Leimholz liegen die Jahresringe dicht beieinander.

Baumärkte bieten Brettschichtholz in verschiedenen Klassen an. Damit Sie lange Freude an Ihren selbst gebauten Stücken haben, sollten Sie auf die Qualität des Holzes achten.

Diese lässt sich am besten an der Stirnseite des Brettes erkennen: Je dichter die Jahresringe der verklebten Hölzer zusammenliegen, desto fester und stabiler ist das Holz.

Wer außerdem noch auf den Schutz der Waldbestände achtet, entscheidet sich für Kiefer- und Fichte-Leimholz mit dem FSC-Gütesiegel und dem Hinweis “Stammt zu 100% aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern”.

1.2. Oberflächenbehandlung bei Brettschichtholz

Zusätzlich zum Eigenbau mit BSH können auch fertige Möbelstücke mit diesem Holz verschönert werden. Damit die Oberfläche zu der bereits vorhandenen Einrichtung passt, kann sie mit handelsüblichen Holzfarben, Lasuren und Lacken behandelt werden.

Für zusätzlichen Schutz wird ein Pflegeöl aufgetragen. Auf diese Weise erhalten Sie eine pflegeleichte, abwischbare und schmutzabweisende Oberfläche.

Hinweis: Allerdings sollten immer beide Seiten des Holzes gestrichen oder lackiert werden, sonst wird die Oberfläche durch die veränderte Spannung ungleichmäßig.

2. Holzfurnier von Holzimitat unterscheiden

2.1. Was ist Holzfurnier?

holzfurnier

Gemessertes Holzfurnier hat eine Stärke zwischen 0,45 und 6 mm.

Holzfurnier besteht aus geschältem, gemessertem oder gesägtem Echtholz und hat eine Stärke zwischen 0,45 und 6 mm.

Die mittels einer dieser Techniken entfernten Blätter werden auf ein Trägermaterial, zum Beispiel Sperrholz, Multiplex-, Span- oder MDF-Platten, geleimt.

Sägefurnier ist weniger anfällig für Risse und findet oft beim Bau von hochwertigen Möbelstücken Verwendung. Außerdem behält es im Gegensatz zum gemesserten Furnier eine natürlich helle Farbgebung.

Gemessertes Holzfurnier dient dagegen als Sichtfurnier auf Spanplatten oder Sperrholz. Schälfurnier verfärbt sich ebenfalls beim Dämpf- oder Kochvorgang des Holzes, bevor die Blätter abgeschält und zu Furnier- oder Formsperrholz verarbeitet werden. Mit dem Schälverfahren wird auch Maserfurnier aus Maserknollen hergestellt.

Zudem wird bei der Herstellung darauf geachtet, die charakteristischen Merkmale des Furniers, wie Maserungen, zu betonen. So stellt jedes Möbelstück aus Furnier ein Unikat mit einer individuellen Optik dar.

Tipp: Möbel aus Furnier erweisen sich als pflegeleicht, denn in den meisten Fällen genügt das Abstauben mit einem weichen Tuch. Bei stärkeren Verschmutzungen reiben Sie die Stelle mit einem feuchten Ledertuch ab. Darüber hinaus lassen sich kleine Kratzer im Holz mit Reparaturwachs ausbessern.

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2.2. Unterschied zum billigen Holzimitat

Beim Möbelkauf gilt es genau auf die Produktbezeichnung zu achten, denn hinter einer scheinbar hölzernen Oberfläche verbirgt sich oftmals eine Dekorfolie in Holzoptik.

Wie Sie Echt-Holz von Holzimitat am besten unterscheiden können, erfahren Sie in der untenstehenden Tabelle:

Art Merkmale
Holzimitat
  • Billige Holzimitate besitzen eine hölzerne Oberflächenstruktur, fühlen sich wie echtes Holz an und lassen sich mit dem bloßen Auge meist nicht von echtem Furnier unterscheiden.
  • Wird ein Möbelstück oder eine Holz-Oberfläche als “Ahorn-Nachbildung” oder “Buchedekor” bezeichnet, handelt es sich um ein Holzimitat. Wer jedoch Wert auf echtes Holzfurnier oder Massivholz legt, sollte von diesen Produkten die Finger lassen.
Echtholz
  • Echtes Holz erkennen Sie an dem Siegel “Furnier – Echt Holz” und den stilisierten Jahresringen, mit dem nur Möbel mit echter Holzoberfläche ausgezeichnet werden dürfen.

3. Für selbst gebaute Möbel: Holzwerken mit Möbelbauplatten und Regalböden

Wie Leimholz eignen sich Möbelbauplatten sowie Regalböden, um individuelle Möbel zu bauen. Die Bretter bestehen aus einer Spanplatte, die mit einer Dekor-Folie beschichtet ist. Dadurch sind sie in verschiedenen Designs, Farben und Holz-Optiken erhältlich.

Qualitative Unterschiede zwischen den Möbelplatten verschiedener Hersteller lässt sich an ihrer Verarbeitung erkennen. Hochwertige Platten besitzen eine abgerundete Kante und wurden vierseitig verleimt. Zudem sind beide Längskanten ummantelt.

Die Regalbretter sind in einer Stärke zwischen 16 und 19 mm erhältlich und werden in größeren Maßen als tragende Elemente eingesetzt, zum Beispiel als Schrankwände oder als Außenseiten einer Kommode. Die maximale Gewichtsbelastung entnehmen Sie bitte den Herstellerhinweisen.

3.1. Bearbeitungstipps für Regalböden

Vor dem Bau eigener Möbel müssen die Bretter auf die gewünschten Maße oder in die richtige Form gesägt werden. Abhängig von den Vorarbeiten werden unter anderen ein Fuchsschwanz oder eine Kreissäge benötigt.

Anschließend werden die zugesägten Kanten mit Kantenumleimer behandelt, der beim Kauf der Möbelbauplatten von den meisten Herstellern in der passenden Farbe mitgeliefert wird.

3.2. Befestigungssysteme für das Holzwerken mit Möbelbauplatten

moebelbauplatten-struktur

Möbelbauplatten bestehen aus einer Spanplatte mit Dekor-Beschichtung.

Nach dem Zuschneiden lassen sich die Möbelplatten mithilfe von Regalstollen einfach an der Wand befestigen, sodass Sie mit ihnen auch hängende Regale bauen können. Hierzu legen Sie die Regalböden in die dafür vorgesehenen Ausfräsungen.

Grundsätzlich hängt die erforderliche Befestigungs- oder Verbindungsart immer von der Stärke des Holzes, der Gewichtsbelastung und Verwendung ab.

Demzufolge genügt bei einfachen Aufbauten eine Verbindung mit Holzdübeln, während Möbeln mit einer höheren Belastung verschraubt werden. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, die Bretter zu verleimen.

4. FAQ – Fragen, Tipps und Tricks zum Werken mit Holz und Holzwerkstoffen

Das Werken mit Holz erfordert grundlegende Kenntnisse über die verschiedenen Holzarten und Hölzer sowie deren Eigenschaften und Vor- bzw. Nachteilen. Außerdem sollten Heimwerker über Grundkenntnisse der Holzverbindungen und Bearbeitungsmöglichkeiten verfügen.

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Unterschieden der Holzarten und finden praktische Anleitungen, mit denen Sie alte Anstriche und Lacke abbeizen, Schäden ausbessern, den richtigen Leim oder Klebstoff für Holzarbeiten finden oder wie Sie Stoß-, Gehrungs- und Verbindungen mit Nut und Feder selber herstellen.

Mit diesen Tipps und Tricks zum Werken und Bauen mit Holz gelingen auch Ihre Projekte – Heimwerker.de wünscht Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren!

4.1. Welche Arten von Holzverbindungen bieten sich zum Holzwerken und Bauen mit Holz an?

Will man etwas aus Holz bauen, so bieten sich verschiedene Arten von Holzverbindungen an. Besonders elegant und professionell sind jene, die ganz ohne den Einsatz von Akkuschrauber und Schrauben hergestellt werden.

4.2. Welches Holz eignet sich am besten zum Holzwerken und Drechseln?

Für Anfänger sind Kiefer, Esche, Edelkastanie und Walnuss sehr gut geeignet. Fortgeschrittene können sich an Hölzern wie Rotbuche und Eibe versuchen.

4.3. Wie bessert man Holz am besten aus?

Beschädigungen wie Dellen und Kratzer an Gegenständen und Fußböden aus Holz müssen nicht mit einem Anruf beim Schreiner oder Möbeltischler enden. Mit einfachen Mitteln können auch Sie Holz reparieren und Kratzer im Holz beseitigen.

4.4. Was versteht man unter Abbeizen mit Abbeizer?

Wenn die alte Farbe auf Ihren Möbel nicht mehr schön aussieht, sollten Sie die alten Möbelstücke aufarbeiten. Abbeizen nennt man das Entfernen der alten Farb- oder Lackschicht mit speziellen Abbeizmitteln oder Laugen. Wir zeigen, wie es funktioniert, das Abbeizen mit Abbeizer Holzoberflächenbehandlung

4.5. Wie behandelt man Holzoberflächen im Innenraum?

Holz ist ein beliebtes, aber leider auch anfälliges Naturprodukt. Dem Heimwerker bieten sich vier Möglichkeiten einer gezielten Holzoberflächenbehandlung im Innenbereich: das Ölen, Wachsen, Lasieren und Lackieren. Wir nennen Vor- als auch Nachteile und geben hilfreiche Anwendungstipps.

4.6. Wo finde ich Tests zu Multitools und Werkzeug von Dremel?

Multitools oder Multigeräte sind universell einsetzbare Werkzeuge, mit denen man polieren, schleifen und bohren kann. Erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der Multitools von Dremel in unseren ausführlichen Testberichten.

Dremel TRIO: Schleifen, Schneiden, Fräsen Wer hohe Ansprüche an Bedienbarkeit, Präzision, Handlichkeit und Qualität stellt, kommt an diesem Drei-in-Eins-Werkzeug nicht vorbei. Es kann schneiden, schleifen und fräsen. Lernen Sie das Multitalent kennen.

4.7. Was sind die Vorteile von Kleber und Klebstoffen?

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Klebstoffen, die ganz unterschiedliche Einsatzbereiche abdecken. Eine saubere Anwendung ohne lästigen Bohrlärm ist nur einer der Vorteile einer guten Klebeverbindung.

4.8. Wo können Klebeband und Abklebeband zum Einsatz kommen?

Selbstklebende Bänder sind wichtige Helfer bei Renovierungs-, Montage- und Sanierungsarbeiten. Aber auch bei unterschiedlichen Dekorationen kommen Klebebänder zum Einsatz. Verzichten Sie nicht auf diese kleinen Problemlöser.

4.9. Wozu ist Sprühlack aus Farbspraydosen gut?

Mit Sprühlack schützen Sie nicht nur Ihre Möbel vor schädlichen Einflüssen, sondern gestalten sie auch farbenfroh. Es gibt einfache Decklacke, aber auch Speziallacke für besondere Effekte.

4.10. Welche Werkzeuge brauche ich zum Holzwerken?

Wir empfehlen Ihnen die folgenden Top 5 Werkzeuge zum Holzwerken: Oberfräse, Multidübler, Bandsäge, Tischkreissäge und Stichsäge.

4.11. Worauf ist beim Holzwerken mit Kindern zu achten?

Beim Holzwerken mit Kindern ist darauf zu achten, die Kinder nicht unbeaufsichtigt mit dem Werkzeug hantieren zu lassen. Bevor man sich zusammen an größere Projekte wagt, sollten Sie Ihre Kinder zuerst unter Aufsicht den Umgang mit den Werkzeugen üben lassen.

Für Anfänger kann es ratsam sein, sich durch Bücher zum Thema Holzwerken die wichtigsten Infos anzueignen.

Bildnachweise: adobestock.com/Ingo Bartussek, legacy/unbekannt (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)