Rasen & Boden

Kunstrasen verlegen: In 3 Schritten zur pflegeleichten Rasen-Alternative

  • Rein optisch betrachtet ist hochwertiger Kunstrasen von Naturrasen nicht zu unterscheiden. In Sachen Haptik unterscheiden sich die künstlichen Varianten allerdings durch ihre Weichheit von ihren natürlichen Vorbildern.
  • Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg bei der Verlegung des Kunstrasens ist ein gut vorbereiteter Boden. Der Untergrund sollte eben und fest sein, damit der Kunstrasen später nicht nachgeben kann.
  • In Sachen Pflege und Instandhaltung ist Kunstrasen wenig arbeitsintensiv. Es reicht aus, den Kunstrasen durch regelmäßiges Abbürsten mit einem Hartborsten-Besen von Verschmutzungen zu befreien.

Ein eigener Garten ist der Traum vieler Menschen. Doch wie in den meisten Fällen sieht auch hier die Realität nicht ganz so rosig aus wie die Vorstellung: Um einen Garten dauerhaft gepflegt zu erhalten, benötigt es viel Zeit und Energie, die neben Arbeit, Familie und anderen Verpflichtungen des Alltags nur schwer aufzubringen ist. Vor allem die Rasenpflege ist ein Thema, das Gartenbesitzer fast das ganze Jahr über beschäftigt, denn es muss regelmäßig gemäht, bewässert und vertikutiert werden. Dieser lästigen Pflicht lässt sich kaum entgehen – oder etwa doch?

Denken Sie an Formen der künstlichen Begrünung, die sich auf Balkon und Terrasse bereits etabliert haben, kommen Sie der Lösung einen Schritt näher: Die Rede ist von Kunstrasen im Garten! Aber keine Sorge, wir halten Sie nicht dazu an, sich einen grünen Filzteppich für den Garten zuzulegen, denn mittlerweile sehen qualitativ hochwertige, künstliche Rasen-Alternativen täuschend echt aus. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie bei der Verlegung von Kunstrasen im Garten vorgehen und worin sich Kunst- und Naturrasen voneinander unterscheiden.

1. Zeitfaktor, Kosten und Ökobilanz: Kunstrasen und Naturrasen im direkten Vergleich

Die Meinungen von Gartenliebhabern zu der Frage „Kunstrasen oder Naturrasen?“ liegen weit auseinander. Der eine schwört auf Natürlichkeit und bezweifelt, dass Kunstrasen „echt genug“ aussieht; der andere wiederum schätzt am künstlichen Rasen seine pflegeleichten Eigenschaften und findet, man könne echt von künstlich optisch nicht unterscheiden.

Fakt ist: Mit den grünen Filzteppichen für den Balkon hat hochwertiger Kunstrasen für den Garten nichts gemeinsam. Mit bloßem Auge ist Kunstrasen von Echtrasen mittlerweile wirklich nicht mehr zu unterscheiden. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die Eigenschaften von Kunst- und Naturrasen zum direkten Vergleich einander gegenübergestellt:

Rasen-Typ Eigenschaften
Kunstrasen
  • geringer Pflegeaufwand, dafür mehr Zeit, um den Aufenthalt im Garten zu genießen
  • teurer in der Anschaffung als Rasensaat, doch dafür fallen keine laufenden Kosten für Rasenmäher, Dünger und Co. an
  • belastbarer und witterungsbeständiger als Naturrasen
  • mit bis zu 25 Jahren Haltbarkeit (bei guter Pflege) sehr langlebig
Naturrasen
  • damit Naturrasen schön und gepflegt aussieht, muss viel Zeit und Arbeit investiert werden
  • hält Belastungen wie spielenden Kindern nicht so gut stand wie ein Kunstrasen, die Folgen sind u.a. kahle Stellen und Rasenfetzen
  • positiverer Einfluss auf die Umwelt durch bodenschützende und klimaregulierende Wirkung

Nie wieder kahle Stellen und Rasenfetzen: Ein Kunstrasen hält verschiedenen Belastungen besser stand als Naturrasen.

2. Kunstrasen selber verlegen: Kurzanleitung in 3 Schritten

Nachdem die Entscheidung für den Kunstrasen gefallen ist, steht die Verlegung auf dem Plan. Sie haben die Möglichkeit, den Kunstrasen durch einen Fachmann verlegen zu lassen, können aber auch selbst tätig werden. Welche Schritte Sie dabei zu beachten haben, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

2.1. Schritt 1: Ein gut vorbereiteter Boden ist die halbe Miete

Material- und Werkzeugliste
  • Besen, Harke, Rechen und Schaufel
  • Rüttelplatte
  • Pflastersand
  • Kunstrasenanker oder Metallheringe
  • Cuttermesser

Entfernen Sie zunächst Blumen, Sträucher und altes Gras vom Boden. Sobald diese Grundlage geschaffen ist, können Sie sich daran machen, den Boden mit einer Rüttelplatte zu verdichten.

Dieser Schritt ist unverzichtbar, denn damit wirken Sie einem späteren Absacken der Oberfläche entgegen und verhindern ein Nachgeben des Kunstrasens.

Nun können Sie damit beginnen, eine Schicht Sand aufzutragen. Diese sollte 5-10 cm betragen, je nachdem, welche Höhe der Kunstrasen letztendlich haben soll. Mit einem Rechen können Sie den Sand gleichmäßig verteilen. Im Anschluss daran kommt noch einmal die Rüttelplatte zum Einsatz, mit der das Sandbett verdichtet wird.

Hinweis: Damit die Verlegung des Kunstrasens gelingt wie geplant, ist darauf zu achten, dass das Sandbett absolut glatt und frei von Unebenheiten ist. Hier ist Präzisionsarbeit erforderlich.

2.2. Schritt 2: Stabilisierungstuch verlegen und Kunstrasen ausrollen

Im nächsten Schritt wird auf der Sandfläche als Unterlage für den Kunstrasen ein Stabilisierungstuch ausgelegt. Achten Sie darauf, dass an den Rändern ein Überstand von ca. 10 cm eingehalten wird. Die Ecken können mit Kunstrasenankern befestigt werden.

Der Kunstrasen wird im Anschluss daran auf diesem Untergrund ausgerollt. Falten müssen glatt gezogen werden, damit der Kunstrasen ebenmäßig auf dem Stabilisierungstuch aufliegt. Nun können Sie den Kunstrasen umschlagen, das Klebeband auf der Unterseite befestigen und ihn darauf fest andrücken.

mann verlegt kunstrasen im garten

Sorgen Sie dafür, dass der Kunstrasen glatt auf dem Untergrund aufliegt.

2.3. Schritt 3: Vergessen Sie nicht die Nachbearbeitung

Im Anschluss daran können Sie Ränder, die überstehen, mit einem Cuttermesser abschneiden. Zur Befestigung kommen erneut Kunstrasenanker – oder alternativ Metallheringe – zum Einsatz. Pro Meter sollten Sie mindestens einen Anker oder Hering verwenden. Zu guter Letzt bürsten Sie den frisch verlegten Kunstrasen mit einem Hartborsten-Besen, um mögliche Verschmutzungen zu entfernen und die Halme aufzurichten.

3. Pflege und Instandhaltung: So bleibt Kunstrasen lange haltbar

Damit Sie sich lange an Ihrem Kunstrasen erfreuen können, darf die Pflege nicht zu kurz kommen. Keine Sorge – so viel Zeit und Mühe wie bei der Pflege eines Naturrasens müssen Sie dabei selbstverständlich nicht investieren, doch von selbst pflegt sich auch der Kunstrasen nicht.

Wichtig ist das regelmäßige Abbürsten des Kunstrasens – damit entfernen Sie nicht nur Verunreinigungen, sondern sorgen auch dafür, dass sich Halme, die plattgetreten wurden, wieder aufrichten, was positiv zum optischen Gesamteindruck beiträgt.

Optional empfiehlt es sich als zusätzliche Pflegemaßnahme, Quarzsand einzustreuen: Viele Besitzer von Kunstrasen haben die Erfahrung gemacht, dass die Verwendung von Quarzsand zur Belastbarkeit und Stabilität des Kunstrasens beiträgt.

kunstrasen im vorgarten

Wer keinen grünen Daumen und wenig Zeit für die Gartenarbeit hat, ist mit einem Kunstrasen besser beraten.

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