Auto

Sommerreifen und Winterreifen – Luftdruck und Profil prüfen

Reifen für den Frühling

Sommerpneus auf Alter, Luftdruck und Profiltiefe prüfen

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Im Frühling schon an Sommerreifen denken (Foto: Dunlop).

Was soll man davon halten – mit dem Herbst war es nicht weit her, auch der Winter hielt nicht recht, was man erwartet hatte, und jetzt, viel zu früh, sprießt und blüht es überall. Der Frühling ist schon da! Für Autofahrer heißt es jedenfalls: umdenken und umrüsten. Beim Auto ist eine gründliche Innen- und Außenreinigung mit Unterbodenwäsche angesagt: „Frühjahrsputz“. Motoröl und Scheibenwischerblätter sollten überprüft werden, ebenso die Bremsen und die Scheibenwaschanlage.

Die Winterreifen bekommen jetzt „Drehpause“. Sie sollten von Winterspuren befreit und bis zum nächsten Einsatz am besten hängend oder flach auf einem Lattenrost liegend gelagert werden, und zwar kühl und trocken, ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Allgemeine Informationen

Bei den Sommerreifen ist vor der Wiedermontage zu kontrollieren, ob sie noch „fit“ genug sind für eine weitere Saison – eine Frage von Alter und Beschaffenheit. Laufflächen und Seitenwände der Pneus weisen eventuell Beschädigungen auf, die später zu einem ernsten Problem führen können.

Zahlreiche Verschleißspuren am Reifen sind jedoch mit bloßem Auge nicht zu entdecken. Um kein Risiko einzugehen, hilft die Faustregel der Dunlop- Experten: Sommerreifen sollten nicht länger als sechs Jahre im Einsatz sein. Der „Geburtstag“ eines Reifens ist übrigens auf seiner Flanke eingetragen. Er „steckt“ in den letzten vier Ziffern des so genannten DOT-Codes. Lauten sie beispielsweise 3302, wurde der Reifen in der 33. Woche des Jahres 2002 hergestellt.

Für Autoreifen und Motorradreifen schreibt der Gesetzgeber eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern vor. Dunlop-Experten empfehlen bei Autoreifen allerdings mindestens zwei Millimeter als Untergrenze. Der Grund: Ein bisschen mehr an Profiltiefe bietet größere Sicherheit auf feuchter oder nasser Fahrbahn. Bei Breitreifen sollte sie sogar mindestens drei Millimeter betragen. Dadurch reduziert sich das Risiko von Aquaplaning.

Nächster Schritt beim Reifen- Check: der richtige Luftdruck. Je nach Fahrzeugtyp und Belastung gelten unterschiedliche Werte. Welche es beim eigenen Fahrzeug sind, ist bei Autos im Betriebshandbuch sowie auf Hinweisschildchen am Tankdeckel oder Türholm zu finden, bei Motorrädern meist an der hinteren Schwinge.

Zweiradfahrer, die mit Sozius unterwegs sind, müssen den Fülldruck entsprechend anpassen. Für alle Fahrzeuge gilt: Die Luftfüllung ist immer an kalten Reifen einzustellen, da sich die Luft im warmen Reifen ausdehnt und das Messergebnis verfälscht.

Haben Auto und Motorrad das „Frühjahrsexamen“ bestanden, steht einer ausgedehnten Spritztour nichts mehr im Wege. Sind die Reifen „durchgefallen“, so hilft ihnen der Sommerreifen Test der Stiftung Warentest neue Pneus für ihr Fahrzeug zu finden.

Akku Druckluftpumpe für Zuhause

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Komplett-Set für den Reifendruck: Ladestation und Akku-Pumpe.

Um Ihren neuen Reifen gleich den richtigen Luftdruck zu verpassen, gibt es jetzt auch eine Druckluftpumpe für zu Hause. Das Gerät ist akkubetrieben, also tragbar und somit immer und überall einsatzbereit. Das ist äußerst praktisch und leicht im Handling. Der Akku hält etwa 1,3 Arbeitsstunden und erzeugt mit einer Pumpleistung von 12 l pro Minute, einen Druck von 0-8 bar. Zum Aufladen benötigt das Gerät eine Ladezeit zwischen 3-5 Stunden. Weitere Informationen:

  • Batteriespannung 18V – Netzspannung Ladestation 230V – Frequenz 50Hz

Eine Ladestation mit Akku, ein Druckluftschlauch für schwer zugängliche Ventile und verschiedene Ventiladapter werden in einem stabilem Aufbewahrungskoffer mitgeliefert.

Halten Sie ihre Reifen fit

Damit sie ihre Reifen möglichst lange nutzen können, finden sie hier noch unsere Tipps im Überblick, wie sie am besten mit ihren Pneus umgehen.

  • Einfahren. Eingefahrene Reifen haften besser. Das Walken des Reifens während der Fahrt hält das Gummi geschmeidig. Nach längerer Lagerung müssen auch gebrauchte Reifen wieder eingefahren werden.
  • Luftdruck. Kontrollieren Sie den Reifendruck alle 14 Tage. Fahren Sie nicht mit zu niedrigem Druck. Das frisst Sprit, belastet die Umwelt und strapaziert den Reifen. Schlappe Reifen laufen schneller heiß. Sie können platzen. Gefährlich: Vor allem bei hohem Tempo und auf langen Fahrten.
  • Kalte Reifen. Den richtigen Reifendruck finden Sie in der Betriebsanleitung zu Ihrem Auto. Der Wert gilt für kalte Reifen. Bei warmen Reifen steigt der Druck. Kontrollieren Sie den Reifendruck stets bei kalten Reifen. Lassen Sie keine Luft aus den Reifen, nur weil Ihnen der Luftdruck bei heißen Reifen zu hoch erscheint.
  • Bordsteine. Überfahren Sie Bordsteine und Einfassungen nur im Notfall. Wenn es sein muss, dann langsam und in stumpfem Winkel. Parken Sie nicht mit gegen den Bordstein gepressten Reifen.
  • Markieren. Markieren Sie die Position des Reifens beim Reifenwechsel mit Kreide: Vorne rechts und links, hinten rechts und links. Montieren Sie den Reifen in der nächsten Saison wieder an derselben Stelle, damit die Drehrichtung identisch bleibt.
  • Richtig lagern. Lagern Sie Ihre Reifen dunkel, trocken und kühl. 15 bis 20 Grad Celsius sind optimal. Nicht direkt neben dem Heizungskessel. Direkte Sonneneinstrahlung oder Kunstlicht mit hohem UV-Anteil schaden dem Reifengummi. Lagern Sie den Reifen möglichst sauber ein. Frei von Öl, Fett, Kraftstoff und anderen Chemikalien.
  • Ohne Felge im Stehen. Lagern Sie Reifen ohne Felge im Stehen. Drehen Sie die Reifen regelmäßig weiter, damit sie sich nicht verformen.
  • Mit Felge im Liegen. Lagern Sie Reifen mit Felge übereinandergestapelt oder hängen Sie die Reifen auf. Optimal sind ein Felgenbaum oder einzelne Wandaufhänger.
  • Haltbarkeit. Wie lange ein Autoreifen hält, ist auch bei Experten umstritten. Die Schätzungen liegen zwischen sechs und zehn Jahren. Mit der Zeit verliert das Reifengummi an Elastizität und damit an Haftung: Unabhängig von der Profiltiefe. Faustregel deshalb: Alle sieben Jahre sollten neue Reifen her.
  • Profil. Tauschen Sie Sommerreifen bei etwa drei Millimetern, Winterreifen spätestens bei vier Millimetern Restprofil aus. Das ist sicherer: obwohl das Gesetz nur 1,6 Millimeter Restprofil fordert.

Video-Tutorial: Von Sommerreifen auf Winterreifen wechseln

Braucht man Winterreifen?

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Akku Druckluftpumpe für zu Hause.

Um Ihren neuen Reifen gleich den richtigen Luftdruck zu verpassen, gibt es jetzt auch eine Druckluftpumpe für zu Hause. Das Gerät ist akkubetrieben, also tragbar und somit immer und überall einsatzbereit. Das ist äußerst praktisch und leicht im Handling. Der Akku hält etwa 1,3 Arbeitsstunden und erzeugt mit einer Pumpleistung von 12 l pro Minute, einen Druck von 0-8 bar. Zum Aufladen benötigt das Gerät eine Ladezeit zwischen 3-5 Stunden. Weitere Informationen:

– Batteriespannung 18V – Netzspannung Ladestation 230V – Frequenz 50Hz

Eine Ladestation mit Akku, ein Druckluftschlauch für schwer zugängliche Ventile und verschiedene Ventiladapter werden in einem stabilem Aufbewahrungskoffer mitgeliefert.

Für Autofahrer, die ab dem Winter 2006/2007 mit Sommerreifen unterwegs sind, kann es teuer werden. Wer dann bei einer Verkehrskontrolle erwischt wird, muss mindestens 20 Euro Bußgeld zahlen. Mit einem Zusatz in der Straßenverkehrsordnung hat das Bundesverkehrsministerium die Autofahrer in die Pflicht genommen, das eigene Auto den aktuellen Wetterbedingungen anzupassen. Entscheidend ist folgender Satz: “Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung den Wetterverhältnissen anzupassen.”

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Die Winterreifen Saison in Deutschland.

Unabhängig davon: Versuchen Sie doch einmal, einen durch Sommereifen im Winter verursachten oder dadurch mitverschuldeten Unfallschaden von Ihrer Kfz-Versicherung erstattet zu bekommen…

Autofahrer in Deutschland sind nach einer Veröffentlichung im Spiegel vom 17.10.2005 offensichtlich verunsichert. Laut Spiegel sollen Messungen von AutoBild ergeben haben, dass die Bremswege von Sommer- und Winterreifen bei einer Außentemperatur von 7°C kaum Unterschiede aufweisen.

Der Reifenexperte, Franz Nowakowski von DEKRA, bestätigte dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn die positiven Eigenschaften der Winterreifen. Auf nassen Fahrbahnen verkürzt sich der Bremsweg bei Temperaturen unter 7°C mit einem Winterreifen. Der Sommerreifen hat dagegen einen deutlich längeren Bremsweg. Bei höheren Temperaturen – auch bei nasser Fahrbahn – liegt der Sommerreifen vorn. Diese Tatsache bestätigen auch Untersuchungen führender Reifenhersteller. Bei diesen Untersuchungen zeigte der Winterreifen auf nasser Fahrbahn unter 7°C deutliche Vorteile.

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Winterreifen-Einsatz auf Schnee.

Die von der Initiative Pro Winterreifen propagierten 7°C sind ein Orientierungswert aus unterschiedlichen Reifentests und beziehen sich auf die Tagesdurchschnittstemperatur. Durch diese Angabe soll deutlich gemacht werden, dass sich bei niedrigen Temperaturen die Eigenschaften von Sommerreifen ändern. Allerdings nicht schlagartig, als ob ein Schalter umgelegt würde, sondern kontinuierlich, abhängig auch von den spezifischen Mischungen unterschiedlicher Reifen.

Auf glatten Fahrbahnen, also dann, wenn es für Autofahrer kritischer und das Risiko von Ausrutschern größer ist, funktionieren Winterreifen mit ihrer weicheren Mischung und speziellen Profilgestaltung (Lamellen) besser als Sommerreifen. Auf griffigen, rauen Fahrbahnen haben Sommerreifen Vorteile – auch wenn es mal unter die 7°C geht. Aber auf glatten Fahrbahnen und niedrigen Temperaturen wird es mit Sommerreifen kritisch.

Entscheidend für die Länge des Bremsweges ist vor allem der Fahrbahnzustand. Ist die Fahrbahn durch Laub, Schmiere oder Salz verschmutzt, greift der Winterreifen in jedem Fall besser und verkürzt den Bremsweg deutlich. Da in der Regel bereits ab Oktober Laub und Nässe die Fahrbahn zu einer schmierigen Angelegenheit machen, ist der Winterreifen schon im Herbst die bessere Alternative. Zudem muss man im Herbst mit Wintereinbrüchen rechnen; in weiten Teilen Deutschlands fällt der erste Schnee bereits im November.

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Im Oktober ist es allerhöchste Zeit, die Winterpneus zu prüfen. Wichtig: Unter 4 mm sollten Winterreifen nicht mehr montiert werden (Fotos: pro-winterreifen.de).

Wer erst dann auf Winterreifen umsteigen will, handelt sich in der Regel Schwierigkeiten ein, da das Ummontieren in den Werkstätten beim ersten Wintereinbruch oft mit langen Wartezeiten verbunden ist. Zu guter letzt sind die Winterreifen bei tiefen Temperaturen auch im Abriebverhalten den Sommerreifen überlegen.

Wer rechtzeitig sein Auto auf den Winter vorbereitet, ist bei unvorhergesehenen Wintereinbrüchen eindeutig im Vorteil. Die Initiative PRO Winterreifen hat sich zum Ziel gesetzt, durch Aufklärung und Information zur Steigerung der Verkehrssicherheit beizutragen.

Die Initiative vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) wird von vielen Automobilclubs, Automobilherstellern, Verbänden, Reifenhandelsorganisationen und Reifenherstellern sowie weiteren Organisationen und Firmen unterstützt. Die Initiative informiert sachlich, markenneutral und ohne Verkaufsabsichten über die Vorteile von Winterreifen in der kalten Jahreszeit.