Kaufberatung zum Motoröl Test bzw. Vergleich 2019

  • Die SAE-Bezeichnung bei Motoröl folgt einfachen Regeln – diese werden Ihnen hier erklärt.
  • Sie erfahren hier, weshalb es nicht nötig ist, viel Geld für Markenöl auszugeben.
  • Die Unterschiede zwischen den Motorölen sind nicht so kompliziert, wie sie manchmal klingen – hier können Sie das Nötige lesen.

Motoröl Test

Nur zu gerne steigen wir als technikverwöhnte Bürger in unsere Autos, ohne uns bewusst zu sein, was unter der Motorhaube eigentlich geschieht. So gibt es zum Beispiel viele Autofahrer, die noch nie mit Motoröl in Berührung gekommen sind. Ob Neuwagen oder Gebrauchter, das neue Fahrzeug bringt sein Öl schon mit. Nach 30.000 Kilometern fährt man zum Kundendienst.

Nur, wenn man genau auf die Rechnung schaut, bekommt man überhaupt mit, dass der Wagen Öl in sich trägt. Und nur dann erfährt man, dass der Mechaniker in der Werkstatt dieses Öl abgelassen und durch neues, frisches Öl ersetzt hat. Spätestens an der Position “Vollsynthetisches Motoröl 10W40” haben wir vollends den Überblick verloren. Wir überlassen es dann den Spezialisten, für unseren Wagen schon das Richtige getan zu haben.

1. Warum Motoröl so wichtig ist

1.1. Bewegung heißt Reibung

Grundsätzlich kennen wir vom Fahrrad, vom Spielzeug und von Haushaltsgeräten den Grundsatz: Alles, was in Bewegung ist, muss geschmiert werden. Immer, wenn sich etwas bewegt, dann entsteht Reibung. Wenn Reibung jedoch entsteht, ohne dass ein Schmiermittel im Einsatz ist, schmirgeln sich die reibenden Teile gegenseitig ab. Auch rollende Bewegungen, wie zum Beispiel im Inneren eines Kugellagers, erzeugen Reibung.

1.2. Der Motor braucht das Öl

Der Motor braucht Öl

Kolben, Kurbelwelle, Steuerkette, Ventile, Nockenwelle – überall wird Öl benötigt!

Im Motor unseres Autos oder Motorrades gibt es viele Teile, die sich bewegen. Vielleicht erinnern wir uns noch daran, dass der Motor aus Zylindern besteht, in denen je ein Kolben auf und ab bewegt wird. Die Bewegung des Kolbens wird erzeugt, indem das obere Ende des Zylinders verschlossen ist. Der Zwischenraum zwischen Kolben und dem toten Ende des Zylinders wird Brennraum genannt. Im Brennraum wird, vereinfacht ausgedrückt, das Benzin verbrannt.

Durch die sich ausdehnende Hitze wird der Kolben in Bewegung gesetzt. Ähnlich wie beim Fahrrad über die Pedale, wird die Auf-und-ab-Bewegung der Kolben über die Kurbelwelle in eine kreisende Bewegung umgewandelt. Die Kolben sind mit der Kurbelwelle über die sogenannten Pleuel verbunden. All diese Teile bewegen sich, und so entsteht Reibung. Daher ist Schmierung notwendig. Hier kommt das Motoröl ins Spiel.

Beim Motor gibt es noch viele weitere bewegte Teile, u. a. Öl- und Wasserpumpe, Ventilsteuerung und die Kompression. Alle diese Komponenten werden vom Motoröl geschmiert. Dafür gibt den sogenannten Ölkreislauf. Alle Punkte, an denen Reibung entsteht, werden über Ölkanäle ständig mit Öl versorgt. Für gleichbleibende Ölförderung sorgt die Ölpumpe. Am Ende eines Kreislaufes sammelt sich das gesamte Öl in der Ölwanne an der Unterseite des Motors. Von dort wird es von der Ölpumpe angesaugt und wieder in den Kreislauf eingespeist.

Vollsynthetisches Öl: Vollsynthetisches Öl unterscheidet sich vom reinen Mineralöl dadurch, dass kein Erdöl für die Herstellung verwendet wird. Mineralöl neigt zur Schlammbildung in der Ölwanne. Synthetisches Öl eignet sich besser für die Vermischung mit Additiven, und ist daher für größere Temperaturbereiche geeignet.

Da auch unter ständiger Schmierung nicht völlig verhindert werden kann, dass eine ganz geringe Schmirgelwirkung entsteht, wird das Öl in seinem Kreislauf vom Ölfilter gereinigt. So werden die kleinen abgeschmirgelten Teile davon abgehalten, wieder in den Ölkreislauf zu gelangen und dort wie Sand noch für mehr Abrieb zu sorgen. Der Ölkreislauf reinigt so den Motor von innen.

1.3. So ‘funktioniert’ das Öl

Motorölwechsel beim Auto
Einen Ölwechsel kann man auch selbst vornehmen. Die Ölablassschraube befindet sich immer am tiefsten Punkt der Ölwanne

Alle Stoffe, die wir als dickflüssig bezeichnen, haben – wissenschaftlich ausgedrückt – eine Viskosität, die zwischen fest und flüssig liegt. Von Kerzenwachs über Butter, bis zum Honig, kennen wir den Effekt, dass Dickflüssiges zäher ist, je niedriger die Temperatur liegt. Das heißt, die Viskosität nimmt zu, je kälter es wird. Motoröl muss im Gegensatz dazu immer gleich dick- oder dünnflüssig sein, ob nun der Motor im tiefsten Winter gerade gestartet oder schon seit einer Stunde im Sommer unter Volllast über die Autobahn gefahren wird.

Während früher spezielle Motoröle, zum Beispiel für Sommer und Winter, zum Einsatz kamen, gibt es heute Mehrbereichs-Öle, die in allen Situationen eingesetzt werden können. Nur in ganz extremen Bereichen sind auch heute noch Öle üblich, die anderswo nicht funktionieren würden: im Rennsport auf der einen Seite oder für Fahrzeuge in der Polarregion auf der anderen.

Die beiden Haupt-Herausforderungen der Motoröle sind die Randbereiche der Temperaturskala. So darf das Öl zum einen bei kalten Temperaturen nicht zu dickflüssig sein, damit der Motor schon von Anfang an über die Ölkanäle mit genügend Schmierstoff versorgt wird. Zum anderen darf es, auch bei hohen Motortemperaturen, nicht zu dünnflüssig werden. Speziell im Zylinder-Innenraum, also dem Brennraum, muss die Innenwand immer mit einem dünnen Schmierfilm überzogen sein, denn der Kolben reibt in seiner Auf-und-ab-Bewegung ständig von innen am Zylinder. Wenn der Schmierstoff zu dünnflüssig ist, dann kann dieser Schmierfilm reißen. Die Folge ist, woran sich die älteren Autofahrer vielleicht noch erinnern mögen: ein sogenannter Kolbenfresser.

2. Die verschiedenen Motoröl-Arten erklärt – aber ohne Verwirrung zu stiften

motoröl direkt einfüllen
Beim Öl-Nachfüllen Vorsicht! Verschüttetes Öl verdampft am heißen Motor und verbreitet üble Gerüche.

Um die unterschiedlichen Öle einheitlich bezeichnen zu können, hat die Vereinigung amerikanischer Autoingenieure (SAE) ein Bezeichnungssystem für die unterschiedlichen Kategorien in der Motoröl-Viskosität geschaffen. Dieses System ist auch in Europa üblich. Es besteht aus zwei Zahlen, wovon die erste von einem W gefolgt ist. Die Bedeutung des Buchstabens kann man sich so vorstellen, dass es kurz für ‘Winter’ steht.

Die Zahl davor bezeichnet schließlich den Temperaturbereich, in dem das Öl beim Kaltstart des Motors noch dünnflüssig genug ist. Ein 0W-Öl ist bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt einsetzbar, ein Öl mit 20W dagegen eher für wärmere Regionen vorgesehen. Die zweite Zahl zeigt die Größe des Temperaturbereiches an, in der das Öl verwendet werden kann. Eine sehr hohe Zahl nach dem ‘W’ deutet auf ein Hochleistungsöl in der Art für Rennsport oder leistungsstarke Motoren hin.

Es mag die Frage aufkommen, weshalb nicht alle Autofahrer ein Motoröl verwenden, welches bei tiefsten Temperaturen und in einem maximal großen Temperaturbereich einsetzbar ist. Es gibt zwei Gründe, die dagegen sprechen. Der Preis spielt zum Beispiel eine große Rolle. Je leistungsfähiger der Typ, desto teurer ist das Öl für den Verbraucher. Der zweite Grund betrifft die Herstellung dieser Öle. Um die Viskosität eines Öls bei hohen Temperaturen aufrechtzuerhalten, werden dem Öl Polymere zugegeben. Diese Polymere zerfallen allerdings mit der Zeit, weshalb das Öl regelmäßig gewechselt werden muss. Je höher also die Zahl hinter dem ‘W’, desto mehr Polymere sind im Öl enthalten und desto häufiger muss es gewechselt werden.

Es empfiehlt sich daher im Sinne der Kosten und der Haltbarkeit, ein möglichst exakt passendes Öl für den PKW beziehungsweise das Fahrzeug allgemein zu verwenden. Wenn man diese Zusammenhänge verinnerlicht hat, kann man das ideale Öl auswählen, das an durchschnittliche Außentemperatur, Hitzeentwicklung des Motors und Fahrverhalten angepasst ist. Man kann sich sogar sein persönliches Motoröl mischen. Dabei liegt dann die SAE-Zahl des Gemisches immer zwischen den Werten der einzelnen verwendeten Öle. Für die ganz Wissbegierigen findet sich eine vollständige Beschreibung des SAE-Standards auf dem Portal Motoröl-Wissen.

3. Das richtige Öl für Ihren Wagen

3.1. Castrol Öl, Shell Öl, Rowe Öl? Sie entscheiden nun selbst

Motoröl nachfüllen

Sie finden auf der Oberseite des Motors – auf dem Bild der Motor eines BMW – die Öffnung für das Öl. Prüfen Sie mit dem Peilstab, wie viel Öl fehlt. Profi-Tipp: wenn die Öldose noch ganz voll ist, halten Sie sie genau andersherum, also mit der Öffnung oben – dann schwappt das Öl weniger.

Nun wissen Sie genug über Motoröle und können fortan selbst entscheiden, welches Öl für Ihr Auto das beste ist. Wenn Sie jemand fragt: was bedeuten die Zahlen? Sie haben nun die Antwort. Motoröl im Vergleich 2019 finden Sie hier auf unserem Portal. Wenn Sie Motoröl günstig kaufen wollen, besuchen Sie direkt den Motoröl-Online-Shop von Motoröl 100. Unsere Kaufberatung hilft Ihnen nicht zuletzt, die Marke beziehungsweise den Hersteller zu wählen, bei dem Sie ordentlich Geld sparen können.

Die Motoröl-Spezifikation nach SAE ist, auch das ist hilfreich zu wissen, gleichzeitig ein Qualitätsstandard. Die Autozeitschrift “Auto Motor und Sport” hatte im März 2016 gezielt günstige Motoröle im Test. Verglichen mit einem Motoröl von VW, welches als Referenz diente, waren zehn von elf Kandidaten auf Augenhöhe mit dem Markenöl.

3.2. Das beste Motoröl muss also nicht das teuerste sein

Der letzte Motoröl-Test der Stiftung Warentest ist schon eine Weile her, weshalb wir den Motoröl-Testsieger des TÜV Süd aus dem Jahr 2017 vorstellen. Es ist das Motoröl mit der Bezeichnung Toyota SAE 0W-20 AFE. Mit durchschnittlich 69,- Euro pro fünf Liter gehört es zu den teureren Kandidaten. Dennoch können Sie getrost ein günstigeres Öl verwenden. Für die meisten Ottomotoren mit Vier-Takt in unseren Breitengraden eignet sich ein Motoröl 10W40. Wenn Sie Diesel fahren, wählen Sie einen etwas höheren Temperaturbereich – genauso, wenn sie eher einen ‘heißen Reifen’ gewohnt sind.

Hier die Vor- und Nachteile im Überblick:

  • größerer Temperaturbereich
  • besserer Leichtlauf
  • höherer Preis

3.3. Beispiele für die verschiedenen Motoröl-Typen

Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen im Handel erhältlichen Arten von Motorölen:

Typ/Abkürzung Beschreibung

15W-40

Motoröl Liqui Moly

Heute übliche Standardqualität
Für viele ältere Motoren geeignet
Im Winter einsetzbar bis zu minus 20 Grad

10W-40

Motoröl Shell Helix

Bieten einen kostengünstigen Einstieg in die Leichtlaufklasse
Sind im Winter ohne Probleme bis zu einer Temperatur von minus 25 Grad einsetzbar.

5W-40

Motoröl 5W-40

Teil- oder vollsynthetisch hergestellt
Verbesserte Kaltstarteigenschaften im Winter bis zu minus 30 Grad
kann beim Spritsparen helfen

0W-40

motoröl ow40 castrol

vollsynthetisch mit geringster Viskosität bei Kälte
bis zu minus 35 Grad
optimale Schmierfähigkeit im oberen Temperaturbereich

5W-30

motoröl 5W-30 Liqui Moly

Hochleistungs-Leichtlauföl für Motoren mit langen Ölwechselintervallen
nicht zu dickflüssig im Winter, im Sommer nicht zu dünnflüssig
Auch für Diesel mit Partikelfilter erhältlich

4. Häufig gestellte Fragen:

  • Wie lange ist Motoröl haltbar? Antwort: Vorausgesetzt, es wurde im ungeöffneten Originalbehälter lichtgeschützt aufbewahrt, kann es problemlos bis zu fünf Jahre gelagert werden.
  • Wie viel Öl muss man nachfüllen? Antwort: Sie sehen am Ölpeilstab, ob und wie viel Öl fehlt. Füllen Sie einen Liter Öl nach und prüfen Sie dann die Veränderung am Ölstand. So können Sie leicht die Gesamtmenge schätzen, die Ihr Motor braucht.
  • Wie heiß wird Motoröl? Antwort: In wassergekühlten Ottomotoren selten über 100°C. Bei luft- beziehungsweise ölgekühlten Motoren oder auch Dieselmotoren wird Öl bis zu 120°C heiß.
  • Kann Motoröl schlecht werden? Antwort: Nur bei falscher Lagerung. Es gilt, wie oben: lichtgeschützt im Originalbehälter bleibt Ihr Motoröl viele Jahre frisch.