Nutzpflanzen

Stachelbeere pflanzen: Anleitung zur Pflanzung von Strauch und Hochstamm

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Die winterharte Stachelbeere eignet sich ideal für den Anbau im eigenen Garten und gilt als pflegeleichte Pflanze mit einem hohen Ernteertrag, da sie in unseren Breitengraden besonders gut gedeihen kann. Hobbygärtner können sich zwischen unterschiedlichen Sorten entscheiden, die grüne, rote oder gelbe Früchte hervorbringen. Ebenso unterscheiden sich die Beeren in ihrer Form, der Fruchtbehaarung und im Geschmack. Dabei lassen sich Stachelbeeren frisch verzehren oder weiter verarbeiten.

Auf Heimwerker.de erfahren Sie in unserer Anleitung, wie Sie die Stachelbeere pflanzen und erhalten Tipps zur Pflege und Vermehren können.

1. Sortenvielfalt der Stachelbeere: Rote Früchte eignen sich am besten zum Naschen

Bevor Sie eine Stachelbeere pflanzen, sollten Sie sich erst für eine Sorte entscheiden, denn diese wirkt sich vor allem auf den späteren Geschmack der Früchte aus. Die folgende Tabelle kann Ihnen als kleine Kaufberatung dienen:

Rote Stachelbeere Grüne und gelbe Stachelbeere
  • Früchte besitzen vornehmlich süßlichen Geschmack
  • schmecken frisch gepflückt besonders gut
  • kaum behaart und daher vielseitig einsetzbar
  • bekanntesten Sorten sind Achilles und Pax
  • besitzen eher säuerlichen Geschmack
  • eignen sich besonders für die Verarbeitung in Nachspeisen oder Konfitüren
  • Grüne Kugel und Invicta besonders für unser Klima geeignet

Die unterschiedlichen Sorten lassen sich natürlich auch nebeneinander pflanzen. Dies ist nicht nur optisch sehr ansprechend, sondern verspricht auch eine geschmackliche Vielfalt zur Erntezeit im Spätsommer.

Tipp: Als ideales Nachbargewächs zählt die Johannisbeere. Eine besondere Kreuzung ist die sogenannte Josta-Beere, eine Kreuzung zwischen Stachelbeere und Johannisbeere.

2. Strauch oder Hochstämmchen-Stachelbeere pflanzen: Auf den Standort kommt es an

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Sie sollten bei der Stachelbeere den Pflanzen-Abstand nicht außer Acht lassen. Beim Hochstämmchen fällt dieser deutlich geringer aus.

Haben Sie sich für den Anbau einer speziellen Sorte der Stachelbeere entschieden, sollten Sie das im Garten vorhandene Platzangebot beachten und entscheiden, ob Sie eine Strauch-Stachelbeere oder eine Hochstämmchen kaufen möchten.

Ausschlaggebend sind hier die Kriterien der Wuchshöhe und der damit verbundene Pflanzabstand. Denn je nach Sorte ist der Pflanzen-Abstand der Stachelbeere ein anderer. Ein Stachelbeerstrauch braucht, je nach Wuchsstärke, einen Pflanzabstand von 1,2 bis 2 Meter, ein Hochstämmchen hingegen nur platzsparende 0,8 bis 1 Meter.

Bei Bedarf gedeihen Stachelbeeren auch am Spalier oder in Kübelhaltung, häufig handelt es sich hierbei um spezielle Neuzüchtungen. Bei guter Pflege kann die Wuchshöhe bis zu 150 cm erreichen.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass der Ernteertrag einer ausgewachsenen Staude einer robusten Buschpflanze deutlich höher ausfällt als der Ertrag eines Hochstämmchens.

2.1. Der ideale Standort

Doch nicht nur die Form, auch der StachelbeerenStandort sollte wohl gewählt werden. Stachelbeeren brauchen über den Tag verteilt möglichst viel Sonnenlicht, dürfen aber nicht unmittelbar der Mittagssonne ausgesetzt sein, da die empfindlichen Beeren schnell verbrennen könnten. Ideal gedeihen sie windgeschützt im mäßigen Halbschatten.

Der Boden sollte nährstoffreich, humos, lehmhaltig und gut durchlüftet sein. Ein durchlässiger Sandboden muss vorab mit reichlich Humus angereichert werden. Da die Beeren über einen hohen Wasserbedarf verfügen, sind trockene und leichte Böden ungeeignet. Es ist daher besonders wichtig, dass die Erde nie vollständig austrocknet. Greifen Sie bei diesen Beeren lieber häufiger zur Gießkanne!

Tipp: Eine Mulchschicht aus organischem Material, beispielsweise aus kleingeschnittenen Beinwellblättern, hilft, das Wasser im Boden zu speichern. Ebenso werden durch das Mulchen das Wachstum und die Lebensdauer der Pflanze positiv beeinflusst.

2.2. Im Garten oder auf dem Balkon Stachelbeeren pflanzen: Anleitung

Die ideale Stachelbeeren-Pflanzzeit liegt im Herbst (Oktober–November), obwohl auch eine der Frühjahrspflanzung möglich ist. Die Pflanzzeit für Stachelbeeren als Containerware ist ganzjährig. Beim Einpflanzen gilt es zu beachten, dass der Wurzelansatz stets ebenerdig liegt und der Hochstamm samt Krone durch einen Pfahl gestützt wird – das Gewicht der reifen Früchte im Herbst ist nicht zu unterschätzen, es können bis zu 5 kg Früchte an einer Staude hängen.

Tipp: Die Stachelbeerpflanze wächst sehr schnell. Der Pfahl sollte daher in regelmäßigen Abständen in der Höhe angepasst werden.

Wenn Sie den Stachelbeer-Strauch oder Stachelbeer-Hochstamm im Gartenbeet anpflanzen wollen, sollte das Pflanzloch zwei Spaten tief ausgehoben werden und doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Bei ganzjährig pflanzbarer Containerware sollte das Pflanzloch der Größe des Containers entsprechen.

Handelt es sich um ein Hochstämmchen, sollten Sie einen Stützpfahl setzen, bevor Sie die Stachelbeere einpflanzen, um ein Verletzen der zarten Wurzeln zu verhindern. Achten Sie hierbei auf einen gewissen Sicherheitsabstand zum Stamm.

Lockern Sie mit den Fingern vorsichtig die Wurzeln und setzen Sie die Pflanze ein. Füllen Sie das Pflanzloch anschließend wieder mit dem Aushub und rütteln Sie leicht am Stämmchen, um entstandene Hohlräume zu minimieren und ein ideales Setzen der Wurzeln zu gewährleisten. Befestigen Sie nun das Stämmchen mit breiten Bändern oder einem Kokosstrick am Pfahl.

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Der beste Zeitpunkt, um Stachelbeeren zu pflanzen, liegt im Herbst.

Diese Varianten sind besonders schonend zur empfindlichen Rinde. Treten Sie abschließend alles fest und wässern Sie gut an, um eine ideale Verbindung zwischen Wurzelwerk und Erde zu ermöglichen. Bedecken Sie den Boden mit einer 2-3 cm dicken Mullschicht. Diese dient als natürlicher Schutz und zugleich als organische Düngung.

Stachelbeeren sind bei Hobbygärtnern ohne eigenen Garten besonders beliebt, da sie sich auch problemlos im Kübel anpflanzen lassen und dennoch viele saftige Früchte produzieren. Für den Anbau auf dem Balkon eignet sich der platzsparende Hochstamm mit seiner formschönen Krone. Vergessen Sie nicht den Stützpfahl – selbst auf kleinen Balkonen sind Stachelbeeren nicht vor Windwurf geschützt.

Die Stachelbeeren-Pflege ist unkompliziert. Dennoch sollten sie Anfang März und nach der Blüte im Mai die Stachelbeere düngen. Auf spezielle Beerendünger kann dabei verzichtet werden. Besser geeignet sind organische Dünger wie Kompost oder Hornspäne, die sich einfach in die Erde einarbeiten lassen und die Früchte nicht durch chemische Zusätze belasten.

3. Die Stachelbeeren-Pflege: Rückschnitt und Überwinterung

3.1. Sträucher und Hochstamm der Stachelbeere schneiden

Den Überblick behalten

Markieren Sie sich die alten und neuen Triebe mit bunten Gummiringen – so verlieren Sie in den nächsten Jahren nicht den Überblick und können das Alter der Äste immer gut einschätzen.

Nach erfolgter Herbstpflanzung sollte der erste Schnitt im Frühjahr (Februar–März) erfolgen, da jetzt der starke Frost vorüber ist und die Tage sonniger und trockener werden. Wählen Sie für den ersten Basisschnitt einen regenfreien Tag, da Schnittwunden bei Feuchtigkeit schlechter heilen und Krankheitserreger leichter eindringen können. Eine Garten- oder Astschere ist für diese Arbeiten ideal.

Bei der Stachelbeere sollte ein sogenannter Verjüngungsschnitt erfolgen. Dabei werden Äste folgendermaßen geschnitten:

  • kräftige Triebe werden um 1/3 gekürzt
  • von den restlichen Trieben sollten nur drei bis vier (im Folgejahr ruhig fünf bis sechs) bestehen bleiben
  • alle anderen Äste werden komplett entfernt
  • kahle Zweige sollten an der Basis abgeschnitten werden
  • achten Sie dabei auf gleichmäßige Verteilung der Triebe, um Lichtmangel entgegenzuwirken
  • aehr altes und hängendes Holz sollte entfernt werden
  • nur noch neue und einjährige Triebe bleiben übrig, diese bilden die besten Früchte aus

Stachelbeeren wachsen am vorjährigen Holz. Daher ist es besonders wichtig, dass jedes Jahr neue Triebe entstehen. Ein gezielter Rückschnitt fördert das Wachstum und trägt somit zu einer reichhaltigen Ernte bei.

Ein zusätzliches Auslichten bei starker Wucherung nach der Blüte unterstützt die Bildung eines hohen Ernteertrags, da die bisher beschatteten Beeren wieder mehr Licht ausgesetzt sind. Auch das Pflücken wird so erleichtert, da die gefährlichen Dornen der Äste reduziert werden.

Tipp: Je lichter die Zweige, desto besser die Stachelbeeren-Ernte.

3.2. Stachelbeeren überwintern

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Stachelbeeren sind winterhart und brauchen keine spezielle Vorbereitung für den Winter.

Das Überwintern der Stachelbeeren erfordert nur wenig Aufwand, da es sich um winterfeste Pflanzen handelt. Kübel werden einfach ins Haus oder in die Garage gestellt. Bei Beetpflanzen lohnt es sich, zusätzliches Laub und alte Zweige um den Stamm zu verteilen. So entsteht eine zusätzliche Isolationsschicht gegen die Kälte.

Doch Achtung: Wird das Laub schließlich wieder im Frühjahr entfernt, sollte entstandenes Unkraut nicht mit Hilfe einer Harke entfernt werden. Zupfen Sie das Unkraut von Hand aus, um die Wurzeln nicht unnötig zu beschädigen. Ebenso gilt es ein Abbrechen der Äste zu vermeiden. Gefallener Schnee sollte daher vorsichtig von den Ästen abgeschüttelt werden.

4. Ernte der Stachelbeeren: Stachelbeeren reifen nach

Die Stachelbeeren blühen von April bis Mai und können, je nach Sorte, von Ende Juni bis in den August hinein geerntet werden. Bei reichhaltigem Beerenwuchs sollten einige Beeren bereits im Mai geerntet werden, Experten sprechen hier von der sogenannten Grünpflücke.

Als einzige Beerensorte reifen Stachelbeeren nach der Ernte noch nach, sie können also durchaus auch noch grün geerntet und weiterverarbeitet werden, etwa zu fruchtiger Marmelade oder Konfitüre. In diesem Stadium schmecken die Beeren eher säuerlich und bilden einen schmackhaften Kontrast zu süßen Backwaren. Die verbleibenden Beeren profitieren von dieser frühen Grünpflücke und werden süßer und größer.

Hinweis: Achten Sie beim Pflücken auf Ihre Hände. Der Stamm und die Äste der Stachelbeersträucher sind mit spitzen Dornen versehen.

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Wenn Sie etwas Geduld mitbringen, können Sie Stachelbeerpflanzen aus eigenen Samen ziehen.

5. FAQ: Heimwerker.de beantwortet häufige Fragen rund um die Stachelbeere

Nachdem wir Ihnen gezeigt haben, wie Sie die Stachelbeere pflanzen und pflegen, möchten wir an dieser Stelle noch weitere Fragen rund um die schmackhafte Frucht beantworten.

5.1. Wie kann man Stachelbeeren vermehren?

Wollen Sie Ihre Stachelbeere vermehren, benötigen Sie etwas Geschick und Geduld. Beim Herbstschnitt schneiden Sie einjährige Triebe von 30 cm Länge unterhalb eines Auges schräg ab und pflanzen sie in spezielle Anzuchterde. Bei guter Pflege können Sie den Steckling im darauffolgenden Herbst nach draußen verpflanzen.

5.2. Kann man Stachelbeeren aus Samen ziehen?

Ja, das ist möglich. Sie können die Stachelbeer-Samen sogar einfach selber herstellen und müssen Sie nicht kaufen, diese Variante ist dabei also auch noch günstig. Nach der Ernte lassen Sie ein paar Beeren faulen. Den entstandenen Brei mischen Sie mit Erde und verteilen diesen breitflächig in einem Beet. Die Samen sollten dabei an der Oberfläche bleiben.

Im Winter benötigen die Samen keine besondere Pflege, es ist sogar wichtig, dass sie einen Kälteschock erhalten. Im folgenden Jahr zeigen sich dann bereits die Sämlinge, die Sie dann an die gewünschte Stelle umpflanzen können.

Hinweis: Die eigene Stachelbeer-Zucht ist nichts für Ungeduldige. Mit den ersten Früchten können Sie erst im vierten Wuchsjahr rechnen.

5.3. Welche Krankheiten und Feinde hat die Stachelbeere?

Die Stachelbeere wirkt durch ihre scharfen Dornen sehr robust und ist dennoch sehr anfällig für Pilzerkrankungen wie den amerikanischen Stachelbeermehltau. Bei Befall müssen unverzüglich sämtliche Triebspitzen entfernt und vernichtet werden. Mittlerweile gibt es widerstandsfähige Neuzüchtungen, auf die Hobbygärtner zurückgreifen sollten.

Doch auch Schädlinge können Ihre Stachelbeeren gefährden, etwa die Bleiche Stachelbeerblattlaus, der Stachelbeerspanner oder die Stachelbeerblattwespe. Bei Larvenbefall kann es schnell zum kompletten Kahlfraß kommen.

Idealerweise verzichten Sie auf chemische Pestizide und sammeln die Larven im Vorfeld selber ab, um Ihre Stachelbeeren wenig zu belasten und dennoch optimal zu schützen.

5.4. Wie kann man Stachelbeeren weiterverarbeiten?

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Die säuerlichen grünen und gelben Früchte eignen sich am besten zur Herstellung von Marmelade.

Besonders grüne und gelbe Stachelbeeren eignen sich hervorragend zur Herstellung von Marmelade und Konfitüren. Da sie einen eher säuerlichen Geschmack besitzen eignen sie sich hervorragend als Kontrast zu süßen Croissants oder sonstigem Backwerk. Aber auch als Topping für einen leckeren Kuchen lassen sich Stachelbeeren verwenden. Wie Sie Stachelbeeren zu Marmelade verarbeiten, erfahren Sie hier in unserer Anleitung. Im Internet finden Sie hunderte weitere Rezepte und Ideen.

5.5. Wie gesund sind Stachelbeeren?

Stachelbeeren sind nicht nur lecker, sie liefern dabei auch noch Vitamin C und E und Vorstufen von Vitamin A. Kalium, Kalzium und Magnesium befinden sich ebenfalls in den schmackhaften Früchten.

Die Früchte eignen sich auch als kleiner Snack für zwischendurch, denn 100 Gramm Stachelbeeren haben gerade einmal 40 Kalorien. Allerdings besitzen sie einen relativ hohen Zuckergehalt.

Bildnachweise: stock.adobe.com/ Grigoriy , stock.adobe.com/lapis2380 , stock.adobe.com/ajlatan , stock.adobe.com/nataba , stock.adobe.com/Thomas, stock.adobe.com/elizaveta66 (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)