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Möbel verschönern: In 3 Schritten Klebefolien nach Maß selber anbringen

moebel vor blauer wand

Nachhaltigkeit ist auch bei Möbeln immer gefragter. Warum gleich wegschmeißen, wenn die Farbe oder das Design nicht mehr gefallen? Möbel pimpen ist mit der richtigen Folie gar nicht so schwer. Mit etwas handwerklichem Geschick und den passenden Tools sind im Handumdrehen neue Möbel-Lieblinge gezaubert.

1. Mobiliar verschönern: Klebefolien nach Maß anfertigen ist kostengünstig möglich

Der Schrank ist zu langweilig, die Kommode abgenutzt – kein Grund, die treuen Möbelstücke auszusortieren. Der Alte-Möbel-Überdruss bedeutet auch: endlich Zeit, um der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Wer sein Wohnzimmer in einem neuen Farbkonzept gestalten möchte, braucht keine Möbel-Neuanschaffung. Warum nicht Kommode, Tisch, Schrank und anderes Mobiliar gekonnt mit raffinierten Klebefolien in Szene setzen?

Die Vorteile: Sie profitieren nicht nur von der Einzigartigkeit, sondern auch einer kostengünstigen Alternative zur Neuanschaffung. Die Möbelfolie gibt es passgenau und selbstklebend in verschiedenen Designs und Dekoren. Unifarben, Holzoptik, Steinoptik oder Muster – der Kombinationsvielfalt sind keine Grenzen gesetzt.

2. Vorbereitung ist alles: So sitzt die Möbelfolie später optimal

Bevor die Dekorfolie aufgebracht wird, sollte die Oberfläche des Möbelstückes gründlich gereinigt werden. Wichtig: kein Reinigungsmittel mit Silikon verwenden, denn dadurch wird die Haftfähigkeit der Folien beeinträchtigt. Nichts zu suchen auf dem Untergrund haben auch:

  • Fettrückstände
  • Staub
  • Fussel

Damit die Folie später optimal verarbeitet werden kann, vorher die einzelnen Stücke zurechtlegen. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für die richtige Reihenfolge.

modernes wohnzimmer

Angestaubter Look war gestern: Alte Möbel nachhaltig neu designen geht mit Klebefolien ganz einfach.

3. Achtung, fertig, kleben: Möbelfolie anbringen in 3 Schritten

Im Sinne der Nachhaltigkeitspolitik werden solche Design-Ideen immer beliebter. Wer wenig handwerkliches Geschick hat, sollte sich die Möbelfolie vorab passgenau zuschneiden lassen. Wichtig: Ruhe bewahren und nacheinander arbeiten. Folgen Sie unserer Anleitung für ein bestmögliches Ergebnis.

3.1. Schritt 1: Oberfläche vorbereiten

Um die Möbelfolie trocken anzubringen, ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Zunächst wird die Oberfläche vorbereitet. Es gilt, Rückstände wie Fett oder Fussel zu entfernen. Sind Scharniere oder Griffe montiert, sollten diese für die bessere Folienverarbeitung ebenfalls vorübergehend demontiert werden.

Befinden sich auf der Oberfläche der zu beklebenden Möbel Kratzer oder Vertiefungen, sollten diese unbedingt vor der Folienanbringung ausgebessert werden. Je ebener die Oberfläche, desto schöner am Ende das Folienbild. Ist die Oberfläche vorbereitet, kann es losgehen.

3.2. Schritt 2: Folie ausrichten

Mit Präzision und Fingerspitzengefühl

Bevor die gesamte Folie weiterverarbeitet wird, noch einmal sorgfältig prüfen und gegebenenfalls die Position korrigieren. Je präziser die Ausrichtung ist, desto leichter wird das folgende Verkleben der gesamten Folie (ähnlich wie beim Tapezieren).

Jede Klebefolie ist mit einem zusätzlichen Trägerpapier versehen, dass vor dem Aufbringen entfernt werden muss. Vorsicht, niemals die gesamte Folie auf einmal abziehen: Dadurch würde sich die Folie nicht wunschgemäß anbringen lassen. Besser: zunächst ca. 10 cm der Schutzfolie entfernen und das Stück Möbelfolie auf der gewünschten Fläche platzieren, ausrichten, nachjustieren und leicht andrücken.

Zuerst wird das sich auf der Rückseite befindliche Trägerpapier beginnend von einer Ecke aus ein Stück weit von der Möbelfolie abgezogen.
Die freigewordene selbstklebende Rückseite wird anschließend auf der zu folierenden Fläche ausgerichtet und das erste Stück Folie mit dem mitgelieferten Rakel blasenfrei angedrückt. Falls die Folie um die Kanten herum geklebt werden soll, ist darauf zu achten, ausreichend Material überstehen zu lassen.

Danach wird die Folie weiter auf die Oberfläche gebracht, das Trägerpapier schrittweise entfernt. Die schrittweise Verarbeitung ist vor allem bei großflächigen Folierungen empfehlenswert. Zwischen den einzelnen Abzieh-Schichten immer wieder mit einer Rakel auf der Oberfläche entlangfahren, um Unebenheiten und Luftblasen herauszustreichen.

Achtung: Erfolgt dies erst am Ende, bleiben häufig unschöne Einschlüsse zurück. Sind Luftblasen besonders hartnäckig, am besten mit einer feinen Spitze einstechen, um die Luft entweichen zu lassen. Die Einstichstellen können bei einigen Folien (vor allem bei besonders dunklen einfarbigen Designs) sichtbar sein. Empfehlenswert deshalb: lieber von Anfang an schrittweise und präzise arbeiten, damit die Luftblasen gar nicht erst entstehen.

3.3. Schritt 3: Folie final verlegen

Im nächsten Schritt wird das Trägerpapier vorsichtig weiter unter der Folie abgezogen und zugleich die Möbelfolie angedrückt. Sollten sich Luftfalten bilden, wird die Möbelfolie wieder hochgehoben und erneut mit dem Rakel angedrückt. Anschließend lässt sich die Folie mittels eines gewissen Krafteinsatzes dehnen und somit stramm und blasenfrei auch um Ecken verlegen.

Sobald dies der Fall ist, vorsichtig andrücken und überschüssige Luftblasen ausstreichen. Das funktioniert wahlweise mit den Fingerspitzen, besser mit einer Rakel. Auch ein weiches, fusselfreies Tuch hilft, um vor allem großflächige Folien optimal zu verarbeiten.

farbauswahl

Wie bunt darf es sein? Die Klebefolien gibt es in Holz- und Steinoptik sowie mit aufregenden Mustern und farblichen Akzenten.

4. Fehler vermeiden: 3 Tipps für eine bessere Verarbeitung

4.1. Rückstände auf der Folie vermeiden

Manchmal kleben die Folien vor allem an den Ecken nicht richtig. Die Folge: unschöne, abstehende Kanten und Knicke. Um dies zu vermeiden, unbedingt auf fettfreie Finger beim Verarbeiten der Folie achten.

Die Ecken sind besonders prädestiniert, da wir hier mit den Fingerspitzen anfassen, um die Folie anzulegen. Besser ist die Nutzung von Handschuhen, um Rückstände auf der Folie zu vermeiden.

4.2. Überhang abschneiden, aber richtig

Nicht immer wird die Foliengröße optimal ermittelt. Manchmal kann es durch die Oberflächengestaltung oder die weichen Maße dazu kommen, dass etwas Folie übersteht. Dieses unschöne Ergebnis muss natürlich korrigiert werden, aber richtig: Damit keine unschöne und „zerfressene“ Schnittkante entsteht, unbedingt auf ein scharfes Cuttermesser achten mit der die Möbelfolie exakt eingekürzt wird.

Um eine ungerade Kante zu vermeiden, am besten entlang der Möbelkante schneiden. Kann sie nicht als Orientierung genutzt werden, unbedingt mit einem Lineal oder einem anderen geraden Gegenstand arbeiten.

4.3. Lieber etwas mehr als zu knapp

Alte Möbel im neuen Look designen – dank der vielen Folienvarianten sind der Design-Fantasie keine Grenzen gesetzt. Beim Ausmessen der Klebefolie gibt es einen häufigen Anfängerfehler: das millimetergenaue Messen. Um bloß nichts von der wertvollen Klebefolie zu verschwenden, wird häufig zu genau gearbeitet. Wer millimetergenau zuschneidet, erlebt häufig, dass nach dem Anbringen auf der Möbeloberfläche etwas Folie zu fehlen scheint.

Das Material schmiegt sich an das Möbelstück an, sodass dabei noch einmal einige Millimeter eingebüßt werden können. Befinden sich auf dem Möbelstück im alten Look sogar Muster, ist noch mehr Großzügigkeit beim Zuschnitt der Möbelfolie gefragt. Lieber einige Zentimeter mehr bei der Folienanpassung bemessen und später abschneiden.

moebel ausmessen

Schneiden Sie die Möbelfolie großzügig zu, ein millimetergenauer Zuschnitt zählt zu den häufigsten Anfängerfehlern.

Bildnachweise: shutterstock.com/jafara, shutterstock.com/Photographee.eu, shutterstock.com/RomanR, shutterstock.com/Zephyr_p (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)