Bewässerung

Zisterne einbauen: So speichern Sie Regenwasser direkt im Garten

Ein Ratgeber aus der heimwerker.de Redaktion

Eine Zisterne aus Beton zum Sammeln von Regenwasser wird unterirdisch installiert.

Mit einer Wasserzisterne im Garten können Sie Regenwasser einfach speichern und anschließend zum Gießen nutzen. So sparen Sie Geld und Aufwand und haben trotzdem einen gewässerten, grünen Garten. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei der Größe Ihrer Zisterne und bei der Genehmigung beachten sollten.

1. Wie funktioniert eine Zisterne?

Zisternen von wasserzisterne.de oder anderen Herstellern stellen einen Tank aus Beton oder Kunststoff dar und werden über das Aufnehmen des Regenwassers gefüllt. Das Regenwasser, das auf ein Dach fällt, wird über Rohre durch einen Filter in die Zisterne geleitet.

Aus der Zisterne kann nun Wasser entnommen werden, meistens über einen Ansaugfilter und eine in der Zisterne verbaute Tauchdruckpumpe. Dieses Wasser wird in der Regel ca. 20 cm unterhalb der Wasseroberfläche entnommen, wo das Wasser am saubersten ist und sich gut zum Gießen Ihres Gartens eignet. Die im Wasser vorhandenen Stoffe setzen sich mit der Zeit als Sedimente am Boden des Tanks ab.

An Ihre Zisterne können Sie zusätzlich zur Tauchpumpe optional einen Sickerschacht und eine Füllstandsanzeige installieren: Überschüssiges Wasser versickert über einen Sickerschacht automatisch. Eine Füllstandsanzeige ermöglicht darüber hinaus die genaue Einschätzung des Wasserstands. Bei der Pumpe kann eine Abschaltautomatik verhindern, dass die Pumpe zu heiß läuft, wenn kein Wasser gepumpt wird.

Eine Frau gießt ihren Garten mit einem Wasserschlauch.

Mit einer Zisterne können Sie Ihren Garten regelmäßig gießen, ohne dafür Leitungswasser nutzen zu müssen.

2. Wann lohnt sich eine Zisterne?

Eine Zisterne lohnt sich immer dann, wenn Sie Ihren Garten grundsätzlich bewässern möchten und genug Platz für eine Zisterne im Boden vorhanden ist. Da Sie kein Trinkwasser mehr zum Gießen verwenden müssen, lohnt sich eine Zisterne finanziell schnell: Ihre Anschaffung kostet je nach Größe zwischen ca. 2.000 und 5.000 Euro, eine Betonzisterne mit 10.000 Liter Fassungsvermögen kostet zum Beispiel ca. 2.500 bis 3.000 Euro.

Ein großer Garten benötigt pro Jahr mehrere Zehn- bis Hunderttausend Liter Wasser. Für diese Menge an Trinkwasser können Sie mit einer Zisterne im Garten Kosten einsparen. Typische Größen für Zisternen sind 5.000 oder 10.000 Liter Fassungsvermögen für mittlere Gärten bis 1.500 m² sowie 20.000 Liter Fassungsvermögen für große Gärten.

Ist eine Zisterne genehmigungspflichtig?
Kleine Zisternen zur nichtöffentlichen Nutzung sind je nach Gemeinde bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei. Je nach Bundesland und Gemeinde können dies bis zu 50 Kubikmeter sein. Es lohnt sich aber, sich bei der Behörde über mögliche Fördermöglichkeiten zu informieren. In einigen wenigen Gegenden mit starkem Wassermangel können für das Sammeln von Regenwasser zudem zeitweise oder in bestimmten Monaten regionale Einschränkungen gelten. Fast überall sind Zisternen außerdem meldepflichtig.

3. Wie groß sollte Ihre Zisterne sein?

Die optimale Größe Ihrer Zisterne muss zu Ihrem Garten passen, aber auch zur Dachfläche, über die das Regenwasser gesammelt wird. Um die richtige Größe der Zisterne zu ermitteln, können Sie sich grob an den folgenden Werten orientieren:

  • für Gärten bis 500 m² / Dachfläche von 70 m²: Zisterne mit 3.000 bis 5.000 Liter
  • für Gärten bis 1.500 m² / Dachfläche von 120 m²: Zisterne mit 10.000 bis 15.000 Liter
Ein Wassertank ist mit einer Leitung mit einer Regenrinne verbunden.

Auch viele oberirdische Zisternen werden direkt über eine Leitung aus der Dachrinne gefüllt.

Außerdem sollten Sie eine größere Zisterne einplanen, wenn Ihr Garten einen hohen Anteil an Beeten mit eher öfter bewässerten Blumen oder durstigen Gemüsesorten hat. Bei einem solchen Garten kann bereits eine Zisterne mit 5.000 Litern für eine kleinere Fläche sinnvoll sein.

Ein einfacher Rasengarten dagegen, den Sie nur selten bewässern möchten, kann auch mit einer kleineren Zisterne gut versorgt werden: Selbst bei einer größeren Fläche kann eine Zisterne mit 10.000 Litern ausreichen.

Letztendlich muss es auch nicht immer der 20.000-Liter-Tank sein, wenn die Rechnung das empfiehlt: Sie können sich auch für eine kleinere Zisterne im Garten entscheiden, wenn Sie die Anschaffungskosten reduzieren möchten. Sie gehen damit allerdings das Risiko ein, doch etwas mit Leitungswasser ausgleichen zu müssen. Wägen Sie daher bei der Planung genau ab, welche Größe Sie bevorzugen.

Wie reinigen Sie eine Zisterne?
Verwenden Sie einen Filterkorb, um grobe, im Wasser schwimmende Materialien wie Blätter vorzufiltern. Die absinkenden Sedimente im Tank lassen sich durch das Entleeren der Zisterne und anschließendes Waschen mit Leitungswasser reinigen. Dies sollte im Idealfall im Winter erfolgen, wenn der Wasserbedarf im Garten geringer ist. Die Abdichtungen sollten ebenfalls regelmäßig überprüft und mit Wasser und mildem Reinigungsmittel gereinigt werden.

4. Sollten Sie für den Einbau einer Zisterne einen Fachbetrieb beauftragen oder selbst Hand anlegen?

Eine übliche unterirdische Zisterne aus Beton oder Kunststoff wird in mindestens 60 cm Tiefe eingegraben, meistens jedoch etwa einen Meter tief. Über die gesamte Breite eines großen Tanks können daher umfangreiche Erdarbeiten erforderlich sein, die teilweise einfacher mit einem Bagger zu erledigen sind. Meistens holen sich Heimwerker hier also Hilfe von einem Fachbetrieb.

Bei kleinen Tanks und mit ausreichendem körperlichen Einsatz kann es sich hingegen auch lohnen, die Grube für den Tank selbst auszuheben. Der Wasserkreislauf mit Filter und Pumpe für die Zisterne kann mit entsprechendem Fachwissen selbst zusammengebaut werden. Auch Flachtank-Zisternen können eine Lösung sein, wenn Sie in Ihrem Garten nicht tief graben können, zum Beispiel durch eine angrenzende Wasserfläche und einen hohen Grundwasserspiegel.

Oberirdische Zisternen waren lange eher ein Sonderfall im privaten Garten. Mittlerweile ist es aber auch für Privatpersonen gut möglich, oberirdische Zisternen im Garten einzubauen oder als Wandtank für Regenwasser anzuschrauben. Diese Zisternen haben einige Vorteile gegenüber unterirdischen Zisternen: Sie sind einfacher zu installieren und die Reinigung und Reparatur von Defekten ist einfacher als bei unterirdischen Modellen.

Kann Zisternenwasser als Trinkwasser genutzt werden?
Nein, leider können Sie das Wasser aus Ihrer Zisterne nicht an Ihr Trinkwassernetz anschließen. Die Ausgänge zum Garten hin können nur zum Gießen von Pflanzen verwendet werden. Dennoch kann eine Zisterne auch an ein Hauswasserwerk angeschlossen werden. Als Teil eines Hauswasserwerks kann das Wasser zum Beispiel zum Spülen von Toiletten dienen.

Bildnachweise: Adobe Stock/ThomBal, Adobe Stock/Zoja, Adobe Stock/Holger (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)