Rasen & Boden

Rasen richtig pflegen: 8 Tipps für einen grünen Rasen

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Das Ergebnis einer guten Rasenpflege ist ein saftig-grüner Rasen, wie man ihn auf jedem Golfplatz vorfindet. In den meisten deutschen Gärten sieht die Realität jedoch anders aus. Hier prägen blasse und stumpfe Rasenflächen das Erscheinungsbild, welches durch jedes noch so schöne Blumenbeet nicht zu retten ist. Dabei ist Abhilfe einfacher, als man denkt!

Regelmäßige Rasenpflege lässt den gesamten Garten im neuen Licht erstrahlen und ihn zum absoluten Blickfang werden. Dabei sollte man die Arbeiten am besten im Frühjahr durchführen, da der Rasen in den Monaten April, Mai und Juni seine Hauptwachstumsphase hat.

Beschränkt man die Rasenpflege lediglich auf das Rasenmähen, kann es schnell passieren, dass sich Moos und Mulch zwischen den Grashalmen ansiedeln und so eine Art von Filzschicht entsteht. Diese Schicht saugt zum einen Wasser auf und schneidet zusätzlich die Sauerstoffzufuhr ab, was dem Rasen natürlich zusetzt.

An dieser Stelle kommen Arbeitsschritte wie das Vertikutieren, Düngen, Mulchen oder die Rasensaat ins Spiel, um dem Rasen zu alter Stärke zu verhelfen.

In unserem Artikel auf Heimwerker.de erhalten Sie eine Anleitung, wie Sie Ihren Rasen im Frühjahr gezielt pflegen und bis in den Herbst eine traumhafte Grünfläche genießen können.

1. Vertikutieren: Rasen Nährstoffe zurückgeben

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Durch Vertikutieren kann Ihr Rasen aufatmen und erhält mehr Nährstoffe.

Vertikutieren ist der entscheidende Schritt zu einem kräftigen grünen Rasen. Nachdem der Rasen zunächst geschnitten wurde, ist es auch der erste Schritt den Rasen im Frühjahr zu pflegen.

Hierbei werden mit einem Vertikutierer im Frühjahr Moose, abgestorbene Pflanzenteile, sowie Schnittgut entfernt, welche sich über das Jahr hinweg zwischen den Grashalmen festgesetzt haben.

Diese filzige Schicht wirkt wie ein Schwamm und saugt Wasser auf, welches für den Rasen notwendige Nährstoffe beinhaltet. Zusätzlich hemmt es den Stoffwechsel der Grünfläche, worunter diese sichtbar leidet.

Nach dem Vertikutieren gleicht die Rasenfläche meist einem Schlachtfeld, vor allem, wenn lange nicht vertikutiert wurde. Seien Sie jedoch unbesorgt, denn der Rasen erholt sich schnell und dankt es Ihnen mit einem sattgrünen Farbton.

Achtung: Achten Sie bei einem automatischen Vertikutierer jedoch unbedingt darauf, dass die Walze nicht zu tief eingestellt ist und somit tiefer in den Boden einschneidet als nötig. Auf diese Weise entfernen sie nämlich nicht nur die Filzschicht, sondern zerstören auch den Rasen selbst!

2. Aerifizieren: Rasen aufatmen lassen

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Beim Aerifizieren werden Löcher in den Boden gestochen.

Der Aerifiziervorgang dient, wie der Name schon verrät, der Belüftung des Rasens und sollte nach dem Vertikutiervorgang durchgeführt werden. Hierfür werden Löcher in den Boden gestochen, die etwa 2 cm Durchmesser haben und bis zu 10 cm tief sind.

Das Aerifizieren kann entweder manuell oder mit einem speziellen Aerifiziergerät durchgeführt werden.

Dieses verfügt über eine Walze mit Stacheln (Spoons), welche in den Boden einstechen und die Löcher erzeugen. Die Stachel gibt es in zwei Ausführungen, entweder massiv oder hohl, wobei die erste Variante das Erdreich lediglich verdrängt und die letztere es komplett aushebt.

Der Vorgang bricht die Rasenverdichtung auf und optimiert den Stoffwechsel der aeroben Bakterien im Boden sowie das Rasenwachstum.

3. Sanden: Bodendurchlässigkeit erhöhen

Das Sanden der Rasenfläche erhöht die Durchlässigkeit des Bodens und hemmt die Bildung von Rasenfilzschichten. Durchgeführt wird das Sanden optimalerweise nach dem Aerifizieren, um gleichzeitig die entstandenen Löcher zu verschließen.

Dabei kommen pro Quadratmeter etwa 2 bis 5 Liter Sand zum Einsatz. Achten Sie darauf, dass sie kalkfreien Sand mit einer feinen Körnung von maximal 2 mm benutzen. Nach dem Auftragen der Sandfläche wird diese mit einem groben Besen in den Boden eingearbeitet.

Hinweis: Nach dem ersten Regen ist die Sandfläche oft schon zum größten Teil im Boden versickert und lockert ihn dort zusätzlich auf. Dies ist vor allem bei sehr lehmigen Boden ein Vorteil.

4. Säen: Gezielt neuen Rasen aussäen

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Eine Aussaat per Hand bietet sich an, wenn Sie bestimmte Stellen Ihres Rasens ausbessern wollen.

Bei der Wahl des Saatgutes sollten Sie darauf achten, dass Sie eine Mischung wählen, die auf den Standort zugeschnitten ist. Empfehlenswert ist es auf die Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) zurückzugrifen, welche bestimmte Eignungsmerkmale aufweisen, an denen man sich orientieren kann.

Das Saatgut wird anschließend gleichmäßig auf die gewünschte Fläche ausgebracht. Sie haben die Möglichkeit, das Saatgut per Hand aufzutragen, was sich vor allem bei partieller Nachsaat empfiehlt, oder aber Sie greifen zu einer Saatmaschine.

Mit Hilfe der Saatmaschine ist es möglich die Rasensamen gleichmäßig aufzubringen, wobei Sie überlappend arbeiten sollten, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen.

Die optimale Aussaatmenge liegt bei etwa 25 Gramm pro Quadratmeter und die Saattiefe sollte etwa 0,5 bis maximal 2 cm betragen. Auf diese Weise fällt das Saatgut nicht den Vögeln zum Opfer und hat dennoch ausreichend Licht zur Verfügung.

Um diese Saattiefe zu erreichen, empfiehlt es sich, nach der Saat mit einem Rechen die betroffene Fläche nachzuarbeiten. Für den anschließenden Bodenschluss kommt eine leichte Rasenwalze zum Einsatz. Sorgen Sie nach der Saat stets für eine ausreichende Bodenfeuchte, da die Keimlinge sehr empfindlich sind und schnell austrocknen können.

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5. Mulchen: Rasen kostengünstig düngen

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Rasenschnitt eignet sich natürliche Mulchmethode.

Das Mulchen ist eine gute Alternative zum Düngemittel aus dem Laden und ist zudem völlig kostenfrei. Dabei handelt es sich um Schnittgut, dass beim Rasenmähen anfällt. Dieses wird auf der Rasenfläche verteilt und in diese eingearbeitet.

Optimal sind dafür Rasenmäher mit Mulchfunktion, wobei man sich das lästige Entleeren des Auffangkorbs spart. Jedoch funktioniert das nur bedingt mit einem herkömmlichen Rasenmäher, bei dem man den Fangkorb aushängt.

Auf diese Weise bleibt das Schittgut nämlich nur auf dem Rasen liegen und führt nach kurzer Zeit zu braunen Häufchen, welche auf das verrottete Schnittgut zurückzuführen sind.

Im Gegensatz dazu zerheckselt der Mulchmäher das Schnittgut in mehreren Durchgängen und arbeitet es optimal in den Rasen ein, wo es anschließend verrottet und als natürlicher Dünger fungiert.

6. Düngen: Rasen zusätzlich pflegen

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Eine Saatmaschine eignet sich auch für die Verteilung von Rasendünger.

Alternativ zum Mulchen kann auch Düngemittel aus dem Fachhandel Abhilfe schaffen. Beim Düngen sollten Sie darauf achten, den Boden nicht zu überdüngen und sich abhängig von der Boden- und Rasenart beraten lassen.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, besteht die Möglichkeit, eine Bodenprobe im Garten zu nehmen und sie analysieren zu lassen. Auf diese Weise kann die Düngemittelmischung speziell auf die Bedürfnisse von Boden und Rasen abgestimmt werden, womit Sie die optimalen Ergebnisse erzielen.

Rasendünger setzt sich aus drei Grundnährstoffen zusammen:

  1. Kalium (K): Wichtig für die Resistenz des Rasens gegen Krankheiten, Trockenheit und Kälteeinwirkung.
  2. Stickstoff (N): Wichtig für das Wachstum des Rasens.
  3. Phosphor (P): Wichtig für ein gutes Wurzelwachstum.

Falls Sie Universal-Düngemittel verwenden, sollten Sie darauf achten, dass es sich dabei um Langzeitdünger handelt. Bei diverse landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Düngern liegen die Grundnährstoffe nämlich meist in anderen Konzentrationen als benötigt vor.

Erwägen Sie außerdem, organischen Dünger zu kaufen, der auf chemische Zusätze setzt und folgende Vor- und Nachteile besitzt:

  • umweltfreundlich
  • keine Beschädigung des Rasens während der Anwendung
  • gute Langzeitwirkung
  • oft kein Magnesium erhalten, Rasen wird weniger grün
  • Ergebnisse brauchen länger als bei herkömmlichem Dünger

7. Rasen mähen: Regelmäßige Pflege für Grünflächen

Regelmäßiges Rasenmähen ist Pflicht
Regelmäßiges Rasenmähen ist für einen schönen Rasen Pflicht.

Das Mähen des Rasens ist ein Grundelement der Rasenpflege und eine Aufgabe, die jeder Hobby-Gärtner schon bewältigen musste. Neben dem Kürzen der Rasenlänge ergeben sich jedoch auch noch andere Effekte beim Rasenmähen.

Das vegetative Wachstum und die Seitentriebbildung werden hierbei nämlich ebenfalls gefördert. Auf Dauer macht sich dies durch eine dichte und homogene Rasenfläche bemerkbar.

Die mittlere Schnitthöhe von etwa 4 cm hat sich in den meisten Gärten durchgesetzt, da sie sich als am vorteilhaftesten erwiesen hat. Kürzere Gräser mit 1 bis 2 cm findet man eher auf Golfplätzen vor. Das hängt damit zusammen, dass geringere Schnittlängen auch mehr Rasenpflege mit sich ziehen, da auf diese Weise der Rasen entkräftet wird und schneller vertrocknet.

Tipp: Wie oft der Rasen gemäht werden sollte, hängt natürlich hauptsächlich von der Witterung ab. Generell sollte ein Rückschnitt auf die Länge von 4 cm erfolgen, wenn das Gras etwa eine Länge von 8 cm erreicht hat.

8. Bewässern: Rasen im Hochsommer unterstützen

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In Trockenperioden sollten Sie den Rasen im Sommer zusätzlich pflegen.

Um einen gepflegten Rasen in gutem Zustand zu halten, bedarf es einer guten Bewässerung. Sport- und Zierrasen stechen hier besonders heraus, da sie trotz der mitteleuropäischen Witterung Bewässerungsdefizite aufweisen.

Der Nutzrasen, wie man ihn in den meisten Gärten findet, ist da eher anspruchslos und begnügt sich mit dem lokalen Klima. Allerdings hängt die Bewässerung auch vom Boden ab. Umso durchlässiger der Boden, umso schneller versickert das Wasser darin. Bei sehr lehmigen und wasserundurchlässigen Böden kann es sogar dazu kommen, dass das Wasser oberirdisch abläuft.

Allerdings machen im Sommer selbst dem Nutzrasen lange Hitzeperioden zu schaffen. Färbt sich die Oberfläche bräunlich-gelb, sollten Sie einschreiten und den Rasen bewässern. Dies können sie entweder von Hand mit dem Gartenschlauch und einer passenden Gartenbrause erledigen – oder Sie entscheiden sich für ein geeignetes Bewässerungssystem, welches die Arbeit bequem für Sie erledigt, auch wenn Sie mal im Urlaub sind.