Gartenpflege & Beete

Großen Garten gestalten: So nutzen Sie die Fläche optimal

Ein Ratgeber aus der heimwerker.de Redaktion

Ein moderner Garten mit Bäumen, Sträuchern und Hecken. Im Hintergrund sind das zugehörige Haus sowie das Nachbarshaus zu sehen.

Ein neues Grundstück inklusive großem Garten zu erwerben, ist für viele das Erfüllen eines Traumes. Doch hier beginnt eine intensive Planungsphase: Wie soll der große Garten gestaltet werden und wie erreichen Sie ein stimmiges, innovatives und gepflegtes Gesamtbild?

In diesem Ratgeber thematisieren wir, welche Schritte es zu beachten gilt, wenn Sie einen großen Garten planen möchten. Dabei gehen wir darauf ein, wie Sie den Garten in sinnvolle Zonen einteilen können, wie sich Wege und Beleuchtung auswirken und wie Sie Pflanzen und Bäume optimal anordnen.

1. Bestandsaufnahme: Größe, Lichtverhältnisse und Bodenbeschaffenheit des Gartens

Bevor Sie in die Planung einsteigen, sollten Sie zunächst alle Rahmenbedingungen abstecken. Der wichtigste Punkt ist natürlich, wie groß Ihr Garten ist und welche Form er hat. Je nachdem, ob Sie 300 m², 500 m² oder 1.000 m² Fläche neu gestalten müssen, variieren der Aufwand, der Platz für verschiedene Zonen im Garten und die Kosten.

Überprüfen Sie außerdem die Beschaffenheit des Bodens. Diese spielt beim Gestalten eines großen Gartens eine wichtige Rolle, da sie beeinflusst, wie gut der Boden mit Nährstoffen versorgt ist und welche Pflanzen gut in Ihrem Garten wachsen.

Berücksichtigen Sie anschließend auch natürliche Höhenunterschiede in Ihrem Garten. Hänge oder unterschiedlich hohe Ebenen können dabei helfen, mehr Dynamik in die Garten-Ansicht zu bringen.

Ein Garten mit einem hochgebauten Beet, das von einer Steinmauer umgeben ist. Im Hintergrund wurde eine Sitzecke eingerichtet.

Auch ebenerdige Gärten können beispielsweise durch ein hochgelegenes Beet optisch aufgewertet werden.

Auch das Licht sollte beim Gestalten eines großen Gartens berücksichtigt werden. Wenn Sie im Garten gemütlich grillen oder in einer ruhigen Sitzecke den Abend ausklingen lassen möchten, sollte die Ecke von der Abendsonne beleuchtet werden. Möchten Sie auch tagsüber die frische Luft genießen, bietet sich zudem eine Pergola optimal an. Sie schützt Sie vor der sengenden Sonne oder leichtem Regen und sorgt gleichzeitig dafür, dass Ihre Sitzecke gemütlich und in sich geschlossen wirkt. Das Material der Pergola sollte dabei idealerweise UV- und witterungsbeständig sein, damit Sie lange Freue an der Optik haben.

Ebenso sollten Sie, sofern Sie in einem Teil Ihres Gartens Gemüse anpflanzen möchten, darauf achten, dass ausreichend Sonne auf das Beet scheint, sodass Ihre Setzlinge gut wachsen können.

2. Garten in Zonen aufteilen: Welche Möglichkeiten haben Sie?

Wenn Sie Ihren großen Garten gestalten möchten, sollten Sie sich zunächst die Frage stellen, ob Sie eine große, zusammenhängende Fläche entstehen lassen möchten, die einem gepflegten Park ähnelt, oder ob Sie ihn in verschiedene Zonen und Nutzflächen aufteilen möchten.

Möchten Sie Ihren großen Garten unterteilen, müssen Sie überlegen, welche Zonen und Funktionen Ihr Garten aufweisen soll. Bei der Gartenplanung kommen unter anderem folgende Möglichkeiten in Betracht:

Zone Funktion
Ziergarten
  • hauptsächlich ästhetische Zwecke
  • bewusste Gestaltung mit Blumen, Sträuchern und Bäumen
  • Rückzugsort für Erholung und Entspannung
Nutzgarten
  • ideal für einen nachhaltigen Lebensstil mit Selbstversorgung oder als Hobby in der Natur
  • fördert Artenvielfalt im Garten
Sitzgelegenheit
  • optimal für Entspannung, Arbeiten im Grünen oder Beisammensein mit der Familie und Freunden
  • im Sommer Erweiterung des Wohnzimmers
Spielzone
  • Sandkasten, Schaukel oder Klettergerüst sind optimal für Familien mit Kindern
  • Förderung der motorischen, sozialen und kreativen Entwicklung von Kindern
Teich
  • kann Entspannung fördern und ästhetisch wirken
  • kann das Mikroklima im Garten verbessern und die Artenvielfalt begünstigen
  • große Teiche können auch als Badeort genutzt werden
Pool
  • ideal für Ausdauertraining, Entspannung oder geselliges Beisammensein
  • quadratische und viereckige Pools können strukturiert und modern wirken, runde und geschwungene Pools auflockernd und originell

Die einzelnen Zonen sollten jedoch nicht zu kleinteilig geplant werden, da sie ansonsten im großen Garten schnell untergehen oder verloren wirken können.

Überlegen Sie sich darüber hinaus auch früh, ob Sie ein bestimmtes Thema für Ihren Garten präferieren. In einem mediterran gestalteten Garten sollten beispielsweise passende Möbelstücke und Pflanzen, etwa Olivenbäume, Zypressen, Lavendel oder Zitrusbäume, zum Einsatz kommen, wohingegen moderne Gärten mit Beton und Naturstein punkten.

Sitzecken und Terrassen sollten diese Materialien und Stilrichtungen ebenfalls aufgreifen. Passen Sie entsprechend auch die Möbel sowie das Material des Bodens und der Pergola, die den Sitzbereich optimal umschließt, an den gewählten Stil an. Vor allem antrazitfarbene Pergola-Gestelle oder Modelle aus Holz eignen sich in vielen Gärten optimal, da sie sich unaufdringlich in viele verschiedene Stilrichtungen einfügen und mit dem integrierten Sonnensegel oder Lamellendach für ausreichend Sonnenschutz sorgen.

Ein mediterran angehauchter Garten mit einem Olivenbaum, Hecken und Büschen wird durch Lampen ausgeleuchtet.

Die gewählten Materialien und Pflanzen sollten immer wieder aufgegriffen werden und nicht durch zu viele andere Stilrichtungen unterbrochen werden.

3. Wege, Licht und Blickfänge: Wie verbinden Sie die Zonen?

Damit das Gesamtbild stimmig wirkt, sollten Sie vor allem Wege nutzen, um die einzelnen Zonen miteinander zu verbinden. Geschwungene Wege bringen beispielsweise mehr Dynamik und Eleganz in den Garten und wirken frisch und modern.

Darüber hinaus sollten Sie auch daran denken, an wichtigen Zonen für ausreichend Licht zu sorgen, wenn Sie einen großen Garten gestalten. Vor allem in Sitzecken sorgen Lichterketten und indirekte Beleuchtungssysteme für einen gemütlichen Flair. Auch Wege können beispielsweise mit Solarlampen ausgestattet werden, die im Dunkeln den Weg zur Sitzgelegenheit beleuchten.

In einem Garten leuchten LED-Lampen die Beete aus.

Warmes Licht sorgt für Gemütlichkeit und setzt Ihren Garten auch im Dunkeln in Szene.

Um die einzelnen Gartenbereiche gezielt voneinander zu trennen, ohne das Gesamtkonzept zu stören, können auch Hecken, Mauern oder Tore eingesetzt werden. Zudem helfen unterschiedliche Bodenbeläge dabei, verschiedene Zonen klar voneinander abzuheben. Um dennoch immer wieder den roten Faden aufzugreifen, können Sie sowohl im Vorgarten als auch hinter dem Haus bewusst auf ähnliche Deko-Objekte oder Materialien setzen. Auch mit großen Steinen, die sich an mehreren Stellen wiederfinden, schaffen Sie ein einheitliches Gesamtbild.

Tipp: Entscheiden Sie sich nicht für zu viele verschiedene Materialien, sondern lassen Sie wenige Untergründe und Elemente immer wieder auftauchen, um insgesamt ein stimmiges Gesamtergebnis zu erhalten.

Zeichnen Sie für eine effiziente und gründliche Planung den Garten mit Zonen, Wegen, Mauern sowie Strom- und Wasserleitungen grob auf. Online-Tools helfen zusätzlich dabei, Ihre Ideen in 3D darzustellen und neue Varianten auszuprobieren, bis Sie mit der Gartenplanung zufrieden sind.

4. Was gilt es bei der Bepflanzung eines großen Gartens zu beachten?

Bei der Bepflanzung gilt es ein paar Eckpunkte zu berücksichtigen, unter anderem

  • den Pflegeaufwand,
  • die Wuchshöhe,
  • die Dichte und
  • die Blütezeiten.

Als verhältnismäßig pflegeleicht gelten meist große Rasenflächen; diese können jedoch schnell langweilig wirken. Wenn Sie einen großen Garten gestalten, bietet dieser auch Platz für große Pflanzen und Bäume. Vorhandene Bäume und Sträucher sollten möglichst erhalten bleiben, da sie Struktur geben, Kosten sparen und hinsichtlich des Wachstums Jungpflanzen viele Jahre voraus sind.

Hinweis: Pflanzen brauchen Zeit, oft sogar Jahre, bis sie sich vollständig entfaltet haben und so groß sind, dass sie Ihre ursprüngliche Idee erreichen. Fangen Sie daher möglichst früh mit der Bepflanzung Ihres Gartens an und haben Sie Geduld mit der Entwicklung der Pflanzen.

Berücksichtigen Sie bei der Wahl Ihrer Pflanzen auch die Blütezeiten. Wenn Sie über verschiedene Saisons hinweg einen blühenden Garten haben möchten, sollten Sie auf Pflanzen setzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Soll hingegen im Frühling oder Sommer alles gleichzeitig blühen, müssen Sie auch hier passende Pflanzen auswählen.

In einem Garten blühen verschiedene große Pflanzen.

Pflanzen können auch als natürlicher Sichtschutz fungieren. Sie wirken dabei weniger massiv als eine Gabionenwand mit großen Steinen und vermitteln gleichzeitig ein geschütztes Gefühl im Garten.

Kalkulieren Sie bei der Gartenplanung zudem ein, dass die Instandhaltungskosten und der Pflegeaufwand eines großen Gartens nicht zu unterschätzen sind. Wenn Sie viel Zeit haben, um Ihren Garten zu pflegen, sind Ihren Ideen keine Grenzen gesetzt. Um jedoch Zeit und Arbeit zu sparen, sind pflegeleichte Pflanzen, die sich von selbst ausbreiten und erneuern, sinnvoll. Rindenmulch oder Bodendecker tragen zudem dazu bei, das Wachstum von Unkraut zu reduzieren, was ebenfalls den Pflegeaufwand Ihres Gartens verringert.

Pflegeintensive Pflanzen sollten eher in Terrassen- bzw. Hausnähe eingeplant werden, damit Sie die schweren Gießkannen sowie den Dünger nicht bis in die hinterste Ecke Ihres Gartens tragen müssen. Pflegeleichte Pflanzen hingegen eignen sich für die hinteren Bereiche des Gartens.

Tipp: Bei großen Gärten empfiehlt es sich, eine automatische Bewässerungsanlage und gegebenenfalls eine Zisterne einzubauen. Mithilfe der Zisterne können Sie auf Regenwasser für die Bewässerung zurückgreifen, was umweltschonender und kostengünstiger als das Verwenden von Leitungswasser ist.

5. Budget und Umsetzung: Was ist für Sie machbar?

Das Gestalten eines großen Gartens kann mitunter sehr teuer werden, da viele verschiedene Zonen ästhetisch auf der weitläufigen Fläche errichtet werden sollen. Die Kosten hängen von Fläche, Materialien, Pflanzen, Erdarbeiten und Extras wie Pool, Teich oder Beleuchtung ab.

Als grobe Orientierung können Sie Kosten von ca. 100 bis 180 € pro m² ansetzen. Planen Sie sehr aufwändige Arbeiten, wie etwa einen Pool im Garten, oder möchten Sie besonders hochwertige Materialien nutzen, können die Kosten schnell auf 250 € pro m² oder mehr steigen. Bei einer Fläche von 500 m² belaufen sich die Kosten damit auf mindestens 50.000 bis 90.000 €.

Aufgrund der hohen Kosten ist es empfehlenswert, sich Stück für Stück vorzuarbeiten. Fangen Sie idealerweise näher am Haus mit der Umsetzung an und arbeiten Sie sich in die hinteren Bereiche des Gartens vor.

Ein Gärtner schneidet mit einer Elektro-Heckenschere eine Buchsbaumhecke.

Falls Sie bei der Pflege Ihres Gartens professionelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie auch diese Folgekosten einkalkulieren.

Bildnachweise: Adobe Stock/korakoch, Adobe Stock/ehrenberg-bilder, Adobe Stock/Geraldas, Adobe Stock/Tomasz Zajda, Adobe Stock/mashiki, Adobe Stock/Carbonero Stock (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)