Herd & Ofen

Induktionskochfeld Ratgeber: Die Vor- und Nachteile eines Induktionsherds

  • Induktionsherdplatten besitzen ein elektromagnetisches Feld, über das der Inhalt von Töpfen und Pfannen erhitzt wird.
  • Leider bedeutet das, dass Sie nicht jeden Topf auf einem Induktionsherd verwenden können. Im Zweifelsfall können Sie für besonders teure alte Töpfe eine Adapterplatte verwenden.
  • Die Vorzüge eines Induktionsherdes überwiegen: Das Kochfeld erhitzt Speisen besonders schnell und präzise, dadurch sparen Sie Energie. Das Feld selbst bleibt kühl, dadurch wird das Verletzungsrisiko gesenkt.

induktionsherd

Einzelne Induktionskochplatten oder eingebaute Induktionskochfelder und freistehende Induktionsherde trifft man mittlerweile häufig in Küchen mit gehobener Ausstattung an. Kein Wunder: Sie vereinen zahlreiche Vorteile der verschiedenen herkömmlichen Herdkonstruktionen wie klassischer Elektroherd mit Gusskochplatten, Gasherd und elektrisch beheiztes Cerankochfeld. Die Besonderheit beim Induktionsherd: Hier werden Töpfe und Pfannen direkt erhitzt – die Hitze entsteht unmittelbar im Boden des Kochgeschirrs.

Bevor Sie einen Induktionskochfeld kaufen, sollten Sie zuerst in unseren Induktionskochfeld Ratgeber auf Heimwerker.de schauen. Wir erklären erklären wir Ihnen die Funktionswerde eines Induktionsherds und informieren Sie außerdem über die Vorteile eines Induktionskochfeldes.

1. Wie funktioniert ein Induktionskochfeld?

induktionsherd-topf

Der Inhalt eines Kochtopfes erhitzt sich auf einem Induktionsfeld dank eines elektromagnetischen Feldes.

Auf den ersten Blick sehen Induktionskochfelder häufig aus wie übliche Ceranfelder. Anders als dort befindet sich beim Induktionsherd jedoch keine elektrische Heizspirale unter der Glaskeramik, sondern eine flache Spule aus einem dicken Kupferleiter.

Durch diese Spule fließt ein elektrischer Wechselstrom. Dabei entsteht ein magnetisches Wechselfeld, dessen Feldlinien ein kleines Stück über die Glaskeramikplatte hinausreichen.

Setzt man auf die Platte nun einen Topf oder eine Pfanne, deren Boden genug ferromagnetisches Metall mit einem ausreichend hohen elektrischen Widerstand enthält, wird der Boden durch das Wechselfeld angeregt und darin ebenfalls ein Feld erzeugt – diesen Vorgang nennt man Induktion.

Das Feld im Topfboden nennt man wegen der Form seiner Feldlinien Wirbelstrom. Dieser Wirbelstrom heizt den Topfboden auf, da sich zum einen elektrische Verluste durch den Widerstand des Materials ergeben, zum anderen verluste durch die rasch veränderte Magnetisierung des Metalls. Diese Verluste werden als Wärme an den Boden und von dort an den Inhalt des Topfes abgegeben.

2. Geeignetes Kochgeschirr

Für Induktionsherde und Induktionskochfelder eignet sich Kochgeschirr, bei dem zumindest der Boden aus ferromagnetischen Legierungen mit einem hohen spezifischen elektrischen Widerstand besteht. Das sind in der Regel Eisenlegierungen.

Kauft man Töpfe und Pfannen neu, erkennt man ihre Eignung in der Regel an einem Symbol auf der Verpackung und eingeprägt am Boden.

Tipp: Älteres Kochgeschirr, das nicht entsprechend gekennzeichnet ist, kann man aber ebenfalls leicht aufs eine Eignung prüfen: Haftet ein normaler Dauermagnet am Boden, dann taugen Topf oder Pfanne für die Induktionstechnik.

Ausgeschlossen davon ist Kochgeschirr aus Aluminium oder nichtmagnetischem Edelstahl ebenso wie aus Glas oder Keramik. Hier findet das Magnetfeld keinen ausreichenden elektrischen Widerstand vor.

Abhelfen lässt sich im Einzelfall mit Adapterplatten aus ferromagnetischem Stahl, die auf die Kochfelder gelegt werden und auf die man dann das Kochgeschirr stellt. So kann man teure, selten genutzte Töpfe wie etwa einen übergroßen Suppentopf weiter verwenden.

Die Vorteile eines Induktionsherdes gehen dabei allerdings verloren: Da wie bei der klassischen Kochplatte zuerst die Adapterplatte erwärmt wird und dann ihre Hitze über den physischen Kontakt an das Kochgeschirr weitergibt, erwärmt es sich langsamer und es gibt Wärmeverluste. Das ist also wirklich nur eine Behelfslösung, die aber von Fall zu Fall teure Neuanschaffungen ersparen kann.

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3. Vorteile von Induktionskochfeldern

induktionsherd-energieeffizienz.

Ein Induktionsfeld heizt sich besonders schnell auf. So sparen Sie Energie und Kosten.

Induktionskochfelder sind sehr energieeffizient. Das liegt zum einen daran, dass der Induktionsherd Töpfe und Pfannen direkt erwärmt werden. Es gibt also keine Verluste dadurch, dass die Wärme erst von einer zuvor erhitzten Platte auf den Topf übertragen werden muss. Zum anderen sind Induktionsherde sehr schnell, da Wartezeiten für das Aufheizen der Platte entfallen.

Die Hitze lässt sich wie beim Gasherd sehr präzise steuern, der Herd reagiert sofort auf Veränderungen. Deshalb schätzen vor allem Profis und ambitionierte Hobbyköche diese Technik.

Die Kochfläche selbst bleibt kühl. Sie wird lediglich dadurch etas erwärmt, dass Hitze vom Kochgeschirr zurückstrahlt. Die dabei entstehenden Temperaturen reichen nicht aus, um Speisereste einzubrennen. Deshalb sind Induktionsfelder auch leicht zu reinigen. Das kann übrigens durchaus anders aussehen, wenn man eine der erwähnten Adapterplatten verwendet!

Eine vergessene eingeschaltete Kochstelle? Mit Induktion kein Problem, denn das Induktionsfeld schaltet sich automatisch ab, wenn kein Topf darauf steht. Selbst wenn Kinder unbeobachtet am Kochfeld herumspielen, ist die Gefahr bei weitem kleiner als beim klassischen Herd.

4. Nachteile von Induktionskochfeldern

induktionskochfeld-kochgeschirr

Ein Induktionsherd kann nicht mit jedem Kochgeschirr verwendet werden.

Der gewichtigste besteht wie schon erwähnt darin, dass man nur geeignetes Kochgeschirr verwenden kann. Aluminium-, Edelstahl-, Glas- oder Keramikgefäße kann man also nicht mehr ohne weiteres zum Kochen verwenden.

Gewarnt wird zuweilen auch vor den entstehenden elektromagnetischen Feldern. Sorgen deswegen sind allerdings weitgehend unbegründet. Das Wechselfeld einer Induktionskochstelle schwingt mit 20 bis 100 kHz. Das reicht bei weitem nicht aus, um Wasser und damit auch menschliches Gewebe zu erwärmen.

Zum Vergleich: Mikrowellenherde arbeiten mit Wellen von knapp 2,5 GHz, also etwa der hunderttausendfachen Frequenz. Die theoretisch tatsächlich betroffenen Herzschrittmacher sind normalerweise zu weit vom Kochfeld entfernt, um beeinflusst zu werden, hier sollte man trotzdem vorsichtshalber entsprechende Warnhinweise der Hersteller beherzigen und in jedem Fall einen ausreichenden Abstand halten.

Zum Schluss möchten wir Ihnen die Vor- und Nachteile von Induktionskochfeldern noch einmal übersichtlich auflisten:

  • sehr energieeffizient
  • Hitze lässt sich präzise regulieren
  • arbeiten sehr schnell
  • Platte selbst bleibt kühl, kaum Verbrennungsgefahr
  • unkomplizierte Reinigung
  • funktioniert nicht mit jedem Kochgeschirr