Nutzpflanzen

Tagetes Patula – Samen, Aussaat und Pflege

Tagetes Patula – eine besonders robuste Blütenpflanze

Tagetes Patula – Samen, Aussaat und PflegeTagetes Patula (nicht wie oft angenommen Tagetis) werden auch Studentenblumen genannt und sind besonders robuste Pflanzen aus Guatemala und Mexiko.

Sie eignen sich hervorragend für die Aussaat auf dem Balkon, lieben die Sonne und haben kräftige Blüten, die von Juni bis Oktober blühen. Die Blütenfarbe reicht von Gelb bis kräftig Orange.

Tagetes, wissenschaftlicher Name tagetes patula, sind unkompliziert bei der Aussaat, Pflege und Züchtung. Sie gelten sogar als praktisch unzerstörbar. Ob ihnen diese Eigenschaft den Beinamen “Studentenblume” eingehandelt hat? Wir wissen es nicht. Allerdings zählen Studenten ja oft nicht zu den verantwortungsvollsten Balkongärtnern.

Das ist passend, denn Tagetes eignen sich auch für Menschen ohne den “grünen Daumen”. Balkonkästen und das Blumenbeet sind gleichermaßen zur Anpflanzung geeignet.

Tagetes aussäen

Am besten beginnen Sie zwischen Januar und März mit dem Tagetes Aussäen. Dazu geben Sie einfach die Samen in verschiedene Blumentöpfen oder Saatschalen mit gedüngter Erde und wässern diese täglich. Zu Beginn sollten die Blumentöpfe im Zimmer auf der Fensterbank stehen, damit sie möglichst viel Licht bekommen, aber noch keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Am besten ist eine Temperatur von 18 Grad. Wenn die Pflanzen ca. 5 bis 10 cm groß sind, können sie in den Garten umgesiedelt werden.

Alternativ können Sie die Tagetes-Samen auch ab Ende April direkt in den Garten aussähen. Somit ersparen Sie sich das umpflanzen, müssen aber noch etwas auf die volle Blütenpracht warten.

Blütezeit der Tagetes

Je nachdem, ob Sie die Samen bereits im Januar oder erst am April ausgesät haben, blüht die Tagetes erstmals Mitte Mai oder Mitte Juni. Jede Blüte hält ca. 3 Wochen, geht dann ein und macht der nächsten Blühte Platz, die in der Zwischenzeit gekommen ist. Noch kräftiger wird die Pflanze, wenn Sie die verblühten Pflanzenteile regelmäßig abschneiden. Trocknen Sie diese Blütenköpfe gründlich, damit Sie die Samen im nächsten Jahr wieder verwenden können.

Gelbe Tagetes
Gelbe Tagetes
Tagetes Knospen
Tagetes Knospen
Orage-gelbe Tagetes
Orage-gelbe Tagetes
Rot-gelbe Tagetes
Rot-gelbe Tagetes

Essbare Blüten

Sie haben richtig gelesen. Die wenigsten wissen, dass einige der Tagetes-Blüten auch zum Verzehr geeignet sind. Dabei ist es jedoch wichtig, sich für die richtige Sorte zu entscheiden, da die anderen Sorten bitter und ungenießbar sind. Wir geben Ihnen hier eine kleine Einführung, welche Sorten Sie essen können und wonach sie schmecken.

  • Tagetes filifolia: Ist aufgrund des Geschmacks auch unter dem Namen Lakritztagetes bekannt und daher bei Kindern sehr beliebt. Die Blüten der Lakritztages sind eher cremefarben, aber das feine, dillartige Laub des Tagetesbusches kann zur Würzung von Kräuterlikören oder Süßspeisen eingesetzt werden. Die Lakritztagetes ist prinzipiell mehrjährig, muss aber im Haus überwintert werden.
  • Tagetes minuta: Die Hot Mexican ist auch unter dem Namen “Mexikanische Gewürztagetes” bekannt. Ihre Blüten duften sehr stark nach Anis und Waldmeister. Die grünen Blätter sind etwas milder im Geschmack. Sowohl die Blüten als auch die Blätter eignen sich zum Verfeinern von Saucen, Salaten und zur ansprechenden Dekoration. Derzeit ist sie noch ein Geheimtipp und wird vorwiegend in Peru zum Würzen verwendet.
  • Tagetes tenuifolia: Hat verschiedene Untersorten und schmeckt je nach Sorte nach Orangen (Luna Orange) oder nach Zitronen (Luna Lemon).

Tagetes-Samen

Die Samen der Tagetes sind schwarz und länglich. Nachdem die Blüte verwelkt ist, trocknet der Blütenkopf komplett aus, sodass Sie den Kopf einfach vom Stängel abbrechen können. Diese Blütenköpfe lagern Sie anschließend ein, bis sie komplett ausgetrocknet sind.

Nach einer Woche können Sie die Samen mit der Hand aus dem Blütenkopf entnehmen oder verwenden unseren tollen Heimwerker-Trick.

Heimwerker-Trick zur Samenentnahme

Natürlich können Sie jeden Blütenkopf einzeln in die Hand nehmen und die 10 bis 20 Samen mit Daumen und Zeigefinger herausziehen. Da mehrere Tagetes in einer Saison aber viele hundert Blüten produzieren, wird das mit der Zeit sehr aufwendig.

  1. Wer den meditativen Charakter dieser Aufgabe scheut, kann alle Samen einfach in eine Plastiktüte geben (oder Müllbeutel), diesen mit Luft aufblasen und verschließen.
  2. Anschließend schütteln Sie den Müllbeutel mit den gefüllten Blütenköpfen eine Minute lang hin und her. Nach dieser Zeit sind alle Samen aus den Blütenköpfen herausgelöst.
  3. Zuletzt leeren Sie den Müllbeutel über einen groben Sieb aus, um die wertvollen Samen von den nutzlosen Blütenhüllen zu trennen.

Fertig. Die Samen können Sie bis zum nächsten Frühjahr lagern und ab April dann wieder in gut gedüngte Erde zur Aufzucht geben.

Tagetes gegen Nematoden einsetzen

Insbesondere in Gärten mit großer Artenvielfalt und mit Gemüseanbau sind sie ein Problem: Fadenwürmer, wissenschaftlich auch Nematoden genannt. Die im Boden lebenden Parasiten nisten sich in die Wurzelknollen von Pflanzen ein und nutzen diese als Wirt. Die Pflanze kann dabei empfindlichen Schaden nehmen, nicht selten ist die Ernte ruiniert.

Gegen Nematoden ist buchstäblich ein Kraut gewachsen: Die winzigen Bodenwürmer mögen Tageteswurzeln überhaupt nicht, die “Studentenblumen” können einen nematodenbefallenen Boden innerhalb einer Saison dekontaminieren. Wer also einen Gemüsegarten in einem bekannt fadenwurmbefallenen Gartenabschnitt plant, kann diesen durch ein herrlich blühendes Tagetesbeet “entwurmen” und die Nematoden vertreiben.