Zierpflanzen

Herbstblumen und Pflanzen: Tipps für den herbstlichen Blumengarten

Pflanzen und blühende Blumen im Herbstgarten

herbstblumen-1-1Zum Herbstanfang, wenn die meisten Blumen verblüht sind und sich die Pflanzen auf die Winterruhe vorbereiten, erstrahlen bestimmte Sträucher, Stauden und Blumen in prächtigen Farben. Immergrüne und winterharte Pflanzen überstehen den Frost und bringen Farbe in den kahlen Garten.

Neben den Klassikern, wie Chrysanthemen, werden wir einige Geheimtipps verraten, die nicht jedem Gartenbesitzer bekannt sind. Zum Beispiel zieren den Mönchspfeffer prächtige Blütenrispen, während der Kopfbusch mit seinen süß duftenden Blütenkugeln Schmetterlinge anlockt und die Ziersträucher im Herbst mit bunten Blättern und Beeren das Auge des Gartenbesitzers erfreuen.

Außerdem erhalten Sie hier Tipps, welche Blumen und Pflanzen man im Herbst anpflanzen sollte, um im nächsten Jahr einen reich bewachsenen Garten zu erhalten.

Mönchspfeffer: Eine traditionelle Klosterpflanze

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist ein Geheimtipp unter den Pflanzen und Herbstblumen und erreicht eine Wuchshöhe von ca. zwei bis drei Metern. Seine langen, schmalen Blätter erinnern wegen ihrer Form an Hanf-Pflanzen und verströmen einen aromatischen Duft. Diese Herbstpflanze bildet erst im September und Oktober duftende Rispen mit prächtigen hellvioletten Lippenblüten mit einer Länge von bis zu 30 cm. Seinen Namen erhielt der Spätblüher, als er früher vorwiegend in Klöstern angebaut wurde. Damals nutzen die Mönche die Früchte des Strauches als Gewürz und Anaphrodisiakum, das die Enthaltsamkeit erleichtern sollte, sodass der Mönchspfeffer auch Keu genannt wird.

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Der Mönchspfeffer wurde früher in Klostergärten gepflanzt.
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An den langen Rispen bildet er hellviolette Blüten

Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch als Herbstblüher

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Die Sieben-Söhne-des-Himmels ist ein spätblühender Strauch.

Eine andere Pflanze, die unter den Herbstblühern relativ unbekannt ist, ist der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium miconioides). Wie der Mönchspfeffer besitzt er duftende Blüten und bildet als sog. Bienentrachtpflanze viele Pollen und reichhaltigen Nektar. Die aus China stammende Pflanze erreicht eine Höhe von ca. drei Metern und trägt von August bis Oktober kleine rahmweiße Blüten, die ca. einen Zentimeter groß und zu siebt angeordnet sind. Diese Blüten geben der Pflanze ihren Namen.

Für eine optimale Blütenbildung benötigt der Strauch einen warmen, sonnigen Standort. Die Blüten verströmen einen intensiven, angenehmen Duft, weshalb die Sieben-Söhne-des-Himmels auch als “Herbstjasmin” bezeichnet werden. Dennoch ist  er nicht mit der normalen Jasmin-Blüte zu verwechseln. Nach der Blüte bildet der Strauch kleine, rote Früchte, die jedoch nur in sehr milder Lage ausreifen. Er gilt als winterhart und gehört zu pflegeleichten Gartenpflanzen. Wegen ihrer abblätternden Rinde in gelbbrauner bis brauner Färbung bleibt die Herbstpflanze auch nach der Blüte eine Zierde im Herbstgarten.

Oktober-Steinbrech: Staude mit Blütensternen

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Die sternförmigen Blüten sind beim Oktober-Steinbrech besonders auffällig

Ebenso gehören einige Stauden zu den Herbstblühern, während die meisten anderen Pflanzen bereits das Laub abwerfen. Der Oktober-Steinbrech (Saxifraga cortusifolia ‘Fortunei’) wird auch “Oktoberle” genannt und besticht im September und Oktober durch seine auffälligen weißen Blüten in Sternenform, die an bis zu 30 cm langen Rispen wachsen. Zugleich nehmen seine Stiele und die rundlich gelappten Blätter im Herbst eine ockergelbe bis rotbraune Färbung an.

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Zum Herbstende färben sich die grünen Blätter ockergelb

Der Oktober-Steinbrech wächst auf nährstoffhaltigen Böden und bevorzugt einen halb- bis schattigen Standort, zum Beispiel an helleren Stellen in der Nähe von Gehölzen und in einem Bauern- oder Steingarten. Darüber hinaus passt diese Herbstpflanze gut zu Farnen oder anderen Stauden, wie Elfenblumen und Waldsteinien. An einem vor der Sonne geschützten Platz ist die Staude winterhart, allerdings sind die Blüten im Herbst frostanfällig.

Den Namen “Steinbrech” erhielt diese Gattung, da die langen Wurzeln der Stauden selbst an steinigen Standorten tief in den Boden wachsen und man früher glaubte, sie würden dabei das Gestein durchbrechen.

Kopfbusch: Duftende Blütenkugeln für Schmetterlinge und Hummeln

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Der Kopfbusch ist eine wenig bekannte Pflanze mit außergewöhnlichen Blüten.

Der Kopfbusch (Cephalanthus occidentalis) ist ein Geheimtipp für den Herbstgarten, denn der ein bis zwei Meter hohe Strauch entwickelt außergewöhnliche Blütenkugeln, die bis zu 3 cm groß werden. Jede Blütenkugel besteht aus mehreren langen, cremeweißen Röhrenblüten, aus denen lange Staubgefäße herausragen. Die Blütezeit des Kopfbusches dauert von Juli bis September. Dann verströmen die Blüten einen süßen Duft, der dem Strauch den Beinamen “Honigball” verliehen hat. Zudem gehört er zu den Insektenfutterpflanzen und zieht mit seinen Blütenkugeln Schmetterlinge und Hummeln an. Wegen der langen Staubgefäße wird er auch Knöpfen- oder Knopfblume genannt.

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Die großen Blütenbälle ziehen Schmetterlinge an

Der Cephalanthus occidentalis gehört zu den winterharten Pflanzen und kann in den Garten oder im Kübel gepflanzt werden. Während er im Garten nicht winterfest gemacht werden muss, sollte der Kübel bei einer Kübelpflanze mit Jutestoff und Vlies umwickelt werden.

Da er aus Nordamerika stammt und dort an sumpfigen Plätzen oder in der Nähe von Wasserläufen wächst, bevorzugt er sonnige bis halbschattige, feuchte Standorte, zum Beispiel an einem Gartenteich.

Neben seinen prächtigen Blüten, färben sich Blätter und Stengel des Kopfbusches im Herbst goldgelb bis gelborange, bevor der Strauch sein Laub für die Winterruhe abwirft. Haustierbesitzer sollten jedoch beachten, dass diese Pflanze giftig ist.

Chrysanthemen: Blühende Herbstblumen bis zum Winter

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Chrysanthemen tragen ihren farbenfrohen Blütenschmuck bis in den Frost hinein.

Chrysanthemen sind die Klassiker unter den blühenden Herbstblumen. Auch unter dem Namen “Winterastern” bekannt, sind die Stauden in verschiedenen Blütenfarben von Rot, Gelb, Orange bis Weiß erhältlich und können im Frühling direkt in den Garten oder in Kübeln gepflanzt werden. Die Pflanzen wachsen an einem sonnigen Standort ohne eine starke Sonneneinstrahlung. Im Herbst sollten winterharte Chrysanthemen dagegen nicht eingepflanzt werden, da die Zeitspanne bis zur Frostperiose zu kurz ist, um tiefe Wurzeln zu entwickeln. Werden sie aber frühzeitig ausgepflanzt, überstehen die Büsche den Winter und treiben im Frühling neu aus. Als zusätzlichen Schutz ist es dennoch ratsam, den Boden unter den Chrysanthemen mit Laub abzudecken. Außerdem dürfen die Wurzelballen nicht aus der Erde herausragen, da sie sonst erfrieren.

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Die blühenden Sträucher sind vielen Farben erhältlich

Aufgrund ihrer Vielfalt blühen Chrysanthemen zu unterschiedlichen Zeiten: Die “Goldmarianne” bildet bereits Ende August goldgelbe Blüten, während ab Ende September die zarten rosa Blüten der “Isabellrosa” den Gartenbesitzer erfreuen. Das Schlusslicht bildet die Sorte “Lachsrote Wolke”, deren Blüte von August bis in den November andauert.

Neben den Chrysanthemen setzen Aster, Erika und Heidekraut oder Alpenveilchen farbige Akzente im Herbstgarten.

Ziersträucher im Herbst: Torfmyrte, Zwergmispel und Scheinbeere

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Glockenförmige Blüten zieren die Torfmyrte

Außerdem sorgen Ziersträucher, wie die immergrüne Torfmyrte (Pernettya mucronata, früher: Gaultheria mucronata) oder die Zwergmispel (Cotoneaster) für einen farbenfrohen Garten im Herbst. So erfreut die Torfmyrte im Frühling mit ihren glockenartigen weißen, zweihäusigen Blüten. Befinden sich weibliche und männliche Blüten in der Nähe, bilden sich im Herbst große Beeren, deren Farben von Weiß über Rosa bis zu Purpurrot reichen.

Die Zierbeeren bleiben bis zum Frühjahr am Strauch hängen, sind jedoch giftig. Der Zierstrauch wächst auf sauren Böden an sonnigen Standorten mit Teilschatten. Dennoch ist die Torfmyrte nicht winterhart und sollte als Kübelpflanze an einem kältegeschützten Ort überwintern, zum Beispiel in einem unbeheizten Raum. Im Garten sollte der Boden mit einer dicken Schicht Laub oder Rindenmulch und die Blätter mit Vlies oder Jute abgedeckt werden.

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Auffällig sind die großen, weißen Zierbeeren der Torfmyrte

Bei Zwergmispeln wird zwischen immergrünen und laubabwerfenden Sträuchern unterschieden. Die Gewöhnliche Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus) gehört zu den sommergrünen Arten und trägt von Mai bis Juni rosafarbene Blüten, bevor ihre Blätter im Herbst eine rötliche Färbung abnehmen. Zu den immergrünen Arten zählt die Bogen-Zwergmispel (Cotoneaster conspicuus decorus). Sie entwickelt weiße Blüten sowie rote Beeren und wächst selbst auf schwierigen Böden, zum Beispiel im Steingarten. Grundsätzlich wachsen die Sträucher der Cotoneaster an hellen bis halbschattigen Plätzen auf normalen Böden. Je nach Art bedecken sie den Boden oder wachsen zu großen Hecken heran.

Ein kleinerer Zierstrauch, der im Herbst den Garten verschönert, ist die Scheinbeere (Gaultheria), auch Rebhuhnbeere genannt. Unter den zahlreichen Arten erreichen die kleinsten Exemplare eine Wuchshöhe von ca. 15 cm, während größere Arten zwei bis drei Meter hoch werden. Zudem breitet sich die Scheinbeere über eine Fläche von ca. 50 cm aus, sofern ihr ausreichend Platz zur Verfügung steht.

Lediglich die Art Gaultheria fragrantissima weist als kleiner Baum eine Höhe von bis zu fünf Metern auf. Scheinbeeren mögen helle Standorte, vertragen keine Trockenheit, stellen aber keine besonderen Ansprüche an den Boden. Ihre Blätter und die weißen bis rosafarbenen Blüten verströmen einen angenehmen Duft. Ihren Namen erhält die Herbstpflanze von den beerenartigen roten oder blauen Früchten, die leicht giftig sind. Die immergrünen Sträucher sind winterhart und eignen sich zur Bepflanzung von Gärten oder als Kübelpflanzen. Letztere sollten jedoch winterfest gemacht werden.

Gewöhnliche Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus) mit Herbstfärbung und Zierbeeren

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Die Zwergmispel mit rötlicher Herbstfärbung
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Rote Zierbeeren der Gewöhnlichen Zwergmispel

Blüten und Beeren der Niederen Scheinbeere (Gaultheria procumbens)

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Weiße Blüten zieren die Niedere Scheinbeere
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Die roten Beeren überdauern den Winter

Herbst-Krokusse: Pracht-Krokus, Safran-Krokus und Rosen-Herbst-Krokus

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Beim Herbst-Krokus “Conqueror” sind die Adern auf den Blüten deutlich zu sehen

Eine Besondheit sind die Herbst-Krokusse. Im Gegensatz zu den Frühlingsblumen werden diese Arten im August gepflanzt und blühen von September bis November. Zu den Herbst-Krokussen gehören der Pracht-Krokus, zum Beispiel der Crocus speciosus Conqueror, dessen Blüten von dunklen, blauvioletten Adern durchzogen sind, und der Crocus speciosus Albus mit weißen Blüten.

Der Safran-Krokus (Crocus sativus) mit seinen hellvioletten Blüten wächst an sonnengeschützten Plätzen in Steingärten, in denen er vor Staunässe geschützt ist. Aus seinen Staubblättern entsteht das teure Safran-Gewürz. Daneben entfaltet auch der Rosen-Herbst-Krokus (Crocus pulchellus) von August bis November seine weißen bis hellvioletten Blüten.

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

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Die giftigen Herbstzeitlosen sehen Krokussen zum Verwechseln ähnlich

Die Herbst-Krokusse werden schnell mit der giftigen Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) verwechselt, die auch “Giftkrokus” genannt wird. Von August bis Oktober zeigt sie ihre – blätterlosen – blassen, violetten Blüten, während im Frühjahr nur ihre grünen Blätter zu sehen sind. Da die Blätter in ihrer Form an Bärlauch erinnern, ist vor allem auf Wiesen und im Wald Vorsicht geboten, da der Verzehr der Blätter zu lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen führt. Der Unterschied zwischen Herbst-Krokussen und Herbstzeitlosen besteht in der Anzahl der Staubblätter: Krokusse besitzen drei, ihre giftigen Doppelgänger aber sechs Staubblätter. Aufgrund seiner Giftigkeit ist von dem Anpflanzen dieses Spätblühers abzuraten.

Frühlingsblumen im Herbst pflanzen

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Im Herbst gepflanzt blühen Schneeglöckchen ab Januar

Im Spätsommer und Herbst wird es Zeit, die Frühblüher zu pflanzen, damit sie im nächsten Frühjahr mit ihren farbenfrohen Blüten den Garten gestalten. Zu den Frühlingsblumen, die im Herbst gesteckt werden sollten, gehören Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen und Tulpen.

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Die Frühblüher unter den Krokussen pflanzt man im September und Oktober

Schneeglöckchen sind die ersten Frühblüher, die im Januar und Februar ihre weißen glockenartigen, kleinen Blüten zeigen. Sie werden im September und Oktober an einem sonnigen bis halbschattigen Standort gepflanzt und bevorzugen lehmige, leicht basische Böden. Jede Zwiebel wird in einem Abstand von ca. 10 cm in ein ca. 6 bis 10 cm tiefes Loch gelegt und mit Erde bedeckt. Abhängig von der Witterung erstreckt sich ihre Blütezeit bis in den Mai. Wegen ihrer Giftigkeit ist bei Kindern und Haustieren Vorsicht geboten. Danach säen sich die Blumen in den Folgejahren selbst aus, sodass es in der Regel genügt, eine kleine Gruppe anzupflanzen.

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Düngt man verwelkte Hyazinthen im Herbst, blühen sie im Frühling erneut

Krokusse wachsen an einem sonnigen, warmen Standort und werden im September und Oktober gepflanzt. Hierzu gräbt man ein ca. 7 bis 10 cm tiefes Loch, in das eine Blumenzwiebel gesetzt wird. Krokusse können dicht nebeneinander gesetzt werden und bilden im Laufe des Jahres kleinere Blumenzwiebeln, während die Hauptzwiebel abstirbt. Auf diese Weise säen sie sich selber aus, sodass sich Gartenbesitzer auch in den Folgejahren über Krokusse freuen dürfen. Nach ca. zehn Wochen haben die Blumenzwiebeln Wurzeln in das Erdreich geschlagen. Im Frühjahr, von Februar bis spätestens Anfang April, blühen die Krokusse. Ihre Farben reichen von Weiß über Hell- und Dunkelviolett bishin zu Gelb und Fliederfarben.

Hyazinthen begeistern jeden Frühling die Gartenbesitzer mit ihrer Farbenvielfalt. Die Zwiebeln der bunten Blumen werden im Oktober und November in ein 5 bis 10 cm tiefes Loch gesteckt. Von März bis April zeigen sie dann ihre violetten, blauen, rosafarbenen sowie weißen und roten Blüten. Damit sie sich selbst vermehren, sollte man verwelkte Blüten sowie braune Blätter abschneiden und im Herbst mit Kompost düngen. Wie die Schneeglöckchen sind auch diese Blumen giftig.

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Tulpenzwiebeln können im Herbst bis November gesteckt werden

Tulpen werden in früh-, mittel- und spätblühende Sorten unterteilt und von Oktober bis November gesteckt. Die Blumenzwiebeln setzt man in ein 10 bis 15 cm tiefes Loch an sonnigen oder halbschattigen Plätzen. Damit die Blumen im Folgejahr erneut wachsen, sollten verwelkte Blüten entfernt werden. Wie bei den Hyazinthen werden die grünen Blätter erst entfernt, wenn diese vertrocknet sind. Zum Schutz vor Frost gräbt man die Blumenzwiebeln aus und lagert sie an einem trockenen Ort. Alternativ bedeckt man den Boden mit Rindenmulch oder einer Laubschicht. Als Schnittblumen brauchen sie eine besondere Pflege, damit sie lange halten. Ausführliche Tipps für Schnitttulpen findet man auf unserer Seite zur Tulpen-Pflege.