Kaufberatung zum Teleskop Test bzw. Vergleich 2021

Das Wichtigste in Kürze
  • Planeten und Monde lassen sich mit den meisten Teleskopen beobachten. Nur wenige Modelle sind geeignet für Galaxien und Sterne. Andere ermöglichen auch die Naturbeobachtung.
  • Spiegel- und Linsenteleskope sind die häufigsten Modellarten. Vor allem das Linsenteleskop ist laut diversen Teleskop-Tests im Internet ein beliebtes Anfänger-Modell.
  • Mit Blick auf die technischen Daten sind die Teleskopöffnung, die Brennweite und die Okular-Vergrößerung entscheidende Größen im Teleskop-Vergleich.

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Ein Teleskop ist ein optisches Gerät, das entfernte Objekte sehr stark vergrößert. Je nach Typ handelt es sich um ein Teleskop für Sterne und Planeten, mit dem Sie helle Himmelskörper beobachten können, oder um ein Teleskop für Galaxien und Nebelansammlungen, mit dem Sie dunkle Objekte gut beobachten können. Doch worauf ist zu achten, wenn man ein Teleskop kaufen möchte, und was hat es mit der Teleskopöffnung, der Brennweite und der Okular-Vergrößerung zu tun? Diese und viele weitere Fragen beantworten versierte Nutzer in diversen Teleskop-Tests im Internet. Deren Tipps und Hinweise hat die Redaktion von Heimwerker.de in der folgenden Kaufberatung 2021 zusammengefasst.

1. Welche Arten von Teleskopen werden in Tests im Internet unterschieden?

Abhängig vom Teleskop-Aufbau funktionieren Teleskope unterschiedlich. Grundsätzlich brechen oder spiegeln sie einfallendes Licht mithilfe eines speziellen Spiegel- oder Linsensystems. Die folgende Tabelle zeigt, was die gängigsten Teleskop-Typen – das Linsenteleskop und das Spiegelteleskop – unterscheidet:

Teleskop-Typ Beschreibung und Eignung
Linsenteleskop

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  • klassisches Fernrohr, heißt auch Refraktor
  • eine gebogene Glasscheibe bricht das einfallende Licht und erzeugt ein vergrößertes Bild von einem Objekt
  • zur Beobachtung von hellen Himmelskörpern wie Sternen und Planeten
  • gut für den mobilen Einsatz
Spiegelteleskop

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  • Bilderzeugung durch ein Spiegelsystem
  • das Teleskop nach Newton ist ein klassisches Spiegelteleskop
  • ein Hauptspiegel mit Krümmung fängt das Licht ein und wirft es auf einen Fangspiegel, der für die Vergrößerung sorgt
  • für dunkle Objekte gedacht
Spiegellinsen-Teleskop

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  • modernste Bauart
  • hat gleichzeitig ein Spiegel- und ein Linsensystem
  • hat große Fangspiegel
  • Allrounder, der für die Beobachtung von hellen und auch dunklen Objekten geeignet ist

Recherche-Hinweis der Heimwerker.de-Redaktion: Das Hubble-Weltraumteleskop ist ein riesengroßes Spiegelteleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 2,4 Metern. Es arbeitet im Infrarotbereich, im Bereich des sichtbaren Lichts und im ultravioletten Bereich.

1.1. Das Linsenteleskop: komfortabel und kontrastreich

Die Bauart und der Hinweis darauf, dass das klassische Fernrohr, das Linsenteleskop, gut geeignet für den mobilen Einsatz ist, hilft bei der Kaufentscheidung sicherlich. Darüber hinaus sollten diese Vor- und Nachteile berücksichtigt werden:

    Vorteile
  • Linsenfokus ist voreingestellt und muss nicht jedes Mal justiert werden
  • kontrastreiche Teleskop-Bilder
  • durch geschlossene Bauweise weniger anfällig für Staub
    Nachteile
  • geringer Farbumfang
  • gute Linsenteleskope sind schwer und teuer

1.2. Das Spiegelteleskop: klar und kostengünstig

Das Spiegelteleskop geht auf Newton zurück und fällt in die Kategorie der günstigen Teleskope. Die Bilderzeugung basiert auf einem Spiegelsystem. Darüber sind diese Vor- und Nachteile des Spiegelteleskops hilfreich zu wissen:

    Vorteile
  • fängt das gesamte Farbspektrum ein
  • ergibt klare und sehr detaillierte Teleskop-Bilder
  • kostengünstig durch einfachen Teleskop-Aufbau
    Nachteile
  • neigt zu „sphärischen Aberrationen“ (Abbildungsfehler: das Bild ist dann unscharf und verzerrt)
  • erzeugt keine hohen Kontraste
  • regelmäßige Nachjustierung erforderlich

1.3. Das Spiegellinsen-Teleskop: modern und teuer

Das Spiegellinsen-Teleskop ist der Allrounder, der sowohl mit Helligkeit als auch mit Dunkelheit gut klar kommt. Diese Vor- und Nachteile sind darüber hinaus zu berücksichtigen:

    Vorteile
  • weniger sphärische Aberrationen
  • weniger Kontrastverluste
  • vereinen die Vorteile der beiden anderen Bauweisen
  • gute Lichtsammlung
    Nachteile
  • teuer

2. Was ist beim Kauf eines Teleskops zu beachten?

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Mit einer hohen Auflösung lassen sich selbst kleine Details gut erkennen. Die große Brennweite sorgt hingegen für scharfe Bilder.

Wer neu in der Teleskop-Astronomie ist, ist schnell überfordert mit dem großen Angebot. Als Teleskop-Anfänger sollten Sie beim Kauf eines Gerätes ein paar wichtige Punkte beachten, wie etwa die Größe der Teleskopöffnung, die Brennweite und weitere vor allem technische Details. Achten Sie insbesondere darauf, was die Hersteller auf die Frage antworten: Was kann beobachtet werden?

2.1. Größe der Teleskopöffnung

Die Größe der Teleskopöffnung, also der Durchmesser von Objektiv oder Hauptspiegel, beeinflusst sehr stark das Auflösungsvermögen. Je größer die Öffnung im Verhältnis zur Brennweite ist, umso besser ist die Auflösung. Wenn ein Teleskop eine hohe Auflösung hat (beispielsweise über 100 mm), können Sie damit auch kleine Details gut erkennen. Zur Beobachtung von Weltraumnebel und einzelnen Galaxien ist eine große Öffnung sinnvoll.

Der Direktvergleich der Heimwerker.de-Redaktion: Diverse Teleskop-Tests im Internet zeigen: Das Modell 1000-114 Star Sheriff EQ3 vom Hersteller Seben hat eine Teleskopöffnung von 114 mm und damit eine sehr gute Auflösung. Die Star-Commander-Variante, ebenfalls von Seben, kommt mit nur 60 mm auf eine mäßig gute Auflösung.

2.2. Große Brennweite – scharfes Bild

Die Brennweite ist die Distanz zwischen Optik, die das Licht bündelt, und einfallendem Licht. Teleskope mit großer Brennweite sind deshalb entsprechend länger. Grundsätzlich gilt für die Brennweite: Das Sichtfeld ist kleiner, je größer die Brennweite ist. Die Abbildung ist mit großer Brennweite, insbesondere bei starker Teleskopvergrößerung, viel schärfer. Eine kleine Brennweite liefert eher verschwommene Vergrößerungen.

Nutzer schwärmen in diversen Teleskop-Tests im Internet von Teleskopen mit einer Brennweite über 750 mm. Modelle mit 900 oder gar 1.000 mm fallen in die Kategorie der besten Teleskope. Teleskop-Testsieger zeichnet darüber hinaus auch eine sehr gute Lichtsammlung aus.

3. Was ist das Okular an einem Teleskop?

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Selbst für Anfänger lohnt sich ein gutes Okular. Diese haben meist Standard-Zoll-Größen und lassen sich wiederverwenden.

Das Okular ist der Teil des Teleskops, der dem Auge zugewandt ist. Das Objektiv, auf der gegenüberliegenden Seite, erzeugt ein kleines Bild von einem entfernten Objekt. Erst durch die Okular-Vergrößerung entsteht das Bild auf der Netzhaut.

Okulare sind meist sehr werthaltig. Sie lassen sich auf vielen verschiedenen Teleskopen verwenden. Es lohnt sich, ein hochwertiges Okular zu kaufen, denn es lässt sich weiterverwenden, sollten Sie sich ein neues Teleskop kaufen.

Am Okularanschluss können Sie unterschiedliche Okulare auf Ihrem Teleskop verwenden. Die meisten Modelle haben einen Okularanschluss von 1,25 Zoll. Geräte mit einer großen Teleskopöffnung funktionieren häufig mit einem Okulardurchmesser von 2 Zoll.

4. Wie stellen Sie Ihr Teleskop richtig auf?

Ein Teleskop ist sehr unhandlich, weshalb Sie immer ein passendes Stativ brauchen, um es aufzustellen. Meist sind diese schon im Lieferumfang enthalten. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Teleskop mit dem Stativ zu verbinden: azimutal oder parallaktisch. Hochwertige Stative sind aus Aluminium, Carbon oder Edelstahl, die einfachen Stative bestehen meist aus Kunststoff.

Bei einem Teleskop für Kinder erfolgt die Teleskop-Montierung azimutal oder ohne Stativ, wie beispielsweise beim Dobson-Teleskop. Der Teleskop-Profi verwendet die parallaktische Montierung, beispielsweise bei Teleskopen von Celestron oder Bresser. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile:

Art der Montage Vorteile Nachteile
azimutale Teleskop-Montierung

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  • keine technischen Vorkenntnisse erforderlich
  • Teleskop lässt sich problemlos neu ausrichten
  • für die Astrofotografie ungeeignet
parallaktische Teleskop-Montierung

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  • für fortgeschrittene Hobby-Astronome
  • Teleskop für Astrofotografie geeignet
  • Teleskop wird am Polarstern ausgerichtet, das kann für Anfänger sehr schwierig sein

5. Welches Zubehör ist für ein Teleskop sinnvoll?

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Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Faszination groß, aber Achtung: Nur angeleitet kann das Teleskop auch sicher genutzt werden.

In den Starter-Kits mit einem Teleskop für Einsteiger sind meist die notwendigen Zubehörteile ebenfalls enthalten. Dazu gehören: Teleskop-Stangen, Teleskop-Schienen, mehrere Linsen, verschiedene Okulare und eine Transporttasche für die sichere Aufbewahrung.

Ein Teleskop fürs Handy, mit dem Sie beispielsweise während Ihrer Beobachtungen den Mond auch fotografieren können, ist mit einer speziellen Smartphone-Halterung ausgestattet.

Zusätzlich können Sie sich noch Objektiv-Filter wie Farb-, Pol-, Sonnen- oder Nebelfilter dazukaufen. Einige Modelle speziell für die Astrofotografie sind als Teleskop mit Kamera konzipiert.

Sicherheitshinweis der Heimwerker.de-Redaktion: Vorsicht bei Sonnenbeobachtungen! Sie dürfen niemals ohne speziellen Sonnenfilter mit dem Teleskop in die Sonne schauen. Schon bei einem Blick in die Sonne ohne Teleskop kann das sehr schmerzhaft sein. Deshalb gibt es auch bei jeder Sonnenfinsternis die entsprechenden Warnhinweise. Schäden am Auge können die Folge sein.

6. Häufige Fragen und Expertenantworten rund um den Teleskop-Vergleich

6.1. Wann ist das Gewicht wichtig?

Je nach Bauart, Größe und verarbeiteter Optik kann ein Teleskop sehr schwer sein. Doch das ist meist nur dann wichtig, wenn Sie es mobil nutzen. Preiswerte Modelle, die Sie beispielsweise mit Blick auf eine anstehende Sonnenfinsternis oder ein außergewöhnliches Phänomen am Himmel sogar als Aktionsware bei Aldi oder Lidl kaufen können, sind häufig aus vielen Kunststoffteilen gebaut. Das macht sie wesentlich leichter als ein hochwertiges Teleskop.

6.2. Was ist bei einem Teleskop für Kinder zu beachten?

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Ein Fernrohr ist für Kinder ab zehn Jahren geeignet.

Kinder haben erst ab einem Alter von etwa zehn Jahren ein ausreichend ausgebildetes Sehvermögen, um ein Teleskop wirklich nutzen zu können. In diesem Alter sind sie auch bereits in der Lage, das Teleskop selbst zu bedienen und sie konnten schon viel aus Büchern, Magazinen oder in der Schule über die Galaxien, Planeten und Sterne lernen. Empfehlenswert als Teleskop für Kinder ist ein Linsenteleskop.

6.3. Was ist der Unterschied zwischen einem Teleskop und einem Fernrohr?

Im Grunde sind Teleskop und Fernrohr beides Teleskope für Beobachtungen am Himmel und auf der Erde. Umgangssprachlich sind astronomische Teleskope einfach Teleskope, während sich für terrestriale Teleskope der Begriff Fernrohr etabliert hat. Viele Hersteller empfehlen insbesondere ihre Einsteigermodelle als Teleskop und Fernrohr, also für Himmels- und Naturbeobachtungen gleichermaßen, zum Beispiel ein Teleskop von Celestron, ein passendes Teleskop für Einsteiger.

6.4. Wie können Sie mit dem Teleskop den Mond beobachten?

Prinzipiell ist es mit jedem Teleskop möglich, den Mond zu beobachten. Allerdings ist er eines der wenigen Motive, für das sich eine hohe Vergrößerung lohnt. Da auch die Umgebungsbedingungen für die Mondbeobachtung von Bedeutung sind, ist es ratsam, mit der größtmöglichen Vergrößerung zu beginnen. Durch den Wechsel der Okulare können Sie sich dann an die maximale Vergrößerung zum Zeitpunkt der Beobachtung herantasten. Bei guten atmosphärischen Bedingungen liegt die maximale Vergrößerung bei 150- bis 200-fach.

6.5. Seit wann gibt es Teleskope?

Das erste Teleskop war ein Fernrohr mit Linsen und wurde 1608 erfunden. Galileo Galilei hat es 1610 zum Galilei-Fernrohr weiterentwickelt, das dann auch als Teleskop für Sterne geeignet war. Einige Jahre später gab es die schärferen Kepler-Fernrohre. Ab etwa 1900 entstanden die ersten Spiegelfernrohre, als die Linsenfernrohre mit bis zu 20 Metern Länge an ihre Grenzen stießen. Schon um 1670 entstand das Teleskop von Newton. Heute gibt es zahlreiche Marken und Hersteller, wie etwa Bresser, Celestron, Dörr, Orion, Seben, Tasco und weitere. Von der Stiftung Warentest gibt es keine Tests zu Teleskopen.

Dean Hansen sagt zu unserem Vergleichssieger