Dämmen & Dichten

Testbericht Wärmebildkamera (Infrarotkamera) HT-18 von Komerci

Test Wärmebildkamera

Infrarotkameras oder umgangssprachlich Wärmebildkameras können dazu genutzt werden, die Temperatur von Oberflächen zu messen. Das können Infrarotthermometer aber auch und die sind weitaus günstiger zu haben.

Der Vorteil einer Infrarotkamera liegt in ihrer breiten Temperaturmessung und Darstellung auf einem Bildschirm. So lassen sich Temperaturen nicht nur messen, sondern auch direkt mit der Umgebung vergleichen.

Zugegeben, Wärmebildkameras gehören nur bedingt in den Heimwerker-Bereich, aber um so mehr freue ich mich, heute die Infrarotkamera HT-18 von Komerci testen zu können.

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riccardo.duering@heimwerker.de

Technische Daten

  • Display: 3,2″ TFT – Farbdisplay
  • Auf­lösung Infrarotbild: 220 x 160 Pixel
  • Auf­lösung sichtbares Bild: 0,3 Megapixel
  • Wärme-Empfindlichkeit: 0,07°C
  • Temperaturmessbereich: -20°C bis +300°C
  • Mess­unsicher­heit: ±2% oder ± 2°C
  • Emissivität: Einstellbar 0,01-1,0
  • Gewicht: ca. 370 g
  • USB-Anschluss: Mikro USB 2.0
  • Speicher: intern, Bild-Format: jpg
  • Spannungsversorgung: Akku
  • Betriebstemperatur: 0°C bis +45°C
  • Lagerumgebung: -40°C bis +60°C, 10 bis 85% rel. Luftfeuchte
  • Bildmischung: 25% Schritte Infrarot- zu Echtfarbenbild
  • Automatische Abschaltung: Wählbar 5 Minuten / 20 Minuten / keine Abschaltung
  • Abmessungen (L x B x H): 90 x 105 x 223 mm
  • Farbpalette: Eisenoxidrot, kaltfarben, Regenbogen, Graustufe weiß oder schwarz leuchtend

Eine Wärmebildkamera für Heimwerker?

Ein praktischer Karton für eine dauerhafte Aufbewahrung.
Ein praktischer Karton für eine dauerhafte Aufbewahrung.

Ein Must-have ist eine Wärmebildkamera für Heimwerker sicher nicht und auch ich besitze mit ansonsten sehr guter Werkstattausstattung keine. Dennoch habe ich mir schon mehr als einmal eine gewünscht. Wer bereits ein Haus saniert oder gebaut hat, kennt sicher das Gefühl „Jetzt würde ich gerne wissen, ob alles richtig gedämmt ist oder mein Haus irgendwo teure Wärme verliert.“

Mir ging und geht es gerade bei einem selbst gebauten Energiesparhaus nicht anders. Sind alle Fenster dicht? Ist das Dach ausreichend gedämmt? Gibt es irgendwo Wärmebrücken?

Klar man muss keine Wärmebildkamera haben, ihr echter Nutzen liegt eher im Profibereich. Aber man hätte schon gerne eine und sinnvoll ist sie allemal. Werden beispielsweise versteckte Wärmebrücken entdeckt, hat sich der Kaufpreis schnell rentiert.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die HT-18 in einem sehr stabilen und farbenprächtigen Karton, auf dem sämtliche benötigten Informationen und auch technischen Daten zu finden sind.

Mit Gürtelclip oder Trageriemen gut transportiert.
Mit Gürtelclip oder Trageriemen gut transportiert.

Was besonders gefällt, ist der praktische Aufbau, durch den sich der Karton dank eines Magnetverschlusses leicht öffnen und schließen lässt. Eine Infrarotkamera ist schließlich kein Gerät, welches man unbedingt täglich nutzt. Daher dient der Karton vielen sicher dauerhaft als Aufbewahrung. Vorteilhaft, wenn diese stabil und bequem zu nutzen ist.

Zusätzlich zur Kamera gibt es eine Tasche, einen Trageriemen und ein USB-Netzteil, was heute durchaus nicht immer üblich ist. Viele Hersteller setzten ein solches Netzteil voraus und legen nur noch das passende USB-Kabel bei. Zur HT-18 gibt es dagegen ein USB-Netzteil mit 2 A, was ausreichend Leistung für einen schnellen Ladevorgang bereitstellt.

Gut gefällt die stabile Tasche, die der Form der Kamera angepasst ist und so keinen unnötigen Platz verschenkt. Getragen werden kann sie mit einem Trageriemen oder dank eins Gürtelclips an der Hose. So genutzt ist sie mit einem Klettverschluss und einer Lasche zum Ziehen schnell geöffnet. Der Gürtelclip könnte jedoch gerne größer ausfallen, damit die Tasche sicherer am Gürtel hält.

Der erste Eindruck der Komerci Wärmebildkamera HT-18

Der Start benötigt nur wenige Sekunden.
Der Start benötigt nur wenige Sekunden.

Eine Infrarotkamera ist nicht gerade günstig und auch die HT-18 schlägt mit weit über 400 € zu Buche. Dafür ist der erste Eindruck ehrlich gesagt ein wenig ernüchternd. Das Gehäuse fühlt sich nach günstigen Kunststoff an und erinnert eher an Discounter-Werkzeug. Gummierte Grifflächen gibt es nicht und auch die Spaltmaße am Gehäuse sind unterschiedlich.

Der Schutzdeckel kann am Gerät bleiben.
Der Schutzdeckel kann am Gerät bleiben.

Das Gewichtsverhältnis ist ein wenig ungleichmäßig, sodass die Kamera gut festgehalten werden muss, damit sie in der Hand nicht überkippt. Schuld daran ist aber sicher auch der typische Aufbau einer Wärmebildkamera. Kamera, Display und Technik müssen zur Nutzung oben liegen, während der Griff nur zum Halten oder zur Aufnahme des Akkus dient. Hier durch zusätzliches Gewicht für einen Ausgleich zu sorgen, wäre wenig sinnvoll und würde dem Gesamtgewicht schaden.

Sinnvoll ist der Deckel, der den Linsenbereich abdeckt. Er lässt sich – wenn auch nur mit dem Fingernagel – leicht öffnen, hält geöffnet auf dem Gerät und fällt auch in einer ungünstigen Haltung nicht von alleine wieder zu.

Das Display wirkt recht groß und vier Direkttasten darunter sowie ein Steuerkreuz versprechen eine einfache Bedienung. Der zusätzliche Taster am Pistolengriff dient sicher der Punktmessung oder (wie sich im praktische Test später rausstellt) dem Erstellen von Bildern.

Insgesamt bin ich vom ersten Eindruck aber ein wenig enttäuscht. Die Verpackung und auch die Tasche wirken sehr professionell und hochwertig, das Gehäuse der HT-18 eher nicht. Hierbei handelt es sich allerdings um den „ersten Eindruck“ und der muss nichts über die verbaute Technik, die Qualität oder dem Umgang mit der Kamera aussagen. Schließlich kommt es auf die inneren Werte an.

Die Verarbeitungsqualität kann am Gehäuse nicht ganz überzeugen.
Die Verarbeitungsqualität kann am Gehäuse nicht ganz überzeugen.
Etwas unhandlich zu öffnen, ist der USB-Anschluss unter einer Gummi-Abdeckung.
Etwas unhandlich zu öffnen, ist der USB-Anschluss unter einer Gummi-Abdeckung.

Die Bedienung der Infrarotkameras

Nach einem längeren Druck auf den Startknopf startet die HT-18 und mit ein paar Beispielbildern wird der Ladevorgang angezeigt. Einige Sekunden muss man aber schon warten, bis die Kamera einsatzbereit ist und ihr erstes Wärmebild zeigt..

Ehe wir uns einigen Messbeispielen widmen, soll kurz das Menü vorgestellt werden. Dieses öffnet sich mit einem Druck auf die Menü-Taste und bietet die Punkte Bilder, Farbpalette, Emissivität und Einstellungen an. Bedient wird das Menü mittels Steuerkreuz, was unmissverständlich ist, aber einen doch recht kräftigen Fingerdruck benötigt.

Der erste Ordner Bilder verrät es bereits, die HT-18 kann Bilder machen und legt diese im 3 GB großen Speicher ab. Speicherprobleme sollte es ganz sicher nicht geben. Etwas schade ist dagegen, dass es keine Bildvorschau gibt. Zu sehen ist nur der automatisch vergebene Dateiname, der sich aus dem Datum und der Uhrzeit zusammensetzt. Wer also ein bestimmtes Bild sucht, sollte genau wissen, wann er es aufgenommen hat.

Die Temperaturen lassen sich in fünf unterschiedlichen Varianten darstellen. Spektrum - Eisen - Kalt - Schwarz - Weiß
Die Temperaturen lassen sich in fünf unterschiedlichen Varianten darstellen. Spektrum – Eisen – Kalt – Schwarz – Weiß

Unter dem Punkt Farbpalette lässt sich die Darstellung der Temperaturen anpassen, um Unterschiede noch besser darzustellen. Beim Test der Wärmebildkamera werde ich mich auf die Darstellung “Spektrum” beschränken, da die Darstellung von blau bis rot in Bezug auf die Temperatur schnell verinnerlicht werden kann. Als gelernter Metaller, der häufig auch in der Schmiede gearbeitet hat, gefällt mir aber auch die Variante “Metall”. Ein Schmied findet hier die Farbgebung, die er von Metall im Schmiedeofen gewohnt ist.

Enter bedeutet hier nicht Enter sondern zurück.
Enter bedeutet hier nicht Enter sondern zurück.

Der Punkt Emissivität wird dann wichtig, wenn eine möglichst genaue Temperatur ermittelt werden soll. Je nach Oberfläche und Farbe nimmt jeder Stoff die Wärme unterschiedlich auf und gibt sie proportional unterschiedlich wieder ab. Das bedeutet, dass zwei gleiche Körper mit gleicher Temperatur aber unterschiedlicher Farbe auch unterschiedlich von der Wärmebildkamera aufgenommen werden. Dieser Unterschied kann angepasst werden, was für den privaten Nutzen aber selten nötig ist. Wirklich deutlich macht sich der Emissionsgrad erst bei blanken und glänzenden Oberflächen bemerkbar.

Unter Einstellungen folgen dann gewohnte Punkte, wie die Zeiteinstellung, verwendete Einheiten, Sprachwahl oder das Einrichten der automatischen Abschaltung.

Mit dem Steuerkreuz lässt es sich sehr gut durch das Menü navigieren. Was jedoch so einige Male für Verwirrung gesorgt hat, ist die Enter-Taste. Gewöhnlich steht Enter für ein Bestätigen, hier unterliegt der Enter-Taste aber die Zurück-Funktion. Absicht oder wurde nachträglich ein Teil der Technik angepasst, ohne den Rest zu berücksichtigen? Aber ok, man gewöhnt sich daran.

Anwendungen der Wärmebildkamera im Heimwerker-Bereich

Wie bereits geschrieben, finden Wärmebildkameras eher im professionellen Bereich, bei der Kontrolle der Wärmedämmung oder der Brandbekämpfung bzw. beim Brandschutz Anwendung. Aber auch der Heimwerker und Hausbesitzer kann sich über viele Möglichkeiten freuen, die nicht einfach nur interessant sind, freuen.

Gereizt hat es mich schon lange, unser selbst gebautes Energiesparhaus mit einer Wärmebildkamera zu prüfen. Der recht hohe Anschaffungspreis hält die meisten Hausbesitzer (und auch mich) jedoch vom Kauf ab, auch wenn es mitunter tatsächlich sinnvoll wäre. Wie sinnvoll, zeigt vor allem das Bild der Mikrowelle mit Grillfunktion, die (wie sicher bei vielen) auf dem Küchenschrank und unter den Hängeschränken steht. Der Abstand nach oben sieht sehr groß und absolut ausreichend aus. Die Aufnahme zeigt jedoch sehr deutlich, wie die warme Luft nach oben steigt und die Hängeschränke erwärmt. Für einen Brand reicht es sicher nicht, aber wir lagern dort Lebensmittel, was wir sicher noch mal überdenken werden.

Stauwärme über der Microwelle – Raumecke Innenwände – Temperatur der Wolken
Stauwärme über der Microwelle – Raumecke Innenwände – Temperatur der Wolken

Auf dem zweiten Bild ist fast nichts zu erkennen, was mich sehr glücklich stimmt. Der Messpunkt peilt im Wohnzimmer eine Ecke mit zwei Außenwänden an. Wie man sieht, ist die Ecke nicht kälter als irgendeine andere Stelle. Lediglich der eckige große Blumentopf davor ist leicht kühler, was an der anderen Oberfläche oder dem Kühleffekt von verdunstendem Wasser liegen kann. Insgesamt gibt es auf dem Bild lediglich einen Temperaturunterschied von 1,3 °C. 

Solche Innenecken sind stets sehr kritische Punkte in einem Haus. Außenwände sind meist etwas kühler, was zur Bildung von Kondenswasser führt. Fehlt dann noch die Luftbewegung, wie es in Ecken meist der Fall ist, bildet sich schnell Schimmel. Wir haben hier offensichtlich weder Wärmebrücken noch kalte Außenwände. Gut gebaut und gedämmt unser Haus.

Das dritte Bild ist eher eine Spielerei als sinnvolle Anwendung. Dennoch wirft es die interessante Frage auf: “Wie weit misst eine Wärmebildkamera?” Zu sehen ist der Himmel mit Wolken und ganz deutlich werden Temperaturunterschiede von -8 °C bis -23 °C angezeigt. Sollte eine solche Messung tatsächlich in der Entfernung noch funktionieren?

Mit der Mischfunktion, kann das Temperaturbild mit dem Echtbild in Stufen 25 % gemischt werden.
Mit der Mischfunktion, kann das Temperaturbild mit dem Echtbild in Stufen 25 % gemischt werden.

Zeigt das Wärmebild wie auf dem zweiten Bild einen sehr gleichmäßigen Wert an oder gibt es so viele Details, dass man kaum noch sieht, was man tatsächlich anpeilt, ist die Mischfunktion sehr hilfreich. In Schritten von 25 % lassen sich das Wärmebild und das Echtbild auf dem Display mischen. Dies geschieht in Echtzeit durch anwählen mit dem Steuerkreuz. So lässt sich leicht die richtige Kombination finden, mit der die Temperaturbereiche noch angezeigt werden, der Hintergrund aber ebenso sichtbar ist.

Temperaturmessungen am Fenster

Zurück zu den Messungen an unserem Haus. Der Nächste Test zielt auf die Fenster. Diese haben wir mit Absicht nicht mit maximalem Dämmwert ausgewählt. Was viele nicht wissen und häufig bei Modernisierungsarbeiten zu Schimmel führt – Die kältesten Punkte in einem Haus müssen stets die Glasscheiben der Fenster sein. Zur Erklärung: Es gibt immer irgendwo einen wärmsten und einen kältesten Punkt, daran lässt sich nichts ändern. Ebenso wenig lässt sich die Tatsache ändern, dass sich zu hohe Luftfeuchtigkeit an der kältesten Stelle in Form von Kondenswasser niederschlägt. Passiert das an einer Wand oder in einer Ecke mit wenig Lüftung, ist Schimmel vorprogrammiert. Auf Glas kann sich dagegen (bei normaler Reinigung) kein Schimmel bilden. Daher sollten die Glasscheiben immer den kältesten Punkt in jedem Raum bilden. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, beschlagen maximal die Scheiben, was sich einfach abwischen lässt.

Temperaturunterschied zwischen Wand und Fenster etwa 2° C
Temperaturunterschied zwischen Wand und Fenster etwa 2° C

Das Messergebnis zeigt folgende Werte:

  • Der kälteste Punkt – auf dem Bild ist dunkelblau – liegt auf dem Fenster und hat 17,4 °C.
  • Der wärmste Punkt (rot bis weiß) liegt in diesem Moment mit 22,1 °C ebenfalls auf der Fensterscheibe, was aber durch die aufgehende Sonne verursacht wird (siehe linkes Bild) und nicht bewertet werden kann.
  • Die Raumtemperatur liegt in grün bei einem Mittelwert von etwa 20 °C

Lässt man die durch die Sonne erhitzen Stellen der Fensterscheibe weg, bleibt eine Raumtemperatur von 20 °C und Fensterscheiben, die maximal 2°C kühler als das Umfeld sind. Die Differenz ist vermutlich sogar noch geringer, da glänzende Flächen ohne Anpassung der Emissivität etwas kühler angezeigt werden.

Insgesamt sind die Fensterscheiben zwar kühler, was wichtig ist, man kann aber nicht davon sprechen, dass es übertrieben ist und man die Wärme wörtlich aus dem Fenster wirft.

Temperaturmessungen am Haus

Für den nächsten Test habe ich mir unser Haus von draußen angesehen. Hierzu muss ich aber sagen, dass man solche Prüfungen eher am Morgen macht, damit Bereiche, die sich tagsüber aufgewärmt haben, ihre Wärme in der Nacht abgeben können. Sie lassen sonst eventuell Wärmebrücken vermuten, wo gar keine sind. Gut zu erkennen ist das an der Blumenrabatte vorm Haus, welche durch Pflanzen geschützt noch recht warm ist, während die große Rasenfläche schon kühler erscheint.

Nicht falsch interpretieren: Rot und blau zeigen nur die wärmsten und kältesten Stellen, können aber eng aneinander liegen.
Nicht falsch interpretieren: Rot und blau zeigen nur die wärmsten und kältesten Stellen, können aber eng aneinander liegen.

Der erste Blick auf die Bilder kann verschrecken: “Alles Rot – alles Wärmebrücken?” Nein. Hierzu muss man die Anzeige verstehen und sich darauf einstellen. Rot bis weiß stellt immer die wärmste Fläche dar und blau bis schwarz die kälteste. Das heißt aber nicht automatisch, dass rot warm und blau kalt ist. Ausschlaggebend ist die Temperaturdifferenz. Daher wird beim Schwenken der Kamera das Haus auch mal blau, grün oder Rot angezeigt.

Zu den Messungen:

Auf den ersten beiden Bildern wurden die Oberflächen der Rollläden am Fenster und der Terrassentür gemessen. Beide zeigen 8,4 °C an. Deutlich rot hebt sich der Dachüberstand ab und ist, wie das dritte Bild zeigt, mit 9,5 °C nur 1,2 °C wärmer. Das liegt zum einen daran, dass warme Luft nach oben steigt und sich unter dem recht großen Dachüberstand staut aber ebenso an der noch gespeicherten Wärme im Holz. Ein anderer Test in den Morgenstunden zeigte nur noch Temperaturunterschiede von 0,2 °C. Etwas deutlicher hebt sich der Balkon ab, was aber verständlich ist. Einerseits ist die Balkontür zur Lüftung angekippt, andererseits hängt unter dem Dach eine LED-Lichterkette, welche für zusätzliche Wärme sorgt. Die 10,3 °C und damit etwa 2 °C mehr, sind also verständlich.

Einzig die Rollladenkästen gefallen mir nicht zu 100 %. Wobei sie mit 1 °C mehr als die Rollläden auch nicht so klar hervorstechen. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden und froh, mit Hartschaum-Steinen gebaut zu haben.

Fazit: Test Wärmebildkamera (Infrarotkamera) HT-18 von Komerci

Wie eingangs beschrieben, werden die wenigsten Heimwerker eine Wärmebildkamera besitzen oder regelmäßig benötigen. Dennoch gibt es gerade für Häuslebauer oder Eigenheimbesitzer viele Möglichkeiten, in denen sie durchaus sinnvoll und hilfreich ist.

Die HT-18 von  deckt diese Bereiche sehr gut ab, zeigt klar die Temperaturen und bietet dem Nutzer viele ungeahnte Möglichkeiten. Sei es das Aufdecken von Wärmebrücken, undichten Fenstern oder Gefahren durch einen Hitzestau.

Test Wärmebildkamera (Infrarotkamera) HT-18 von KomerciMit einer selbsterklärenden Bedienung benötigt die HT-18 keine Einweisung und schnell findet man sich im Menü zurecht. Auch an die falsch beschriftete Enter-Taste, die die Zurück-Funktion beinhaltet, gewöhnt man sich schnell. Bereits nach küzester Zeit wird die Wärmebildkamera bedient, als würde sie sich schon Jahre im Besitz befinden.

Hilfreich ist die Möglichkeit, aufgenommene Bilder im internen 3 GB großen Speicher ablegen zu können. Etwas schade dagegen, dass die abgelegten Bilder keine Vorschau bieten. Aufgenommene Fotos sollten daher häufig auf den PC überspielt werden, um nicht die Übersicht zu verlieren.

Als Pluspunkt bietet die HT-18 die Möglichkeit, das Wärmebild schrittweise mit der realen Aufnahme zu mischen. So lassen sich die gemessenen Punkte leichter zuordnen und Bilder klarer darstellen.

Insgesamt überzeugt die HT-18 mit einem guten Gesamtbild und ausreichend Möglichkeiten für den privaten Anwender.

Nicht ganz so überzeugend ist der erste Eindruck. Das Gehäuse lässt ohne gummierte Griffflächen und mit einer mittleren Verarbeitungsqualität nicht unbedingt eine hochwertige Wärmebildkamera vermuten. Wer jedoch nicht nur auf Äußerlichkeiten achtet, darf dennoch getrost zur HT-18 greifen und sich von den inneren Werten überzeugen lassen. Mir gefällt sie und es hat Spaß gemacht mit ihr zu arbeiten.