Modernes Badezimmer: Unterputz-Spülkasten fachgerecht einbauen und verkleiden
Ein Ratgeber aus der heimwerker.de Redaktion

Soll ein Stand-WC durch ein Wand-WC ersetzt werden, wird in der Regel ein Unterputz-Spülkasten eingebaut. Dieser ist Teil eines sogenannten Vorwandelements, das die Spültechnik enthält und zugleich als stabile Befestigung für das WC dient. Die gesamte Konstruktion wird an der Wand montiert und anschließend verkleidet, sodass die Technik später nicht sichtbar ist. Außerdem wird das WC wandhängend montiert, was die Bodenreinigung erleichtert und eine aufgeräumte Optik schafft.
Viele Heimwerker zögern jedoch, weil nach der Montage ein Großteil der Technik verdeckt ist. Mit einer guten Vorbereitung, etwas handwerklichem Geschick und den passenden Materialien ist die Montage jedoch gut machbar.
In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Unterputz-Spülkasten sicher einbauen und im Anschluss fachgerecht verkleiden.
1. Planung: Voraussetzungen für den Einbau eines Unterputz-Spülkastens prüfen
Bevor die Montage beginnt, sollten Material und Werkzeuge vollständig zusammengestellt werden. Da zentrale Bauteile dauerhaft verbaut werden, ist die Auswahl passender und qualitativ geeigneter Komponenten besonders wichtig. Eine sorgfältige Auswahl reduziert das Risiko späterer Undichtigkeiten oder aufwendiger Nacharbeiten. Vorwandelemente, Unterputz-Spülkästen und passendes Zubehör erhalten Sie unter anderem in Sanitär-Onlineshops wie Saniweb.
Hinweis: Zusätzlich sollte vor der Installation geprüft werden, ob Wand und Boden die erforderliche Tragfähigkeit aufweisen. Bei Trockenbaukonstruktionen kann eine zusätzliche Verstärkung notwendig sein. Außerdem ist auf eine ausreichende Einbautiefe zu achten.

Bauteile eines Unterputz-Spülkastens mit Ventilmechanik und Anschlusskomponenten für die Installation im Spülkasteninneren.
Für die Montage und Verkleidung sollten Sie folgende Werkzeuge und Materialien bereithalten:
Werkzeuge
- Wasserwaage
- Bohrmaschine
- passende Bohrer
- Maulschlüssel-Set
- Metallsäge
- Lochsäge (für Rohrdurchführungen)
- Zollstock
- Bleistift
- Spachtel
Material
- Vorwandelement inklusive Spülkasten und Befestigungsmaterial
- Imprägnierte Gipskartonplatten (grün)
- Trockenbauschrauben / Schnellbauschrauben
- ggf. UA-Profile
- Bewehrungsstreifen
- Fugenspachtel
- Fliesenkleber
- Fliesen (10–15 % Verschnitt einplanen)
- Gleitmittel für Abflussrohre
Hinweis: Der Einbau eines Unterputz-Spülkastens gilt als bauliche Veränderung und bedarf in Mietwohnungen der Zustimmung des Vermieters.
2. Montage: Vorwandelement ausrichten und befestigen
Bevor der Unterputz-Spülkasten letztlich montiert wird, muss er optimal ausgerichtet und das Vorwandelement befestigt werden.
2.1. Positionieren und Ausrichten des Abflussrohres
Vor Beginn der Anschlussarbeiten ist die Wasserzufuhr vollständig abzustellen. Öffnen Sie danach einen Wasserhahn, um den Leitungsdruck abzubauen. So lassen sich unkontrollierte Wasseraustritte vermeiden.
Markieren Sie anschließend die Mitte des Abflussrohres an der Wand. Positionieren Sie dann das Vorwandelement grob am vorgesehenen Standort und richten Sie es so aus, dass die entsprechende Markierung am Rahmen (in der Regel eine Höhenmarke) einen Meter über dem Fußboden liegt.
Hinweis: Achten Sie darauf, das Element mit der Wasserwaage sowohl waagerecht als auch senkrecht exakt auszurichten. Eine ungenaue Montage kann sich später beim Verfliesen sowie bei der Installation der Betätigungsplatte negativ auswirken.
2.2. Vorwandelement befestigen
Sobald das Vorwandelement exakt ausgerichtet ist, markieren Sie die Befestigungspunkte und bohren die erforderlichen Löcher für Boden- und Wandmontage entsprechend den Herstellerangaben. Anschließend verschrauben Sie das Element fest mit dem Untergrund.
Tipp: Viele Systeme verfügen über verstellbare Standfüße oder vormontierte Befestigungselemente, die das präzise Ausrichten erleichtern.
3. Anschlüsse: Unterputz-Spülkasten an Wasserleitungen anschließen
Im nächsten Schritt werden die Abwasser- und Wasseranschlüsse hergestellt. Verbinden Sie zunächst das Abflussrohr des Vorwandelements mit dem vorhandenen Wandanschluss. Achten Sie darauf, dass die Dichtungen korrekt und sauber sitzen. Ein geeignetes Gleitmittel erleichtert das Zusammenfügen der Rohrverbindungen und verhindert Beschädigungen der Dichtungen.

Eine korrekt montierte Betätigungsplatte stellt die Bedienbarkeit und den Wartungszugang sicher.
Der Wasseranschluss erfolgt in der Regel innerhalb des Spülkastens. Bei der Verwendung moderner Flexschläuche mit Quetschverschraubungen sind zusätzliche Dichtmaterialien wie Hanf oder Teflonband üblicherweise nicht erforderlich. Nach dem Anschluss öffnen Sie das Absperrventil kurzzeitig und lassen etwas Wasser in einen bereitgestellten Eimer laufen, um die Leitung zu spülen. So werden mögliche Verunreinigungen entfernt, bevor der Anschluss endgültig am Füllventil befestigt wird.
4. Verkleidung: Konstruktion mit Unterputz-Spülkasten verschließen
Nachdem die Installation abgeschlossen und alle Anschlüsse auf Dichtheit geprüft wurden, kann die Verkleidung erfolgen. Hier gehen Sie wie folgt vor:
- Zuschnitt: Schneiden Sie die imprägnierten Gipskartonplatten passgenau zu. Die erforderlichen Aussparungen für Abflussrohr, Spülrohranschluss und die Gewindestangen des WCs lassen sich am besten mit einer Lochsäge herstellen.
- Doppelte Beplankung: Für eine ausreichende Stabilität empfiehlt es sich, die Vorderseite zweilagig mit jeweils 12,5 mm starken Gipskartonplatten auszuführen. Dies erhöht die Tragfähigkeit und reduziert das Risiko späterer Rissbildungen in den Fliesen.
- Befestigung: Verschrauben Sie die Platten mit geeigneten Schnellbauschrauben direkt am Metallrahmen des Vorwandelements.

Achten Sie bei der Ausrichtung und Vorbereitung auf höchste Präzision, damit die Fliesen später parallel zum Boden ausgerichtet werden können.
5. Abschlussarbeiten: verspachteln und verfliesen
Die Übergänge zur angrenzenden Wand sowie die Schraublöcher werden zunächst mit Fugenspachtel und Bewehrungsstreifen sorgfältig verspachtelt. Nach dem vollständigen Trocknen der Spachtelmasse erfolgt bei Bedarf die Abdichtung. Befindet sich das WC im Bereich von Dusche oder Badewanne, sollten Sie darüber hinaus die Übergänge und Anschlüsse mit geeigneten Dichtbändern und Abdichtungsmaterialien schützen, um Feuchteschäden zu vermeiden.
Anschließend kann die Fläche grundiert und verfliest werden. Die Schutzkappen auf den Rohranschlüssen sollten bis zur späteren Montage der WC-Keramik montiert bleiben, um Verschmutzungen oder Beschädigungen zu verhindern. Die WC-Montage erfolgt erst nach Abschluss aller Fliesenarbeiten und vollständiger Trocknung der Oberflächen.
Fazit: Der Einbau eines Unterputz-Spülkastens ist mit einer gründlichen Vorbereitung und präziser Ausführung gut umsetzbar. Entscheidend sind eine fachgerechte Montage, dichte Anschlüsse und eine stabile Verkleidung. So erhalten Sie ein technisch sauberes und dauerhaft belastbares Ergebnis.
Bildnachweise: Adobe Stock/Sue Tansirimas, Adobe Stock/Mehtap, Adobe Stock/rupbilder, Adobe Stock/bilanol (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)















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