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Autopflege im Winter

So gerne wie Männer ihr liebstes Stück im Sommer putzen, so gerne wird es im Winter auch vernächlässig. Zwar ist das verständlich, denn wer möchte sich bei kaltem Wetter schon um sein Auto kümmern, aber ebenso ist es besonders ungesund für das Auto und die Sicherheit im Straßenverkehr.

So wichtig wie die Sicherheit, ist es ebenso das Fahrzeug vor Schäden und unnötigen Belastungen zu schützen. Zum einen strapazieren die niedrigen Temperaturen das Material und zum anderen kommen chemische Stoffe, wie Streusalz, Scheibenenteiser und Frostschutzmittel dazu. All das belastet unser Auto sehr und kann teilweise vermieden werden.

Hinzu kommt natürlich die eigene Sicherheit und der Wunsch nach verlässlicher Technik. Wessen Auto schon im Sommer schlecht starten will, wird im Winter vor einem großen Problem stehen.

Freier Blick ist Gesetz

Wie jedes Jahr im Winter kämpfen viele Autofahrer mit dem Problem vereister oder beschlagener Autoscheiben und immer noch fahren einige los, ohne für einen klaren Durchblick zu sorgen. In diesen Fällen gibt der Gesetzgeber (§ 23 Abs. 1 Satz 1 StVO) aber eindeutig vor, die klare Durchsicht, speziell durch die Frontscheibe und die vorderen Seitenscheiben, zu gewährleisten. Das ist auch verständlich, da der Fahrzeugführer 90% seiner Informationen visuell, also durch die Scheiben aufnimmt. Das gleiche gilt für beschlagene oder vereiste Heckscheiben, sofern kein zweiter Außenspiegel vorhanden ist. Um den vorschriftsmäßigen Zustand herzustellen, müssen die Scheiben von Eis, Schnee und Schmutz befreit werden. Das gilt auch für Scheinwerfer, Blinker und Kennzeichen.

Mit dem Auto fit in den Winter

Zu einer sicheren Winterzeit gehört vor allem die richtige Vorbereitung.

  • Der erste wichtige Schritt sollte der Frostschutz sein. Dazu gehört zum einen der Kühlerfrostschutz und zum anderen der Frostschutz der Scheibenwaschanlage. Wer die technische Ausstattung hat, kann den frostsicheren Bereich des Kühlwassers selber bestimmen. Ansonsten sind Werkstätten auch gegen eine kleine Gebühr dazu bereit. Das Scheibenwaschwasser sollte komplett gegen frostsicheres getauscht werden, da sich Sommer- und Winterwaschwasser in der Zusammensetzung unterscheiden.
  • Glatte Flächen bieten wenig Halt für Schmutz und damit auch wenig Halt für Schadstoffe. Daher ist es wichtig, das Auto vor dem Winter gründlich zu reinigen. Ein neuer Wachs und intakter Unterbodenschutz versiegelt die Oberflächen zusätzlich.
  • Gummi und Kunststoffe werden bei niedrigen Temperaturen hart und spröde. Dadurch leidet natürlich die Qualität und kleine Teile können schneller abbrechen. Ebenso neigt ungeschützter Gummi dazu bei Frost durch Wasser auf der Oberfläche anzufrieren. Diese Probleme können mit einfachen Mitteln umgangen werden. Während Kunststoffpflege Kunststoffe wieder neu erstrahlen lässt, verhindern Pflegestifte mit Glycerin und Hirschtalk ein anfrieren der Türgummis.
  • Viele Probleme bereitet im Winter die Autobatterie. Zusätzliche Scheibenheizungen, die häufige Nutzung des Gebläses und Fahren mit Licht fordern ihr viel ab, wogegen sie bei Kurzstrecken nur wenig geladen wird. Wichtig ist daher ein Batteriecheck und auch eine externe vollständige Ladung tut ihr hin und wieder gut.
  • Winterreifen müssen eigentlich nicht extra erwähnt werden, da es eine Selbstverständlichkeit sein sollte diese zu nutzen. Wichtig ist eine Kontrolle der Profiltiefe und bei Geringfahrern die Prüfung auf Risse und des Alters der Bereifung. Länger als acht Jahre sollten Reifen nicht genutzt werden, da das Gummi altert und spröde wird.
  • Die Beleuchtung sollte regelmäßig geprüft und gewartet werden. Gerade im Winter kommt sie aber deutlich mehr zum Einsatz und sollte deshalb ebenfalls öfter kontrolliert werden. Mitunter bieten der ADAC oder KFZ-Werkstätten kostenlose Lichttests an.
  • Die Scheiben frei zu kratzen ist kein schönes Unterfangen. Ebenso möchte niemand vor einem eingefrorenen Türschloss seines Autos stehen. Daher ist es wichtig, alle benötigten Hilfsmittel griffbereit zu haben. Eiskratzer (Scheibenenteiser), Handschuhe, Starthilfekabel und bei Bedarf Schneeketten sollten in jedem Auto liegen. Der Türschlossenteiser sollte hingegen außerhalb aufbewahrt werden.

Den Eiskratzer richtig einsetzen

Trotz relativ harter Oberfläche, können Schmutzpartikel und unsachgemäße Handhabung von Reinigungsmitteln zu störenden Kratzern oder Beschädigungen führen. Grundsätzlich sollten alle Scheiben regelmäßig gereinigt werden. Je sauberer, desto weniger Feuchtigkeit kann auf der Fläche anhaften. Wenn Eiskratzen nicht vermieden werden kann, schaben Sie mit möglichst wenig Druck in die Richtung, die die größte Auflagefläche für den Eiskratzer bietet, meist quer zur Scheibe. Vermeiden Sie dabei schnelle und ruckartige Bewegungen in verschiedene Richtungen. Verwenden Sie grundsätzlich keine Eiskratzer mit einer Aluminiumkante. Das kann neben tiefen Kratzern auch zu Metallabrieb führen, der nur mit professionellen Mitteln entfernt werden kann. Gießen Sie nie warmes oder gar heißes Wasser auf die Scheiben! Das kann, speziell bei älteren Gläsern mit höherem Verschleiß, zum Bruch der Scheibe führen.

Autoscheiben effektiv vom Eis befreien

1. Scheiben freikratzen mit dem Eiskratzer

Der Eiskratzer ist die wohl auch am meisten genutzte Methoden um eine Autoscheibe vom Eis zu befreien. Meist dient der Eiskratzer jedoch als Notlösung, wenn man das Auto am Abend vorher nicht abgedeckt hat.

Die meisten Eiskratzer bestehen aus Kunststoff, um die Entstehung von Kratzern gering zu halten. Jedoch ist dies nahezu unmöglich, da die Scheiben nie zu 100% frei von Schmutzpartikeln sind.

Winzige Kratzer sind das Ergebnis, welche sich besonders gut bei Sonneneinfall sehen lassen. Beim Freikratzen der Scheibe sollte man zusätzlich darauf achten, dass nicht nur ein Sichtfenster freigekratzt wird, sondern die gesamte Scheibe vom Eis befreit wird. Laut § 23 StVO hat in Deutschland jeder Fahrzeugführer u.a. dafür Sorge zu tragen, dass seine Sicht nicht durch den Zustand des Fahrzeuges beeinträchtigt wird.

2. Scheibenenteiser

Der Scheibenenteiser ist die Luxus Variante des Eiskratzers. Die vereiste Scheibe wird gleichmäßig eingesprüht und das Mittel lässt das Eis schmelzen. Die Eisreste sollten mit einer Gummilippe abgezogen werden, damit man später freie Sicht hat. Das Spray enthält chemische Mittel wie z.B. Aceton, welche den Schmelzpunkt senken und somit das Eis auch bei niedrigen Temperaturen zum Schmelzen bringen. Auf diese Weise ist die Scheibe schnell und ohne viel Aufwand wieder frei. Nachteile dieser Methode sind zum einen die Kosten und zum anderen die Umweltverträglichkeit der benutzen Mittel.

Zusätzlich zum reinen Frostlöser für die Autoscheiben, gibt es auch ein Enteisungsspray für das Türschloss, sowie ein Antifrostmittel für die Wischwaschanlage. Diese arbeiten nach dem gleichen Prinzip und verhindern das Einfrieren im Winter.

3. Abdecken des Autos mit einer Halbgarage / Ganzgarage

Eine der leichtesten und günstigsten Varianten ein Auto vor dem vereisen zu bewahren ist das Abdecken mittels einer Halbgarage. Halbgaragen sind passgenaue Nylonplanen, welche über das Dach des Autos gelegt werden und die Scheiben verdecken, um sie vor Vereisung zu schützen. Befestigt werden sie häufig mit elastischen Spannbändern, welche mit Kunststoffhaken an den Felgen angebracht werden können. Die Halbgarage verhindert die Bildung von Eis an der Scheibe und kann problemlos abgenommen werden, sobald das Auto gebraucht wird. Optional gibt es auch Ganzgaragen, welche neben den Scheiben auch Seitenspiegel, Scheinwerfer, Rückleuchten und Kennzeichen vor Frost schützen.

4. Beheizbare Scheiben

Fast jedes Fahrzeug verfügt über eine Heckscheibenheizung um ggf. die Sicht nach hinten zu ermöglichen, wenn die Scheibe beschlägt. Einige Fahrzeughersteller haben dieses praktische Prinzip auch in die Frontscheiben Ihrer Fahrzeuge integriert und ersparen den Fahrern im Winter eine Menge Arbeit. Falls Ihr Fahrzeug nicht über dieses Extra verfügt, so seien Sie unbesorgt, denn es gibt ausreichend Nachrüstlösungen. Die Heizgeräte werden meist mit Saugnäpfen an der Scheibe befestigt und können über einen Timer programmiert werden. Die Energieversorgung erfolgt über einen integrierten Akku oder über die 12V-Steckdose im Fahrzeug.

5. Standheizung nachrüsten

Die Standheizung bzw. das Fahrzeugvorwärmsystem ist die Highend Lösung, um das Fahrzeug vor dem Vereisen zu schützen. Sie arbeitet ähnlich wie die Scheibenheizung, jedoch ist das Heizelement fest im Motorraum eingebaut und an den Kühlwasserkreislauf des Motors angeschlossen. Über einen Timer wird die gewünschte Uhrzeit programmiert, zu der die Standeizung arbeiten soll. Das Kühlwasser wird umgewälzt und beheizt, so dass sofort warme Luft aus den Lüftungsdüsen strömt. Alternativ kann auch nur ein Heizlüfter verbaut werden, damit der Innenraum und somit auch die Scheiben vollautomatisch beheizt werden. Das Fahrzeug befindet sich bei dieser Lösung sofort auf Betriebstemperatur und ist einsatzbereit.

Wirkung einer Standheizung im Zeitraffer

 

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