Garteneinrichtung & Überdachung

Sonnenschutz Garten: Möglichkeiten für Schattenspender und Hitzeschutz im Freien

Sonnenschutz Garten selber bauen

Nicht nur innerhalb der Wohnung sind viele Haushalte in Deutschland bautechnisch nicht auf die steigenden Temperaturen und heißeren Sommer vorbereitet. Klimaanlagen und dämmende Rollläden sind zwar auf dem Vormarsch, aber noch immer nicht Standardausstattung für Wohnungen. Auch im Garten herrscht diesbezüglich deutlicher Nachholungsbedarf. Denn oftmals gilt es nicht nur, Schutz für Sie selbst und Ihre Familie und Freunde zu bieten, sondern auch für Haustiere und für Pflanzen, die mit der häufigeren Hitze zu kämpfen haben.

Dieser Ratgeber soll dazu dienen, eine Übersicht über möglichen Sonnenschutz im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse zu liefern, damit Sie einfacher entscheiden können, welche Option für Ihre Ansprüche ideal ist.

1. Der richtige Schattenspender hängt vom Einsatzgebiet ab

Freistehende Markisen sind ein mobiler Sonnenschutz für die Garten-Lounge.

Um sich im Freien vor Sonnenlicht zu schützen, ist die einfachste Lösung in der Regel ein Schattenplatz. Doch der ist nicht immer auch von der Natur gegeben. Dafür gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, mit der Sie die Beschattung Ihres Grundstückes nachbessern können, um den Aufenthalt im Freien angenehmer zu gestalten.

1.1. Freistehende Schattenspender

Braucht man eine Beschattung oft und an der selben Stelle, ist ein fester Schutz wie eine Gelenkarmmarkise empfehlenswert. Allerdings ist diese Art von Schattenspender meist an eine Häuserfassade gebunden. Doch nicht alle Markisen sind fest angebracht, auch hier gibt es die Möglichkeit, freistehende Markisen aufzustellen, um mehr Flexibilität bei der Platzwahl zu haben. Sie können sich mit mobilem Sonnenschutz an verschiedenen Stellen auf Ihrem Grundstück aufhalten und den Schutz tageszeitbedingt an den Sonnenstand anpassen.

Eine Bepflanzung erhöht die Schattenfläche einer Pergola und ist zumindest teilweise natürlicher Sonnenschutz.

Ähnlich verhält es sich bei der erstmaligen Installation mit einer Pergola, einer Konstruktion aus Stützsäulen und Dachgitter. Wollen Sie eine Pergola selber bauen oder in Auftrag geben, kann diese frei stehen oder einseitig an der Hausfassade befestigt werden. Die Pergola kann mit einer Markise ergänzt werden, im Regelfall ist das Dach aber sonnendurchlässig, es findet also nur eine anteilige Beschattung statt.

Vollständige Beschattung bietet üblicherweise ein Pavillon oder ein Gartenzelt. Obwohl diese an beliebiger Stelle auf dem Grundstück installiert werden können, vorausgesetzt es ist ausreichend Platz vorhanden und der Untergrund ist flach, ist die Montage hier zu aufwendig, um den Standort flexibel zu wechseln. Der Platz für einen Pavillon sollte daher eher längerfristig gewählt werden.

Zu guter Letzt ist noch die Standardausrüstung unter den Schattenspendern zu nennen: Der Sonnenschirm. Lediglich der Schirmständer muss umgestellt werden, um den Schirm flexibel überall im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse einsetzen zu können. Ideal bei wenig verfügbarem Platz, ist der Nachteil jedoch die geringe Schattenfläche. Zudem sind Sonnenschirme windanfällig und müssen bei schlechten Witterungsbedingungen eingeholt werden.

1.2. Fixierte Schattenspender

Ob Baum, Zaun oder Hauswand: viele bereits existierende Elemente können genutzt werden, um einen Sonnenschutz im Garten zu fixieren. Bei einer Terrasse ist es meistens die Hausfassade, die sich als Fixierhilfe anbietet, etwa für Gelenkarmmarkisen, Kassettenmarkisen oder Seitenmarkisen.

Optisch besonders reizvoll und an zahlreiche Formen anpassbar ist das Sonnensegel. Das Segel wird an mehreren Punkten, meist drei oder vier, über eine Fläche gespannt – ob waagrecht, senkrecht oder schräg liegt ganz an Ihren Vorlieben. Dabei können sowohl vorhandene Elemente zum Fixieren benutzt werden als auch eigens angebrachte Stahlmasten, oder eine Kombination aus beidem.

1.3. Natürlicher Sonnenschutz

Bäume umpflanzen

Bei großen Bäumen ist das Umpflanzen meist kompliziert und sollte nur aus guten Gründen erfolgen. Dabei wird das Wurzelwerk, besonders die Feinwurzeln um den Baum herum, abgestochen. Anschließend braucht der Baum eingepflanzt ein Jahr Zeit zur Erholung. Danach sollten die Wurzeln wieder ausreichend ausgebildet sein, allerdings dichter geballt, sodass ein Ausgraben und eine Umpflanzung möglich ist.

Selbst wenn der Garten gerade nicht über die benötigte schattenspendende Bepflanzung verfügt, muss das nicht so bleiben. Hecken oder Gebüsche sind rasch verpflanzt, und auch einen Jungbaum einzusetzen kann sich als ideale Alternative zu künstlichem Schatten erweisen – zumindest nach einigen Jahren, wenn der Baum gewachsen ist. Hierbei handelt es sich mehr um eine auf längerfristige Planung ausgelegte Option.

Einen größeren Baum einzupflanzen ist zwar möglich, aber wesentlich komplizierter. Und wenn Sie den Baum selbst für natürlichen Sonnenschutz umpflanzen wollen, ist auch hier nicht mit einer kurzfristigen Lösung für die aktuelle Sommerzeit zu rechnen.

2. Filtern von Sonneneinstrahlung ist auch im Gartenbereich sinnvoll

Auch bei Gartenhäusern bietet sich unter Umständen ein Thermorollo an.

Der Garten bietet anders als das Haus wenig Möglichkeiten zur Lichtfilterung, dennoch lassen sich je nach Layout Modifikationen vornehmen. Ein Sonnenschutz im Garten kann etwa am Gartenhaus erfolgen, durch Plissees oder Rollos mit starker Verdunkelung. Thermorollos sind besonders für den Hitzeschutz geeignet. Wenn Sie sich mit Kindern oder gar mit Baby im Gartenhaus aufhalten, sind derartige Vorsichtsmaßnahmen doppelt sinnvoll. Aber auch Hund und Katze werden die mögliche Zuflucht zu schätzen wissen.

Andere Stellen, an denen Sie eine UV-Filterung gewährleisten können, sind die Dächer oder Wände von bereits angebrachten Schattenspendern, etwa einer Pergola. Das lichtdurchlässige Dach kann zusätzlich angepasst werden, mit einem Segel aus Stoff oder Verglasung. Für Flächen dieser Art sind zudem Horizontal-Rollos ein möglicher Sonnenschutz im Garten.

3. Gartenduschen und Bewässerungen helfen bei der Abkühlung

Eine Gartendusche können Sie einfach selber bauen, um im Freien für Erfrischung zu sorgen.

Während sich die meisten Optionen auf die Vermeidung von Sonneneinstrahlung konzentrieren, gibt es auch andere Arten, um der Hitze entgegenzuwirken. Kühlendes Wasser sorgt für kurzzeitige Erfrischung im Garten und ermöglicht – nach angemessenem Auftragen von Sonnencreme – längere Aufenthalte in der Sonne. Dabei ist es auch gar nicht notwendig, zum Sonnenschutz im Garten gleich einen großen Teich anzulegen oder einen Pool zu kaufen.

Eine simple Outdoor-Dusche ist eine gute Idee für Kinder wie Erwachsene, um mit der Hitze umzugehen. Sie können diese selber bauen oder einfach mit einem Gartenschlauch improvisieren. Ebenfalls geeignet sind Sprinkleranlagen. Hier liegt zudem der Nutzen in einer Bewässerung der Pflanzen, denn nicht nur für Mensch und Hund, auch für Pflanzen wird der Sonnenschutz im Garten mehr und mehr relevant.

Achtung! Ein Bewässern ist nicht immer gleich Wohltat für die Pflanzen. Bei starkem Sonneneinfall wirken die Wassertropfen wie ein Brennglas. Wässern Sie Ihre Pflanzen selten, aber gründlich, und vermeiden Sie die Mittagszeit.

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