Treppen & Geländer

7 Treppenarten in der Übersicht – Welche ist die richtige für Sie?

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Treppen sind ein wesentlicher Bestandteil der Bauelementeabteilungen. Was ist aber, wenn die Treppe nicht mehr zum Wohnraum passt oder der gesamte Treppenaufgang nicht mehr gut aussieht?

Auch eine neue Treppe verursacht heute keine große Baustelle mehr im Haus. Treppenbauer entsorgen schnell, sauber und preiswert die alte Treppe und bauen das neue Wohnelement nach den Wünschen der Kunden ein.

Unterschieden wird in der Funktion der Treppe, also zwischen Haupttreppe und Nebentreppen sowie Dachbodentreppen. Unterschieden wird außerdem nach dem verwendeten Material. Auf Heimwerker.de haben wir alle verschiedenen Treppenarten in einer Übersicht für Sie zusammengestellt.

Treppenarten in Übersicht

1. Dachbodentreppe

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Dachbodentreppen können bei Nichtgebrauch verschlossen werden und erhalten die Wärmedämmung.

Dachbodentreppen bestehen aus drei wesentlichen Teilen: dem Lukenkasten, dem Lukendeckel und dem Leiternteil.

Lukenkästen werden im Preiseinstiegsbereich aus Fichtenholz angefertigt, im hochwertigen Bereich aus Tischlerplatten. Höhere Lukenkästen erleichtern dem Heimwerker den Einbau der Bodentreppe, da hier nicht noch zusätzliche Leisten angepasst werden müssen, um die Deckenstärke komplett auszukleiden.

Die Lukendeckel bestehen bei den meisten Bodentreppen aus einem Holzrahmen mit eingelegter Isolierung, die beidseitig mit MDF-Platten abgedeckt sind. Im Preiseinstiegsbereich sind diese meist braun, im hochwertigen Bereich weiß beschichtet. Die weiß beschichteten Lukendeckel müssen vom Heimwerker  nicht mehr gestrichen werden und passen sich somit harmonisch in die Decke ein.

Hinweis: Ein wesentliches Verkaufsmerkmal sind die Wärmedämmwerte der Lukendeckel. Als Faustregel gilt hier, je besser die Treppe, desto höher ist auch der Wärmedämmwert.

2. Raumspartreppe und Systemtreppe

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Moderne Raumspartreppen verzichten sogar auf ein Geländer. Für Kinder und ältere Menschen ist diese allerdings nicht geeignet.

Soll der Aufgang zum Dachboden bequemer sein und durch eine Nebentreppe ein ausgebautes Dachgeschoss erreicht werden, kommen Raumspar- und Systemtreppen zum Einsatz. Die klassischen Raumspartreppen haben platzsparende Stufen und zeichnen sich besonders durch eine geringe Ausladung aus. Einige Treppen bestehen sogar aus einzelnen Stufen, die nur an der Wand befestigt sind.

Der Nachteil besteht hier in dem oft ungewohnten Auftritt. Darum werden häufig dort, wo der Platz es zulässt, auch Raumspartreppen mit vollen Stufen montiert. Diese sind bequemer zu begehen und lassen auch aufgesattelte oder eingestemmte Stufen zu.

Immer stärker im Trend liegen Systemtreppen, die sowohl mit Raumspar- wie auch vollen Stufen angeboten werden. Der Vorteil dieser Treppenerten liegt in der großen Variabilität. Sie können gerade laufend oder gewendelt aufgebaut werden. Die individuelle Einstellung der Steigungshöhe lässt eine Montage in fast jeder Situation zu. Verschiedene Holzarten oder Geländervarianten bieten Ihnen die Möglichkeit, fast jeden Kundenwunsch zu erfüllen.

Damit die Treppe exakt passt, benötigen Sie folgende Maße: Geschosshöhe, lichte Raumhöhe, Steigungshöhe, Maß des vorhandenen Treppengrundes (Ausladung), Breite und Länge der Deckenöffnung. Der Aufbau von Raumspar- und Systemtreppen ist für Heimwerker ohne besondere Fachkenntnisse und ohne Spezialwerkzeuge möglich.

3. Wendeltreppe

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Beim Bau einer Wendeltreppe können Sie entscheiden, ob Sie im oder gegen den Uhrzeigersinn hinaufsteigen möchten.

Eine besonders elegante Möglichkeit in das Dachgeschoss zu gelangen, bieten Spindeltreppen. Gefertigt aus Holz, aus Metall oder aus Metallunterkonstruktionen mit Holzauflagen und hochwertigen Geländern wie zum Beispiel Edelstahl. Die Einstellung auf die passende Geschosshöhe dieser Treppenart erfolgt häufig mit Einlegeringen die meist im Lieferumfang enthaltenen Austrittspodeste müssen bauseitig an runde oder eckige Deckenöffnungen angepasst werden.

Beim Verkauf einer Spindeltreppe muss besonders auf die lichte Raumhöhe und die Geschosshöhe sowie auf den Durchmesser der Treppe geachtet werden. Die Deckenöffnung sollte im Durchmesser mindestens 10 cm größer sein als der Treppendurchmesser, damit das Geländer problemlos nach oben geführt werden kann. Zusätzliche Brüstungsgeländer werden ca. 5 cm vom Rand der Deckenöffnung montiert und müssen deshalb 10 cm länger sein als der Umfang der Deckenöffnung.

Auf der Bestellung muss auch angegeben werden, ob die Treppe rechts gewendelt, im Uhrzeigersinn, oder links gewendelt, gegen den Uhrzeigersinn, laufen soll. Hierbei wird immer von unten nach oben gesehen. Beachtet werden sollte auch, ob Fenster, Türen oder Heizkörper den Treppenlauf behindern könnten.

Tipp: Bei Mauernischen muss besonders auch auf den An- und Austritt der Treppe geachtet werden. Bei einigen Modellen am Markt ist deshalb der Drehwinkel der Stufe einstellbar.

4. Glastreppen

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Bei Glastreppen sorgt eine Spezialbeschichtung für Trittfestigkeit.

Ausgefallene und nicht alltägliche Treppenarten bieten Glastreppen. Durch ihre Transparenz und Leichtigkeit bleibt der Raum optisch in seiner gesamten Größe erhalten. Wer die direkte Durchsicht nicht mochte und ein sichereres Gefühl haben wollte, musste in der Vergangenheit die Unterseiten der Trittstufen ätzen lassen, damit sie matt erscheinen.

Heutzutage bestehen die Stufen aus drei Scheiben, die über Folien verbunden sind, wobei dann einer der Folien mattiert ist. Alternativ wird auch Plexiglas in Verbindung mit einer Konstruktion aus Stahl verwendet. Die Rutschfestigkeit bei Glas wird durch Spezialbeschichtungen gewährleistet.

5. Stahltreppe

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Stahltreppen werden heute eher im Gewerbe oder sehr modernen Bauweisen genutzt.

Zum Einsatz bei Stahltreppen kommen eher verzinkter Stahl, der rauer und puristischer wirkt und Edelstahl. Seit den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Edelstahl immer erschwinglicher, er fand damit vermehrt Einzug ins Treppenwesen, wobei die Formen immer filigraner wurden.

Die Oberflächen variieren von matt-geschliffen bis hochglänzend. Stahlbauweise eignet sich natürlich auch für Außentreppen. Gitterroste, Lochblech und Streckmetall finden sich als Stufenbelag oder Geländerfüllung wieder. Allerdings dürfte es barfuß eher unangenehm auf diesen Stufen sein.

6. Natursteintreppen und Betontreppen

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Naturstein ist stabil und zeitlos, richtig in Szene gesetzt wirkt er extrem edel.

Naturstein ist eines der strapazierfähigsten Baumaterialien und lässt sich daher gut als Treppenbelag einsetzen. Er entspricht höchsten Anforderungen und übersteht Witterungseinflüsse. Eine Steintreppe ist beanspruchbar, pflegeleicht und fugenlos. Ob als Belagstreppe auf einem Betongrund, als frei tragende Bolzentreppe oder auf einer Holz- bzw. Metallkonstruktion geklebt.

Marmor, Beton-Werkstein, Basalt, Schiefer, Granit bilden interessante Alternativen als Treppenstufen. Treppen aus Marmor & Co. sind zwar nicht so weit verbreitet wie Holztreppen oder Stahltreppen, haben aber ihren Reiz. Marmor zeichnet sich durch seine hohe Widerstandsfähigkeit aus, die leichte Reinigung sowie den Wegfall von Nacharbeiten wie Lackieren, Glasieren oder Neustreichen.

Hinweis: Als Nachteile sind der hohe Anschaffungspreis sowie die Rutschigkeit bei Nässe zu nennen. Vorgefertigte Stahlbetontreppen haben eine bessere Oberfläche und gelten als maßhaltiger als eine Ortbeton-Variante, die erst auf der Baustelle gegossen wurde.

Wenn die Fertigteiltreppen in den Rohbau eingebaut werden, muss bereits die Höhe des Fußbodenaufbaus und des Oberbelags feststehen.

7. Holztreppe

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Hellere Hölzer wirken modern, dunklere dagegen rustikal und gemütlich.

Stufenmatten

Stufenmatten passen besonders gut zu Holztreppen oder den Treppenarten für Innen. Die Matten gibt es meist in verschiedenen Stoffen und Farben und sorgen dafür, dass Kinder oder Haustiere nicht ausrutschen. Zusätzlich wird die Treppenoberfläche geschützt.

Als Treppenstufen finden sich Buche, Esche, Eiche, Ahorn, Kirschbaum, Nussbaum, aber auch exotischere Hölzer. Fichte und Kiefer hingegen gelten als ideal zur Herstellung von Treppenwangen, für Treppenstufen eignen sie sich nur bedingt. Da die Trittstufen aber sehr stark beansprucht werden, sollten ausschließlich hochwertige Belagsmaterialien zum Einsatz kommen.

Massives Hartholz in verleimter Ausführung eignet sich weitaus mehr als Weichhölzer. Nur mit dünnen Holzfurnieren versehene Spanplatten halten hinsichtlich Materialqualität und Verschleißfestigkeit den hohen Anforderungen nicht stand. Gefragt sind Kernbuche, amerikanischer Nussbaum und Ahorn.

Sichtbare Jahresringe, eine ausgeprägte Maserung und lebhafte Strukturen prägen den eigenständigen Charakter dieser Arten. Kontrastreich setzt sichinzwischen auch die deutsche Eiche wieder in Szene.

Einen besonderen Hauch von Exotik entfalten Treppenarten aus Holz durch dunkle Hölzer wie Ovengkol (Amazakoue). Mit einem Lacksystem versiegelt oder naturbelassen, damit der Bauherr bei der Oberflächenbehandlung freie Hand hat (Wachs, Lasur, Beize). Bereits die Wahl eines neuen Geländers bringt die Treppe in ein ganz neues Licht.