Kaufberatung zum Druckluft-Schlagschrauber Test bzw. Vergleich 2019

  • Druckluft-Schlagschrauber gehören zu den leistungsfähigsten Schlagschraubern und wurden dazu konstruiert, Muttern und Schrauben anzuziehen oder zu lösen.
  • Ein Kompressor liefert den notwendigen Luftstrom. Über einen Schlauch gelangt dieser direkt ins Gerät und sorgt dort für den Antrieb. Der Kompressor muss ausreichend viel Luft liefern können.
  • Besondere Beliebtheit genießen Druckluft-Schlagschrauber im Profibereich, da keine Überspannung im Stromnetz entstehen kann sowie Stromschläge und Funkenflug vermieden werden.

Druckluft-Schlagschrauber Test

Der Druckluft-Schlagschrauber wird mitunter auch als Pressluftschrauber, Pressluft-Schlagschrauber, pneumatischer Schlagschrauber (aus dem altgriechischen, pneuma = der Wind, dementsprechend auch Pneumatik-Schrauber) oder ganz einfach Druckluftschrauber vermarktet. Sie sind in praktisch jeder der knapp 40.000 Kfz-Werkstätten in Deutschland (Quelle: ZDK) vorzufinden und erzeugen dort das typische Knatter-Geräusch.

In unserem Druckluft-Schlagschrauber Vergleich 2019 erhalten Sie einen kurzen Überblick über die technischen Kriterien der Geräte. Die Kaufberatung umfasst auch einen ausführlichen Blick auf Kompressoren, welche für den Betrieb zwingend benötigt werden.

1. Technische Einheiten und was sie bedeuten

1.1. Drehmoment

Druckluft-Schlagschrauber Schrauben anziehen
Der Druckluft-Schlagschrauber (hier: Hazet 9012UL) kann jede Mutter lösen, die er selbst zuvor festgedreht hat.

Das Drehmoment des Druckluftschraubers entscheidet darüber, wie fest die Schraube oder Mutter angezogen wird und ist damit eines der wichtigsten Kaufkriterien. Über mehrere Drehungen des Motors wird eine Spannung aufgebaut, welche sich in einzelnen Schlägen “entlädt”. So ensteht kurzzeitig und per Schlag ein sehr hohes Drehmoment.

Bei vielen Schlagschraubern ist das Drehmoment einstellbar. Die besten Druckluft-Schlagschrauber in unserem Test verfügen über ein Drehmoment von mehr als 1.000 Newton-Metern (Nm).

1.2. Leerlaufdrehzahl

Ist die Drehzahl hoch, verkürzt sich gegebenenfalls die Arbeitszeit, da die Schrauben schneller ins Material gedreht werden. Das ist insbesondere dann relevant, wenn viele sehr Schrauben eingedreht werden müssen – typischerweise der Fall bei Montagearbeiten auf dem Bau. Oft lassen sich Drehzahl oder Drehmoment auch für den jeweiligen Gebrauch einstellen.

Für einen Heim-Anwender spielt die Leerlaufdrehzahl kaum eine Rolle. Sie bringt keine Zeitersparnis beim Reifenwechsel oder Gelegenheits-Einsätzen. Ein Wert von um die 7.000 Umdrehungen pro Minute (U/min) ist daher völlig ausreichend.

1.3. Luftdruck & Luftbedarf

Bar – ein kleiner Überblick

Auf der Erdoberfläche herrscht ein Luftdruck von 1 bar. In großen Höhen wird die Luft dünner. Auf der Zugspitze beträgt der Luftdruck (wetterabhängig) nur etwa 0,7 bar.

In der Tiefe steigt der Druck hingegen – und im Wasser sogar noch schneller: pro 10 Meter um 1 bar. Auf dem Grund des Chiemsees etwa ist der Druck schon so hoch, dass er zum Betrieb eines Schlagschraubers ausreichen würde.

Der Druckluftschrauber selbst kommt ohne jede Stromquelle aus. Der Luftstrom aus dem Zuführungs-Schlauch setzt die Spindel im Kopf der Maschine in Bewegung. Voraussetzung dafür sind ein ausreichend starker Zufluss von Luft sowie ein hoher Luftdruck. Ansonsten erreicht das Werkzeug nicht seine volle Leistung und ist nur noch für Arbeiten verwendbar, die weniger Kraft benötigen.

Der Luftdruck beschreibt, wie stark die Luft verdichtet wurde. Gemessen wird er in der physikalischen Einheit Bar. Ist der Luftdruck im Schlauch nicht hoch genug, dreht sich das Getriebe nicht schnell genug.

Außerdem muss der Luftbedarf des Geräts gedeckt werden. Mini-Kompressoren erzielen zwar auch oft einen sehr hohen Luftdruck, liefern aber nur wenige Liter Luft pro Minute. Druckluft-Schlagschrauber sind anspruchsvoll, weswegen Sie auf einen leistungsstarken Druckluftkompressor kaum verzichten können.

2. Der Kompressor: Ihre Quelle für Druckluft

Kompressor Metabo
Über einen Kompressor (hier ein Modell der Marke Metabo) bezieht der Druckluft-Schlagschrauber die Luft für seinen Antrieb.

Die Luft für den Schlagschrauber stammt aus einem sogenannten Kompressor. Dabei handelt es sich um ein elektrisches Gerät, das für den Betrieb lediglich Strom aus einer normalen 230-V-Netzsteckdose benötigt. Es saugt Luft an und presst diese in einem Gaskessel zusammen. Über einen Schlauch gelangt diese Luft zum Schlagschrauber und treibt dessen Getriebe an.

Druckluftkompressoren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Kleinere Formate sind nur wenige Kilogramm schwer – liefern dafür aber auch nur wenig Luft. Mittlerweile sind in dieser Kategorie sogar Akku-Modelle auf dem Markt.

Größere Maschinen wiegen hingegen deutlich mehr, bringen aber im Gegenzug die Schlagschrauber gewaltig auf Touren. Viele werden speziell für die industrielle Montage entwickelt. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt ganz von Ihrem Verwendungszweck ab.

Druckluftschlauch
Behalten Sie beim Druckluftzubehör (wie diesem Druckluftschlauch) ein Auge auf den maximalen Arbeitsdruck, für den die Teile ausgelegt sind.

Die theoretische Höchstleistung der Schlagschrauber lässt sich nur mit einer sehr hohen Luftmenge erzielen – mehr als der kompakte Kompressor in Ihrer Werkstatt vielleicht zu liefern vermag. Das macht aber nichts: Auch mit geringerer Luftzufuhr ist der Schlagschrauber funktionstüchtig und für viele Einsätze wird das maximale Drehmoment nicht benötigt.

Beim Andrehen bzw. Lösen von Muttern an Autoreifen etwa reichen 400 Nm (Newtonmeter) vollkommen aus, manchmal sogar weniger. Richten Sie sich hier nach den Angaben des Auto-Herstellers, zu finden in der Bedienungsanleitung des Wagens. Bedenken Sie auch, dass besonders viel Kraft benötigt wird, wenn die Schrauben länger nicht gelöst wurden und sich festgezogen haben. Beim Lösen haben Schlagschrauber mehr Kraft als beim Anziehen.

Achten Sie darauf, dass Sie einen passenden Kompressor für Ihren Testsieger unter den Druckluft-Schlagschraubern kaufen, welcher dessen Luftdruck und Luftbedarf decken kann.

Neben dem Schlagschrauber benötigen auch andere Werkzeuge Druckluft, unter ihnen mehrere aus dem Kfz-Bereich:

  • Lackierpistole
  • Sandstrahlpistole
  • Druckluftschleifer
  • Druckluftnagler
  • Impulsschrauber

Druckluft-Schlagschrauber Vergleich

3. Weitere Arten von Schlagschraubern im Überblick

Neben dem Druckluft-Schlagschrauber sind auch der elektrische Schlagschrauber sowie sein flexiblerer Bruder, der Elektro-Schlagschrauber, beliebte Modelle bei Auto-Bastlern und Heimwerkern. Wir haben alle drei Typen in einem tabellarischen Kurzüberblick für Sie verglichen:

Abbildung Beschreibung
Druckluft-Schlagschrauber

Druckluft-Schlagschrauber Hazet

Druckluftwerkzeuge erreichen ein extrem hohes Drehmoment und ziehen selbst widerspenstige Schrauben bombenfest an.

Allerdings benötigen Sie für den Betrieb einen Kompressor, welcher gegebenenfalls erst gekauft werden muss und die Anschaffungskosten selbst eines günstigen Druckluft-Schlagschraubers so in die Höhe triebt. Außerhalb der Werkstatt oder Garage ist ein Betrieb kaum möglich.

Elektro-Schlagschrauber

Elektro-Schlagschrauber

Wird der Schlagschrauber elektrisch betrieben, entfällt der mühsame Umgang mit dem Kompressor. Einfach den Netzstecker einstecken und schon geht’s los. Die Geräte sind kräftig.

Allerdings kann leichter Funkenflug entstehen, was sie in einer Kfz-Werkstatt mit brennbaren Gasen und Gemischen nur bedingt einsetzbar macht. Auch darf das Stromnetz der Werkstatt nicht überlastet werden.

Akku-Schlagschrauber

Akku-Schlagschrauber

Elektrische Schlagschrauber mit Akku-Betrieb hängen nicht vom lästigen Netzkabel ab und sind überall einsetzbar.

Allerdings ist ihr Motor durch die begrenzte Kraft des Akkus nicht ganz so stark. Wer mit dem Akku-Schlagschrauber einen Reifenwechsel durchführen will, muss beim Kauf genau auf das Drehmoment des Schlagschraubers achten.

Ob der Akku-, Elektro- oder Druckluft-Schlagschrauber der beste Typ für Ihre Werkstatt ist, sollte nicht an den Kosten festgemacht werden. Für Heimwerker reicht zumeist ein Akku- oder Elektro-Schlagschrauber aus.