Boden & Fliesen

Fließestrich versus Trockenestrich: Eigenschaften, Verarbeitung und 2 Anleitungen

Estrich glatt versiegeln

Estrich

Als Estrich bezeichnet man den Aufbau des Fußbodens als ebenen Untergrund für Fußbodenbeläge.

Wenn Sie auf der Suche nach einem geeigneten Untergrund für den Boden in Ihrem Haus sind, dann werden Sie früher oder später mit der Frage “Trockenestrich oder Fließestrich?” konfrontiert.

Doch wozu eignet sich welches Material?

Fakt ist, dass zwischen Trockenestrich und Fließestrich als Untergrund große Unterschiede bestehen, denn beide haben Ihre Vor- und Nachteile.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über diese beiden Arten von Bodenbelag wissen müssen – wir haben die Stärken und Schwächen von Trockenestrich und Fließestrich einander gegenübergestellt und verraten Ihnen in der jeweiligen Anleitung, wie Sie am besten beim Verlegen vorgehen.

1. Trockenestrich – Vorteile und Nachteile

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Trockenestrich als Bodenbelag verlegen.

Trockenestrich bedeutet, dass vorgefertigte Teile im Verbund verlegt und anschließend verklebt werden.

Bei dem Material der vorgefertigten Platten kann es sich beispielsweise um OSB-Platten, Gipsfaser- oder Holzspanplatten, oder Beton- und zementäre Estrichplatten handeln.

Er ist auch unter dem Namen unter dem Namen „Fertigteilestrich“ oder „Trockenunterboden“ bekannt.

Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile von Trockenestrich als Fußboden.

    Vorteile
  • Der große Vorteil von Trockenestrich ist, dass keine lange Wartezeiten entstehen, da der Estrich ja nicht trocknen muss.
  • Außerdem wird das Haus auch nicht mit Feuchtigkeit belastet wie bei Fließestrich.
  • Der leichte Aufbau und die geringe Höhe des Trockenestrichs sind weitere positive Faktoren.
    Nachteile
  • Der Untergrund muss von vorn herein komplett eben sein, um eine spätere Ebenheit garantieren zu können. Schiefe Böden müssen also vorher egalisiert werden.
  • Außerdem lässt sich Trockenestrich nicht mit einer Fußbodenheizung kombinieren und auch nur in geringem Maße belastbar.
  • Des Weiteren sorgt Trockenestrich weder für eine gute Trittschall- noch für eine gute Wärmedämmung. Dafür ist Trockenestrich einfach zu dünn.
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2. Trockenestrich als Bodenbelag selber verlegen in 3 Schritten

2.1. Schritt 1: Befestigung der Randdämmstreifen

Zuerst sollten Sie Randdämmstreifen rundherum befestigen, um den Estrich und den endgültigen Bodenbelag von der Wand zu trennen und so Schallbrücken zu vermeiden.

2.2. Schritt 2: Selber verlegen der Trockenestrich-Elemente

Jetzt können Sie mit dem Verlegen der Estrich-Elemente beginnen. Diese haben meistens eine sogenannte Stufenfalz, mit der sie sich schnell und einfach verbinden lassen.

Einfach Leim auf die Falz auftragen und die Platte anlegen. Zur Sicherheit sollten Sie die Falzverbindungen zusätzlich auch noch verschrauben.

2.3. Schritt 3: Fußbodenverlag verlegen

Nun können Sie den gewünschten Fußbodenbelag verlegen.

3. Fließestrich – Vorteile und Nachteile

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Fließestrich als Bodenbelag verlegen.

Mit dem Begriff Fließestrich bezeichnet man Nassestriche. Durch die Zugabe eines sogenannten Fließmittels werden sie flüssig.

Fließestrich wird als Trockenmörtel angeliefert. Mit Wasser angerührt, wird Fließestrich mit großen Mischpumpen zum Einsatzort befördert.

Als Fließestrich eignet sich auch Zementestrich.

Fließestrich hat zwar auch einige Nachteile, aber die Vorteile bei dieser Art des Bodenbelags überwiegen eindeutig.

    Vorteile
  • Unkomplizierter Einbau ohne große körperliche Anstrengung.
  • Komplett ebene Oberfläche garantiert.
  • Geringe bis gar keine Verformungen zu erwarten.
  • Fließestrich eignet sich für Fußbodenheizungen, denn die flüssige Masse umschließt die Heizungsrohre hohlraumfrei. So wird die Heizungsenergie optimal genutzt.
  • nach 2 Tagen begehbar und nach 5 Tagen komplett belastbar.
  • Fugenlose Verlegung großer Flächen.
    Nachteile
  • Die Trockenzeit von Fließestrich dauert sehr lange.
  • Das Haus wird durch den Fließestrich mit Feuchtigkeit belastet.

4. Fließestrich als Bodenbelag selber machen – Videoanleitung

5. FAQ – Ich möchte ein Loch in meinem Estrichboden verschließen. Wie stelle ich das am besten an?

Es kann verschiedene Gründe haben, warum sich plötzlich ein Loch in Ihrem Boden haben, welches Sie verschließen möchten. Beispielsweise bedingt durch den Ausbau einer Heizung.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie das Loch im Boden am besten wieder verschlossen werden kann.

5.1. Mein Estrich hat ein Loch. Mit welchem Material schließe ich das aufgestemmte Loch im Estrich jetzt am besten?

Die meisten wünschen sich in einem solchen Fall ein Material, welches günstig und leicht zu verarbeiten ist. Im Falle eines Lochs im Estrich bleibt als Material nur Estrich, um es zu füllen. Je nach der Dimension des Loches wird eine bestimmte Menge an Estrich benötigt.

5.2. Und wie viel Estrich benötige ich, um das Loch im Boden auszubessern und zu füllen?

Wenn wir von einem handelsüblichen 40 kg Sack ausgehen, dann bekommen Sie ungefähr 20 Liter Estrich aus so einem Sack heraus. Für die Berechnung der benötigten Menge vermessen Sie das Loch in Länge, Breite und Tiefe.

Dann wandeln Sie die ermittelten Werte in Dezimeter um und multiplizieren diese miteinander. Das Ergebnis in dm3 ist dann die Literangabe, wie viel Estrich Sie benötigen, um das Loch im Boden zu füllen.

5.3. Was ist besser zum Schließen des Lochs im Boden: Betonestrich oder Fließestrich?

betonestrich

Allein schon aus Kostengründen können wir Ihnen als Heimwerker nur die Verwendung von Betonestrich nahelegen.

In Ihrem Falle als Heimwerker ganz klar Betonestrich.

Sie mischen den Estrich mit Wasser an und nässen die zu reparierende Stelle (das Loch) mit Wasser vor, bevor Sie den Estrich in das Loch kippen und das Ganze anschließend mit einer Glättkelle glätten.

Sie können auch eine lange Latte oder einen Richtscheit verwenden, wenn Ihnen die Handhabung der Glättkelle noch Probleme bereitet.

Der Fließestrich kostet in manchen Fällen bis zum Fünffachen des Betonestrichs und muss genauso glatt abgezogen werden wie dieser.

5.4. Mein Loch befindet sich in einer Ecke, wie glätte ich das jetzt am besten?

Sie schaffen eine Auflage an der Wandseite mit Kantholz bzw. einer Leiste. Diese entfernen Sie nach Abziehen dann und füllen die Lücke mit Estrich.

5.5. Wie lange dauert es, bis der Betonestrich trocken ist?

Der Betonestrich ist im Normalfall nach ein paar Stunden trocken, wenn das Loch nur wenige Zentimeter tief ist. Allerdings müssen Sie unbedingt warten, bevor Sie einen anderen Belag darüberlegen, da es mehrere Tage dauert, bis die Feuchtigkeit komplett aus dem Estrich draußen ist.

Dann können Sie über das zu schließende Loch im Boden beispielsweise auch Fliesen legen. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich im nächstgelegenen Baumarkt über die Trocknungszeiten und was Sie dabei zu beachten haben.

Tipp: In allen anderen Fällen können Sie auf die Seiten von Heimwerker.de schauen, wenn Sie noch ein Interesse an Artikeln, Produkttests und Anleitungen haben. Dort finden Sie die genannten Dinge und noch vieles mehr. Sollten Sie noch irgendein Werkzeug benötigen, dann können Sie dank der Preisvergleichsfunktion von Heimwerker.de dieses zu einem günstigen Preis finden und auch kaufen.

Bildnachweise: 'Behagliches Raumklima im ganzen Haus dank Calciumsulfat-Fließestrich. ': djd/IWM, 'Hygienisch rein durch geschlossene Fugen': djd/IWM, adobestock.com/Wellnhofer Designs (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)