Fenster & Türen

Wohnen mit viel Licht und Natur: Der Trend zu großen Fenstern und die Frage nach dem “Wie”

Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich Fensterdesign und Lichtdurchlässigkeit stark verändert. Wo früher noch kleine, unterteilte Scheiben eingesetzt wurden, sehnen sich die Menschen heute nach möglichst großen Fensterflächen und immer schmaleren Fensterrahmen. Große Fenster sollen Licht in die eigenen vier Wände holen, Glasschiebetüren, die oft ganze Wandseiten ersetzen, öffnen Häuser zur Natur und verbinden Haus und Garten auf moderne Weise. Doch was muss beachtet werden, wenn man sich neue Fenster in großen Dimensionen anschaffen möchte?

Fenster einbauen lassen – was ist dabei zu beachten?

Zunächst sind zwei Ausgangssituationen zu unterscheiden:

  • Fenster im Neubau setzen
  • Fenster im Altbau austauschen

Im Neubau muss bereits bei der Planung genau überlegt werden, wo man die Fenster einbauen will. Sollen ganze Wände durch große Glasschiebeelemente oder bodentiefe Fenster ersetzt werden, muss das bereits in der Planung statisch berücksichtigt werden. Die Stabilität des Gebäudes genießt die höchste Priorität.

Außerdem gilt es den Hausstandort und die Ausrichtung zu berücksichtigen. Große Glasfenster im Süden etwa lassen zwar viel Licht und Sonne ins Haus, heizen das Gebäude im Sommer jedoch auch stark auf, falls es keinen Sonnenschutz gibt, oder die Glaselemente ganz geöffnet werden können. Auch die Verankerung der Fenster im Mauerwerk muss geklärt werden. Muss eventuell noch die Fensterlaibung verstärkt werden, oder reicht der Ziegel aus?

Dreifach verglaste Fenster verfügen über eine gute Dämmwirkung und sparen Energie, haben jedoch ein viel höheres Gewicht.

Im Altbau muss die Fensterlaibung nach Herauslösen der alten Fenster gut bearbeitet werden, alte Bohrlöcher und Beschädigungen müssen mit Zement ausgefüllt werden, um nicht nur optisch schön zu wirken, sondern den neuen Fenstern auch guten Halt zu bieten.
Bei Altbauten muss in der Regel noch vorab mit der Baubehörde der Stadt oder Gemeinde geklärt werden, ob es überhaupt zulässig ist, Veränderungen an den Fenstern in Form, Material und Größe vorzunehmen. Vor allem bei denkmalgeschützten Gebäuden sind hier hohe Vorgaben zu erfüllen.

Gut zu wissen!

In der Regel wird heute die Fuge zwischen Fenster und Laibung nicht mehr nur mit Bauschaum ausgefüllt und verputzt. Aktueller technischer Standard sind Dichtbänder.

Wichtig für die Planung: Fenster einbauen ist ein saisonales Geschäft, das heißt, bei der Bau- und Sanierungsplanung sollten die Angebote spätestens im Spätsommer oder Herbst eingeholt werden, da die Firmen aufgrund der Witterung in Deutschland in der Regel Fenster im Frühling oder Sommer einbauen. Aufgrund des aktuellen Baustoffmangels sollten Sie sich ohnehin frühstmöglich um geeignete Lieferanten bemühen.

Fensterauswahl: wichtige Kriterien

Haben Sie ein knappes Budget kalkuliert und müssen stark auf den Preis achten, dann sollten Sie die Fenster in Standardgrößen wählen. Fenster auf Maß sind deutlich kostenintensiver, da die Herstellung individuell ist. Auch die Wahl des Materials ist entscheidend, einerseits auf der Kostenseite, andererseits aber auch in Bezug auch Haltbarkeit, Pflegeaufwand, Energieeinsparung. Zur Wahl stehen:

  • Aluminium-Fenster
  • Holz-Fenster
  • Kunststoff-Fenster
  • Holz-Aluminium-Fenster

Früher waren Einfachverglasungen normal, heute ist eine Doppelverglasung das Mindeste, viele greifen eher sogar zu einer Dreifachverglasung, um langfristig Energie zu sparen und sich vor Lärm zu schützen.

Auch der Einbruchschutz sollte bei der Fensterwahl eine große Rolle spielen. Manche Hersteller bieten bereits Rahmen an, die keine Möglichkeit bieten, von außen einen Hebel anzusetzen, oder Fenster, die zusätzlich mit Schlössern gesichert werden können.

Moderne Fenster in altem Gebäude: Wer neue Fenster einbauen möchte, sollte unbedingt aktuelle Förderprogramme des Bundes und der Länder prüfen.

Professionelle Fensterbauer auswählen

Hat man die passenden Fenster gewählt, muss man sich noch für einen Fensterhersteller entscheiden und den passenden Fensterbauer finden. Dann am besten gleich mehrere Fensterbauer in die engere Wahl nehmen, um unterschiedliche Angebot zu erhalten.

Wer hier bei großen Anzahl an Dienstleistern die Übersicht verliert, dem bietet das Netz Hilfe: Es gibt gute Portale, bei denen Sanierer und Bauherren Fenster Vergleichsangebote mit wenigen Klicks einholen können. Schritt für Schritt gibt man die gewünschte Auswahl ein und erhält am Schluss von mehreren, regionalen Fensterbauern passende Angebote. Das macht einen Vergleich einfach. Schließlich ist nun schnell zu erkennen, wer der günstigste Profi ist. Entsprechende Bewertungen von Kunden sind ebenfalls hilfreich. Dabei sollten Sie aber vor allem die kritischen Meinungen zur Kenntnis nehmen und bei der Kommunikation mit dem Dienstleister auf offene Fragen eingehen.

Zur Orientierung noch einige Angaben zur Preisgestaltung:

Aktuelle Fensterpreise sind stark vom gewählten Material und der weltweiten Nachfrage nach diesem Material abhängig. Hinzu kommt die gewählte Verglasung. Rund 15 % Mehrkosten muss ein Bauherr einplanen, wenn er eine Dreifachverglasung statt einer Doppelverglasung wählt. Die Arbeitskosten machen in der Regel rund 25 % der Gesamtsumme aus.

Immer beachten: Fenster sind auch ein Thema, wenn es um Förderungen geht. Bevor Sie sich also endgültig für neue Fenster und entsprechende Angebote entscheiden, sollten Sie genau überprüfen, ob der Fensteraustausch zum Beispiel nicht sogar von der KfW gefördert wird, weil durch neue Fenster mehr Energie eingespart wird. Gerade bei Sanierungsmaßnahmen mit Folgen für die Energieeffizienz können Sie durch Förderprogramme große Summen sparen.

Bildnachweise: Adobe Stock/Ingo Bartussek, Adobe Stock/GM Photography (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)