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Holzständerbauweise: Auf diese 4 Faktoren kommt es an

Holzständerbauweise

Holzständerbauweise: Das Wichtigste in Kürze

Die moderne Holzständerbauweise ist im Grunde eine Art des Fachwerkbaus. Richtiger müsste es auch Holzrahmenbauweise heißen. Diese Technik wird inzwischen hauptsächlich von der Fertighausindustrie genutzt. Holzhäuser sind nicht mehr wirklich weniger haltbar, als Häuser aus Stein. Wichtig für den Erhalt sind Dichtigkeit und sorgfältige Wartung.

Die Holzständerbauweise wird auch Holzrahmenbau bzw. Holzrahmenbauweise oder Holztafelbauweise genannt und findet vor allem bei Fertighäusern Anwendung.

Während Fertigbauhäuser dieser Art vor 50 Jahren noch eine sehr kurze Haltbarkeit aufwiesen, von teilweise weniger als 30 Jahren, rechnet die Branche inzwischen bei Holzständerbauweise mit einer Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren.

Die Bauweise entscheidet heute also nicht mehr über die Werthaltigkeit, sondern vielmehr die Qualität und Ausstattung sowie die werterhaltenden Maßnahmen im Laufe der Gesamtnutzungszeit.

Statisch sind die Holzständerbauhäuser den Massivhäusern jedoch bei bestimmten Belastungen unterlegen. Das spielt für den normalen Gebrauch praktisch keine Rolle, bei einem Hurrikan ist ein Massivbau jedoch deutlich widerstandsfähiger als ein Fertighaus in Holzständerbauweise.

Informationen rund um den Aufbau der Holzständerbauweise, die heute bei Fertighäusern wie bei Architektenhäusern Anwendung findet, haben wir in diesem Artikel auf Heimwerker.de für Sie zusammengetragen.

Bei einem Erdbeben ist das Holzständerbauwerk dem Massivhaus überlegen. Der Schallschutz ist noch häufig ein Thema, bei dem die Massivbauweise punkten kann, doch auch in diesem Bereich haben die in Holzständerbauweise gefertigten Häuser inzwischen etwas aufgeholt.

1. Hausbau: Fertighaus mit Holzständerbauweise

Holzständerbau der auf der Baustelle entsteht

Während hier das Bauwerk auf der Baustelle errichtet wird, wird diese Bauart vor allem bei Fertighäusern verwandt.

Wie bei nahezu jeder Produktion ist die Qualität des Ergebnisses abhängig vom Einsatz hochwertiger Materialien und professioneller, handwerklicher Verarbeitung derselben.

Konstruktiver Holzschutz, Präzision bei Dichtigkeit und Dämmung sind die wesentlichen Elemente eines gelungenen Holzständerbauhauses.

Ein Blower-Door-Test bringt final Sicherheit, was die Dichtigkeit angeht und ist dringend empfohlen für lange ungetrübte Freude am neuen Eigenheim.

Das Ständerwerk selbst wird dabei in der Regel vorgefertigt auf die Baustelle geliefert oder im Holztafelbau ganze Wände und andere große Elemente, die bereits komplett gedämmt und geschlossen sind.

2. Wie lange hält Holzständerbauweise?

Holzbalken für den Holzständerbau

Das Material und die Ausführung bestimmen die Qualität.

Die heutigen Fertighäuser sind bei guter Qualität und sorgfältigem Aufbau laut Expertenmeinung genauso haltbar wie vergleichbare Massivbauhäuser. Allerdings fehlen in unseren Breiten für die Holzständerbauweise noch Erfahrungen über einen entsprechend langen Zeitraum.

In anderen Ländern wie Kanada, USA oder Skandinavien ist das ganz anders. Dort gibt es zahlreiche Holzständerhäuser die weit mehr als 100 Jahre alt sind. Dort käme im Bereich von Einfamilienhäusern kaum jemand auf die Idee, etwas anderes als ein Holzhaus zu bauen.

Wichtig ist bei der Ständerbauweise, dass Schäden sofort repariert werden und regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, um die Schwachstellen schnell aufzufinden. Gute Pflege und Instandhaltung sind bei jeder Bauweise die Schlüssel zu langer Haltbarkeit.

3. Wie funktioniert die Holzständerbauweise?

Ständerwerk noch unbeplankt

Das erinnert nicht zufällig an Fachwerk.

Es werden quasi einzelne Rahmen aus Holz gebaut, die die Außenwände bilden und große Querbalken tragen. Diese Rahmen (das Ständerwerk) werden mit Dämmung gefüllt und mit Holzplatten verschlossen.

Die Außenwände und wenige Träger im Innenbereich tragen das Dach und die Geschossdecke(n). So ist die Grundrissgestaltung in einem Holzständerwerkhaus sehr freizügig wählbar und auch im Verlaufe der Zeit problemlos veränderbar. Wird das Arbeits- und das Kinderzimmer einmal nicht mehr benötigt entsteht vielleicht ein großer Raum für Hobby und Fitness.

3.1. Holzständerbauweise – der Wandaufbau

Holzverschalung ergänzt die Holzständerbauweise

Wer mag, kann auch alle Innenwände in Holzoptik belassen.

Wie bei anderen Bauweisen auch, gibt es viele Varianten des Wandaufbaus bei der Holzständerbauweise. Gemeinsam ist ihnen das Ständerwerk, dessen Materialstärke gleichzeitig die Schichtdicke der innenliegenden Dämmung bestimmt.

Das kann Mineralwolle, Cellulose, Kork oder ähnliches Dämmmaterial sein. Das Ständerwerk ist beidseitig verkleidet. Außen in der Regel mit Holzplatten (z. B. Grobspanplatten), auf der Innenseite entweder ebenfalls mit Holz oder mit anderem Material, wie Gipsfaserplatten.

Ein Teil der Hersteller verzichtet auf die Diffusionssperre und verklebt die Holzplatten dafür dicht, mit dem Ziel eine besonders ökologische, atmungsaktive Wand zu erhalten. Auf die Fassade kommt entweder ein Putz oder eine vorgesetzte Holzfassade. Die Wandstärke, die Dichtigkeit und die verwendeten Materialien entscheiden über den späteren Energieverbrauch des Hauses.

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3.2. Vor- und Nachteile der Holzständerbauweise

Bevor Sie sich für oder gegen die Holzständerbauweise entscheiden, sollten Sie die grundsätzlichen Vor- und Nachteile dieser Bauweise kennen, die wir an dieser Stelle anschaulich für Sie zusammengefasst haben:

    Vorteile
  • Holzständerbauweise-Aufbau sehr schnell
  • geringere Kosten
  • kaum Trocknungszeiten
  • gutes Raumklima
  • flexible Grundrisse
  • hoher Eigenleistungsanteil möglich
  • nachhaltiger Werkstoff Holz
  • gute Wärmedämmung
  • Brandgefahr wie beim Massivbau
  • Allergiker freundlich
  • Hohe Standfestigkeit z. B. bei Erdbeben
    Nachteile
  • Pflege- und Wartungsaufwand höher
  • empfindlich gegen eindringende Feuchtigkeit
  • Insektenbefall leichter möglich
  • weniger Schallschutz
  • niedrigerer Wiederverkaufswert
  • anspruchsvoller in der Lüftung (trockenes Klima)

4. In Holzständerbauweise selber bauen?

holzstaenderbauweise

Bei die Umsetzung der Holzständerbauweise spielt die Statik eine wichtige Rolle.

Bei einem Wohnhaus kann auf eine fachmännische Ausführung zwar nicht verzichtet werden, jedoch sind bei dieser Bauweise besonders viele Eigenleistungen möglich.

Für den eigentlichen Bau sind eine Vielzahl von Vorgaben und Vorschriften zu beachten. Schon für die Baugenehmigung braucht man eine Statik und einen Architekten, der einen genehmigungsfähigen Plan anfertigt.

Für die Umsetzung sind die Maschinen und Werkzeuge eines Holzbaubetriebs (Zimmerei) erforderlich, die Sie kaufen oder leihen müssten, und nicht zuletzt deren Kenntnisse und Erfahrungen.

Fazit: Wer sich ein sehr kleines Holzhaus bauen möchte, kann das nach einem kleinen Selbststudium durchaus versuchen und zum Beispiel ein Gartenhaus oder eine Garage in Holzständerbauweise errichten. Sorgfalt und Vorsicht sind aber auch bei einem so kleinen Projekt unerlässlich. Eine Holzständerbauweise-Anleitung gibt es so allgemein nicht, aber ein Standardwerk, das sich an Ingenieure, Zimmerleute und Architekten richtet, ist vielleicht auch für einen sehr ambitionierten Heimwerker eine gute Grundlage. Einfacher als eine Garage in Holzständerbauweise zu bauen wäre es allerdings, ein kleines Blockhaus zu bauen.

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5. FAQ: Häufig gestellte Fragen

Sie haben noch offene Fragen? Kein Problem, abschließend beantworten wir im folgenden Kapitel Fragen, auf die wir im Rahmen der Kaufberatung noch nicht eingegangen sind.

5.1. Wie hoch sind die Kosten für die Holzständerbauweise?

Die Kosten für die Holzständerbauweise sind deutlich günstiger (30 – 40 % etwa) als die für ein Massivbauhaus. Allerdings kommt es wie immer auf Größe, Ausführung, Ausstattung usw. an, sodass keine allgemeinen Aussagen getroffen werden können.

5.2. Welche Anbieter für Holzständerbauweise gibt es?

Die Anbieter für diese Bauweise sind zum einen viele Fertighausanbieter, zum anderen sind Holzbaubetriebe (Zimmerei) die klassischen, handwerklichen Anbieter dieser Bauweise.

5.3. Kommt die Holzständerbauweise beim Anbau in Betracht?

Auch an ein Massivbauhaus kann ein Anbau in Holzständerbauweise erfolgen. Bei Übergang der beiden unterschiedlichen Werkstoffe gibt es fachgerechte Lösungen, damit es dort nicht zu Rissbildung und ähnlichem kommt.

Bildnachweise: pixabay, artursfoto, Pixabay, JMOSES, Pixabay, paubr75, Pixabay, paulbr75, Pixabay, PublicDomainPictures, Adobe Stock/Ezio Gutzemberg (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)