Boden & Fliesen

Parkett kaufen: auf diese 5 Kriterien sollten Sie beim Kauf Ihres neuen Holzbodens achten

  • Parkettböden aus harten Holzarten wie Eiche, Ahorn oder Kastanie sind besonders hochwertig und widerstandsfähig.
  • Ein unbehandelter Parkettboden bietet keinen Schutz vor Feuchtigkeit, Schmutz und physischen Beschädigungen. Daher sollten Sie sich für ein geöltes oder lackiertes Parkett entscheiden.
  • Je feiner und einheitlicher die Struktur des Holzes ist, desto hochpreisiger ist das Parkett. Auf Wunsch kann Parkett auf vielerlei Arten individuell verändert werden.

Parkett im Wohnzimmer

Ein Parkett überzeugt durch seine makellose authentische Holzoptik, angenehme Haptik und enorme Langlebigkeit bei unkomplizierter Pflege. Wenn Sie sich nach dem passenden Belag umschauen, werden Sie schnell feststellen, dass es Echtholzböden von zahlreichen Herstellern in unterschiedlichen Qualitäten, Farben und Verlegevarianten gibt. Dabei kann die Preisspanne zwischen 30 Euro bis hin zu weit über 100 Euro pro qm liegen. In diesem Artikel informieren wir Sie darüber, worauf Sie beim Kauf Ihres Parkettbodens achten müssen und was eine gute Qualität ausmacht.

1. Landhausdiele oder Schiffsboden – je größer die Diele, desto hochwertiger der Parkettboden

Landhausdiele Parkett Eiche

Bei geöltem Parkett bleibt die natürliche Oberfläche des Holzes erhalten. (Abgebildetes Produkt: Ter Hürne Kollektion Moods of Provence | R04 | Eiche dunkelbraun | Landhausdiele | ausdrucksstark | geräuchert-gebürstet-naturgeölt)

Sicherlich ist es die Optik, auf die Sie zunächst achten, wenn Sie vor der Auswahl zwischen Hunderten von Parkettböden stehen. Im Folgenden wollen wir Ihnen zwei Klassiker ans Herz legen: den Schiffsboden und die Landhausdiele.

Die Landhausdiele gilt als die traditionelle Form und ist wahrlich zeitlos. Bei dieser Parkettart handelt es sich um großformatige Holzbretter, die 15 bis 20 cm breit und bis zu 2,5 m oder im Schlossdielenformat sogar noch länger sein können. Weil man bei diesem Parkettboden den Baumstamm im Querschnitt vorliegen hat, kommt die charakteristische Optik des Holzes besonders gut zur Geltung.

Ein Parkett im Landhausdielen-Design erweitert optisch jeden Raum und verleiht diesem viel Freiheit, Großzügigkeit und eine majestätische Ausstrahlung. Falls Sie ein Landhausdielen-Parkett kaufen möchten, dann müssen Sie in Betracht ziehen, dass dieses aufgrund seiner Produktion und der durchgehenden Form, bei der weniger Teile eines Baumes in Betracht kommen, hochpreisiger als kleine Parkettformate ist. Die Landhausdielen verlegen sich je nach Verbindungsart des Produktes schwimmend mit einem Klick-System oder können vollflächig verklebt werden.

Eine weitere sehr beliebte Parkett-Variante ist der sogenannte Schiffsboden. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um Dielen, die an die traditionelle Optik von einem Schiffsdeck erinnern. Dieser Holzfußboden besteht aus mehreren unterschiedlich langen und nebeneinander versetzt liegenden Stabelementen, die den individuellen Charakter dieses Designs erzeugen.

Info: Im Gegensatz zur Landhausdiele bildet beim Schiffsboden nicht ein durchgehender Holzstab eine Diele, sondern zwei oder drei davon deswegen werden solche Böden auch entsprechend als 2-Stab- oder 3-Stab-Parkett bezeichnet. Durch die versetzte Anordnung entsteht eine optische Unregelmäßigkeit, die den Deckbelag natürlich und lebendig aussehen lässt. Die Verlegung erfolgt schwimmend oder als vollflächige Verklebung.

2. Die Holzart als entscheidendes Kriterium beim Kauf Ihres neuen Parkettbodens

3-Stab Schiffsboden Parkett

Verschieden lange Stabelemente erzeugen das besondere Design eines Schiffsbodens.
(Abgebildetes Produkt: Ter Hürne Kollektion Pride of Nature | V04 | Eiche | Schiffsboden 3-Stab | ausdrucksstark | tiefgebürstet-naturgeölt)

Beim Kauf des Parketts spielt die Holzart eine ausschlaggebende Rolle für die Qualität des Produktes. Besonders bekannt und beliebt ist natürlich der Klassiker – das Eichen-Parkett. Der Markt präsentiert allerdings zahlreiche Alternativen, die von ähnlich robusten Hölzern wie Buche oder Esche über elegante Obstbäume wie Kirschbaum und Birne bis hin zu markanten Exoten wie Bambus (kein Holz, sondern ein schnell wachsendes Gras) reichen.

Jedes Holz hat seine spezifischen Eigenschaften, die sich auf unterschiedliche Weise im fertigen Parkettboden widerspiegeln. Allgemein gilt, dass härtere Hölzer wie Eiche eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber alltäglichen Belastungen und dadurch eine längere Lebenszeit haben. Auch mit Laubhölzern wie Ahorn, Kastanie und Buche können Sie also nichts falsch machen. Diese Bäume sind robust, druckfest und doch elastisch genug, um unter alltäglicher Belastung nicht zu brechen. Dazu bringen sie markante Strukturen und Färbungen mit, die im Innenbereich natürlich und edel aussehen.

Nadelhölzer sind dagegen relativ weich und sollten nicht in Räumen mit häufiger Nutzung eingesetzt werden, während sie hingegen für normal begehbare Wohnräume durchaus geeignet sind. Für welches Parkett Sie sich entscheiden, hängt letztendlich von Ihrem Geschmack, dem Budget und den Anforderungen an die Räumlichkeiten ab.

3. Oberflächenvergütung: Geölter vs. lackierter Parkettboden

Lackiertes Parkett zeichnet sich durch eine glatte Optik und hervorragende Pflegeeigenschaften aus.
(Abgebildetes Produkt: Ter Hürne Kollektion Grand Velvet | T08 | Nussbaum | Landhausdiele | ausgeglichen | lackiert)

Wenn Sie ein Parkett kaufen möchten, dann werden Sie früher oder später mit der Frage konfrontiert, welche Oberfläche es haben soll. Zur Auswahl stehen drei Möglichkeiten: unbehandelt, geölt und lackiert. Jede Oberflächenvergütung bringt unterschiedliche Eigenschaften mit sich.

So besteht bei einer komplett naturbelassenen oberen Schicht keinerlei Schutz vor Feuchtigkeit, Schmutz und Kratzern. Dadurch steigert sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich die schöne Oberfläche durch Verfärbung schnell verändert oder beschädigt wird. Daher ist eine Oberflächenvergütung immer notwendig.

Bei einer geölten Variante wird die Parkettoberfläche mit natürlichen Ölen z. B. auf Basis von Walnüssen oder Leinsamen behandelt, die in das Holz einziehen. Dadurch erhält der Bodenbelag eine matte Optik, und die originale Holzstruktur bleibt angenehm spürbar erhalten. Im Hinblick auf die Pflege gestaltet sich eine geölte Oberfläche jedoch als aufwendiger.

Das geölte Parkett darf nicht nass werden, und die Verwendung einer pH-neutralen Holzbodenseife wird für eine regelmäßige Unterhaltspflege empfohlen. Beim geölten Parkett ist es außerdem ratsam, den Boden je nach Beanspruchung nachzuölen, um das natürliche Finish dauerhaft beizubehalten.

Lackiertes Parkett ist die zweite Möglichkeit einer Oberflächenvergütung. Dabei wird die Holzoberfläche mit einem Lack versiegelt. Dieser bietet neben einer glatten und besonders pflegeleichten Optik auch zusätzlichen Schutz gegen Kratzer und Feuchtigkeit.

Je nach Hersteller und Lackierung kann das optische Ergebnis variieren. So bietet der münsterländische Parketthersteller ter Hürne gleich drei Varianten einer Parkettversiegelung: lackiert, mattlackiert und extramattlackiert. Alle Lacke verfügen über die Qualität „Made in Germany“, die nach einem mehrschichtigen Auftragen die Leuchtkraft der Holzoberfläche vorteilhaft betonen und einen dauerhaften Schutz gegen Beanspruchung bieten.

4. Die Sortierung entscheidet über die Qualität – Splinte und Astlöcher

Holz ist ein lebendiges Material mit einmaligen Strukturen und Prägungen. Diese bilden beim Parkettboden das individuelle und natürliche Erscheinungsbild des Bodenbelags und bestimmen über die Atmosphäre der Räumlichkeit.

Wenn Sie einen Parkettboden kaufen möchten, werden Sie je nach Hersteller, mit verschiedenen Begriffen konfrontiert, die eine Sortierung des Holzes beschreiben. Dabei gilt: je feiner die Selektion, desto „reiner“ (weniger Astlöcher, weniger Splinte) und einheitlicher das Gesamtbild und desto hochpreisiger das Produkt.

Nahansicht von Parkett

Mit einer feinen, einheitlichen Struktur steigt der Preis des Parkettbodens.

Der Parkettboden-Hersteller ter Hürne nimmt beispielsweise eine genaue und eindeutige Unterteilung der Sortierung vor und unterscheidet dabei vier Stufen:

  1. Ruhige Sortierung mit gleichmäßigen Farben und keinen sichtbaren Ästen, bis auf die minimalen Punktäste.
  2. Ausgeglichene Sortierung samt feinen Ästen und wenigen Splintanteilen.
  3. Ausdrucksstarke Sortierung mit kontrastreichen, markanten Ästen und einigen Splintanteilen für ein lebendiges Erscheinungsbild.
  4. Impulsive Sortierung mit großen Ästen, vielen Kontrasten, gespachtelten Rissen und sichtbarem Splint.

4.1. Weitere Veredelungen der Oberfläche möglich

Damit die einzigartigen Holzmerkmale und die charakteristische Parkett-Haptik noch deutlicher zum Vorschein kommen, werden die Dielen auf verschiedene Weisen veredelt. Hierbei handelt es sich nicht um eine funktionale Aufwertung, sondern diese Maßnahme gilt ausschließlich für die Individualisierung jeder einzelnen Diele. Bürsten, Hobeln, Räuchern – es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie Ihr Parkettboden zu seinem einmaligen Design kommt und zu einem haptischen Erlebnis wird.

Besonders wertvoll sind Dielen aus der händischen Manufaktur, denn bei diesem Parkett kaufen Sie Unikate. Der ursprüngliche Holzcharakter wird mit einer Handhobelung vorteilhaft unterstrichen, und die gehobelten Wellenlinien sehen nicht nur schick aus, sondern fühlen sich auch angenehm wohl an. Mit einer Astveredelung in Handarbeit werden die natürlichen Gegebenheiten der Dielen darüber hinaus visuell in den Vordergrund gestellt. Dadurch erhält jede Parkettdiele den angesagten „used-Look“.

Auch Spannungsrisse gehören zur natürlichen Veränderung des Holzes als lebendigem Werkstoff. Diese können auf Wunsch je nach Anbieter auch absichtlich hinzugefügt werden, um ein möglichst natürliches und authentisches Erscheinungsbild zu betonen.

5. Made in Germany – ein Siegel für hochwertige Parkettböden

Die Herkunft der Hölzer ist wichtig für die Qualität. Gerade in Asien werden Bäume durch Dünger teilweise so schnell gezüchtet, dass die Holzqualität schlechter wird, daher sollte man lieber auf heimische Herkunft achten, was zudem auch in ökologischer Hinsicht sinnvoller ist. Auch in puncto Maßstabilität, Höhenunterschiede und Fräsung der Verbindung zwischen den einzelnen Dielen ist „Made in Germany“ ein Qualitätssiegel.