Außen-Bodenbeläge

Polygonalplatten verlegen – Anleitung

  • Polygonalplatten sind sehr beliebt. Damit können theoretisch sowohl keramische Platten als auch Natursteinplatten gemeint sein, in der Regel handelt es sich jedoch um Natursteine. Die mehreckige Form ist namensgebend.
  • Mit den Polygonalplatten wird eine Art Mosaikfläche gelegt, die sehr natürlich und locker wirkt. Je nach Nutzung kommt die Verlegung in einem Kiesbett oder auf einer Betonplatte infrage.
  • Wie Sie Polygonalplatten richtig verlegen, erfahren Sie in der Anleitung inklusive Informationen und Tipps zur Befestigung und zum Verfugen. Einmal für Polyfonalplatten verlegen ohne Mörtel und einmal für Polygonalplatten verlegen auf Beton.

polygonalplatten-verlegen-verfugt

Gefälle nicht vergessen

Wasser sollte auf keinen Fall auf der fertig verlegten Fläche stehen bleiben oder gar Richtung Haus laufen. Von daher ist ein Gefälle von 2 bis 4 Grad einzuplanen und das am besten schon beim Untergrund und bei der Begrenzung, damit beim Verlegen keine Probleme auftauchen.

Sie möchten für Ihre Terrasse eine natürliche Wirkung bei einem dauerhaften Bodenbelag? Dann können Sie sehr gut Polygonalplatten verlegen. Gartenweg, Poolumrandung oder Terrasse – besonders authentisch wirken Polygonalplatten aus Naturstein, die bruchrau sind. Leichter zu pflegen sind glatt gesägte oder polierte Platten – abhängig von der Gesteinsart. Es lohnt sich, nicht nur nach rein optischen Gesichtungspunkten zu entscheiden, sondern auch die passenden Eigenschaften zu berücksichtigen.

Neben den Platten selbst sind der Unterbau und die Verfugung wichtige Themen, damit Sie lange Freude an den fertig verlegten Polygonalplatten haben.

Materialwahl – Vor- und Nachteile

Material Eigenschaften
Basalt
  • Das Vulkangestein ist in Anthrazit- und Schwarztönen erhältlich – gelegentlich auch mit einem Blau- oder Lilastich. Bei der Gestaltung wird Basalt häufig als Kontrast zu andersfarbigen Belägen genutzt.
  • Es ist ein harter, witterungsbeständiger Stein, der abriebfest, tausalzbeständig, wasserabweisend und rutschfest ist, was seinen Preis hat.
  • Er ist empfindlich gegen Säuren, die auf ihm dauerhafte Verfärbungen oder Flecken verursachen.
  • Zudem erhitzt sich Basalt durch Sonnenbestrahlung stark, was bei unbedachten Terrassen bedacht werden sollte.
Granit
  • Es gibt Granit in vielen Farben, sodass es sicher für jede Vorstellung eine passende Variante gibt.
  • Das Gestein ist ausgesprochen hart und widerstandsfähig – sogar säurebeständig. Eine Variante ist Gneis, bei dem es sich um in der Tiefe umgewandelten Granit handelt.
  • Wegen der Härte ist Granit aufwendig und zeitraubend in der Bearbeitung, weshalb er relativ teuer ist. Wer jedoch für viele Jahrzehnte einen extrem robusten Natursteinboden haben möchte, ist mit Granit gut beraten.
  • Noch dazu ist er extrem pflegeleicht und erfordert keine Spezialreinigungsmittel.
  • Besonders angenehm ist auch seine Rutschfestigkeit.
Kalkstein und Muschelkalk
  • Polygonalplatten aus Kalkstein gibt es in vielen warmen Farbtönen.
  • Wenn Kalkstein im Außenbereich eingesetzt wird, sollte auf relativ dichtes Kalkgestein Wert gelegt werden, da er nicht sehr abriebfest und auch frostempfindlich ist.
  • Nicht zuletzt setzt ihm bereits saurer Regen zu und er verträgt kein Tausalz. Deshalb wird zu einer Versiegelung geraten.
  • Insgesamt ist er kostengünstig jedoch auch weniger langlebig als härtere Gesteine.
Marmor
  • Wirkt besonders edel und mediterran in Tönen von Weiß bis fast Schwarz. Es gibt jedoch auch beige, grüne oder rötliche Farbtöne.
  • Marmor ist durchaus lange haltbar, aber nicht ganz unempfindlich was Tausalz und Säuren angeht. Bei der Pflege ist das zu beachten.
  • Bei mittlerer Abriebfestigkeit wird polierter Marmor mit der Zeit und durch die Nutzung stumpfer und muss dann eventuell neu poliert werden.
  • Da Marmor vergleichsweise teuer ist und nicht oft als Polygonalplatte erhältlich ist, kommt er bei der Verlegung von Polygonalplatten eher selten zum Einsatz.
Quarzit
  • Ein beliebter Naturstein in hellen Weiß-Grau-Tönen oder in gelb- und rötlichen Varianten.
  • Ausgesprochen haltbar und unempfindlich im mittleren Preissegment. Entsprechend häufig wird Quarzit verwendet.
  • Ein besonderer Vorteil von Quarzit ist seine Rutschfestigkeit auch bei Nässe.
  • Er ist überaus pflegeleicht, abriebfest und resistent gegen Frost und Flecken.
Travertin
  • Eine sehr natürliche, rustikale Optik in Ocker-, Beige- und hellen Brauntönen.
  • Travertin heizt sich nicht auf und ist zu mediterranen Gestaltungen perfekt, gehört jedoch zu den teureren Gesteinsarten.
  • Obwohl es ein sehr harter Stein ist, verträgt er als Kalkgestein keine Säuren und somit keine säurehaltigen Reinigungsmittel und kein Tausalz.
  • Gleichzeitig ist er sehr offenporig, was Verschmutzungen begünstigt und ihn relativ pflegeintensiv macht.
  • Besonders schön ist seine angenehme Haptik, er weist eine mittlere Abriebbeständigkeit auf.
Sandstein
  • Den sehr natürlich aussehenden Sandstein gibt es in fast allen Farbtönen außer in Weiß und Schwarz.
  • Leider ist Sandstein immer offenporig und kann auch sehr weich sein, was seine Abriebfestigkeit vermindert.
  • Bei Polygonalplatten aus Sandstein sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass es eine eher härte Variante ist.
  • Außerdem empfiehlt sich eine Versiegelung, um einer Veralgung oder Vermoosung entgegen zu wirken, sonst ist der Stein sehr pflegeintensiv sowie empfindlich gegen Säuren und Tausaltz.
  • Das gute Preis-Leistungsverhältnis relativiert dies jedoch eventuell.
Schiefer
  • Liebhaber kennen die verschiedenen silbergrauen bis anthrazitfarbenen Schieferfarbtöne teilweise mit grünen, blauen oder roten Nuancen.
  • Schiefer ist sehr wetterbeständig, jedoch säureempfindlich.
  • Seine Oberfläche ist von Natur aus relativ rau und somit relativ rutschfest bei mittlerer Abriebfestigkeit.
  • Der dunkle Stein heizt sich in der Sonne auf und speichert die Wärme auch, was bei der Verlegung bedacht und sinnvoll eingesetzt werden sollte.

Tipp: Kombinieren Sie verschiedene Steine. Das ist nicht nur optisch interessant – wenn Sie beispielsweise helle Polygonalplatten anthrazit umgrenzen. Sie können die verschiedenen Eigenschaften gezielt einsetzen. Beispielsweise lassen sich Wege innerhalb einer Fläche mit besonders rutschfesten Steinen belegen.

Welcher Unterbau für Polygonalplatten?

polgonalplatten werden verlegt.

Es gut drainierter und stabil ausgeführter Unterbau, mit exaktem Gefälle, ist für die Dauerhaftigkeit der Terrassse entscheidend.

Polygonalplatten verlegen Sie

  • entweder auf einem Unterbau aus verdichtetem Schotter und Splitt (Verlegung im Kiesbett)
  • oder in Mörtel auf einer Betonplatte, die selbstverständlich ebenfalls auf einem verdichteten Schotterunterbau ausgeführt wird.

»Polygonalplatten verlegen im Splittbett (Kiesbett)« wird eher für Wege und im Garten befindliche zusätzliche Terrassen gewählt, oder wenn Sie Polygonalplatten wasserdurchlässig verlegen möchten. Die Verlegung auf einer Betonplatte wird bevorzugt bei der Terrasse am Haus genommen. Tätsächlich ist beides für alle Fälle möglich, wobei die Wasserdurchlässigkeit bei einer Verlegung auf Kies ein nicht unerheblicher Aspekt ist, wenn man der Umwelt zuliebe auf die unnötige Versiegelung von Flächen verzichten möchte.

Verlegung in einem Kiesbett

  • wasserdurchlässig
  • Rückbau oder Reparatur relativ einfach
  • sehr natürliche Optik
  • Steine können sich im Kiesbett verschieben
  • Unkraut kann sich in Fugen ansiedeln (Gegenmaßnahme: Pflasterfugenmörtel)
  • wird nicht so eben wie eine Verlegung in Mörtel auf Beton
  • Plattenstärke unter 3 cm und kleine Platten eher ungeeignet

Verlegung in Mörtel auf Beton

  • Stabiler, dauerhafter Aufbau
  • Lässt sich sehr eben errichten
  • in den Fugen wächst kein Unkraut
  • Pflegeleicht
  • Plattenstärke ab 2 cm möglich und auch kleine Platten und Steine verwendbar
  • wasserundurchlässig
  • Dehnungsfugen erforderlich
  • weniger natürliche Optik

Tipp: Für raue und kleinteilige Polygonalplatten brauchen Sie etwas mehr Gefälle als für glatte, große. Das Gefälle sollte mindestes 2 % betragen – maximal bis zu 4 %.

Wie Polygonalplatten verlegen – Anleitung

Polygonalplatten mit offenen Fugen

Polygonalplatten verlegen mit 3 bis 5 cm breiten Fugen.

Gefälle wird mit Wasserwaage geprüft

Die Höhe immer wieder mit einer Wasserwaage oder einem Richtscheit überprüfen.

polygonalplatten verlegen mit gummihammer

Mit dem Gummihammer werden die Platten von der Mitte aus nach außen eingeklopft.

  1. Abstecken: Die Fläche wird mit Schnur sauber abgestecktGefälle beachten (auch in allen weiteren Schritten).
  2. Ausheben: Die zuvor bestimmte und errechnete Höhe des Unter- und Aufbaus wird ausgehoben.
  3. Schotter: Je nach Tragfähigkeit des Bodens wird eine 20 bis 40 cm dicke Schotterschicht in Schichten aufgebracht und jeweils gut verdichtet.
  4. Splitt: Bringen Sie 5 cm Feinsplitt auf und ziehen Sie die Fläche gleichmäßig ab unter Beachtung des Gefälles.
  5. Umrandung: Randsteine werden in Mörtel gesetzt – bei Verlegung ohne Randsteine, wird eine äußere Reihe der Steine in Mörtel gesetzt oder ein Mörtelkeil ausgebildet.
  6. Abflussrinne: Bei niedrigen Schwellen zur Terrassentür wird eine Abflussrinne an der Fassade entlang gelegt (ebenfalls mit Gefälle) und von dort zur Versickerung weggeführt.
  7. Probeanordnung: Bevor Sie die Natursteinplatten verlegen im Splittbett, sollten Sie die Platten am besten im Vorfeld auf einer freien Fläche zur Probe mit einer Fugenbreite von 3 bis 5 cm anordnen bis Ihnen das Gesamtbild gefällt.
  8. Polygonalplatten verlegen: Die Platten werden nun in das Kiesbett verlegt und jede Platte wird mit einem Gummihammer von der Mitte aus nach außen eingeklopft bis sie schlüssig im Kies liegt und mit den umgebenden Platten eine Oberkante bildet. Achtung: Gefälle nicht vergessen!
  9. Sand: Scharfen Sand oder sehr feinen Splitt aufbringen und in die Fugen kehren. (Alternativ Plasterfugenmörtel nach Herstellerangaben benutzen).
  10. Einschlämmen: Sand mit weichem Wasserstrahl einschlämmen.
  11. Auffüllen: Gegebenenfalls erneut Sand einkehren und einschlämmen.

Wie Polygonalplatten verlegen auf Beton

Fugenmörtel wird für Polygonalplatten verlegen angemischt

Für die Fugen wird Trasszement oder spezieller Fugenmörtel exakt nach Herstellerangaben angemischt.

Polygonalplatten werden verfugt.

Beim Verfugen auf die Herstellerangaben achten und den Naturstein so wenig wie möglich verschmutzen.

  1. Abstecken: Die Fläche wird mit Schnur sauber abgestecktGefälle einrechnen.
  2. Ausheben und Verdichten: Die zuvor bestimmte und errechnete Höhe des Unter- und Aufbaus ausheben und mit dem Rüttler verdichten.
  3. Schotter: Je nach Tragfähigkeit des Bodens wird eine etwa 20 cm dicke Schotterschicht aufgebracht und gut verdichtet.
  4. Kies/Splitt: Bringen Sie 10 cm Kies/Splitt darauf und ebenfalls verdichten.
  5. Schalung: Mit Schalbrettern die Fläche einschalen – auch an der Hauswand, denn dort kommt die Dehnungsfuge hin und ggf. eine Abflussrinne bei niedriger Stufe.
  6. Beton: Es wird eine 15 cm dicke Betonschicht gegossen. Anschließend aushärten lassen. Alternativ werden große Betonplatten ausgelegt.
  7. Gefälleestrich: Auf den Beton wird mit einem speziellen Gefälle-Estrich das gewünschte Gefälle aufgebracht.
  8. Umrandung: Randsteine werden in Mörtel gesetzt – bei Verlegung ohne Randsteine, wird eine äußere Reihe der Steine in Mörtel gesetzt oder ein Mörtelkeil ausgebildet.
  9. Abflussrinne: Bei niedrigen Schwellen zur Terrassentür wird eine Abflussrinne an der Fassade entlang gelegt (ebenfalls mit Gefälle) und von dort zur Versickerung weggeführt.
  10. Probeanordnung: Die Platten am besten im Vorfeld auf einer freien Fläche zur Probe mit einer Fugenbreite von 3 bis 5 cm anordnen bis das Bild gefällt. Dabei werden eventuell auch Steine geschnitten (nass mit Steinsäge), soweit eine gerade Kante erforderlich wird.
  11. Natursteinplatten verlegen im Mörtelbett: Nässen Sie die Betonplatte(n) sowie die Platten. Bringen Sie je nach Plattenstärke 5 bis 7 cm Bettungsmörtel (ausschließlich Natursteinmörtel verwenden) für zwei bis drei Platten auf die Fläche auf und glätten sie ihn. Dann werden die Platten aus der Probeanordnung auf den Mörtel gesetzt und jede Platte wird mit einem Gummihammer von der Mitte aus nach außen eingeklopft bis sie auf gleicher Höhe im Mörtel liegen. Achtung: Gefälle nicht aus den Augen verlieren! Nach der Verlegung den Bettungsmörtel komplett aushärten lassen.
  12. Fugen: Nach dem Polygonalplatten verlegen Trasszement anrühren und in die Fugen füllen ohne die Steine damit zu verschmutzen. Eventuelle Zementflecken sofort nass abwischen. Alternativ spezielle Fugenmasse verwenden. Zementschleier-Entfernen hilft beim Entfernen von Resten. Je nach Porigkeit des Steins ist jedoch Vorsicht besser als späteres Entfernen.
  13. Dehnungsfuge: Die Dehnungsfuge (bei größeren Flächen auch mehr) wird mit speziellem Silikon ausgefüllt, damit Sie die Bewegungen entsprechend puffern kann.

Häufige Fragen (FAQ)

Polygonalplatten verlegen – Kosten? Wenn Sie die Verlegung selbst übernehmen, dann fallen die Kosten für Material (große Preisunterschiede je nach Gestein) und eventuelle Leihgebühren für Geräte (Rüttler, Steinsäge) an. Einfach Quadratmeter ermitteln und dann gemäß dem gewünschten Material ausrechnen – Unterbau nicht vergessen.
Polygonalplatten verlegen – Wand? Polygonalplatten können auch an der Wand verlegt werden. Allerdings geht das je nach Plattenstärke nur im Mittelbett oder Dickbettverfahren und es darf nur Natursteinmörtel verwendet werden, da die Platten sonst fleckig durchdrungen werden können. Achtung: Das sind in der Vertikalen nur Verfahren für Profis oder sehr versierte Heimwerker mit einschlägiger Erfahrung.
Polygonalplatten verlegen – Untergrund? Diese Frage zielt in der Regel auf die Vermeidung eines wie oben beschriebenen Untergrunds ab. Dafür gibt es jedoch keine Empfehlung außer vielleicht bei der Verlegung einzelner Trittsteine (s. a. unten).
Polygonalplatten verlegen auf Sand? Scharfer Sand oder feiner Splitt in Kombination mit einem Pflasterfugenmörtel sind einfachem Sand auf jeden Fall vorzuziehen. Einerseits wächst kein Unkraut, andererseits werden die Platten auch nicht so schnell unterspült oder durch Ameisenbauten wackelig. Auf das darunter liegende Schotterbett sollte aus Drainagegründen auch keinesfalls verzichtet werden.
Poligonalplatten verlegen – Rasen? Bei dieser Frage geht es mutmaßlich um Trittsteine. Diese können tatsächlich je nach Boden einzeln in den Rasen verlegt werden. Dazu den Stein auf die Stelle legen, rundum die Grasnabe abstechen. Stein abheben, Grasnabe abnehmen, 10 – 15 cm Boden ausheben. Etwas Schotter aufbringen, feiner Splitt darauf, Platte einsetzen und einklopfen. Fertig.
polygonalplatten-verlegen treppe und weg

Hier ein Weg mit Treppe mit Naturstein-Polygonalplatten, Kant- und Pflastersteinen – sehr pflegeleicht und langlebig.


christiane baldwin

Christiane Baldwin

Als Onlineredakteurin verbinde ich für heimwerker.de meine DIY-Leidenschaft mit meinem Beruf – in Home Office und Werkstatt. Mein britischer Mann und unser kleiner spanischer Hund unterstützen mich bei meinen Bau- und Bastelprojekten mit Tatkraft und Humor.