Lehren & Längen

Im Test der Laser-Entfernungsmesser Vector 80 von Sola

Entfernungsmesser gibt es viele und häufig kommt die Frage nach dem enormen Preisunterschied auf. Der erste Unterschied begründet sich bereits im unterschiedlichen Messverfahren.

Ultraschall-Entfernungsmesser sind häufig günstiger, streuen jedoch ihr Signal aus, wodurch keine exakte Punktmessung möglich ist.

Genauer sind da bereits Laser-Entfernungsmesser. Diese peilen einen exakten Punkt an, wodurch es möglich ist, unterschiedliche Abstände nebeneinander und sogar kleine Absätze zu messen.

Weitere Unterschiede kennzeichnen sich in der Genauigkeit und der maximalen Entfernung.

Der Vector 80 von Sola ist ein Laser-Entfernungsmesser und mit einer Reichweite von 80 m sowie einer Abweichung von 1,5 mm bis 10 m spielt er in der oberen Preisklasse mit. Mit seiner umfangreichen Zusatzausstattung hebt er sich preislich aber nicht von anderen Geräten ab.

Leistungsmerkmale

(Herstellerangaben)

  • Messbereich: 0,2 – 80 m
  • Messeinheit: Meter, Zoll, Fuß
  • Schutzklasse: IP 54
  • Batterietyp: 2 x AAA 1,5 V
  • Betriebstemperatur: 0 – 40 °C
  • Lagertemperatur: -10 – 60 °C
  • Abmessungen: 115 x 52 x 32 mm
  • Gewicht mit Batterien: 140 g
  • Betriebsdauer: bis zu 5.000 Messungen
  • Selbstabschaltung Gerät / Laser: 180 s / 30 s
  • Laserklasse / Lasertyp: 2 / 635 nm, < 1 mW
  • Genauigkeit: ±1,5 mm bis 10 m / über 10 m – 0,1 mm je Meter

Verpackung und Lieferumfang

Der Vector 80 kommt in einem kleinen, unscheinbaren, dafür aber sehr stabilen und übersichtlich gestalteten Karton im kräftigen Rot. Auf der Verpackung sind sämtliche Prüfzeichen angebracht und die Rückseite liefert neben allen wichtigen Daten auch den Vergleich zum kleineren Bruder – dem Vector 40.

Verpackung Sola Vector 80

Der Inhalt ist ähnlich einer Handyverpackung aufgebaut, in der einem sofort das Gerät anlächelt. Unter dem oberen Pappeinsatz befindet sich das weitere Zubehör, welches ebenfalls für ein leichtes Lächeln sorgte.

Jeder hat sicher schon batteriebetriebene Geräte mit einem verschraubten Batteriefach genutzt und beim Batteriewechsel nach einem passenden Schraubendreher gesucht. Nicht mit Sola und dem Vector 80: Nach vielen Werkzeugen, Kinderspielzeugen oder Digitalkameras haben wir es noch nie erlebt, dass der passende Schraubendreher mitgeliefert wird.

Zusätzliche Hochleistungsbatterien von Duracell, die eine angegebene Haltbarkeit bis ins Jahr 2022 aufweisen, runden den Eindruck eines Profigerätes ab. Mitunter sind es eben die kleinen Details, die ein Werkzeug von anderen Modellen unterscheiden und abheben.

Als weiteres Zubehör ist eine Handschlaufe, eine Gürteltasche, eine Kurzanleitung „Quickstart“ und die Bedienungsanleitung auf CD enthalten. Eine Bedienungsanleitung auf CD? Ist das im Online-Zeitalter ein Rückschritt oder doch etwas Besonderes?

Ist eine Bedienungsanleitung auf CD sinnvoll?

Sinnvolles Zubehör mit Bedienungsanleitung auf CD

Viele moderne Werkzeuge und elektronische Geräte enthalten eine Kurzanleitung und einen Link zur vollständigen Version oder dicke Bücher in mehreren Sprachen. Eine CD mit enthaltener Bedienungsanleitung ist uns schon länger nicht mehr begegnet.

Ohne weiter darüber nachzudenken, wird die CD in das Laufwerk gelegt, die PDF in deutscher Sprache geöffnet und bei 26 Seiten fällt die Entscheidung nicht schwer, die Datei an den Drucker zu schicken – ein Blatt Papier ist noch immer ein Blatt Papier und liest sich angenehmer.

Praktische Gürteltasche für den sicheren Transport

Es ist schwer zu sagen, worin sich die ausgedruckte Bedienungsanleitung von anderen unterscheidet, aber sie liest sich einfach gut und Blatt für Blatt wird automatisch alles gelesen. Alles – selbst die Sicherheitshinweise! Es ist üblich, viele Inhalte zu überfliegen, während nur die Bedienungsfunktionen wirklich Beachtung finden.

Vielleicht liegt es an der deutlichen schwarzen Schrift auf dem weißen Druckerpapier, der Schreibweise oder dem leichten Wechsel von Blatt zu Blatt, ohne dass eine gebundene Ausgabe in ihre Ursprungsform springen will und selbstständig wieder umblättert – die Bedienungsanleitung zum Vector 80 liest sich toll, enthält alle wichtigen Erklärungen und ist leicht verständlich.

Für uns ist die von CD ausgedruckte Bedienungsanleitung eine neue und gute Erfahrung. Diese Form eignet sich natürlich nur für nicht so umfangreiche Anleitungen.

Übersichtlicher Ausdruck der Bedienungsanleitung und der "Quick-Start"

Die Kurzanleitung „Quickstart“ wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich und schwer verständlich. Das liegt jedoch nur an der Erwartung, die agebildeten Bilder einem Ablauf zuordnen zu wollen.

Nach genauer Betrachtung zeigt sich, dass je ein Bild eine Funktion erklärt. Das Bild stellt deutlich die erklärte Messfunktion dar und Symbole oberhalb zeigen die zu betätigen Tastenfolge. Verständlich, plausibel und „quick“.

Vector 80 – Laser-Entfernungsmesser mit umfangreicher Ausstattung

Ein Entfernungsmesser misst Entfernungen – könnte man meinen. Doch damit begnügen sich moderne Geräte und auch der Vector 80 von Sola nicht. Unsere Übersicht soll zeigen, was in dem Vector 80 steckt.

  • Die Messkanteneinstellung ermöglicht Messungen von der Vorder- und Hinterkante sowie mit einer ausklappbaren Verlängerung auch Messungen aus Vertiefungen.
  • Die "Minimal-Maximal"-Funktion ermittelt mit mehreren Messungen den Durchschnittswert eines Bereiches.
  • Mit der Möglichkeit, die Länge und Breite einer Fläche zu messen, lässt sich der Umfang und Flächeninhalt ausgeben.
  • Länge, Breite und Höhe geben das Volumen des gemessenen Raumes und nach den ersten beiden Messungen die Fläche aus.
  • Die Funktion "Addieren und Subtrahieren" ermöglicht es, gemessene Werte zu verrechnen und Teilstrecken zu messen.
  • Das indirekte Messen über wahlweise zwei oder drei Messpunkte erleichtert die Höhenmessung eines Objektes.

Der erste Eindruck wirkt kompliziert

Laser-Entfernungsmesser Vector 80

Der Vector 80 von Sola bietet etliche Funktionen, besitzt jedoch nur acht Tasten, die mit unterschiedlichen Symbolen gekennzeichnet sind. Das hinterlässt bei der ersten Betrachtung einen komplizierten Eindruck, der sich jedoch schnell legt, sobald man sich mit der Bedienung näher beschäftigt.

Neben den Tasten für die Hintergrundbeleuchtung, das Maßsystem, die Bestimmung der Maßkante oder den Speicher, werden für die Grundmessungen meist nur zwei Tasten benötigt.

Mit der Funktionstaste wird die Messart (Einzelmessung, Fläche, indirektes Messen etc.) ausgewählt und der Messvorgang mit der Messtaste bestätigt. Die Ausgabe erfolgt auf einem gut beleuchtetem und leicht ablesbarem Grafikdisplay mit bis zu vier Zeilen.

Die Form des Vector 80 ist recht kantig, das Gerät liegt aufgrund der geringen Größe von 115 x 52 x 32 mm jedoch gut in der Hand. Die gummierte Oberfläche bietet einen optimalen Griff und sollte der Laser-Entfernungsmesser doch mal fallen, wird er dank der Handschlaufe vor einem Sturz bewahrt.

Die rote Farbe ist in diesem Fall zwar markenabhängig, erleichtert aber die Suche, falls mal nicht ordnungsgemäß die Gürteltasche genutzt wurde.

Für alle, die gerne Displayschutzfolien lange auf dem Display belassen, um dieses zu schonen, sei gesagt, dass die Folie perfekt sitzt und sicher noch lange dort verbleiben kann.

Laser-Messungen machen Spaß

Exakte Ergebnisse auf sehr kurzer Distanz

Jeder, der das erste Mal einen Laser-Entfernungsmesser in der Hand hält, wird direkt probieren, wie weit der Laser-Punkt sichtbar ist.

Natürlich nehmen wir uns davon nicht aus: Im hellen Tageslicht ist es allerdings schwer, den kleinen Laser-Punk auf der angepeilten Fläche ausfindig zu machen, was jedoch eher an der Fixierung des Punktes liegt. Ist er gefunden, ist er auch im hellen Licht weit zu sehen. Bei Sonnenschein konnten wir ihn an einer weißen Hauswand in 12 m Entfernung noch finden und bis etwa 20 m verfolgen.

In der Dämmerung ist der Leuchtpunkt leichter zu sehen und problemlos an einer entfernten Hauswand in 60 m zu orten.

Bei Dunkelheit war er sogar auf einem etwa 200 m (geschätzt) entfernten Strommasten deutlich zu sehen, was jedoch den Messbereich bei weitem überschreitet.

Innerhalb von geschlossenen Räumen gibt es keinerlei Einschränkungen: Klar und deutlich ist der Messpunkt zu erkennen.

Perfekte Wiederholgenauigkeit

Die ersten Messproben erfolgten in sehr kurzer Distanz auf der Werkbank, um den kleinsten Messbereich und Abweichungen zu ermitteln. In unserem Versuch betrug die kürzeste messbare Distanz zur Vorderkante 4,5 cm (angegeben 20 cm).

Mit Verlegung der Bezugskante auf die hintere Fläche des Vector 80 erfolgt die Verrechnung des Gehäuses mit 11,5 cm. Die kürzeste Messung einer lichten Weite beträgt somit 16 cm, was noch immer deutlich weniger ist, als die Herstellerangabe.

Indirekte Messung einer Tür

Bei mehreren Messversuchen und Vergleichen mit einem Stahlmaß/Gliedermaßstab ergaben sich maximale Toleranzen von 1 mm. Das klingt im ersten Moment viel und wäre beim Möbelbau auch nur bedingt sinnvoll.

Aber auch wenn der Vector 80 in der Lage ist, sehr kurze Distanzen zu messen, liegt darin nicht der Sinn eines Laser-Entfernungsmessers. Hier ist der Griff zum Stahlmaß, Rollmaß oder Gliedermaßstab einfach sinnvoller.

Ist der zu messende Abstand jedoch größer als die Länge der vorhandenen Messmittel, müsste dieses mitunter mehrfach nachgesetzt werden, was einen enormen Zeitaufwand und vor allem sehr viele Messfehler mit sich ziehen würde. Hier findet der Laser Entfernungsmesser seinen Einsatz, der mit einem Knopfdruck das gesuchte Maß ausgibt und sich mit einer sehr geringen Abweichung begnügt.

So funktioniert die indirekte Messung

Für einen Test der Wiederholgenauigkeit, haben wir einen Winkel auf der Werkbank fixiert, den Vector 80 darin positioniert und den Abstand zu einem festen Punkt gemessen. Anschließend haben wir den Laser-Entfernungsmesser wieder entnommen, neu positioniert, gemessen, entnommen, neu positioniert, gemessen etc. Auch nach etlichen Versuchen wurde immer wieder exakt dasselbe Maß ausgegeben. Interne Messfehler leistet sich der Vector 80 damit nicht.

Das indirekte Messen erreicht dagegen keine solchen exakten Werte, was jedoch an der Form des Messvorgangs und vor allem an etwas Übung liegt.

Hierfür werden, um die Höhe eines Objekts zu bestimmen zwei oder drei Messpunkte angepeilt, wobei sich einer im exakten rechten Winkel zum Messobjekt befinden muss.

Ohne zusätzliche Hilfsmittel sind solche Messungen kaum auf den Millimeter genau möglich, wobei wir einen aufgestellten Gliedermaßstab dennoch mit 1,95 m und ein 8,5 m hohes Haus mit etwa 8,2 m ausmessen konnten. Dabei befanden wir uns gerade mal 1,5 m vor der Giebelwand.

Wichtig für eine solche Messung ist die exakte Handhabung und Handposition: Da hierbei zwei oder drei Messpunkte verrechnet werden müssen, ist es wichtig, dass diese vom gleichen Startpunkt ausgehen.

Es darf daher nur das Messgerät in seiner Position vertikal gedreht werden, um die Messpunkte anzupeilen. Wird der ganze Arm in Messrichtung gehalten, kann das Messergebnis nicht exakt berechnet werden.

Nach etwas Übung und Beachtung der Handhabung wurden unsere Messversuche deutlich genauer und eine Wohnungstür konnte mit fast exakt 2 m vermessen werden. Auch die gemessene Giebelwand betrug unter diesen Voraussetzungen 8,52 m. Selbst digitale Messgeräte können keine Anwendungsfehler des Bedieners ausschließen.

Auch weitere Messversuche, wie das Ausmessen der Testwerkstatt, die übrigens eine Grundfläche von (nur) 19,481 m² und einen Umfang von 17,882 m hat, verlief ohne irgendwelche Probleme oder Messfehler.

Die Handhabung ging schnell in Gewohnheit über und ohne weiter darüber nachzudenken, wurden Längenmessungen durchgeführt, Flächen bestimmt und mit Durchschnittswerten gespielt. Wer dabei die Übersicht verliert, kann die letzten 20 Messwerte aus dem Speicher abrufen.

An dieser Stelle kommen wir an den einzigen Punkt mit einem kleinen Wunsch: Die Möglichkeit, gezielt Messwerte speichern zu können. Das würde die Übersicht der 20 gespeicherten Messwerte erhöhen.

Fazit: Ein Laser-Entfernungsmesser ohne Fehler und Fragen

Unsere Bewertung

Der Vector 80 von Sola ist ein Laser-Entfernungsmesser der gehobenen Klasse und kann mit umfangreichen Funktionen aufwarten. Bereits der erste Eindruck hinterlässt dank einer guten Grundausstattung mit einer Gürteltasche, Handschlaufe und sogar einem Schraubendreher für das Batteriefach einen guten Eindruck.

Mit einer hochwertigen Verarbeitung und gummierten Grifffläche liegt er gut in der Hand und liefert perfekte Messergebnisse bei der Längenmessung oder der Bestimmung von Grundflächen und Raumvolumen.

Hierfür ist der Laserpunkt – so gut es die Umgebungsbeleuchtung ermöglicht – sehr gut sichtbar und die gewünschte Messfläche lässt sich leicht anpeilen. Der Vector 80 leistete sich im Test keinerlei Wiederholungsfehler und ermöglichte sogar Messungen außerhalb des angegebenen Messbereichs.

Nach etlichen Versuchen und vielen Messungen in unserer Testwerkstatt konnten wir keine Unzulänglichkeiten ausmachen, wodurch der Vector 80 unsere absolute Verkaufsempfehlung erhält.

Mit einem Online-Verkaufspreis von etwa 125 € (UVP 169,50 €) liegt der Sola Laser-Entfernungsmesser zusätzlichen im bezahlbaren Rahmen und deckt die Anforderungen im privaten sowie gewerblichen Bereich ab.

 

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