Brandschutz

Schornstein sanieren – Gründe, Infos, Anleitung

  • Alte, gemauerte Schornsteine sind oft schadhaft und passen nicht zu moderner Brennwerttechnologie. Spätestens beim Einbau einer neuen Heizungsanlage sollte daher der Schornstein auf seine Tauglichkeit überprüft werden. Ihr Ansprechpartner ist der zuständige Bezirksschornsteinfeger.
  • Spätestens bei offensichtlichen Schäden am Schornstein, wie sie bei sichtlicher Versottung oder starker Russablagerung entstehen können, besteht Handlungsbedarf, d. h. eine Schornsteinsanierung ist fällig. Sonst droht der Verfall des Schornsteins, Geruchsbelästigung und sogar Brandgefahr.
  • Wie und womit ein Schornstein saniert wird und was es dabei zu beachten gilt, zeigt die folgende »Schornstein-sanieren-Anleitung« auf. Am Ende ist eine solche Sanierungsmaßnahme Bestandteil einer optimal funktionierenden und somit energiesparenden Beheizung.

Schornstein sanieren – nach Schornsteinsanierung

Rechtliches

Landesbauverordnungen, DIN-Normen und die Feuerungsverordnung regeln die Voraussetzungen für eine genehmigungsfähige Feuerstätte inklusive Schornstein. Von daher sollten die individuellen Anforderungen an die neue Anlage bereits vor der Sanierung genau mit dem Schornsteinfeger besprochen werden. Der sanierte Schornstein muss am Ende vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Bewahren Sie die Abnahmebescheinigung gut auf.

Wann muss man einen Schornstein sanieren? Immer, wenn Schäden sichtbar werden oder sich an der Heizanlage etwas Wesentliches ändert, sollte der Schornstein mit in die Gesamtbetracht einbezogen werden. Woran erkennt man Schäden am Schornstein? Braune Flecken am Kamin oder Abplatzungen des Verputzes sind Anzeichen einer Versottung, die kein rein kosmetisches Problem darstellt. Lassen Sie es am besten gar nicht erst soweit kommen.

Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger nach dem allgemeinen Zustand Ihres Schornsteins. Gibt es bereits Hinweise auf eine beginnende Versottung oder andere Schäden am Schornstein? Hat sich vermehrt Russ abgelagert? Können Sie den Schornstein durch eine Verrohrung sanieren (meistens) oder müssen Sie den Kamin sogar neu aufmauern?
Befragen Sie ihn insbesondere vor Austausch einer Heizanlage oder eines Heizkessels sowie bei anderen Änderungen wie beispielsweise der beabsichtigten Anschaffung eines Kaminofens u. ä.

Was führt zu Schäden wie Versottung oder Glanzruß

Schornstein sanieren – Rußbrand

Bei einem Rußbrand sollten sofort die Feuerwehr und auch der Schornsteinfeger gerufen werden.

Für die Versottung ist in erster Linie eine Kondensation an den Schornsteinwänden verantwortlich. Dort entsteht dann ein Mix aus Feuchtigkeit, Säuren und Teer, die den gemauerten Kamin nach und nach durchdringen und sogar den Mörtel und Steine zersetzen können. Im besten Fall erfolgt rechtzeitig eine Schornsteinsanierung. Versottung kann unterschiedliche Gründe haben:

  • Ein schlecht isolierter, kalter Kamin oder Kaminabschnitt (z. B. ungedämmter Dachboden) begünstigt Kondensation.
  • Altes, raues Mauerwerk im Schornstein, eventuell sogar mit Versprüngen sorgt für langsameren Abzug und stärkeren Ablagerungen.
  • Ein zu großer Durchmesser des Kamins – dabei kühlt der Rauch im Kamin ab kondensiert.
  • Einbau einer neuen Heizung (Niederigtemperatur oder Brennwert), die einerseits die Kondensation flüssiger Rauchgasbestandteile nutzt (alte Schornsteine können die Flüssigkeit jedoch nicht abführen), andererseits haben die Rauchgase eine geringere Temperatur und führen so zu einem kälteren Schornstein.

Rußablagerungen entstehen vor allem durch die Verbrennung ungeeigneten Brennstoffes oder durch unzureichende Verbrennung. Also etwa bei der Verbrennung von nicht ausreichend getrocknetem Holz oder wenn beispielsweise die Verbrennung durch Minderung der Zuluft stark minimiert wird und so nicht alle Stoffe verbrannt werden.

Tipp: Verzichten Sie darauf in einem Kaminofen durch Drosselung der Zuluft über längere Zeit Glut zu halten. Lassen Sie das Feuer lieber komplett herunterbrennen und zünden Sie den Ofen später erneut an.

Bedenken Sie: Ruß ist leicht entzündlich und kann zu einem Rußbrand im Schornstein führen. Besonders, wenn Funken in den Schornstein gelangen. Durch ernorm hohen Temperaturen bei einem Rußbrand besteht Brandgefahr für das ganze Haus und benachbarte Gebäude.

Sonderfall Asbest-Schornstein

Schornstein sanieren – Schornsteinfeger ist der beratende Fachmann

Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger nach Zustand und Sanierungsempfehlungen, denn er nimmt den Schornstein am Ende ab.

Ist Ihr Schornstein schon älter? Bis 1993 wurde Asbest verbaut – besonders in den 60er-Jahren wurde fast jeder Schornstein unter Verwendung von Asbestmörtel o. ä. gebaut. Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger nach möglicher Asbestbelastung und was in diesem Fall bei der Schornsteinsanierung zu beachten ist. In jedem Fall sollten Sie die Sanierung einem entsprechend qualifizierten Fachbetrieb überlassen, wenn Asbest in Ihrem Schronstein verbaut wurde. Suchen Sie in dem Fall zur Schornsteinsanierung Firmen, die für die Asbestentsorgung zertifiziert sind.

Vor allem ist Ihre Gesundheit dabei in ernstlicher Gefahr, aber Sie können sich bei falschem Umgang auch strafbar und regresspflichtig machen. Für die Sanierung und Entsorgung von Asbest gelten strenge gesetzliche Vorschriften.

Womit einen Schonstein sanieren?

schornstein sanieren bei dachsanierung

Oft bietet sich eine Schornsteinsanierung auch im Zuge einer Dachsanierung an.

Es gibt ein breites Angebot zur  Schornsteinsanierung – Bausatz oder Set für den Heimwerker.

Es gibt Edelstahl-Sets zur Schornsteinverrohrung, ebenso Keramik-Sets und sogar welche aus Kunststoff. Welches dieser Schornsteinsysteme die beste Lösung ist, hängt vor allem von der Nutzung ab.

Während Sie für die Schornsteinsanierung Edelstahlrohr und Keramikrohre für alle Brennstoffe einsetzen können, sind Kunststoffrohre meist für Gas- und Öl-Feuerstätten bis 160°C Abgastemperatur ausgelegt. Die konkreten Vor- und Nachteile im Überblick:

Schornstein-Sanierung mit Edelstahlrohr

  • Zulassung für alle Brennstoffe
  • unempfindlich gegen Feuchtigkeit
  • flexible Rohre für Versatz im Schornstein erhältlich
  • es gibt ovale wie runde Querschnitte
  • sowohl im Schornstein als auch als zusätzlicher doppelwandiger Schornstein erhältlich
  • teuerer als Kunststoffrohr-Variante

Schornstein-Sanierung mit Keramikrohr

  • Zulassung für alle Brennstoffe
  • besonders vorteilhaft für Festbrennstoffe
  • unempfindlich gegen Feuchtigkeit
  • korrosionsbeständig
  • druckstabil
  • langlebig
  • teuerer als Kunststoffrohr- und Edelstahl-Variante
  • keine flexiblen Rohrteile in Keramik möglich

Schornstein-Sanierung mit Kunststoffrohr-Set

  • Zulassung für Öl- und Gasfeuerung bis 160°C
  • flexible Rohre erhältlich
  • unempfindlich gegen Feuchtigkeit
  • säure- und korrosionsbeständig
  • kostengünstig
  • je nach Einsatz eventuell weniger langlebig als Keramik oder Edelstahl
  • eine nachträglich Entscheidung einen Kaminofen anzuschließen ist nicht möglich

Andere Sanierungsmaterialien

Es gibt weitere, weniger verbreitete Materialien und Methoden wie zum Beispiel bei der Schornsteinsanierung Beton einzusetzen (sogenannter Feuerbeton) oder Sanierungsrohre aus Glas. Auch Verbundmaterialien in unterschiedlichsten Varianten sind auf dem Markt. Zusätzlich gibt es noch Methoden zur Versiegelung der Schornsteinwände von innen.

Geworben wird für alle Möglichkeiten. Tatsächlich langfristig sinnvoll sind von Fall zu Fall meist nur einige wenige.  Der beste Ansprechpartner bei der Planung und für die Auswahl des richtigen Materials oder der richtigen Methode ist Ihr Bezirksschornsteinfeger. Informieren Sie ihn auch über mögliche künftige Nutzungsvorhaben, die einen Einfluss auf diese Entscheidung haben könnten.

Weitere Sanierungsmaßnahmen

Schornstein sanieren – Kopf ist renovierungsbedürftig

Dieser Schornsteinkopf bei der Sanierung ebenfalls bearbeitet werden.

Mit dem Einbau eines Sanierungsrohrsystems ist die Sanierung eines Schornsteins in vielen Fällen noch nicht abgeschlossen. Das gealterte Bauwerk muss auch im Bereich über den Dachpfannen renoviert oder saniert werden und wo immer Versottungsflecken auftreten.

Versottener Schornstein

Sanieren Sie auch den Putz, wenn die Versottung bereits durchgeschlagen hat, nachdem der Schornstein verrohrt wurde. Die typischen braunen Flecken strömen einen sehr unangenehmen Geruch aus und die Feuchtigkeit, Säuren und der Teer haben Schäden verursacht. Wie die Versottung sanieren? Den Putz weiträumig um die Flecken entfernen. Mit einer speziellen Abdichtung streichen und mit Sanierputz neu verputzen.

Backstein Kamin sanieren

Der Kamin auf dem Dach hat sichtbare Schäden? Dann sollten Sie die Fugen erneuern, lose Steine befestigen, eine Schornsteinverkleidung und eventuell eine Schornsteinabdeckung anbringen. Prüfen Sie auch die Abdichtung zum Dach hin (in der Regel Bleche). Im Zweifel sollten Sie auch dort den Schornstein abdichten. Kosten für diese Maßnahmen halten sich in Grenzen, dafür erhöht sich die Haltbarkeit, wenn Sie im Zuge der Kamin-Sanierung auch den Kaminkopf sanieren.

Schornsteinsanierung – Anleitung

  1. Schornsteinfeger genau nach seinen Anforderungen und Empfehlungen befragen.
  2. Ein Unternehmen mit der Sanierung beauftragen oder ein passendes Sanierungsset oder einen -bausatz kaufen.
  3. Den Einbau genau nach Angaben des Herstellers und Anforderungen des Schornsteinfegers vornehmen.
  4. Dichtigkeit überprüfen
  5. Schornstein- oder Kaminkopf eventuell ebenfalls sanieren, verkleiden und neu abdichten.
  6. Versottungsflecken – Putz großräumig abschlagen, Spezial-Dichtmasse und Sanierputz aufbringen.
  7. Die Abnahme durch den Schornsteinfeger veranlassen.
  8. Das Abnahmedokument sorgfältig aufbewahren.

Schornstein sanieren – Kosten

Sanierter Schornstein mit Abdeckung und Verkleidung

Sanierter Schornstein mit Abdeckung und Verkleidung.

Da jeder Sanierungsfall individuell ist, können hier nur beispielhaft Kosten in Höhe von 500 bis 1000 Euro für ein komplettes Set – gegebenenfalls zuzüglich Montagekosten – zur Schornsteinsanierung im Einfamilienhaus benannt werden. Konkret müssen dann aber für die genauen Maßen und Umstände Angebote eingeholt oder die Preise für entsprechende Bausätze, Sets und Materialien recherchiert werden.

Wenn der Kamin baufällig ist, kommt ein doppelwandiger Edelstahlschornstein in Betracht, der außen am Haus entlang nach oben geführt wird auch dieser ist schon im vorgenannten Kostenrahmen erhältlich. In dem Fall wird vielleicht nur der Schornsteinkopf und der maßgeblich versottete Schornsteinteil im Dachboden rückgebaut.

Meistens sind Kunststoffrohre günstiger als Edelstahlrohre und diese wiederum günstiger als Keramik- oder Glasrohre. Im gleichen Verhältnis ist die Haltbarkeit zu sehen, sodass sich die Kosten unter dem Strich durchaus ähnlich verhalten, bezogen auf die Gesamtnutzungszeit. Wer die Schornsteinsanierung beauftragt und entsprechende Montagekosten trägt, der tut gut daran sich für eine gute Qualität mit langer Haltbarkeit zu entscheiden.

Bei Feststofffeuerung kommt die Kunststoffrohr-Variante ohnehin nicht in Betracht.

Brennwerttheizung und Kaminofen – aber nur ein Schornstein?

In dem Fall wird die Schornsteinsanierung nebst Kosten aufwendiger. Mit etwas Glück ist der Kamin groß genug um in ihm mit zwei verschiedenen Zügen für die beiden Verbrennungsarten nebst Isolierung unterzukommen mit quasi doppelt so hohen Kosten als bei einer einfachen Verrohrung. Geht das nicht, muss ein zusätzlicher Schornstein außen an der Fassade hochgeführt werden.

Muss darüber hinaus der alte Kamin trotzdem saniert werden, dann entstehen noch höhere Kosten. Es gibt nur wenige Synergieeffekte wie etwa Anfahrtkosten. Tatsächlich müssen zwei völlig verschiedene Abgasabführungen erstellt werden.

 


christiane baldwin

Christiane Baldwin

Als Onlineredakteurin verbinde ich für heimwerker.de meine DIY-Leidenschaft mit meinem Beruf – in Home Office und Werkstatt. Mein britischer Mann und unser kleiner spanischer Hund unterstützen mich bei meinen Bau- und Bastelprojekten mit Tatkraft und Humor.