Boden & Fliesen

Anleitung: Selbstklebende und selbstliegende Teppichfliesen verlegen

  • Teppichfliesen können in zwei Varianten erworben werden: selbstklebende und selbstliegende Teppichfliesen. Selbstklebende Teppichfliesen sind günstiger, lassen sich aber deutlich schwerer entfernen als selbstliegende.
  • Das Entfernen und Austauschen von selbstliegenden Teppichfliesen ist denkbar einfach. Dank Ihrer Beschichtung benötigen Sie keinen Kleber und können jederzeit angehoben werden.
  • Beim Verlegen von Teppichfliesen beginnen Sie in der Mitte des Raumes und arbeiten sich langsam zu einer Wand vor. Auf der Rückseite der Fliesen helfen Ihnen Richtungspfeile beim Auslegen.

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Teppichfliesen stellen eine gute Alternative für diejenigen dar, die bei der Wahl des Bodenbelags flexibel bleiben möchten.

Durch die verschiedenen Designs und Farben bieten sie individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für den Fußboden. So lassen sich Muster erstellen oder in einem einheitlichen Teppichboden mit einzelnen Fliesen gezielt Akzente setzen.

Durch ihre komfortable Handhabung und ihre Robustheit vereinen sie die positiven Eigenschaften eines Teppichbodens mit denen pflegeleichter Bodenbeläge. Darüber hinaus bieten Teppichfliesen einen guten Tritt-Schallschutz und unterdrücken unerwünschte Echo-Effekte in den Wohnräumen.

Auf Heimwerker.de erzählen wir Ihnen alles Wissenswerte zum Thema Teppichfliesen und geben eine Anleitung, wie Sie Teppichfliesen richtig verlegen.

1. Format und Material der Teppichfliesen

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Mit Teppichfliesen lassen sich Muster besonders einfach legen.

Die meisten Teppichfliesen haben das Standardformat 50×50 oder 40×40 Zentimeter. Bei der Auswahl der Fliesen müssen sich Heimwerker sowohl für eine Farbe aus der großen Farbpalette sowie unterschiedlichen Mustern als auch für ein Material entscheiden.

Denn der Flor, d. h. das Obermaterial der Teppichfliese, besteht aus Schurwolle, Nadelvlies oder aus Kaschmir-Ziegenhaar sowie aus exotischen Naturmaterialien, wie Kokos und Sisal. Wie bei Teppichen unterscheidet man auch bei Teppichfliesen zwischen Velours und Schlingenware.

Aufgrund ihres Formats eignen sie sich für kleine und große Räume, zum Beispiel als Boden in einheitlicher Farbgebung oder als kontrastreiche Variationen. Bei einem samtartigen Material ist die Laufrichtung bei der Verlegung zu beachten.

Tipp: Für ein einheitliches Bild sollten gemusterte Teppichfliesen so verlegt werden, dass die einzelnen Fliesen aufeinander abgestimmt sind. Wer eigene Muster mit einfarbigen Platten erstellen möchte, misst zuvor den Raum aus und zeichnet einen Plan. Auf diese Weise lässt sich ein individueller Bodenbelag gestalten.

2. Selbstklebende Teppichfliesen

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Beim Verlegen von Teppichfliesen benötigen Sie keinen Teppichkleber.

Im Handel sind selbstklebende und selbstliegende Teppichfliesen erhältlich. Die selbstklebende Variante besteht in der Regel aus Nadelfilz und besitzt auf der Unterseite eine klebende Beschichtung.

Wenn Sie diese Teppichfliesen verlegen möchten, ziehen Sie einfach die Folie auf der Rückseite ab und drücken diese fest auf den Boden. Es ist kein zusätzlicher Kleber erforderlich.

Von Nachteil ist aber, dass diese Variante permanent am Boden fixiert ist und beim Austausch empfindliche Untergründe beschädigt werden könnten, zum Beispiel Parkett oder Laminat. Preislich sind selbstklebende Teppichfliesen bereits ab ca. 5 Euro Quadratmeter erhältlich.

2.1. Selbstklebende Teppichfliesen entfernen

Selbstklebende Fliesen lassen sich nur schwer und mit einem hohen Aufwand entfernen. Das ist besonders in Mietwohnungen zu beachten, wenn der neu verlegte Bodenbelag später wieder herausgenommen werden muss. Zunächst müssen die Teppichfliesen vom Boden abgezogen werden.

Die hartnäckigen Kleberreste lassen sich auf verschiedene Weisen unter anstrengender Arbeit entfernen:

  • Mit Seifenlauge einweichen und mit einem Glaskeramikspachtel abkratzen – Vorsicht bei Holzböden.
  • Mit Lösemittel und Spachtel

3. Selbstliegende Teppichfliesen

Selbstliegende Teppichfliesen austauschen

Bei Verschmutzungen oder Beschädigungen lässt sich eine einzelne selbstliegende Teppichfliese einfach austauschen. Hierzu hebt man die betroffene Platte heraus und platziert eine neue Fliese.

Selbstliegende Fliesen, auch SL-Fliesen genannt, haben ein höheres Eigengewicht, das durch ihre Schwerbeschichtung zustande kommt, sodass sie ebenfalls ohne zusätzlichen Teppichkleber im gesamten Zimmer verlegt werden. Dabei ist auf eine stabile Rückenkonstruktion zu achten.

Je stabiler sie sind, desto besser und fester liegen sie auf dem Boden. Meistens besteht ihre Beschichtung aus PVC oder Bitumen. SL-Teppichfliesen sind teurer als die selbstklebende Variante und kosten pro Quadratmeter ca. 15 bis 20 Euro.

Falls Sie sich noch nicht sicher sind, für welche der Beiden Varianten Sie sich entscheiden sollen, haben wir hier noch einmal die Vor- und Nachteile von SL-Teppichfliesen für Sie aufgelistet:

    Vorteile
  • kein Kleber beim Verlegen notwendig
  • Platte lässt sich einfach entfernen oder austauschen
  • Fehler beim Verlegen lassen sich schnell ausbessern
    Nachteile
  • teurer als selbstklebende Teppichfliesen
  • können eventuell verrutschen

4. Teppichfliesen verlegen und austauschen

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Selbstliegende Teppichfliesen haften dank ihrer Beschichtung auf der Rückseite am Boden.

Die Verlegung von Teppichfliesen sollte sorgfältig geplant werden, da die erste Fliese in der Mitte der Raumes positioniert wird und von dort aus die weiteren Reihen gelegt werden. Außerdem befindet sich unter jeder Platte ein Richtungspfeil.

Für ein gleichmäßiges Bild zeigen alle Pfeile in eine Richtung. Für eine Schachbrett-Verlegeweise platzieren Sie die Teppichfliesen abwechselnd in Quer- und Längsrichtung. Dies ist vor allem bei Schlingenware und Rippenstruktur empfehlenswert, da es ihre Struktur hervorhebt.

Die erste Fliesenreihe fixiert man sowohl bei der selbstklebenden als auch bei der selbstliegenden Variante provisorisch mit doppelseitigem Klebeband.

Auf diese Weise verrutscht sie nicht und kann jederzeit in ihrer Position korrigiert werden. Zuerst platziert man eine Fliese in der Mitte der Reihe und arbeitet sich Fliese um Fliese zur Wand. Bei den folgenden Reihen beginnt man ebenfalls in der Mitte.

Sie sollten bündig und ohne Druck aneinander anschließen. Zum Abschluss werden die Teppichfliesen in der zu Beginn frei gelassenen Reihe verlegt.

Bei einer starken Beanspruchung des Bodenbelags lassen sich selbstliegende Teppichfliesen zusätzlich mit einer speziellen Haftfixierung befestigen.

Tipp: Beim Verlegen von Teppichfliesen ist auch der Untergrund entscheidend. Dieser sollte nämlich möglichst gerade sein. Besonders geeignet ist also Parkett, Laminat oder Estrich. Fliesen eignen sich wegen ihrer Fugen nicht.

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