Bauen & Renovieren

Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus zu bauen spart Heizkosten und schont die Umwelt

Fixkosten sind Ausgaben, die ein Hausbesitzer regelmäßig abführen muss. Hier lassen sich kurzfristig nur wenige Einsparungen erreichen. Es ist daher wichtig, vorausschauend zu handeln und an die laufenden Kosten der nächsten Jahre zu denken. Ein großes Potential bieten hierbei die Heizkosten, die sich mit dem Bau eines Passivhauses fast auf Null senken lassen.

Worin unterscheidet sich ein Passivhaus von anderen Häusern?

Ein Passivhaus selber bauen

Häuser lassen sich anhand ihres Energieverbrauches einteilen und unterscheiden, woraus sich die laufenden Heizkosten entnehmen beziehungsweise einplanen lassen:

  • Nicht sanierte Wohnhäuser mit einem Alter von etwa 30 bis 50 Jahren benötigen im Schnitt etwa 300 kWh je Quadratmeter im Jahr und machen den Unterschied zu modernen und modernisierten Energiespar- oder Passivhäusern deutlich.
  • Niedrigenerhäuser dürfen einen maximalen Verbrauch von 7 Liter Heizöl (entspricht etwa 70 kWh) je Quadratmeter im Jahr aufweisen und lassen sich anhand der benötigten Heizenergie weiter unterteilen. Beispielhaft wären KfW-Effizienthäuser 55 (< 35 kWh) und KfW-Effizienthäuser 40 (< 25 kWh).
  • Sogenannte 3-Liter-Häuser zählen nicht zu einer einheitlichen Klassifizierung und dienen eher als umgangssprachliche Bezeichnung von Energiesparhäusern mit einem maximalen Heizenergieverbrauch von bis zu 3 L Heizöl (etwa 30 kWh) je Quadratmeter im Jahr. Die Bezeichnung entstammt dem Trend des 3-Liter-Autos.
  • Passivhäuser bilden den Baustandard mit dem geringsten Heizwärmebedarf. Mit einem Verbrauch von unter 15 kWh je Quadratmeter im Jahr, fallen die Heizkosten kaum noch ins Gewicht.

Ein Passivhaus bauen – worauf ist zu achten?

Passivhäuser nutzen passive Energiequellen

Passivhäuser dürfen einen Heizwärmebedarf von 15 kWh je Quadratmeter im Jahr nicht überschreiten. Aufgrund dieser Tatsache allein darf ein Haus jedoch nicht als Passivhaus bezeichnet werden . Hinzu kommen Auflagen, wie die Beschränkung des Primärenergiebedarfs von 120 kWh je Quadratmeter im Jahr, eine geprüfte Luftdichtheit (Blower-Door-Test) und ein besonderer Wirkungsgrad zwischen aufgebrachter und genutzter Energie. Die exakten Werte sind den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts in Darmstadt zu entnehmen.

Grundlegend unterscheidet sich ein Passivhaus nicht von Häusern einer anderen Klassifizierung. Weder das Design, die Bauweise, noch die Form der Zusatzheizung sind vorgeschrieben und festgelegt. Mit den entsprechenden Baumaßnahmen, wie die Modernisierung der Fenster, Abdichtung der Gebäudehülle und einer nachträglichen Dämmung lassen sich sogar alte Häuser in in Passivhäuser umwandeln. Hierbei sollten jedoch die anfallenden Kosten beachtet werden. Effektiver ist die Umsetzung eines Passivhauses mit einem Neubau.

Wer sich ein Passivhaus bauen lassen möchte oder gerne selber bauen möchte, muss natürlich die Kosten und den Kosten-Nutzen-Faktor im Auge behalten. Die Bezeichnung Passivhaus benötigt einen besonderen Arbeitsaufwand und vorgeschriebene Prüfungen, die zusätzliche Kosten verursachen. Hier muss genau abgewogen werden, ob sich der erhöhte Aufwand rechnet. Mitunter amortisieren sich die Kosten erst nach vielen Jahren. Eine genaue Aufschlüsselung der entstehenden Kosten liefert die Beratung eines Fertighaus-Unternehmens, wie CAL-Classic-Haus, mit Erfahrungen im Passivhausbau. Hier können Sie sich die Unterschiede zu anderen Klassifizierungen aufzeigen lassen und vor allem die investierten Kosten vergleichen. Je größer das geplante Haus oder je länger die Nutzung ist, desto eher rechnet sich die Einsparung durch ein Passivhaus. Nicht zu vernachlässigen ist ebenso die staatlichen Förderung in Form einer günstigen Finanzierung, über die das beauftragte Bauunternehmen genaustens informieren kann. Ohne fundierte Kenntnisse, ist es dem Bauherren kaum möglich alle Werte zu kalkulieren und zu vergleichen.

Vorteile eines Passivhauses

Ein Passivhaus zu bauen, bedeutet natürlich nicht nur ökologisch zu bauen und auf Dauer an den Heizkosten zu sparen. Passivhäuser verbessern die Wohnqualität.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten sich gemütlich mit Ihrem Lieblingssessel und einem guten Buch in eine gedämpfte Ecke des Hausen verziehen, um in Ruhe zu schmökern. Außenwände bedeuten in einem schlecht dämmten Haus zumeist kalte Wände und Ecken – Gemütlichkeit ist da kaum zu finden und der kalte Schauer, der einem über den Rücken läuft, ist selten dem spannenden Krimi geschuldet. Ein Passivhaus kennt keine kalten Wände und selbst die äußerte Ecke zwischen zwei Außenwänden ist so gemütlich, wie jede andere Stelle im Haus. Sogar auf den Boden können Sie sich zum Lesen legen, ohne Einbuße an der behaglichen und gleichmäßigen Wärme befürchten zu müssen. Passivhäuser sind so geplant und umgesetzt, dass sie zum größten Teil die im Haus entstehende Wärme durch Kochen, von Elektrogeräten oder die eigene abgegebene Wärme nutzen. Eine gute Dämmung behält diese im Innenraum und der Verlust ist minimal. Diese passive Wärmenutzung reduziert den dauerhaften Einsatz zentraler Wärmequellen und garantiert ein gleichmäßiges Temperaturniveau. Heiße Heizkörper und gegenüberliegende kalte Wände gehören der Vergangenheit an.

Um auch durch die benötigte Lüftung und „Entsorgung“ der verbrauchten Luft keine Wärme zu verlieren, ist der Einsatz einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nötig. Diese entzieht der verbrauchten Luft die eingesetzte Heizenergie und gibt sie an die zugeführte Frischluft weiter. Ein regelmäßiges Stoßlüften ist nicht mehr erforderlich. Sie können sich beruhigt zurücklehnen, Ihr Buch genießen und Ihr Passivhaus bleibt stets frisch, ohne dabei Heizenergie zu verschwenden.

Der Bau eines Passivhauses ist somit nicht nur eine finanzielle Planung. Er bietet einen ausgesprochenen Wohnkomfort, benötigt weniger Aufwand beim Heizen und Lüften und ist dabei noch sparsamer, als alle anderen Baustandards.