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Durchlauferhitzer: Tests, Spartipps & Unterschiede zwischen hydraulisch, elektronisch und vollelektronisch

Durchlauferhitzer im Test

Durchlauferhitzer von Vaillant

Warmes Wasser aus der Leitung ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, an das warme Wasser zu gelangen. Durchlauferhitzer – auch Warmwasser-Geyser, Therme oder Gastherme genannt – haben dabei ein wenig den Ruf, große Stromfresser zu sein.

Mit dem passenden Modell und der richtigen Handhabung lässt sich aber sogar viel Strom sparen – vor allem im Vergleich zu einem Boiler.

Wenn ein Durchlauferhitzer hydraulisch betrieben wird, dann ist er stets abhängig vom Wasserdruck, weshalb er zur Einschaltung immer eine Mindestdurchlaufmenge benötigt. Zumeist hat eine solche Therme auch nur zwei mögliche Erwärmungsstufen. Wenn sich während des Betriebs die Wassermenge ändert, die durch die Therme hindurchfließt, ändert sich auch die Temperatur. So kann es vorkommen, dass das Wasser während des Duschens heiß oder kalt wird, wenn jemand anderes in der Wohnung sich zeitgleich die Hände wäscht. Warmwasser-Geyser dieses Typs sind preiswerter als elektronische betriebene, fast alle Hersteller wie Stiebel-Eltron, Siemens und AEG haben sie noch im Angebot.

Wie ein Durchlauferhitzer funktioniert

Durchlauferhitzer und seine Funktionsweise (Quelle: Baumarkt.de).

Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser erst, wenn es benötigt wird. Darin liegt auch der Unterschied zu einem Boiler. Denn Boiler und Heißwasserbereiter erhitzen das Wasser dauerhaft und treiben dadurch die Stromkosten in die Höhe. Allerdings haben Thermen ein kleineres Fassungsvolumen als Boiler und sind im Gegensatz zu Wand-Wasserkochern nicht zur Bereitung von kochendem Wasser geeignet. Sie werden vor allem in Küche und Bad eingesetzt. Warmwasser-Geyser haben verschiedene kW-Leistungen (Kilowatt). Üblich sind 18, 21, 24, 27 und 33 kW. Die kleineren Varianten werden auch als Kleindurchlauferhitzer bezeichnet und sind dort sinnvoll, wo es auf eine geringe Baugröße ankommt.

Das Gerät arbeitet folgendermaßen: Im Inneren befindet sich ein Röhrensystem das erhitzt werden kann. Dadurch kann das durchströmende Wasser innerhalb von Sekunden aufgeheizt werden. Es gibt auch Modelle, die nicht mit Strom, sondern mit Gas betrieben werden. Allerdings sind Gaserhitzer nicht so kompakt wie die elektrischen und haben eine längere Startzeit. Dieses Manko kann aber durch einen integrierten Kleinspeicher kompensiert werden. Mit einer höheren Heizleistung kann auch mehr Wasser auf einmal erhitzt werden.

Hydraulisch geregelte Thermen

Elektronisch gesteuerte Warmwasser-Geyser

Wird die Therme elektronisch gesteuert, ist sie unabhängig vom Wasserdruck. Die Wassermenge hat demnach keinen Einfluss auf die Temperatur, wodurch es auch keine Temperaturschwankungen bei gleichzeitigem Betrieb mehrerer Wasserhähne gibt. Zwar sind elektronische Durchlauferhitzer teurer als die hydraulischen, doch holt man dieses Geld bei der Einsparung der Energiekosten wieder rein.

Vollelektronische Durchlauferhitzer

Durch die intelligente, vollelektronische Regelung hält dieser Durchlauferhitzer immer genau die Wunschtemperatur und spart gleichzeitig bis zu 30 % Wasser und Energie im Vergleich zu hydraulischen Durchlauferhitzern. Sämtliche Druck- und Temperaturschwankungen werden aktiv ausgeglichen.

Installation und Wartung der Therme

Sie sollten einen Durchlauferhitzer nie selbst anbringen! Er darf nur von Fachpersonal angebracht werden und zum Teil bedarf es sogar einer Genehmigung durch das jeweilige Energieversorgungsunternehmen, was insbesondere vom jeweiligen Stromnetz abhängt und damit, dass Thermen sehr viel Energie benötigen.

Besitzen Sie einen Durchlauferhitzer, der elektronisch betrieben wird, benötigt dieser in der Regel keine Wartung. Wird die Therme mit Gas betrieben, sollten die Brennräume jährlich gereinigt werden.

Vor- und Nachteile von Durchlauferhitzern

Durch den Durchlauferhitzer muss das Wasser keine langen Leitungswege zurücklegen und die zugeführte Energie wird automatisch abgeschaltet, wenn man den Wasserhahn zudreht. Bei Boilern z.B. wird eine bestimmte Wassermenge dauerhaft erhitzt und Boiler brauchen nach dem Abschalten (z.B. weil man längere Zeit verreist) lange Zeit, bis sie das Wasser wieder auf Temperatur gebracht haben. Mit einer Therme hat man hingegen sofort wieder warmes Wasser.

Jedoch kann es passieren, dass der Durchlauferhitzer nicht installiert werden kann, weil es keinen Gasanschluss gibt, oder die Ampere-Zahl der Stromleitung nicht ausreicht. Bei einem Elektroanschluss ist der Leistungsquerschnitt ausschlaggebend. Denn Elektro-Thermen benötigen mindestens 20 Ampere. Hier liegt der Vorteil von Gasthermen: Zwar ist der Wirkungsgrad geringer als bei einem Elektrodurchlauferhitzer, doch wird auch nur halbsoviel Energie verbraucht.

Spartipps für Durchlauferhitzer

Man sollte den Erhitzer auf bestimmte Temperaturen einstellen können, weil dadurch eine Menge Energie gespart werden kann. Ebenso verringert eine gute Isolierung der Warmwasserleitung den Energieverbrauch. Zudem sollte man nie kaltes Wasser hinzumischen, denn dadurch wird nur unnötig Energie verbraucht.

Die Temperatur sollte möglichst unter 60° eingestellt werden, weil das die Kalkablagerungen an den Heizelemeten verringert, und Kalkablagerungen verursachen höheren Stromverbrauch. Es gilt auch lange Wege zu vermeiden, weshalb der Erhitzer in der Nähe des Hahns oder der Dusche angebracht werden sollte, um Wärmeverlust zu vermeiden. Liegen Becken und Dusche weit auseinander, sollte man über die Anschaffung eines kleinen separaten Erhitzers für das Waschbecken nachdenken.

Eine Duschsäule in Kombination mit einem Durchlauferhitzer

Wer eine Therme betreibt und eine Duschsäule mit mehreren Massagedüsen anschaffen möchte, sollte dringend darauf achten, dass diese auch mit dem Durchlauferhitzer funktioniert. Es kann passieren, dass die Duschsäulen mehr warmes Wasser verbrauchen, als die Therme produzieren kann. Meistens ist die Möglichkeit der Verwendung mit Durchlauferhitzer in der Produktbeschreibung vermerkt.

 

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Kommentare
  • Hallo Ramona,

    es ist leider tatsächlich so, dass Heizung und Warmwasser sehr viel Strom benötigen. Ein Durchlauferhitzer ist gegenüber einem Warmwasserspeicher jedoch schon die sparsamere und bessere Variante, da dieser nur das Wasser erwärmt, welches tatsächlich benötigt wird. Zwar gibt es auch bei den Durchlauferhitzern technische Unterschiede und dadurch eine unterschiedliche Effektivität, allerdings sind Durchlauferhitzer nicht gerade günstig und ein Modellwechsel empfiehlt sich nur bei einer geplanten Neuanschaffung.
    Großes Augenmerk sollte daher für Dich auf andere "Stromfresser" wie Waschmaschine, Trockner oder Kühlschrank liegen.

    Viele Grüße,
    Dein Team von heimwerker.de
    Redaktion - heimwerker.de 10.07.2015 08:42:56 antworten
  • Guten Tag,
    von meinem Stromanbieter erhielt ich eine Nachzahlung von 300,-€ für den Zeitraum von 01.09.14 bis 29.06.2015.
    Nach einem ausführlichen Telefonat, wurde mir gesagt, das der Durchlauferhitzer im Bad die höchsten Stromkosten in der Wohnung ausmachen. Ist dem tatsächlich so, verbrauchen diese Teile sehr viel Strom?
    Kann mir hier jemand weiter helfen und mir nützliche Informationen bieten
    L. G. Ramona.
    Ramona Flemming 10.07.2015 08:33:19 antworten
  • Gibt es einfache Regeln nach denen man Gebrauchte elektronische und vollelektronische unterscheiden kann?
    Gibt es nicht auch elektronische mit LC-Display?
    Gibt es auch einen Unterschied im Stromverbrauch (was noch?) zwischen elektronischen und Vollektronischen?

    Gibt es für die Baugrößen von 18, 21, 24, 27 und 33 kW feste Ampere-Werte zur Absicherung und Querschnitt-Berechnung?

    Und wie muss man da rechnen?
    Z.B. 40A, wären ja auf drei Phasen verteilt. Also muss ich für die Rechnung des Querschnitt die z.B. 40A durch drei teilen? Also z.B. 13,4A.
    Wenn ich nun z.B. 2m Leitung (die Spüle in der Küche ist z.B. direkt über dem Stromkasten im Keller) eingebe, und 13,4A angebe, erhalte ich als nötigen Querschnitt nur 0,11mm². Ist das rein physikalisch (unbeachtet irgendwelcher Vorgaben des VdE etc.) wirklich der ausreichende Querschnitt?

    Dann behauptet hilfreiche-tools.de folgendes: Da der Strom hin und zurück strömt muss man zum Berechnen die doppelte Kabellänge nehmen.
    Zurück (wenn man das bei Wechselstrom so nennen will) läuft es doch über einen weiteren Draht (?).

    Müsste ich z.B. bei diesem Rechner unter egonraich.it wirklich die doppelte Länge eingeben?
    Tobias Claren 02.03.2015 12:48:13 antworten
  • Hallo Tobias,

    da solche elektrischen Geräte durch einen Fachmann installiert werden müssen, wird dieser auch über die nötigen Kenntnisse verfügen und Leitungen sowie Sicherungen ordnungsgemäß zu berechnen.

    Du kannst Dich aber gerne in unserem Forum (siehe Linkbox über den Kommentaren) über Erfahrungswerte austauschen.

    Viele Grüße
    heimwerker.de - Redaktion
    heimwerker.de - Redaktion 02.03.2015 12:46:01 antworten
  • Danke für die ausführlichen Infos und die Grafik.
    Weiter so
    Durchlauferhitzertest 17.01.2014 19:07:11 antworten
  • Sehr gute Erklärung, sehr hilfreich für mich.
    basada 28.08.2013 09:38:47 antworten
  • Gute Info zum Durchlauferhitzer
    Löchel 25.04.2013 09:54:28 antworten
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