Boden & Fliesen

Fertigparkett verlegen – Anleitung in 4 Schritten

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Fertigparkett besteht aus den drei Schichten Unter-, Mittel- und Edelnutzholzschicht. Um 90° versetzt verklebt, geben sie Stabilität, Maßgenauigkeit und lassen sich durch jeden ambitionierten Heimwerker selber verlegen.

Wichtig ist der richtig vorbereitete Untergrund. Er sollte sauber, trocken und ohne größere Unebenheiten sein. Darauf folgen Dampfbremse und Trittschalldämmung oder eine Kombination aus beidem.

Durch die von Laminat bekannte Loc- oder Klick-Konstruktion ist eine Verlegung ohne Leim möglich und ein fertiges Endergebnis ist schnell erreicht. Anders als Massivparkett, muss man Fertigparkett nicht abschleifen, beschichten oder ölen.

Werden alle Details einer fachgerechten Verlegung beachtet, hat man viele Jahre Freude an seinem Echtholzboden. Auf Heimerker.de zeigen wir mit unserer Anleitung, wie Ihnen das gelingt.

1. Das sollten Sie vor dem Verlegen bedenken:

1.1. Dielenarten und Raumwirkung

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Für eine ruhige Raumatmosphäre bietet sich ein 1- oder 2-Stab-Parkett an.

Bezeichnungen wie Schiffsboden und Landhausdiele kennzeichnen, um welche Dielenart es sich handelt. Bei einem Fertigparkett Schiffsboden, auch 3- Stab- Parkett genannt, liegen 3 Friese nebeneinander und versetzt auf einer Diele, welches eine lebhaftere Raumwirkung erzeugt als bei der Landhausdiele mit ruhigerer Oberflächenwirkung.

Bei Fertigparkett Landhausdielen, auch 1- oder 2- Stab-Parkett genannt, liegen auf einer Diele ein bis zwei Holzfriese mit oder ohne Versatz.

Die Angabe 1-, 2- oder 3-Stab legt fest, wie viele Holzbretter oder Stücke nebeneinander auf einem Parkettstück sind. Damit sich ein ruhiges Gesamtbild ergibt, sollte bei größeren Räumen eher 1- oder 2-Stab-Parkett Verwendung finden.

1.2. Sortierungen und Preisstellungen

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Die Select-Sortierung setzt auf ein gleichmäßiges Raumbild.

Neben Holzart und Dielenart spielt auch die Sortierung eine wichtige Rolle bei der räumlichen Wirkung und nicht zuletzt beim Preis.

Eine Select- Sortierung umfasst beispielsweise nur ausgesuchte Hölzer mit einem regelmäßigen Faserverlauf und geringsten Variationen in Farbe und Struktur.

Eine Natur- Sortierung weist dagegen Unregelmäßigkeiten im Faserverlauf sowie Variationen in Farbe und Struktur auf. Demzufolge besitzt ein Holzfußboden mit Select- Sortierung ein hohes Preisgefüge.

Die Vor- und Nachteile der Natur-Sortierung im Überblick auf Heimwerker.de:

  • sehr natürliches Erscheinungsbild
  • preisgünstiger
  • Variationen können vorher nicht angesehen werden

1.3. Oberflächenarten

Verlegrichtung

In welche Richtung Parkett verlegt wird, wird durch mehrere Faktoren beeinflusst und ist nach keiner zwingend festgelegt. Es entscheiden der persönliche Geschmack ebenso, wie räumliche Begebenheiten. Quer verlegtes Parkett lässt beispielsweise kleine Räume größer wirken.

Fertigparkett ist in den meisten Fällen mit Lack versiegelter oder bereits werksseitig geölter Oberfläche erhältlich. Beide Oberflächen sind UV-gehärtet, um eine höhere Widerstandsfähigkeit und Pflegeleichtigkeit zu erreichen.

Egal für welche Oberflächenart man sich entscheidet, beide haben zum Ziel, die Oberfläche gegen Beanspruchung zu schützen, sind lösemittelfrei und können nach Jahren des Gebrauchs in Abhängigkeit von der Nutzschichtstärke abgeschliffen und neu behandelt werden.

1.4. Lichteinfall

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Die Verlegrichtung des Parketts richtet sich nach der größten Lichquelle.

Um möglichst wenig Schatten an den Fugen zu erzeugen, wird Parkett, wie auch Laminat, längst zum Lichteinfall oder anderen Lichtquellen verlegt.

Besitzen mehrere Wände Fenster, entscheidet die Größe der Fenster bzw. der Sonnenverlauf und die damit verbundene Lichtmenge.

1.5. Räumliche Begebenheiten

Neben Lichteinwirkung kann auch die räumliche Aufteilung die Verlegerichtung beeinflussen. Gerade bei schmalem Räumen sollte sich eher danach gerichtet werden.

1.6. Behaglichkeit und Einrichtungen

Die Frage des persönlichen Geschmacks sollte die letzte Entscheidung fällen. Denn neben allen anderen Einflüssen, ist auch der Wohlfühlfaktor ausschlaggebend. Für viele Menschen wirkt ein Raum einladender, wenn sie nicht virtuell, durch quer zur Tür verlegtes Parkett, gebremst werden.

Tipp: Auch die allgemeine Laufrichtung im Zimmer kann entscheidend für den Gesamteindruck sein.

2. Anleitung: Fertigparkett verlegen

Um starkes verziehen des Parketts zu vermeiden, empfiehlt es sich, diese bereits zwei Tage vorher in geöffneter Verpackung im entsprechenden Raum zu lagern.

Schritt 1 – Untergrund reinigen

fertigparkett-dehnungsfuge

Bei der ersten Reihe gilt es besonders auf die Dehnungsfuge zu achten.

Bevor Parkett verlegt wird, sollte der Untergrund peinlich gereinigt und optimal gesaugt werden. Nach der Dampfbremse, welche sorgfältig abgedichtet und untereinander verklebt wird, folgt die Trittschalldämmung.

Schritt 2 – Die erste Reihe

Die erste Reihe wird untereinander verleimt und mit Abstandskeilen an der Wand ausgerichtet. Dabei ist darauf zu achten, dass überall die Dehnungsfuge eingehalten wird.

Das letzte Stück wird nun mit einem Zugeisen bündig angefügt. Zur Sicherheit sollte auch der Seitenabstand mit Keilen gesichert werden.

Tipp: Der richtige Abstand zur Wand wird immer mit zwei Keilen übereinander eingestellt. So können unterschiedliche Maße genutzt werden und es ergibt sich eine gerade Anlagefläche.

Schritt 3 – Die weiteren Reihen

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Nach drei Reihen sollten Sie eine Pause einlegen, damit der Leim richtig trocknen kann.

Nach der ersten Reihe, wird die zweite mit dem Reststück der ersten begonnen. Ist dieses zu klein und lässt sich nicht sicher anfügen, bildet ein neues Brett, mittig geteilt, eine bessere Basis.

Stück für Stück leimt man nun die einzelnen Bretter zusammen. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle, ob sich durch das Zusammenschlagen weiterer Bretter, nicht die ersten wieder gelöst haben.

Sind so die ersten drei Reihen gelegt, ist eine längere Pause Vorteilhaft. In der Zeit kann der Leim trocknen und die ersten Bretter sicher verbinden.

So ergibt sich eine gerade und feste Anlagefläche, an der sicher das restliche Parkett verlegt werden kann.

Schritt 4 – Die letzte Reihe und Sockelleisten

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Das letzte Brett wird mit etwa einem Zentimeter Abstand eingesetzt.

Sind alle Reihen verlegt, wird der restliche Abstand zur Wand gemessen und die letzten Bretter mit etwa 10mm weniger zugesägt.

Ist der Raum beziehungsweise die Wand nicht gerade oder stark uneben, hilft es die letzten Stücke vor ihren späteren Platz zu legen, am Anfang und Ende eines jeden Brettes den Abstand zur Wand zu messen und mit 10mm weniger auf die Rückseite vom Parkett zu übertragen. Damit ergibt sich überall eine gleichmäßige Dehnungsfuge.

Nach der Entfernung aller Abstandskeile, können die Sockelleisten und Übergangsprofile angebracht werden.

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