Dach

Das Haus fit für den Winter

Auch an die Regenrinne sollte beim Herbst-Check gedacht werden. Foto: Verband privater Bauherren

Niedrige Temperaturen und Eisbildung, der Wechsel von Schneefall und Tauwasser, späte Herbststürme – das alles kann einem Gebäude erheblich zusetzen. Deshalb ist es vor Beginn der kalten Jahreszeit wichtig, Schwachstellen im und am Haus aufzuspüren, gefundene Mängel zu beheben und auch die Hausinstallation auf den Winter vorzubereiten.

Viele Gefahren für Bausubstanz und Bewohner können Sie auf einem Rundgang durchs Haus und rund ums Haus herum mit wachem Blick leicht aufspüren. Wir begleiten Sie dabei, zeigen Ihnen die möglichen Probleme und erklären, wie Sie vorbeugen können.

Entdeckte Schäden oder beginnende Probleme sollten Sie notieren und in einer Prioritäten-Liste zusammenstellen: Was muss sofort erledigt werden, was hat noch etwas Zeit, und was ist langfristig für die Verbesserung von Komfort und Sicherheit wünschenswert?

Die Richtschnur ist dabei zuerst, ob eine Gefahr für die Bewohner besteht, und an zweiter Stelle, wie teuer es wird, wenn in Folge des festgestellten Mangels ein Schaden eintritt. Arbeiten Sie dann Ihre Liste nach diesen Prioritäten ab.

Dach begutachten

Dachrinnengitter sind ein neuartiges System, welches das Verstopfen ihrer Dachrinnen verhindert.

Den wirksamsten Schutz gegen winterliche Wetterverhältnisse bietet ein intaktes Dach. Dort sollten Sie mit ihrer Inspektion beginnen. Nehmen Sie eine Sichtkontrolle des Dachs von innen vor. Zugluft, Schimmel oder feuchte Stellen können Hinweise auf lockere, verrutschte oder defekte Dachziegel oder Betondachsteine sein. Gehen Sie dem nach und lassen Sie Schäden am Dach reparieren.

Aus Sicherheitsgründen sollte nur ein Fachmann außen an der Eindeckung arbeiten. Auch bei der Sichtkontrolle von außen sollten Sie sich bei höheren als eingeschossigen Gebäuden auf das beschränken,. was Sie vom Garten, von der Straße oder von einem Dachfenster aus überblicken können, ohne sich selbst zu gefährden.

Einen genaueren Blick verdienen auch die Dachrinnen. Während sommerlicher und herbstlicher Unwetter und Stürme werden immer wieder Blätter und kleine Zweige aufs Dach geweht. Sie sammeln sich in den Dachrinnen und Fallrohren und sollten von dort entfernt werden. Sonst können sie bei der Schneeschmelze gegen Ende des Winters oder in zwischenzeitlichen Wärmeperioden den Abfluss von Tauwasser blockieren – Durchfeuchtungen der Fassade und Wasserschäden können die Folgen sein.

Empfehlenswerte ist zum einen eine Reinigung der Dachrinnen und Fallrohre, zum anderen die Vorbeugung gegen Verstopfungen durch das Anbringen von Laubschutzgittern.

In stark schneegefährdeten Gebieten wäre mittelfristig auch zu überlegen, Schneefanggitter anbringen zu lassen. In Gegenden, die häufig von Stürmen heimgesucht werden, ist die Sicherung von Dachsteinen durch Sturmhaken sinnvoll.

Fassade untersuchen

Schutz vor der Witterung bietet auch die Fassade. Deshalb gebührt ihr der nächste kritische Blick. Hier sollten Sie vor allem auf Risse achten. Feine Risse, sogenannte Haarrisse, sollten Sie mit einer geeigneten Füllmasse verschließen, damit sie nicht durch eindringende Feuchtigkeit zu größeren Schäden führen.

Größere Risse sollten beobachtet werden – hier ist es auch ratsam, einen Experten hinzuzuziehen, der die Ursache ermittelt und Tipps zur Behebung gibt. Ob sich ein Riss im Laufe der Zeit erweitert, kann man mit einer sogenannten Rissplombe ermitteln, einem kleinen Batzen Gips, den man auf den Riss gibt und in den man das aktuelle Datum einritzt. Anschließend wird die Plombe regelmäßig kontrolliert – reißt sie selbst auf, ist noch Bewegung im Riss. Kann ein Riss saniert werden, sollte man das vor dem Winter erledigen.

Ein weiterer Schwachpunkt sind Fassadenverkleidungen wie Holzschalungen. Prüfen Sie, ob daran noch alles festsitzt, ob sich keine Lücken gebildet oder Elemente gelöst haben. Bei Bedarf sollte man mit einer reparatur nicht allzu lange warten.

Außenbereich kontrollieren

Was vor dem Winter im Garten zu tun ist, wissen erfahrene Hobbygärtner ohnehin. Ist dort alles erledigt, werden Gartenwerkzeuge gereinigt und verstaut und motorisierte Geräte eingelagert. Das gleiche gilt für Gartenmöbel, wenn sie nicht wirklich wetterfest sind.

Sehr wichtig sind Wasserleitungen, die aus dem Haus ins Freie führen sowie Außenwasserhähne. Sie sollten abgesperrt und vollständig entleert werden.

Da es im Winter früh dunkel wird, prüfen Sie am besten auch die Außenbeleuchtung auf einwandfreie Funktion. Möglicherweise nehmen Sie dies auch zum Anlass, eine Steuerung durch einen Helligkeitssensor und/oder durch einen Bewegungsmelder einzubauen – beides schafft mehr Komfort und Sicherheit.

Weniger Luftzug – mehr Gemütlichkeit

Vor allem in älteren Gebäude sollten vor dem Winter auch die Fenster auf Dichtigkeit geprüft werden. Bildet sich hier Zugluft, dann kostet das nicht nur unnötige Heizenergie, in den Räumen wird es auch schnell unbehaglich.

Auch wenn Sie vorhaben, in Zukunft einmal die Fenster durch Austausch auf einen besseren energetischen Standard zu bringen, können Sie als Sofortmaßnahme jetzt schon durch Klebedichtungen Spalten an Fenster und gegebenenfalls auch Türen verschließen. Das kostet nicht viel, ist schnell selbst erledigt und schafft die Voraussetzung für so manche behagliche Stunde im warmen Zimmer, während draußen frostige Temperaturen herrschen.

 

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