Kaufberatung zum Luftreiniger Test bzw. Vergleich 2019

  • Luftreiniger befreien die Raumluft von Staub, Feinstaub, unangenehmen Gerüchen und anderen Schadstoffen.
  • Es gibt verschiedene Arten von Luftreinigern: Allergikern legen wir ein Modell mit HEPA-Filter nahe. Zum Entfernen unangenehmer Gerüche eignet sich ein Gerät mit Aktivkohle-Filter.
  • Achten Sie vorm Kauf darauf, dass das Gerät auf die Größe des Raumes abgestimmt ist, in dem es genutzt werden soll. Die meisten handelsüblichen Luftreiniger eignen sich zur Anwendung in Räumen mit einer Größe von bis zu 40 m².

luftreiniger test

Tag für Tag werden tonnenweise Schadstoffe und Feinstaub in die Luft geblasen – sei es durch Industrie, Verkehr oder andere Emissionsquellen. Vor allem die Einwohner größerer Städte betrachten diese Verunreinigung kritisch. So stimmen beispielsweise 32 Prozent der Berliner der Aussage zu, dass die Luftverschmutzung ein großes Problem in ihrer Stadt sei.

Was vielen gar nicht bewusst ist: Schlechte Luft ist nicht nur an verkehrsreichen Straßen anzutreffen. Auch zu Hause tummelt sich eine Reihe von Schadstoffen. Dazu können z.B. Zigarettenqualm, alte Baustoffe, Möbel- und Textilausdünstungen oder auch Haus- und Feinstaub zählen. Mitunter können diese schädlichen Partikel sogar schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben – sich in den Lungenbläschen einlagern und Atemwegs- oder Herzerkrankungen sowie Lungenkrebs hervorrufen.

Moderne Luftreiniger sollen hier Abhilfe schaffen und Innenräume von allergenen und belastenden Partikeln befreien. In unserem Luftreiniger Vergleich 2019 erklären wir Ihnen, was genau ein Luftreiniger überhaupt ist, welche verschiedenen Arten es gibt und worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Luftreiniger kaufen wollen. Zeitweise werden solche Geräte auch als Aktionsware bei Discountern (Aldi, Lidl usw.) angeboten.

1. Was ist ein Luftreiniger?

luftreiniger funktionsweise
Luftreiniger befreien die Raumluft von schädlichen Stoffen.

Luftreiniger sind Geräte, die die Raumluft von schädlichen Stoffen befreien sollen. Die Funktionsweise eines Luftreinigers ist relativ simpel. Bei den meisten Modellen wird die Raumluft mithilfe eines Ventilators angesaugt und anschließend gefiltert. Der Filter fängt die feinen Partikel und Schadstoffe ab und bindet sie (wie beim Staubsauger) – dann wird die gereinigte Luft zurück in den Raum geleitet.

Es gibt auch Geräte, bei denen die Luft durch Wasser geleitet wird (werden auch “Luftwäscher” genannt). Die Partikel bleiben dann in der Flüssigkeit “hängen”. Diese Modelle sind meist Luftreiniger und Befeuchter in einem. Falls Sie also auch auf der Suche nach einem Luftbefeuchter sind, legen wir Ihnen ein solches Gerät nahe.

In Ländern wie den USA oder Kanada gehören Luftreinigungssysteme schon lange zur Standardausstattung im Büro oder im Eigenheim. Hierzulande sind sie noch nicht so verbreitet, aber die Nachfrage wächst.

Wenn auch Sie sich für einen Luftreiniger interessieren, so legen wir Ihnen die folgende Kaufberatung zu unserem Luftreiniger Test ans Herzen. Hier erfahren Sie unter anderem, welche verschiedenen Luftreiniger-Typen es gibt und welche Funktionen Ihr persönlicher Luftreiniger-Testsieger unbedingt aufweisen sollte.

Achtung: Luftreiniger stellen keine langfristige Lösung dar – sie bekämpfen die Symptome, nicht die Ursachen. Auf Dauer sollten Sie also die Schadstoffquellen ausfindig machen und versuchen, diese soweit wie möglich zu beseitigen!

2. Welche Luftreiniger-Typen gibt es?

Luftreiniger unterscheiden sich in erster Linie hinsichtlich ihrer Filtermethode. In folgender Tabelle fassen wir die wichtigsten Kategorien für Sie zusammen:

Luftreiniger Beschreibung
Luftreiniger mit HEPA-Filter
  • ein HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter) besteht aus Glasfasermatten, die Schwebstoffe mit einer Größe von bis zu 0,1 Mikrometer aus der Luft filtern können
  • beim Wechsel dieses Filters muss verhindert werden, dass Schadstoffe wieder freigesetzt und so eingeatmet oder berührt werden – deswegen werden meist spezielle Filtergehäuse eingebaut, die einen berührungslosen Austausch ermöglichen
  • Luftreiniger mit HEPA-Filter werden bevorzugt von Allergikern genutzt
Luftreiniger mit Aktivkohle-Filter
  • Aktivkohlefilter bestehen aus mehreren Lagen von Aktivkohlematten, die über eine sehr hohe Adsorptionsfähigkeit verfügen (d.h., dass sich hier besonders viele Stoffe an der Oberfläche anreichern können)
  • weil sich Aktivkohlefilter besonders schnell mit Staubpartikeln zusetzen, sollten Luftreiniger mit Aktivkohlefilter über einen Vorfilter verfügen
  • diese Art des Luftreinigers eignet sich besonders gut zur Beseitigung von flüchtigen organischen Verbindungen (z.B. Lösungsmittel aus Wandfarbe oder Weichmacher)
  • sie werden auch zur Entfernung störender Gerüche verwendet
Ionisator
  • Ionisatoren funktionieren mit Normal- bzw. Wechselstrom
  • durch die durch Strom verursachte Ionisierung werden die Moleküle in der Luft negativ aufgeladen
  • diese Negativ-Ionen lagern sich dann im Luftreiniger ab – dieser verfügt über eine geladene Metallplatte, die die Schmutzpartikel anzieht
  • praktisch: es gibt keinen Filter, der ausgetauscht werden müsste
  • Ionisatoren eignen sich besonders für Allergiker, aber auch für Migränepatienten
Ozongenerator
  • Ozongeneratoren erzeugen Ozon-Gas (mittels elektrischer Entladung) – dazu reicht der in der normalen Umgebungsluft enthaltene Sauerstoff
  • Ozon entfernt Gerüche, indem es die Moleküle, die für die Verschmutzung der Luft verantwortlich sind, zerstört
  • Ozongeneratoren eignen sich also besonders gut für die Geruchsentfernung und Entkeimung in z.B. Restaurants oder Kühlhäusern
  • bei modernen Luftreinigern verbleibt das produzierte Ozon im Gerät und kann nicht in die Raumluft gelangen

Zusammenfassend hier noch einmal die Vor- und Nachteile von Luftreinigern auf einen Blick:

  • binden die Partikel in der Luft und reinigen die Umgebung von Schadstoffen
  • können unangenehme Gerüche entfernen (z.B. auch Zigarettenrauch)
  • eignen sich besonders gut für Allergiker und Asthma-Patienten (vor allem in der Pollen-Zeit)
  • sind sehr leicht zu bedienen
  • sind etwas teurer in der Anschaffung
  • beim Betrieb entstehen Geräusche
  • Wartung, Reinigung und Pflege sind mit Aufwand verbunden

3. Kaufkriterien für Luftreiniger: Darauf müssen Sie achten

3.1. Raumgröße und Luftumwälzung

luftreiniger raumgroesse
Achten Sie darauf, dass Ihr Luftreiniger auf die Größe des Raums abgestimmt ist.

Es ist wichtig, dass Sie vorm Kauf Ihres favorisierten Luftreinigers darauf achten, dass das Gerät auf die Größe des Raumes abgestimmt ist, in dem es genutzt werden soll. Die meisten handelsüblichen Luftreiniger eignen sich zur Anwendung in Räumen mit einer Größe von bis zu 40 m².

Die Luftumwälzungsleistung eines Luftreinigers wird in m³/h angegeben. Sie können also auch darauf achten, welches Volumen der Raum hat, in dem Sie die Luft reinigen möchten. Die besten Luftreiniger schaffen es, die Luft im Zimmer zweimal in der Stunde komplett umzuwälzen. Hier kommt es natürlich immer auch auf den Grad der Luftverschmutzung an – Raucher sollten sich nach einem Gerät mit besonders hoher Leistung umsehen.

Einige Geräte verfügen auch über mehrere Leistungsstufen – so können Sie selbst entscheiden, wie stark bzw. schwach Ihr Luftreiniger arbeitet.

3.2. Geräuschentwicklung

Eine wichtige Rolle spielt auch der Geräuschpegel, den Ihr Luftreiniger verursacht. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie das Gerät im Schlaf- oder Wohnzimmer aufstellen möchten. Die Lautstärke eines Modells gibt der Hersteller in Dezibel (dB) an. Je weniger Dezibel ein Gerät verursacht, desto leiser ist es. In der Regel liegt die Geräuschentwicklung eines Luftreinigers zwischen 20 und 60 dB.

Zum Vergleich: Eine Nähmaschine gibt ca. 60 dB von sich, Verkehrslärm wird bei 80 dB eingeordnet und 110 dB entspricht der Lautstärke in einem Nachtclub. Ein Presslufthammer erreicht in etwa 120 dB.

Wie die Geräuschentwicklung eines Luftreinigers aussehen kann, erfahren Sie beispielhaft in diesem Video zum Philips Luftreiniger AC4072/11:

Tipp: Wenn Sie den Luftreiniger tatsächlich im Schlafzimmer nutzen möchten und ein sensibler Schläfer sind, sollten Sie gegebenenfalls auch darauf achten, dass sich die Lämpchen des Geräts ausschalten lassen, während es in Betrieb ist.

3.3. Anwendungsbereich

Wussten Sie…?

23 Milliarden Euro beträgt der jährliche Schaden laut der Europäischen Kommission, der EU-weit aufgrund der Luftverschmutzung verursacht wird. Doch er geht zurück, seit Jahrzehnten. Grund dafür sind vielfältige technische sowie gesetzliche Maßnahmen – die für die Natur und den Menschen immer notwendiger werden.

Für welchen Luftreiniger-Typen Sie sich letztendlich entscheiden, hängt auch davon ab, zu welchem Zweck Sie das Gerät nutzen möchten.

Für Allergiker empfiehlt sich die Anschaffung eines Luftreinigers mit besonders starkem Filter. Mithilfe dieses Filters müssen auch die kleinsten Partikel entfernt werden können. Beliebt sind Modelle mit HEPA-Filter – diese sind nicht nur sehr wirksam gegen Staub und Tierhaare, sondern auch langlebig. Auch wer mit dem Luftreiniger Schimmel (bzw. Schimmelsporen) bekämpfen möchte, sollte zu einem Gerät mit HEPA-Filter greifen.

Wem es um die Entfernung unangenehmer Gerüche geht, sollte zu einem Luftreiniger mit Aktivkohlefilter greifen. Aktivkohlefilter werden mitunter auch in Dunstabzugshauben verwendet, um unerwünschte Kochgerüche zu beseitigen. Eine besonders intensive Geruchsbekämpfung bieten auch Geräte, die Ozon-Gas produzieren. Diese sollten allerdings nicht von Rauchern genutzt werden, weil es hier unter Umständen zu Lungenerkrankungen kommen kann.

Ionisierer haben die höchste Filterkraft – sie fangen auch Partikel mit einer Größe von bis zu 0.01 Mikrometer ab und lohnen sich vor allem dann, wenn es um die Entfernung von Feinstaub (wie etwa Autoabgase oder den Staub von Tonern und Kopierern) geht.

3.4. Stromverbrauch

luftreiniger-stromverbrauch
Achten Sie sowohl auf die Geräuschentwicklung als auch auf den Stromverbrauch Ihres favorisierten Modells.

Der Stromverbrauch der meisten gängigen Geräte ist nicht besonders hoch. Die Leistung der Luftreiniger liegt im Regelfall zwischen 5 und 40 Watt – Abweichungen nach oben und unten sind immer möglich. Bei einer Leistung von 20 Watt läge der Stromverbrauch bei 0,02 kWh. Das würde Sie aktuell etwa 0,006 Euro pro Stunde kosten. Damit Sie beim Erhalt der Stromrechnung nicht aus allen Wolken fallen, sollten Sie sich vorab erkundigen, wie hoch der Verbrauch Ihres persönlichen Favoriten aus unserem Luftreiniger Test ist.

Einige Modelle verfügen auch über einen sogenannten Timer, mit dessen Hilfe Sie eine bessere Kontrolle über den Stromverbrauch haben: Stellen Sie einfach ein, um wie viel Uhr das Gerät anfangen bzw. aufhören soll zu laufen!

4. Luftreiniger bei der Stiftung Warentest

Leider hat die Stiftung Warentest bisher noch keine Luftreiniger getestet. In einer Meldung, die im Test 08/2016 erschienen ist, warnen die Experten aber vor den Folgen von zu hoher Luftverschmutzung. Diese könne mitunter das Risiko für Schlaganfälle erhöhen. Als Gefahrenquelle wird vor allem Feinstaub aufgeführt, der über die Lunge in die Blutgefäße gelangen und dort die Innenwände schädigen sowie Bluthochdruck und Blutgerinnsel (Thrombosen) fördern kann. Die Stiftung Warentest betont zudem, dass Schadstoffe nicht nur die Außenluft belasten, sondern auch in Innenräumen anzutreffen sind.

luftreiniger vergleich

5. Die wichtigsten Marken und Hersteller

In folgender Liste finden Sie die wichtigsten Marken und Hersteller von Luftentfeuchtern:

  • Philips
  • Venta
  • Baren
  • Comedes
  • Medisana
  • DeLonghi
  • Tevigo
  • Newgen Medicals
  • Rowenta
  • Beurer
  • Clean Air Optima
  • Klarstein
  • Honeywell
  • AirFree
  • OneConcept

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Luftreiniger

6.1. Wie lange sollte man einen Luftreiniger laufen lassen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die optimale Laufzeit stark von der Raumgröße und der Reinigungsleistung des jeweiligen Geräts abhängt. Einige Modelle schaffen eine Luftumwälzung von 250 m³/h (Kubikmetern pro Stunde), bei anderen liegt der Wert bei 50 m³/h.

Am besten werfen Sie einen Blick in die Bedienungsanleitung Ihres jeweiligen Luftreinigers.

6.2. Wie oft sollte man den Filter eines Luftreinigers wechseln?

luftreiniger filter wechseln
Die meisten Geräte lassen sich sehr einfach reinigen.

Das hängt in erster Linie davon ab, um welche Art von Filter es sich handelt und wie stark die Verschmutzung ist. Am besten werfen Sie einen Blick in die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.

Die meisten Filter sollten nach etwa neun Monaten ausgetauscht werden – hierbei handelt es sich allerdings nur um einen Richtwert. Üblicherweise zeigt der Filter Ihres Luftreinigers selbst an, wenn er voll ist und gewechselt werden muss. Sobald dieser stark verfärbt ist (meist gelblich oder braun), ist es Zeit für einen Wechsel.

Beachten Sie auch, dass nicht alle Luftreiniger nach dem Filterprinzip arbeiten. Luftwäscher nutzen z.B. Wasser, um die Luft zu reinigen. Die Flüssigkeit sollte in der Regel alle zehn bis 14 Tage gewechselt werden.

6.3. Kann man mithilfe eines großen Luftreinigers an zentraler Stelle die Luft in der ganzen Wohnung reinigen?

Das ist leider nicht möglich. Selbst, wenn alle Türen offen stehen, wird der Luftreinigungseffekt in den anderen Räumen sehr gering sein. Wenn Sie auf der Suche nach einem Luftreiniger sind, mit dem Sie mehrere Zimmer reinigen möchten, sollten Sie sich bei der Auswahl am größten zu reinigenden Raum orientieren.

Beispiel: Das größte Zimmer in Ihrer Wohnung ist das Wohnzimmer – es hat eine Fläche von 30 m². Achten Sie also beim Kauf Ihres Luftreinigers darauf, dass er für diese Raumgröße geeignet ist. Die Hersteller geben in der Produktbeschreibung meist die maximale Raumgröße an. In diesem Fall dürfte diese nicht kleiner als 30 m² sein.

Sie können Ihren Luftreiniger dann selbstverständlich auch wechselweise in den anderen, kleineren Räumen verwenden. In großen, verwinkelten Räumen kann es manchmal sogar sinnvoller sein, zwei kleinere Geräte aufzustellen anstelle eines großen.

6.4. Wo sollte man einen Luftreiniger aufstellen?

Ihr Luftreiniger sollte an einem möglichst zentralen Ort platziert werden. Die beste Leistung erzielen Sie, wenn Sie folgende Punkte beachten:

  • Stellen Sie Ihren Reiniger nicht neben ein geöffnetes Fenster – generell sollten Fenster und Türen während des Reinigungsprozesses geschlossen bleiben.
  • Platzieren Sie ihn am besten in der Mitte des Raums.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Reiniger nicht durch größere Gegenstände (wie z.B. Möbelstücke) blockiert wird – er sollte möglichst frei stehen.