Boden & Fliesen

Natursteinboden und Natursteinplatten: Eigenschaften, Besonderheiten und 2 wertvolle Tipps

Heller Marmor Stein

Optik

Das Aussehen von Naturstein wird durch die Zusammensetzung der unterschiedlichen Mineralien bestimmt.

Natursteine sind ein besonderer Bodenbelag, denn jede Platte und jeder Stein im Natursteinboden sind Unikate. Ein glänzender Marmorboden oder ein dunkler Granitboden wirken edel und werten die Wohnräume auf.

Bei der Wahl des Natursteinbodens ist die Gesteinart sehr wichtig, da sich Marmor, Granit, Sandstein und andere in ihrer Robustheit und Belastbarkeit unterscheiden.

Daneben verändert sich ihr Aussehen im Laufe der Zeit als Folge einer intensiven Nutzung oder – das gilt für Natursteinboden im Außenbereich – durch die Witterung.

Da sich selbst Natursteine der gleichen Gesteinsart in ihrer mineralischen Zusammensetzung unterscheiden, ist es wichtig, vor der Verlegung ihre Eigenschaften und Besonderheiten zu kennen. In diesem Artikel klären wir Sie darüber auf.

1. Natursteinplatten und -fliesen

jura-marmor

Ein Beispiel für gelbe, sandgestrahlte Jura-Marmor-Natursteinplatten aus dem Frankenland.

Natursteinfliesen und -platten sind in vielen verschiedenen Mustern und Farben erhältlich und haben den Vorteil, dass sie für Feuchträume, wie Küche und Bad sowie für Flure besser geeignet sind als ein Teppichboden.

Zusätzlich sind sie ausgezeichnete Wärmeleiter und lassen sich mitunter über einer Fußbodenheizung verlegen.

Wem ein Natursteinboden in Küche oder Wohnräumen zu kalt ist, kann einen anderen Bodenbelag, zum Beispiel Linoleum, Kork, Holz, Kokosfaser oder Sisal darüber legen. Teppichböden und andere Beläge mit guten Dämmeigenschaften sind nicht geeignet.

Allerdings neigen Kunststoffböden zu Ausdünstungen, sodass natürliche Materialien empfehlenswerter sind. Grundsätzlich sollten Heimwerker immer auf den Eignungshinweis der gewünschten Produkte achten.

2. Welche Gesteinsarten für Natursteinplatten gibt es?

Natursteinplatten sind als Hart-, Weich- und Sedimentgesteinen erhältlich und haben eine Größe von mindestens 0,25 m2. Für einen festen und standsicheren Bodenbelag kommen oftmals Platten mit einer Breite von ca. 10 bis 65 cm zum Einsatz.

Zu den verwendeten Hartgesteinen gehören unter anderem Granit, Quarzit oder Gneis, während von den Weich- sowie Sedimentgesteinen beispielsweise Marmor, Sandstein, Süßwasserkalk und der Solnhofener Kalk verwendet wird.

Gesteinsart Eigenschaften
Granit
  • Granit kommt als Natursteinboden in verschiedenen Färbungen und Mustern vor und wird wegen dieser Vielfalt sowohl für Bodenbeläge im Innen- und Außenbereich, als auch für Wandverkleidung und Küchen-Arbeitsplatten benutzt.
  • Natursteinplatten aus Granit sind druckfest und somit belastbar sowie wasser- und witterungsbeständig.
Gneis
  • Gneis hat ähnliche Eigenschaften wie Granit, ist aber frostbeständiger und nimmt mehr Wasser auf.
Quarzit
  • Quarzit kommt durch Verunreinigungen mit verschiedenen Mineralien in grauer, weißer sowie brauner, gelber oder roter Färbung vor.
  • Diese Natursteine sind zwar sehr witterungsbeständig, werden aber häufig im Innenbereich verlegt.
Marmor
  • Natursteinplatten aus Marmor finden sich in der Regel als Bodenbelag in Häusern oder dienen zur Wandverkleidung.
  • Da er eine porösere Struktur aufweist, ist er gut bearbeitbar.
  • Wird er draußen verlegt, verliert er einen Teil seiner Färbung und erhält eine raue Oberfläche.
Sandstein
  • Bei Sandsteinen hängt die Verwendung von der Zusammensetzung der Mineralien ab.
  • So gibt es wetterbeständige Natursteinplatten aus Sandstein, während bei anderen durch Nässe und Feuchtigkeit Verfärbungen entstehen.
Süßwasserkalk
  • Süßwasserkalk oder Kalktuff tritt in weißen und gelblichen Farbtönen auf und lässt sich ebenfalls leicht bearbeiten.
Solnhofener Kalkstein
  • Der Solnhofener Kalkstein eignet sich als Natursteinboden zur Verlegung im Innenbereich, da er strapazierfähig sowie trittsicher ist und sich durch eine einfache Verlegung und Pflege auszeichnet.
granit-sandstein

Granit kommt in verschiedenen Färbungen und Mustern vor und ist sehr belastbar. | Solnhofener Kalkstein eignet sich zur Verlegung im Innenbereich.

sandstein

Die Farbe von Sandstein kann variieren: Auf dem ersten Bild sehen Sie Sandstein mit brauner Färbung. | Auf dem zweiten Bild ist roter Sandstein dargestellt.

Pflege und Reinigung des Natursteinbodens im Winter – Tipp: Wer im Garten oder als Terrasse Natursteinplatten verlegen möchte, sollte ein paar Dinge beachten, um Frostrissen vorzubeugen. Zwar halten harte Gesteinsarten Eis und Schnee aus, dennoch sollte man den Schnee regelmäßig räumen. Taut er, bildet sich Wasser, das wiederum auf den Steinen gefriert und sich Risse bilden. Außerdem kann der Einsatz von Streusalz zu Verfärbungen und Beschädigungen führen.

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3. Polygonalplatten

natursteinboden-polygonalplatten-aussenbereich

Polygonalplatten haben natürliche Bruchkanten und eine natürliche Oberfläche.

Unter diesen Begriff fallen Natursteinplatten, deren Steine natürliche Bruchkanten und eine natürliche Oberfläche aufweisen.

Diese können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich als Natursteinboden verlegt werden. Polygonalplatten werden im sogenannten Buttering-Floating-Verfahren verlegt.

Dabei wird der Mörtel auf den Untergrund und den Natursteinplatten aufgetragen, bevor die Platte im Kleberbett platziert wird. Zudem muss der Untergrund zuvor abgedichtet werden.

Durch diese Verlegeweise kann keine Feuchtigkeit zwischen den Polygonalplatten und dem Untergrund eindringen, weshalb sie vor allem im Außenbereich zum Einsatz kommt, zum Beispiel beim Verlegen von Natursteinboden wie Polygonalplatten als Terrasse.

Da die Kanten von Polygonalplatten unregelmäßig sind, sollten sich Heimwerker zuvor überlegen, wie sie angeordnet werden sollen, damit möglichst kleine Fugen entstehen.

Notfalls kann man die Kanten mit einem Trennschleifer nachbearbeiten. Im Innenbereich ist es wichtig, dass der Untergrund trocken und schmutzfrei ist.

Polygonalplatten selber gießen – Tipp: Natursteinplatten sind etwas schönes, die Verlegung ist aber mit viel Arbeit verbunden und aufgrund unterschiedlicher Höhen der Steine nicht einfach. Eine Alternative stellen Schalungsformen dar, die es ermöglichen eine ähnliche Optik aus gegossenen Beton herzustellen. Nach der Erstellung des festen und frostsicheren Untergrundes, werden die Gießformen ausgelegt, mit Beton verfüllt und nach der Aushärtung verfugt. Das Ergebnis sind Naturstein ähnliche Polygonalplatten, die in der Oberfläche frei gestaltet werden können. Mit ausgewaschenem Kies oder einer glatt abgezogenen Oberfläche ergeben sich individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

4. FAQ – Fragen und Antworten rund um das Thema Natursteinboden und Naturplatten

4.1. Wie hoch sind die Kosten für einen Natursteinboden?

Das Verlegen von einem Quadratmeter Naturstein kostet zwischen 35 und 60 Euro. Fliesenleger haben Stundensätze von 40 bis 50 Euro.

Natürlich können Sie Natursteinplatten auch selber verlegen. Auf Heimwerker.de finden Sie dazu passend eine Anleitung: Naturstein-Terrasse richtig verlegen.

4.2. Muss der Natursteinboden imprägniert werden?

Sie müssen Ihren Natursteinboden nicht imprägnieren – allerdings raten wir Ihnen dazu, egal, ob Sie einen Fußboden, eine Badewanne, ein Waschbecken oder Arbeitsplatten aus Natursteinplatten haben.

Indem Sie die Oberflächen imprägnieren, schützen Sie sie nicht nur vor äußeren Einwirkungen, dadurch wird der Natursteinboden auch pflegeleichter.

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4.3. Welcher Natursteinboden ist für die Terrasse am besten geeignet?

Die Kombination aus hochwertiger Optik und hoher Belastbarkeit macht den Basalt und Travertin zu einem geeigneten Natursteinboden für die Terrasse.

Natursteinplatten aus Schiefer zählen hingegen seit Jahren zu den beliebtesten Bodenbelägen in Innenbereichen.