Fenster & Türen

10 Tipps und Infos zur Absturzsicherung für Fenster

  • Die vorgeschriebene Brüstungshöhe ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Als Faustregel gilt bis 12 m Absturzhöhe 80 cm Brüstungshöhe und darüber hinaus sind 90 cm erforderlich.
  • Wo die Brüstungshöhe eines Fensters tiefer liegt wie beispielsweise bei raumhohen Fenstern, werden Absturzsicherungen in entsprechender Höhe verlangt. Auch im Erdgeschoss, wenn die begehbare Fläche an eine Fläche stößt, die 50 bis 100 cm tiefer liegt.
  • Insbesondere für Arbeitsstätten sind teilweise eine höhere Brüstung erforderlich und weitere Gegebenheiten zu berücksichtigen. Hier werden nur Absturzsicherungen an Fenstern von privaten Wohngebäuden vorgestellt.

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Bauaufsichtliche Rettungswege

Fenstern, die für die Feuerwehr einen »anleiterbaren« Rettungsweg darstellen, dürfen beispielsweise nicht über 1,2 m über der Fußbodenoberkante angeordnet sein (Abweichungen in einzelnen Bundesländern). Das ist auch für die Höhe von Absturzsicherungen an solchen Fenstern zu beachten.

Wann werden Absturzsicherungen für Fenster erforderlich? Wo immer möglich werden große Fensterflächen sowie raumhohe Fenster verbaut, um lichtdurchflutete Räume zu haben.

Sind diese zu öffnen, darf jedoch keine unmittelbare Gefahr bestehen, dass jemand über die Oberkante hinausfallen könnte.

Bei den Absturzsicherungen wird daneben vor allem auch an Kinder gedacht, für die eine niedrige Brüstung leicht zur Gefahr wird. Die genauen Vorschriften variieren je nach Bundesland und gegebenenfalls Kommune. Mehr dazu erfahren Sie hier auf Heimwerker.de.

1. Was ist eine Absturzsicherung?

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Zum einen muss die Absturzsicherung selbst stabil sein, zum anderen ihre Befestigung.

1.1 Was bedeutet der Begriff Absturzsicherung?

Eine Absturzsicherung wird auch Umwehrung genannt. Damit ist im Prinzip ein Geländer gemeint oder etwas, das eine derartige Funktion erfüllt.

Eine Absturzsicherung ist erforderlich, wenn die Brüstungshöhe eines Fensters nicht die vorgeschriebene Höhe hat, das heißt je nach Ort 80 oder 90 cm. Mit Brüstungshöhe ist die lichte Höhe zwischen Fußboden innen und Fensteröffnung gemeint.

Ein Geländer kann eine Absturzsicherung sein. Bei unzureichender Höhe der Fensterbrüstung muss eine Absturzsicherung oft sogar höher sein, als es die vorgeschriebene Brüstungshöhe wäre. Das heißt, bei einer Absturzsicherung kann beispielsweise eine Höhe von 110 cm vorgeschrieben sein, wenn die Fensterbrüstung selbst beispielsweise nicht die vorgeschriebenen 80 cm hat.

Neben der Höhe kommt es auch auf die Ausführung und die Befestigung an. Diese kann ebenfalls in den Vorschriften bestimmt sein, muss aber immer geeignet sein, eine Person von durchschnittlich 85 kg beim dagegen Lehnen zu halten.

Tipp: Erkundigen Sie sich auf jeden Fall bei Ihrer örtlichen Baubehörde nach allen geltenden Vorschriften zum Thema Absturzsicherung in Ihrer Kommune.

1.2. Welche Arten von Absturzsicherung gibt es?

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Oft reicht als Absturzsicherung fürs Fenster eine Stange, um bei der Absturzsicherung des Fensters die Pflicht zu erfüllen.

Absturzsicherungen für Fenster gibt es in Form eines Geländers aus Glas, Metall oder Holz.

Wichtig ist eine ausreichende Stabilität, die unabhängig vom Material gegeben sein muss.

Dabei sind schlanke Lösungen favorisiert, damit so viel Licht wie möglich in den Raum gelangen kann. Wie beispielsweise als Absturzsicherung am Fenster eine Stange anzubringen, wo die Brüstungshöhe nur ein wenig zu niedrig ist.

Als Vorbild dienen die fragilen Geländer der typischen französischen Balkone, die keinen nennenswerten Austritt haben.

Ist der untere Teil eines raumhohen Fensterelements eine feststehende Verglasung, oder das Fenster nicht bodentief, genügt also manchmal auch eine einfache Stange.

1.3. Die Befestigung ist Teil der Absturzsicherung

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Eine Befestigung der Absturzsicherung direkt am Fensterrahmen – vermutlich direkt seitens des Herstellers.

Die Befestigung kann an der Fassade erfolgen. Ebenso möglich ist eine Absturzsicherung in der Fensterlaibung oder auch direkt am Fensterrahmen.

Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Absturzsicherung stabil befestigt wird. Bei einer gedämmten Fassade ist eine Verankerung im darunter liegenden Mauerwerk wichtig.

Induktionsdübel bieten mehr Sicherheit als einfache Dübel.

Bei einer Befestigung am Fensterrahmen ist entweder ein Fachbetrieb zu befragen oder ein komplettes Element eines Herstellers fachmännisch einzubauen.

2. Welche Absturzsicherung ist bei welchem Fenster erforderlich?

2.1. Was wird für bodentiefe Fensterflügel gebraucht?

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Ein klassischer französischer Balkon bei einem bodentiefen Fenster.

Bodentiefe Fensterflügel mit einer Absturzsicherung werden gemeinhin als französische Balkons bezeichnet.

Sie sind hierzulande bei Gebäuden über 12 m Höhe nicht erlaubt. Bei kleineren Häusern, muss die Absturzsicherung für das Fenster eine Höhe von 80 bis 110 cm betragen – je nach örtlicher Vorschrift.

Tatsächlich sind Sie bei einem bodentiefen Fensterflügel mit einer Geländerhöhe von 110 cm auf der sicheren Seite.

Wichtig im Hinblick auf Kinder ist, dass das Geländer nicht zum Überklettern geeignet sein darf.

Das findet sich auch in der entsprechenden behördlichen Absturzsicherung-Fenster-Vorschrift wieder.

2.2. Welche Absturzsicherung gibt es bei einem normalen Fenster?

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Bei normalen Fenstern reichen oft kleine Geländer als Absturzsicherung des Fensters in der Höhe aus.

Unter einem normalen Fenster wird hier eines verstanden, das nicht am Boden beginnt, sondern innerhalb in der Wandfläche positioniert ist.

Hierbei wird eine Absturzsicherung für das Fenster laut Vorschrift benötigt, wenn die Brüstungshöhe weniger als 80 bis 100 cm über der Bodenfläche im Raum liegt – je nach örtlich geltenden Bestimmungen.

In diesen Fällen ist meist eine einfache Stange, die ausreichend Höhe und Stabilität bringt ausreichend. Bei der Höhe gibt es wieder unterschiedliche Absturzsicherung-Fenster-Vorschriften.

So reichen beispielsweise in Baden-Württemberg in der Regel 80 cm aus, wenn die Brüstung mindestens 20 cm tief ist. Bei der Absturzsicherung des Fensters ist die Höhe der Brüstung also entscheidend.

2.3. Welche Absturzsicherung eines Fensters bei Festverglasungen?

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Hierbei handelt es sich vermutlich um ein Fenster, das nur wenig oder gar nicht geöffnet werden kann.

Eine Absturzsicherung eines Fensters bei einer Festverglasung ist nicht notwendig, da ein solches Fenster naturgemäß nicht geöffnet werden kann.

Ist weder eine Unterteilung noch ein Geländer vorhanden, ist jedoch eine absturzsichernde Verglasung vorgeschrieben.

Gemäß der Vorschrift wird das Fenster in dem Fall in Verbund-Sicherheitsglas (VSG) ausgeführt, um Passanten im Falle eines Glasbruchs vor herabstürzenden Splittern zu schützen.

Eine Alternative zur Festverglasung wäre ein Fenster, das nur einen Spalt geöffnet werden kann und ebenfalls ohne Absturzsicherung auskommt.

Tipp: Eine absturzsichernde Verglasung muss der DIN 18008-4 entsprechen und ist definitiv eine Aufgabe für einen Fachbetrieb. Dabei geht es nicht nur die Verwendung der richtigen Materialien, sondern auch um einen sicheren, normenkonformen Einbau.

3. Vor- und Nachteile verschiedener Absturzsicherungen

3.1. Mechanisch begrenzte Öffnung bei bodentiefen Fenstern

    Vorteile
  • Keine zusätzliche Absturzsicherung erforderlich
  • Durchblick und Lichtausbeute optimal
  • keine Absturzsicherung bei diesem Fenster Vorschrift
    Nachteile
  • das Fenster lässt sich nur einen Spalt weit öffnen zum Lüften
  • Ausführung als Verbund-Sicherheitsglas (VSG) notwendig
  • problematisch zu reinigen

3.2. Absturzsicherung fürs Fenster aus Glas

    Vorteile
  • optisch unauffällig
  • Durchblick und Lichtausbeute optimal
  • schlechter überkletterbar als viele Geländer
    Nachteile
  • Reinigung aufwendiger als beispielsweise bei einem Edelstahlgeländer
  • keine regelmäßigen Anstriche nötig wie etwa bei Holz
  • großes Eigengewicht

3.3. Absturzsicherung fürs Fenster aus Metall

    Vorteile
  • robust
  • langlebig
  • mit senkrechten Stäben schlecht überkletterbar
  • pflegeleicht z.B. bei Absturzsicherung des Fensters aus Edelstahl
    Nachteile
  • beeinträchtigt die Durchsicht
  • großes Eigengewicht

3.4. Alternative: unterteilte Fensterelemente bei bodentiefen Fenstern

    Vorteile
  • Keine zusätzliche Absturzsicherung erforderlich
  • Oberer Teil lässt sich zum Lüften ganz öffnen
  • Durchblick und Lichtausbeute im unteren Teil größer als mit Geländer u. ä.
    Nachteile
  • nur der obere Teil des Fensters lässt sich öffnen
  • etwas weniger Lichtausbeute als bei durchgängiger Verglasung

4. Häufige Fragen zur Absturzsicherung beim Fenster (FAQ)

4.1. Wie hoch soll die Absturzsicherung am Fenster angebracht werden?

Wenn bei der Absturzsicherung am Fenster die Montage ansteht, sind Sie mit 110 cm auf der sicheren Seite. Ansonsten sollten Sie sich nach den örtlichen Vorschriften bei der Baubehörde erkundigen.

4.2. Ab wann ist am Fenster eine Absturzsicherung nötig?

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Eine Absturzsicherung des Fensters aus Edelstahl oder in besonderer Form kann ein Element zur Fassadengestaltung sein.

Wenn eine Brüstung unter 90 cm hoch sein sollte, ist eine Erkundigung bei der örtlichen Baubehörde ratsam.

Bundesweit wäre in jedem Fall eine Absturzsicherung für ein Fenster erforderlich, wenn die Brüstung weniger als 80 cm hoch ist.

Vorausgesetzt ist von außen gemessen ein 50 bis 100 cm betragender Höhenunterschied – je nach örtlichen Vorschriften.

4.3. Welche Vorschriften gelten beim Anbringen von einer Absturzsicherung am Fenster?

Das kann leider nicht pauschal beantwortet werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer kommunalen Baubehörde.

Alle allgemeinen Hinweise enthält dieser Artikel. Tatsächlich betreffen örtliche Vorschriften jedoch nicht nur Höhen, sondern auch Material, Beschaffenheit und Befestigung.

Neben allen Vorschriften ist eine Absturzsicherung durch ein Geländer oder Fenstergitter vor allem im Eigeninteresse bei allen bodentiefen Fenstern und Türen die deutlich über dem Bodenniveau des davor liegenden Geländes angebracht sind.

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4.4. Welche Absturzsicherung am Fenster ist auch abnehmbar?

Ist später ein Balkon geplant oder ist die Reinigung des Fensters durch die Absturzsicherung behindert, stellt sich die Frage nach einer Absturzsicherung fürs Fenster, die abnehmbar ist.

Eine vorgesehene Abnehmbarkeit ist wohl nirgendwo erlaubt, da sie dem grundsätzlichen Anspruch auf Sicherheit (auch im Falle einer Reinigung) nicht entspricht.

4.5 Absturzsicherung in der Fensterlaibung befestigen

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Hier ist der untere Teil des Fensters eine feststehende Verglasung mit ausreichender Brüstungshöhe.

Bei der Befestigung ist ebenfalls ein Blick in die örtlichen Vorschriften zu werfen, da sich dort auch Vorgaben befinden können.

Auf jeden Fall muss sich eine kräftige, erwachsene Person gegen die Absturzsicherung lehnen können oder sogar dagegen stürzen ohne die Gefahr, dass die Befestigung nachgibt.

Entsprechend ist eine stabile Verankerung im Mauer- oder Balkenwerk unerlässlich.

4.6. Welche Absturzsicherung für Fenster ist modern?

Bei Neubauten ist sehr häufig eine Absturzsicherung für Fenster aus Edelstahl zu sehen. Eine Absturzsicherung für Fenster aus Glas ist wegen der Transparenz auch zunehmend gefragt.

Daneben lohnt sich ein Blick in das Programm namhafter Hersteller, also etwa Absturzsicherung für Fenster von Schüco, Abel, ABS usw. zu schauen, die regelmäßig moderne Trends zeigen.

Üblich sind nach wie vor auch Absturzsicherungen für Fenster aus Flachstahl oder Rundstahl, selten dagegen Absturzsicherungen für Fenster aus Holz.

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4.7. Wie verhält es sich bei einer Absturzsicherung am Fenster mit den Kosten?

Die Kosten für eine Absturzsicherung variieren sehr von überschaubaren Zuschlägen bei Komplettsystemen direkt von Fensterhersteller oder einfachen verzinkten Stangen oder Geländern, die es schon für unter 150 Euro gibt.

Es geht aber auch luxuriös mit Preisen, die nach oben offen sind.

Das können etwa Geländer oder maßgefertigte Edelstahlgitter mit besonderer Gestaltung oder Absturzsicherungen aus speziell geätztem Glas sein.

4.8. Ist eine Absturzsicherung am Fenster von innen möglich?

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Komplette Geländer mit senkrechten Streben sind für verschiedene Fensterbreiten erhältlich.

Theoretisch ist das denkbar, wenn die örtlichen Vorschriften nicht dagegensprechen.

Es dürfte sich jedoch kaum als praktisch erweisen, da der Fensterflügel in dem Fall nicht nach innen zu öffnen wäre.

Bestenfalls bei hierzulande ungewöhnlichen Schiebefenstern o. ä. könnte das eine praktikable Option darstellen.

4.9. Sind Absturzsicherungen im Eigenbau empfehlenswert?

Wer jetzt daran denkt, er könne eine Absturzsicherung am Fester mit einem Drahtseil realisieren oder gar eine Absturzsicherung am Fenster mit einer Teleskopstange selbst bauen, der dürfte damit nicht innerhalb der Vorschriften landen.

Schon im Hinblick auf die Sicherheit, die beispielsweise von einer Absturzsicherung am Fenster für Kinder gegeben sein solle, sind stabilere Konstruktionen erforderlich.

Tipp: Auf der sicheren Seite sind Sie mit Komplettangeboten, die per se den technischen Anforderungen entsprechen müssen. Aufschluss gibt das technische Datenblatt. Im Zweifel am besten von der örtlichen Baubehörde bestätigen lassen.

Auf heimwerker.de finden Sie viele weitere Beiträge rund um Ihr Zuhause – beispielweise wie Sie Fenster restaurieren können, eine Anleitung zum Einbau von Fenstern oder was Sie über eine Dachreinigung wissen sollten.

Bildnachweise: alle Bilder VGL/Christiane Baldwin (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)