Dach

Dachboden ausbauen: Ideen, Tipps und Kosten

  • Wenn Sie Ihren Dachboden ausbauen, gewinnen Sie in Ihrem Haus wertvolle Wohnfläche dazu, die Sie auf unterschiedliche Weise nutzen können.
  • Ehe Sie mit den Arbeiten beginnen, sollten Sie beim zuständigen Bauamt anfragen, ob Sie bestimmte Genehmigungen benötigen.
  • Die Kosten für einen Dachausbau können weit auseinandergehen – je nachdem, was Sie planen und welche Arbeiten Sie in Eigenregie übernehmen.

ausgebauter Dachboden mit Schrägen und Fenstern

Um Abstellraum in Wohnraum zu verwandeln, können Sie Ihren Dachboden ausbauen. Ein solches Projekt erfordert allerdings sorgfältige Planung und Kostenkalkulation sowie umfassende Vorbereitungen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen können.

1. Es gibt viele schöne Ideen für das Dachgeschoss

Ein ausgebauter Raum unter dem Dach ist ein Rückzugsort: Sie gehen eine Treppe hinauf und sind damit vom Trubel der unteren Räume getrennt. Entsprechend gibt es hier viele Möglichkeiten der Nutzung:

  • In einem Arbeitszimmer im Dachgeschoss arbeiten Sie in aller Ruhe.
  • Das heranwachsende Kind hat hier sein eigenes Reich und seine Privatsphäre.
  • Ein Gästezimmer unter dem Dach erlaubt es Ihrem Besuch, auch einmal für sich zu sein.
  • Im Wohnzimmer mit großen Fenstern sind Sie dem Himmel so nah.

Natürlich können Sie auch mittels Trennwänden eine eigene kleine Wohnung erschaffen, wenn genügend Platz vorhanden ist. Allerdings muss für ein eigenes Bad die Möglichkeit für Anschlüsse zur Be- und Entwässerung gegeben sein.

2. Diese Schritte sind im Vorfeld nötig

Ehe Sie mit dem Ausbau beginnen können, sind Vorüberlegungen notwendig. Diese betreffen die Bausubstanz Ihres Hauses, aber auch die nötigen Behördengänge. Erst nach der Beantwortung diverser Fragen können Sie mit der tatsächlichen Planung beginnen.

2.1. Prüfen Sie Dach, Dachstuhl, Wände und Fußboden

leerer Dachboden im Spitzdach

Ehe Sie den Dachboden ausbauen, sollten Sie von Fachleuten die Bausubstanz auf ihre Egnung überprüfen lassen.

Zuallererst sollten Sie sich genau auf Ihrem Dachboden umschauen und die Bausubstanz überprüfen. Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Sind die Wände und der Innenraum trocken? Andernfalls ist die Dämmung möglicherweise defekt, und die Dachplatten müssen ausgetauscht werden.
  • Sind die Dachsparren solide, faulen nicht und zeigen keinen Schädlingsbefall?
  • Ist das Mauerwerk frei von Rissen und anderen Schäden?
  • Ist der Fußboden eben oder müsste dieser eingeebnet werden?

Manche dieser Fragen sind für einen Laien nicht leicht zu beantworten. Ziehen Sie einen Architekten hinzu – dieser kann Ihnen Auskunft geben über den Zustand des Hauses und auch über die Statik. Schließlich werden Sie den Fußboden des Dachbodens nach dem Ausbau auf ganz andere Weise belasten als zuvor. Grundsätzlich eignen sich besonders Dächer mit einem Neigungswinkel von mehr als 35 Grad für einen Ausbau des Dachbodens, denn diese bieten eine ausreichend große Wohnfläche mit einer Höhe von mindestens 2,30 m, in welcher Sie angenehm stehen können.

2.2. Die Wahl der Dämmung

Wenn Sie den Dachboden ausbauen möchten, um Wohnraum zu gewinnen, müssen Sie ihn angemessen isolieren. Ein Energieberater kann Ihnen etwa sagen, ob Ihre bisherige Dämmung ausreicht. Ist dem nicht so, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Die Zwischensparrendämmung in Verbindung mit der Untersparrendämmung eignet sich in vielen Fällen am besten: Sie lässt sich leicht von innen durchführen und ist verhältnismäßig preisgünstig. Hier dämmen Sie das Dach, indem Sie das Isoliermaterial zwischen den Sparren einsetzen. So entstehen aber an den Sparren häufig Wärmebrücken, weshalb zur Einhaltung der Energieeinsparverordnung zusätzlich eine Untersparrendämmung nötig wird: Diese wird ergänzend unter den Sparren angebracht. Dadurch verringert sich die Größe des Wohnraum ein wenig.
  • Die Aufsparrendämmung ist die teuerste Variante, da sie auf den Dachsparren angebracht wird. Dafür ist es nötig, das Dach ab- und neu einzudecken. Sie sorgt für den besten Dämmschutz und hat den Vorteil, dass der Wohnraum nicht beschnitten wird. Finden Sie die Balken an der Decke schön, lassen Sie einfach die Verkleidung weg. Diese Möglichkeit gibt es bei der Zwischen- und Untersparrendämmung nicht.

Achtung: Verändert sich bei der Aufsparrendämmung die Höhe des Dachfirstes, muss das Bauamt erst die entsprechende Genehmigung erteilen.

2.3. Fenster sind wichtig, wenn Sie den Dachausbau planen

zwei Fenster in einem hellen Dachbodenraum

Für die Fenster im ausgebauten Dachboden gibt es einige Regelungen.

Das Bauamt kann Ihnen Auskunft darüber geben, wie viele Fenster ein Wohnraum unter dem Dach braucht: Die Gemeinden haben hier unterschiedliche Vorschriften, daher gibt es keine allgemeingültigen Angaben.

Darüber hinaus sind für den Dachausbau mit Fenster oft Genehmigungen erforderlich: etwa, wenn Sie Gauben, einen kleinen Balkon oder gar eine Dachterrasse anbauen möchten. Sie sollten also im Vorfeld überlegen, welche Art Fenster sich für Ihre Dachschräge eignet und welche Art von Rollläden oder Sonnenschutz Sie hier anbringen möchten.

2.4. Wenden Sie sich unbedingt vorab an das zuständige Bauamt

Wenn Sie Ihre Ideen gesammelt und die entsprechenden Prüfungen vorgenommen haben, wenden Sie sich an das für Ihr Grundstück zuständige Bauamt. Hier erfahren Sie, ob Sie den Dachboden ausbauen können, ob Bestandteile ihrer Planungen genehmigungspflichtig sind und welche baurechtlichen Vorschriften Sie beim Dachausbau einhalten müssen.

Außerdem wird Ihnen erklärt, welche Brandschutzrichtlinien es gibt. Unter Umständen müssen Sie etwa eine Feuerleiter anbauen lassen. Handelt es sich bei Ihrem Haus um einen Altbau, sind wahrscheinlich umfassende Arbeiten zur Isolierung nötig. Insbesondere bei denkmalgeschützten Häusern gelten hier sehr komplizierte Auflagen.

Achtung: Nehmen Sie ohne Genehmigungen Veränderungen an Ihrem Haus vor, die der Genehmigung bedurft hätten, müssen Sie mit einer Strafe und einem Rückbauauftrag rechnen!

3. Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen, wenn Sie den Dachboden ausbauen

Die Kosten für den Dachausbau gehen sehr stark auseinander: Je nachdem, ob der Raum schon ausreichend gedämmt ist, welche Form von Dämmung Sie bevorzugen, welche Fenster Sie planen und wofür Sie den Raum nutzen möchten, wird Ihr Geldbeutel unterschiedlich stark belastet. Hier sehen Sie anhand einiger Beispiele, wie hoch die Kosten etwa ausfallen können:

Kostenpunkt Kosten
Dämmung ca. 30 – 250 € pro m²
Isoliertes Dachfenster ca. 500 €, mit Rollladen etwa 1000 €
Trockenbau-Zwischenwände 17 – 25 € pro m²
Trittschalldämmung 10 – 15 € pro m²
Bodenbelag 8 – 25 € pro m²
Heizkörper 50 – 150 €

Möchten Sie statt normaler Fenster Gauben einbauen lassen, müssen Sie pro Stück mit Kosten von gut 3.000 bis etwa 7.000 Euro rechnen: Die Arbeitsmaterialien sind nicht ganz günstig, ebenso wenig wie die Fachkräfte, die Sie für den Einbau engagieren müssen. Zudem ist für Gauben in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich. Weitere Variablen in der Berechnung der Kosten für den Dachausbau sind Tapeten oder Farbe sowie Möbel und Sanitäranlagen.

4. So können Sie die Kosten für den Dachausbau niedrig halten

Handwerker mit Rigipsplatte

Wenn Sie einige der anfallenden Arbeiten selbst übernehmen, sparen Sie Kosten für die Handwerker.

Die Bundesregierung begrüßt es, wenn Hausherren Erweiterungen bauen, die helfen, Energie zu sparen. Das gilt auch für die Dämmung des Daches. Entsprechend können Sie sich darüber informieren, welche Förderungen es durch die KfW für Ihren geplanten Ausbau gibt.

Falls Sie nicht sowieso gerade Ihr Dach sanieren möchten, lohnt sich die Aufsparrendämmung für Sie wahrscheinlich nicht. Entsprechend können Sie hier zur günstigeren Variante der Zwischen- und gegebenenfalls auch Untersparrendämmung greifen. Wichtig ist nur, dass die Dämmwerte am Ende hoch genug sind.

Je nachdem, wie gut Sie handwerklich geschult sind und wie viel Erfahrung Sie mitbringen, können Sie einige der anfallenden Arbeiten selbst erledigen. Den Einbau und die Isolierung der Fenster überlassen weniger erfahrene Heimwerker vielleicht lieber den Fachkräften, und auch bei der Dämmung sollte nicht gepfuscht werden. Die Verkleidung der Dachschrägen hingegen und den Einbau von Trockenbauwänden können Sie getrost selbst übernehmen.

Planen Sie nicht, das ausgebaute Dachgeschoss zu einem bestimmten Zeitpunkt zu vermieten, können Sie sich mit dem Innenausbau auch etwas Zeit lassen, wenn die Dämmarbeiten bereits ein großes Loch in Ihre Kasse gerissen haben.

Tipp: Um Lücken in der Finanzierung und somit eine längere Wartezeit zu vermeiden, kann sich ein Wohnkredit lohnen. Günstige Kredite finden Sie zum Beispiel auf smava.de.

5. FAQ: Türen für Dachschrägen selber bauen – schwierig, aber möglich

Dachschräge mit Tür

Es gibt viel zu beachten, wenn Sie beabsichtigen, Türen für die Dachschräge selber zu bauen.

Sie sehen – ein ausgebauter Dachboden vergrößert nicht nur Ihre Wohnfläche und hebt die Lebensqualität in Ihrem Haus; ein solches Projekt ist außerdem zu einem großen Teil auch selbst möglich, wenn auch aufwändig.

Ein Problem beim Umbau kann jedoch auch entstehen, wenn das Thema Türen ins Spiel kommt.

Hier sind mehrere knifflige Situationen denkbar: Beispielsweise dann, wenn Sie Ihren Dachboden nicht nur als einen großen Raum – etwa als Wohn- oder Spielzimmer – ausbauen möchten, sondern in mehrere kleine Räume unterteilen. Hier müssen nicht nur neue Wände gezogen werden, auch Türen sind logischerweise notwendig.

Ein weiteres Beispiel: Die Zugangstür zum Dachboden. Während der Dachboden eines Hauses früher meist über eine Falltür mit Leiter erreichbar war, besitzen die meisten modernen Dachböden heutzutage einen Zugang über ein kleines Treppenhaus oder können zumindest dahingehend umgebaut werden.

Wird dieses Treppenhaus weniger beheizt, kann es bei einer fehlenden Tür auch auf dem Dachboden schnell ungemütlich oder zugig werden – eine Tür muss her.

Doch alle solche Türen haben auf Dachböden eine gemeinsame Schwierigkeit, die mit einberechnet werden muss: Dachschrägen. In glücklichen Fällen lassen sich alle Türen weit genug in der Mitte des Dachbodens anordnen, sodass keine abgeschrägten Türen notwendig sind.

Gerade auf kleineren Dachböden oder in Häusern mit einem relativ flachen Dach sind jedoch oft Dachschrägentüren erforderlich, also Türen, deren Blatt asymmetrisch verläuft und auf einer Seite abgeschrägt ist, sodass die Tür im Dachschrägen-Winkel geöffnet und geschlossen werden kann.

Entsprechende Türen für schräge Wände sind in der Regel nicht fertig im Baumarkt zu kaufen. Innentüren für Dachschrägen müssen daher häufig von einem Fachmann oder selbst angefertigt werden.

Was sie bei Türen mit seitlicher Schräge beachten müssen und was eine abgeschrägte Tür an Kosten verursacht, dazu beantwortet ihnen Heimwerker.de die wichtigsten Fragen.

5.1. Tür in eine Dachschräge einsetzen – welche Alternativen habe ich?

Bevor Sie darüber nachdenken, eine Zimmertür in eine Dachschräge einbauen zu wollen, sollten Sie vorher alle anderen sinnvolleren Optionen ausschließen können, denn eine Dachschrägentür ist kein allzu unkompliziertes Unterfangen.

Häufig lässt auf dem Dachboden eine schräge Tür dadurch umgehen, dass der gesamte Türrahmen weiter in Richtung der Dachbodenmitte gerückt wird, die Dachschräge also nicht mehr in den Rahmen schneiden muss.

Auch niedrigere Türen als solche mit Standardmaß sind denkbar – allerdings natürlich nur zu einem gewissen Grad. Die meisten Türen haben eine Höhe von ca. 2 Metern; Ihre Dachbodentüren sollten von diesem Maß nicht um sehr viel mehr als 20 Zentimeter nach unten abweichen, um Verletzungen auszuschließen.

Tipp: Wenn Sie vorhaben, ihren Dachboden auszubauen, denken Sie dabei also immer stets noch bei der Planung an den Einbau von Türen als einen der wichtigsten Faktoren.

5.2. Tür für Dachschrägen selber bauen oder als Sonderanfertigung?

Wenn eine Dachschrägentür unumgänglich ist, haben Sie generell zwei Möglichkeiten: Eine Tür als Sonderanfertigung für die Dachschräge bestellen oder die eigenen handwerklichen Fähigkeiten anwenden.

Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile: Bestellen Sie eine maßgefertigte Tür, etwa im Baumarkt oder bei einem Schreiner, können Sie in der Regel mit sehr hohen Kosten rechnen. Für einfachste, rechteckige Türen nach Maß werden häufig bereits mittlere dreistellige Beträge gefordert; geht es um eine sehr spezielle Sonderanfertigung wie etwa eine Tür samt Zarge für Dachschrägen, kann sich dieser Preis schnell verfünffachen, wenn nicht noch weiter steigen.

Wohlgemerkt: Das sind die Kosten für nur eine Tür. Geht es nur um eine Eingangstür zum Dachboden, mag sich das lohnen. Für die Ausstattung des gesamten Dachbodens müssen Sie aber meist – je nach Anzahl der einzelnen Räume – tief in die Tasche greifen.

Das ist jedoch nicht nur bei Türen so und daher keine Seltenheit. Dachschrägen sind stets eine etwas knifflige Sache, da nicht jedes Dach den gleichen Winkel hat.

Eventuell kennen Sie Services, bei denen man einen Dachschrägen-Schrank selber gestalten und bauen lassen kann. Auch hier werden um ein Vielfaches höhere Preise verlangt als bei einem ähnlichen Schrank nach Standardmaßen.

5.3. Tür für Dachschrägen – Bauanleitung sinnvoll?

Schiebetür

Eine Schiebetür bietet sich als Alternative an, da sie sich der Dachschräge anpasst und weniger Arbeitsaufwand nötig ist.

Es bleibt als Alternative nur der eigene Griff zur Säge.

Seien Sie sich jedoch bewusst, dass der Bau einer Tür, vor allem wenn diese eine Schräge besitzen soll, sehr komplex ist und nicht nur die entsprechende Expertise, sondern auch einen gut gefüllten Werkzeugkasten erfordert.

Denn zur Tür gehört nicht nur das Türblatt.

Auch Rahmen und Zarge müssen zur Tür und ihrer Schräge passen, alle Fräsungen müssen übereinstimmen und Bohrungen für Scharniere, Klinke und Schloss richtig gesetzt werden.

Eine genaue Bauanleitung für eine Tür mit Dachschräge kann daher nicht existieren – jede Tür, die unter eine Dachschräge gesetzt werden soll, sieht je nach den Umständen anders aus. Einen Eigenbau sollten Sie daher nur versuchen, wenn Sie entsprechende Erfahrung beim Umgang mit Holz haben.

Eine Alternative ist eine Schiebetür, die sich der Dachschräge anpasst. Hier müssen die Ränder der Tür keine Fräsung oder Schloss aufweisen, es reicht prinzipiell ein Türblatt, welches mittels eines Griffs in einer an der Decke befestigten Schiene bewegt werden kann.

Eine solche Tür ist auch für eher laienhafte Heimwerker einfacher anzufertigen. Bedenken Sie jedoch: Eine Schiebetür braucht mindestens einen Platz mit der eigenen Breite neben dem Türrahmen, um sie ganz aufschieben zu können. Wenn dieser Platz vorhanden ist, können Sie prinzipiell auch direkt eine Tür mit Standardmaßen einbauen.

Fazit: Das Thema Türen macht das Vorhaben eines ausgebauten Dachbodens nicht einfacher – dies zeigt jedoch nur, dass eine gründliche Planung und Überlegung unerlässlich sind. Denn es ist zwar nicht ganz einfach, Türen auf einem Dachboden einzubauen, aber dennoch möglich. Heimwerker.de wünscht Ihnen viel Erfolg und viel Spaß mit Ihrem ausgebauten Dachboden!